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Porträt eines nachdenklichen Schachspielers, Schachfiguren
Krallmann & Müller: Europameister Matthias Blübaum
Sein Weg zum Kandidatenturnier Matthias Blübaums Erfolge wirken wie eine Sensation. Er wird nur drei Jahre nach seinem ersten Titelgewinn zum zweiten Mal Europameister. Als großer Außenseiter startete er beim „Fide Grand Swiss", besiegte Spieler der Weltelite und qualifizierte sich fürs Kandidatenturnier. Wo liegt das Geheimnis seines phänomenalen Aufstiegs? Dieser Frage gehen die Autoren Matthias Krallmann und Karsten Müller nach. Endspielspezialist Karsten Müller untersucht Blübaums ausgefeilte Endspieltechnik. Und sein früherer Trainer, Matthias Krallmann, analysiert Veränderungen in seinem Eröffnungsrepertoire und in neuen strategischen Motiven, mit denen Blübaum in den letzten Jahren viele Partien gewonnen hat. Versuchen Sie selbst, die kleinen Kombinationen zu entdecken, mit denen Blübaum seine Gegner besiegt. Beim Kandidatenturnier im Frühjahr 2026 geht er als dritter deutscher Spieler überhaupt an den Start. Vor ihm hatten es nur die inzwischen verstorbenen Legenden Wolfgang Uhlmann (1971) und Robert Hübner (1971, 1980, 1983 und 1991) geschafft, diese Qualifikation zu schaffen. Man darf gespannt sein, wie die Reise von Matthias Blübaum weitergehen wird.   144 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Andreas Wittek im Dezember 2025 Dieses Schachlehrwerk umfasst 143 Seiten und ist in 18 Kapitel gegliedert. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich auf Seite 5, eine ausführliche Zeichenerklärung auf Seite 6, wissenswerte Informationen über die beiden Autoren Matthias Krallmann und Karsten Müller sind auf den Seiten 141 bis 143 einsehbar. Das erste Kapitel „Metamorphosen" gestaltet sich im Stil eines einleitenden Vorworts und beschreibt die wesentlichen Veränderungen der Lebenssituation von Matthias Blübaum seit dem Jahr 2022. Ein erstes Buch über seine Schachkarriere mit dem Titel „Schachtraining mit Matthias Blübaum – Sein Weg zum Europameistertitel" ist zu dieser Zeit erschienen. Nach dem Europameistertitel im Frühling 2022 sowie einem Master-Abschluss in Mathematik an der Universität Bielefeld im Sommer 2022 hat Blübaum sich dazu entschieden, vorläufig einige Jahre als ein Schachprofi zu leben. Spätestens mit dem Gewinn des zweiten Europameistertitels im Jahr 2025 ist deutlich geworden, dass dies die richtige Entscheidung war. Auf der Homepage des Deutschen Schachbundes ist für den Dezember 2025 folgendes zu lesen: 1. GM Vincent Keymer 2776 Elo-Punkte 2. GM Matthias Bluebaum 2679 Elo-Punkte 3. GM Alexander Donchenko 2661 Elo-Punkte Das heißt, Vincent Keymer ist unangefochten die deutsche Nummer 1, Matthias Blübaum die deutsche Nummer 2. Verhältnismäßig neu ist, dass Blübaum auf „Twitch" einen Teil seiner Partien selber veröffentlicht und gleichzeitig kommentiert. Dabei benutzt er den Namen „KeinSehrStarkerSpieler". Diese bewusste Untertreibung von Blübaum geht zurück auf eine Aussage von Arkadij Naiditsch, der gegen Blübaum mehrmals verloren hat, ihn als Schachspieler jedoch nicht respektiert. Die in dem Schachbuch auf den Seiten 9 bis 92 zusammengestellten Blübaum-Partien sind von Krallmann kommentiert, die auf den Seiten 93 bis 99 abgebildeten fünf Blühbaum-Endspiele von Müller. Die von Blübaum selber relativ ausführlich kommentierten zwei Partien auf den Seiten 100 bis 106 haben mir persönlich wirklich gut gefallen, weil Blübaum meines Erachtens in der Lage ist, sowohl die eigenen Gedankengänge klar darzulegen, als auch sich in die Gedankengänge des jeweiligen Gegners achtsam hineinzutasten. Vor diesem von mir geschilderten Hintergrund halte ich die ebenfalls von Blübaum mit Anmerkungen versehenen drei Partien der Europameisterschaft 2025 für absolut lesenswert, beziehungsweise, zum Nachspielen unbedingt empfohlen (Seite 115 bis Seite 124). Auf den Seiten 132 bis 140 kommentiert Krallmann sechs Partien von Blübaum, die dieser bei dem FIDE Grand Swiss 2025 in Samarkand gespielt hat. Gerade, weil Blübaum sich durch die Qualifikation für das Kandidatenturnier im Frühjahr 2026, in den erlauchten Kreis der acht Anwärter aufgestiegen ist, welche den Herausforderer des amtierenden Weltmeisters Dommaraju Gukesh ausspielen, hätten die Erklärungen der Partieanalysen von Krallmann meiner Meinung nach deutlich ausführlicher sein können / sein müssen. Denn dann wären die positionellen Pläne / die taktischen Konzepte / die strategischen Ideen, die hinter einem einzelnen speziellen Zug von Blübaum oder seines jeweiligen Gegners stehen, für die Leser / die Leserinnen noch besser nachvollziehbar. Die abgedruckten Partien in diesem Buch sind mit QR-Codes ausgestattet, was das Nachspielen der „Blübaum-Partien" auf fast allen modernen Smartphones und / oder einem Tablet-Computer ermöglicht.

24,80 €*
Gelbes Buchcover mit Fotos und Fragezeichen-Motiv
Müller, Engel & Rafiee: Spielertypen - Das Testbuch
Nach dem großen Erfolg des ersten Buches zum Modell der vier Spielertypen enthält dieser Folgeband außer gezielten Aufgaben auch allgemeine schachliche Fragen wie beispielsweise: Berechnen Sie lieber konkrete Varianten oder treffen Sie Ihre Entscheidungen eher intuitiv? Haben Sie ein gutes Gespür für Harmonie und Koordination? Dieses Herangehen soll es den Lesern ermöglichen, sich selbst einem der Spielertypen zuzuordnen und somit herauszufinden, ob man zu den Aktivspielern gehört oder eher zu den Pragmatikern, Theoretikern oder Reflektoren. Und letztendlich können aus dem Ergebnis Schlüsse gezogen werden, um eigene Stärken weiter auszubauen oder einen insgesamt universelleren Spielstil zu entwickeln. Denn selbst, wenn man in aller Regel dank seiner Stärken gewinnt, ist es durchaus sinnvoll, auch an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Wenn es in einer Stellung nur einen einzigen Zug gibt, sollte man diesen natürlich finden. Spielstile sind vor allem in Stellungen von Bedeutung, in denen es eine große Auswahl gibt. Allerdings spielen diese auch bei der Wahl des Stellungstyps eine Rolle, den man angesichts seines Stils möglichst herbeiführen sollte. Interessanterweise kann ein Spielstil auch imitiert werden, worin gegen bestimmte Gegner sogar die adäquate Strategie bestehen mag. So stechen beispielsweise bei Aktivspielern gewisse  Charakteristika deutlich hervor, und sich als Gegner darauf einstellen zu können ist natürlich sehr wertvoll. Ein gutes Beispiel ist Kramniks Sieg gegen den Aktivspieler Kasparow (bei der WM London 2000). Da es Kramnik gelang, das Spiel stets in die seinem Stil angemessene Richtung zu lenken, kam sein großer Gegner überhaupt nicht dazu, die ihm eigenen Stärken in Stellungen mit Angriff und Initiative auszuspielen. Während es in ‚Spielertypen' um eine klare Abgrenzung der vier Spielstile ging, soll in diesem Buch die Universalität jedes Spielers hervorgehoben werden. Nach Lösung der auf die vier Spielertypen zugeschnittenen Aufgaben wird ersichtlich, wie die eigenen Kompetenzen verteilt sind. Dazu heißt es im Vorwort von GM Vincent Keymer: „So wird die Weiterentwicklung der eigenen Spielerpersönlichkeit zu einem universellen Spieler, der alle Spielertypen in sich vereinigt, vielleicht eine Utopie bleiben, allerdings eine, die zu verfolgen sich lohnt."210 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Christian Hoethe im Februar 2023 Eines der faszinierendsten Themen der Schachliteratur der letzten zwei Jahrzehnte besteht für mich zweifellos in der richtigen Einordnung des eigenen Spielstils und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen, Möglichkeiten und Potenzialen – ganz im Sinne der Aufforderung Erkenne Dich selbst! über dem Eingang des Apollo-Tempels in Delphi. Im Jahr 2005 stellte der dänische Großmeister Lars Bo Hansen in seinem beachtenswerten Buch Foundations of Chess Strategy sein Konzept der '4 Spielertypen' vor. Darin unterteilte er Schachspieler in sogenannte Aktivspieler, Reflektoren, Pragmatiker und Theoretiker. In diesem Rahmen beschäftigte er sich intensiv mit der Frage, wie sehr der individuelle Spielstil Einfluss auf unsere Entscheidungsfindungen am Brett hat. Hansen nannte dies The role of the human factor in chess und forderte seine Leser auf, den eigenen Schachstil anhand persönlicher Charakteristika und Vorlieben analog seiner Vorgaben zu definieren. Diese Eigenschaften wurden entsprechend der jeweiligen Spielertypen in den Kapiteln mit konkretem Inhalt gefüllt, so dass man sich letztlich selbst einem bestimmten Spielertyp zuordnen konnte. Ich fand dieses Herangehen damals durchaus aufschlussreich und nützlich. Dieses sowohl in der Schachtheorie als auch in der Schachphilosophie vernachlässigte Thema interessiert mich seitdem wie kaum ein anderes, weshalb ich es mit Begeisterung aufnahm, dass die Großmeister Dr. Karsten Müller und Luis Engel sich im Jahr 2020 in ihrem Buch Spielertypen – Ihre Stärken und Schwächen genauer damit beschäftigt haben. Müller und Engel greifen das von Hansen vorgestellte Konzept auf und erweitern es umfangreich anhand zahlreicher Beispiele aus dem Schaffen solcher Schwergewichte wie Tal, Kasparow, Carlsen, Kramnik, Anand usw. Sobald ich erkannt habe, welchem Spielertyp ich angehöre, möchte ich natürlich wissen: 1. Welches sind die Stärken und Schwächen der jeweiligen Spielertypen? 2. Wie und gegen wen hebe ich meine Stärken besonders hervor bzw. wie gehe ich am besten mit meinen Schwächen um? 3. Wie spiele ich idealerweise gegen Vertreter anderer Stile oder auch gegen Vertreter des eigenen? 4. Wie konzentriere ich mich effektiver auf meine Stärken und werde insgesamt zu einem schachlichen „Allrounder“? Es sind insbesondere diese Fragen, die Müller und Engel zum Herzstück ihrer Arbeit gemacht haben. Nach dem großen Erfolg dieses Buches zum Modell der vier Spielertypen enthält dessen Nachfolger Spielertypen – das Testbuch nicht nur konkrete Aufgaben, sondern auch allgemeine schachliche Fragen wie: Berechnen Sie lieber konkrete Varianten oder treffen Sie Ihre Entscheidungen eher intuitiv? Haben Sie ein gutes Gespür für Harmonie und Koordination? Diese Vorgehensweise ermöglicht es den Lesern, sich einem der Spielertypen zuzuordnen. Darauf aufbauend lassen sich eigene Stärken weiterentwickeln und mögliche Schwächen gezielt reduzieren, so dass man sich letztlich zu einem universelleren Spieler entwickeln kann. Die Unterschiede der Spielstile kommen vorrangig in Stellungen mit vielen Zugmöglichkeiten zur Geltung. Allerdings spielen stilistische Überlegungen auch ganz wesentlich bei der Wahl der Eröffnung und des Mittelspiels bzw. des Stellungstyps eine Rolle, den man angesichts seines Stils möglichst herbeiführen sollte. Das wohl bekannteste und möglicherweise auch beste Beispiel ist Kramniks Match-Strategie gegen Kasparow bei der Weltmeisterschaft in London 2000. Kramnik gelang es wie keinem anderen zuvor, Kasparow der Möglichkeit zu berauben, seine in Angriff und Initiative bestehenden Hauptstärken auszuspielen. Wie gelang ihm das? Indem er mit Schwarz die mit Damentausch verbundene 'Berliner Variante' der Spanischen Partie wählte, gegen die der Angriffsspieler Kasparow letztlich kein Mittel fand. Und da es ihm einfach nicht gelang, die ihm eigenen Stärken zum Tragen zu bringen, ging Kramniks exzellente Match-Strategie voll auf! Ging es im ersten Buch Spielertypen vorrangig um eine Abgrenzung der vier Spielstile voneinander, sprechen sich die Autoren im Folgeband Spielertypen – das Testbuch deutlich für eine Förderung des eigenen Spielstils in Richtung einer größtmöglichen Universalität aus. Trauen Sie sich: Lösen Sie die auf die vier Spielertypen zugeschnittenen Aufgaben und finden Sie heraus, wo sich Ihre Kernkompetenzen befinden und wie Sie am besten darauf aufbauen können!  

22,80 €*
Tipp
Vier Schachbuch-Cover von Karsten Müller
Müller: Karsten Müller - 4er Bundle
Unsere Bestseller der Reihe "Karsten Müller" im Paket zum Schnäppchenpreis! Buch 1: Karsten Müller - Schachtaktik Buch 2: Karsten Müller - Schachstrategie Buch 3: Karsten Müller - Verteidigung Buch 4: Karsten Müller - Positionsspiel Die detaillierten Beschreibungen und einen Blick ins Buch entnehmen Sie bitte den einzelnen Titeln. Danke.

90,00 €*
Buchcover: weißer Bauer auf Schachbrett vor schwarzen Figure
Bargsten: Italienische Eröffnung für Weiß
Die Italienische Eröffnung ist eine der ältesten Eröffnungen der Schachgeschichte, die bereits im 15ten Jahrhundert erwähnt wurde, aber auch heute noch selbst auf höchster Ebene ein oft gesehener Gast ist, wie zuletzt beim WM-Kampf 2021 zwischen Magnus Carlsen und Jan Nepomnjaschtschi. Zwar hat der Herausforderer diese Partie verloren, aber allein die Anwendung der Italienischen Eröffnung zeigt, dass diese auch auf aller- höchstem Niveau eine ernstzunehmende Waffe ist. Die Italienische Eröffnung wird von vielen Weißspielern gewählt, um eine gehaltvolle Partie zu bekommen. Die Stellungen sind oft weniger konkret und taktisch als in anderen Eröffnungen, und da sie auch weniger weit ausanalysiert sind, bietet das moderne Italienisch eine gute Mischung aus unerforschten Gebieten und positionellem Verständnis. Mit diesem Buch verfolgt der Autor das Ziel, Spielern mittlerer Spielstärke die modernen Ideen der Italienischen Eröffnung zu veranschaulichen. Dabei werden solche Stellungen behandelt, die auf dem „langsamen" Plan von Weiß beruhen, wenn er also einen ruhigen und von positionellen Ideen geprägten Ansatz wählt. Es wird nicht etwa versucht, dem Leser ein vollständiges Repertoire zu bieten, sondern vielmehr, ihm die Ideen der entstehenden Mittelspielstellungen zu erläutern. Das Material umfasst vor allem die Systeme 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d3 Lc5 5.c3 h6 6.0–0 d6 7.Te1 a6 8.a4 La7 9.Sbd2 0–0 10.h3 und 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d3 Lc5 5.c3 d6 6.0–0 0–0 7.h3 h6 8.Te1 a5, von denen besonders letzteres in der aktuellen Praxis enorm an Popularität gewonnen hat.   123 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Christian Hoethe im September 2022 Das neue Buch „Italienische Eröffnung für Weiß - Planfindung und strategisches Verständnis“ hinterlässt auf den ersten Blick einen recht indifferenten Eindruck. Zuerst einmal erfährt man in der Einleitung leider nichts über den Autor und seinen schachlichen Werdegang, was immer schade ist. Ein Vorwort, das den Autor persönlich greifbarer macht, tut eigentlich jedem Buch gut. Das Eingangs-Zitat von Bernd Laubsch zu Italienisch-Strukturen mit d3 ist meiner Ansicht nach unglücklich verallgemeinernd und umgangssprachlich gewählt. Welche Struktur ist schon wirklich leicht zu spielen? Isolierte Damenbauern, hängende oder rückständige Bauern sehen auch unscheinbar aus, sind es aber keinesfalls. Auch seine Aussage „Vereinsspieler wissen nicht, was sie tun“ erscheint fragwürdig. – Ich kenne Vereinsspieler mit IM- oder sogar GM-Titel, die sehr wohl wissen, was sie tun. Die Frage, warum ausgerechnet Bernd Laubsch zitiert wird, bleibt genauso unbeantwortet wie diejenige, wer das eigentlich ist und warum er sich zu schachlichen Belangen äußert. Nun, ich selbst habe dreimal gegen FM Laubsch gespielt und daher sagt mir sein Name natürlich etwas, aber das geht sicher nicht vielen Lesern seines Zitats so und sollte daher erklärt werden. Obwohl es im Klappentext des Buches heißt, es richte sich an Spieler mittlerer Spielstärke, werden inhaltlich jedoch nur zwei spezifische Italienisch-Varianten thematisiert, die meiner Erfahrung nach so gut wie nie bei Spielern mittlerer Spielstärke aufs Brett kommen: 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4. d3 Lc5 5. c3 h6 6. 0-0 d6 7. Te1 a6 8. a4 La7 9. Sbd2 0-0 10. h3 und 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 4. d3 Lc5 5. c3 d6 6. 0-0 0-0 7. h3 h6 8. Te1 a5 Mir stellt sich die Frage, warum sich der Autor auf die genannten Varianten beschränkt und nicht lieber ein reines Mittelspielbuch zu Italienisch-Strukturen mit c3 und d3 herausgebracht hat. Meiner Meinung nach hätte das durchaus Sinn ergeben. Letztlich ist Justus Bargsten ungeachtet der obigen Kritikpunkte tatsächlich ein ziemlich gutes Mittelspielbuch zu Italienisch gelungen. Die Beschreibung der unterschiedlichen Pläne ist didaktisch gut gemeistert, die Partiekommentierung ist wunderbar ausführlich und geizt nicht mit guten Erklärungen und Zusammenfassungen. Auch wird man nicht etwa von alternativen Varianten erschlagen. Am Ende jedes Kapitels gibt es zudem jeweils ein Fazit, in dem das zuvor Thematisierte prägnant resümiert wird. Justus Bargsten hat recht gut gezeigt, welches Potenzial als Autor in ihm steckt.   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2022 Eine der ältesten und beliebtesten Eröffnungen, die es im Schach gibt, ist die „Italienische Eröffnung“, benannt nach dem Herkunftsland des Schachmeisters Gioachino Greco, dem bedeutendsten Schachspieler und -theoretiker des 17. Jahrhunderts. Sie beginnt mit den Zügen 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4. Die Eröffnung wird von vielen Spielern mit den weißen Figuren gespielt, um im weiteren Verlauf eine gehaltvolle Partie zu erreichen. Autor Justus Bargsten (Jahrgang 2001) richtet sein Buch „Italienische Eröffnung für Weiß“ an Spieler mit einer DWZ von 1800 bis 2000, er selbst hat ein Rating von über 2100. Behandelt werden Stellungen, die auf einem „langsamen“ Plan von Weiß beruhen und sich nicht an einem der vielen Gambits wie etwa dem Evans-Gambit nach 3… Lc5 4. b4 versuchen. Gewählt wurden ein von positionellen Ideen geprägter Ansatz, auch soll nicht versucht werden, dem Leser ein vollständiges Repertoire an die Hand zu geben. Er soll vielmehr in die entstehenden Mittelspielstellungen geführt werden. Dabei ist die einfache und klare Figurenentwicklung von Italienisch eine gut brauchbare Eröffnung für Einsteiger. An diesem Punkt setzt Justus Bargsten an, er bietet Pläne an, etwa, wenn der schwarze Bauer auf a6 und der Läufer früh auf e6 gezogen wird. Um das strategische Verständnis zu schärfen, sind entsprechende Partien und Aufgaben aufgeführt. Hilfreich ist immer ein Fazit des Autors, das sich jeder Partie anschließt. Dabei werden im Prinzip drei Schwerpunktthemen abgebildet: Das Spiel am Damenflügel, das Spiel im Zentrum und das Spiel am Königsflügel. Anhand der schwarzen Systeme legt der Autor fest, unter welchen Bedingungen Weiß sein Spiel in die eine oder andere Richtung lenken kann. Dies ist ein echter Mehrwert. Nicht nur für Spieler, die die Italienische Eröffnung bevorzugen, sondern auch für Spieler, die diese Eröffnung in ihr Repertoire aufnehmen wollen. Justus Bargsten hat sich in seinem Buch in ein Eröffnung-Thema vertieft, ohne es zu überladen. Er zeigt, wie kleine Veränderungen sehr schnell zu Veränderungen eines ganzen Stellungsbildes führen können und bietet zum Gegensteuern Lösungen an. Und bei allem zeigt er, dass die Italienische Eröffnung eine ernstzunehmende Waffe ist. Es bleibt abzuwarten, wie er das nächste Schachthema angeht.

19,80 €*
Buchcover: Schachfiguren auf Brett, Eröffnungsrepertoire
Mack: Wege zu raschem Gewinn
Dieses Buch enthält ein Eröffnungsrepertoire mit 60 Varianten, in denen sich für den Repertoirespieler Möglichkeiten zu einem raschen Gewinn ergeben, mindestens aber zu spürbarem  Vorteil. Der Fokus des Repertoires liegt auf den von den Gegnern am häufigsten gespielten Varianten und dort auf Zügen, die zwar häufig gespielt werden, die aber trotzdem mehr oder weniger große Fehler sind. Die weitaus meisten dieser Varianten sind nicht in den gängigen Fallensammlungen enthalten. Schon das macht den Text zu einem Gewinn für den Leser. Die erwähnten Fehler werden von stärkeren Spielern mit Elo über 2000 nicht oder kaum gemacht, aber die Datenbanken zeigen, dass sie im Klubspielerbereich deutlich häufiger vorkommen. Dies hat der Autor in seiner Turnierpraxis mit über 1000 Turnierpartien in den letzten 20 Jahren bestätigt gefunden. Es zeigt sich, dass geeignete Stellungen eher in aggressiven Varianten vorkommen. Daher empfiehlt das Repertoire für Weiß die offenen Eröffnungen 1.e4 mit 35 Varianten. Für den Schwarzspieler bietet das Repertoire chancenreiche Antworten gegen 1.e4 im Marshall-Gambit 1...d5 2.exd5 Sf6 oder gegen 1.d4 im Winawer-Gambit 1...d5 2.c4 c6 3.Sc3 e5 und in anderen, insgesamt 25 Varianten. In allen Varianten ergeben sich bei der Widerlegung der Fehler attraktive Kombinationen, mit denen der Leser auch seine taktischen Fähigkeiten üben kann. Der Wert dieses Buches liegt in der vorteilhaften Auswertung von Partie-Datenbanken mit Hilfe der Schach-Engine Stockfish und in der geschickten Fokussierung auf die häufigsten gegnerischen Züge. Das so entstandene Repertoire hat mit 60 Varianten eine überschaubare Größe und ermöglicht es dem Repertoirespieler dennoch, für ein Maximum an Eröffnungsstellungen gut vorbereitet zu sein. 172 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im Juni 2026 „Wege zu raschem Gewinn“ von Thomas Mack ist in besonderem Maße ein Werk eines Praktikers für den Praktiker. Der Autor ist ein sehr erfahrener Spieler, der sein Eröffnungsrepertoire nun mit dem Leser teilen möchte. Den angesprochenen Leser sieht er selbst insbesondere im Klubspieler, den er genau für das Eröffnungsspiel in diesem Leistungsbereich unterstützen möchte. Sein Konzept bei der Zusammenstellung des Repertoires und die Ergebnisse seiner Untersuchungen dabei sprechen den Spieler im höheren Leistungsniveau weniger an und auch der Fernschachspieler wird weniger Honig aus dem Werk saugen können als der oben genannte Hauptadressat des Werkes. Thomas Mack hat die Partien-Datenbank von Chess Assistant, Stand 2019, mit rund 6,5 Millionen enthaltenen Partien gezielt auf Züge durchsucht, die vergleichsweise oft gespielt werden, aber schwächer oder sogar Fehler sind. Es handelt sich um natürliche Züge, die der Gegner am Brett also durchaus als sinnvoll ermitteln und dann spielen kann, nicht um „Patzer“, Fingerfehler oder etwa Eröffnungsfallen. So folgt die Arbeit des Autors der Idee, den Leser Eröffnungswege wählen zu lassen, auf denen der Gegner empirisch ermittelt Probleme hat, gut aussehende, aber unzureichende Züge zu vermeiden. Durch die geschickte Wahl soll zudem die Palette der möglichen Wege, die eine Partie in der Eröffnung nehmen kann, stark begrenzt werden, so dass sich der Leser sehr gezielt und mit einem begrenzten Aufwand vorbereiten kann. Auf der Basis seiner Datenbankanalysen hat Mack unter Einsatz der Engine Stockfish 60 Eröffnungsvarianten ausgewählt, die er dem Leser empfiehlt, sowohl für das Spiel mit Weiß (35) als auch mit Schwarz (25). Für Weiß empfiehlt er 1.e4 und präpariert den Leser für alle gängigen Antworten, auf die er treffen kann, von Sizilianisch bis Pirc. Für Schwarz konzentriert er sich auf Skandinavisch, also 1…d5, als Antwort auf das gegnerische 1.e4, und hauptsächlich das Damengambit gegen 1.d4. Gegen 1.Sf3 und 1.c4 lässt er Schwarz mit 1…d5 und 1…e5 antworten, weitere Anzugsmöglichkeiten fängt er kurz ab. Eine Variantenübersicht am Ende des Buches erlaubt einen Überblick über die behandelten Eröffnungswege hinweg. Die Kommentierung unterscheidet sich tendenziell etwas von typischen Repertoirebüchern. Mack konzentriert sich auf das aus praktischer Sicht Wesentliche und will nicht auch selten gespielte Möglichkeiten ins Detail darstellen. Grundlegende Pläne und Gründe für konkrete Zugwahlen stellt er dar, ansonsten sind die Kommentare stark statistisch geprägt, gehen also insbesondere auf die Häufigkeit bestimmter Alternativen u.ä. sowie auf statistische Erfolgsaussichten ein. Das Werk ist alles andere als variantenlastig. Fazit: „Wege zu raschem Gewinn“ ist ein Werk, das man insbesondere dem Spieler empfehlen kann, der sich im Klubbereich gezielt und mit begrenztem Aufwand vorbereiten will. Die vom Autor realisierte Symbiose aus statistischen Daten zum Vorkommen von Varianten und zur Erfolgsaussicht sowie aus rechnergestützt vorgenommenen Stellungsanalysen sind ein Alleinstellungsmerkmal des Buches und sichern einen klaren Praxisbezug. Rezension von Jörg Palitzsch im November 2024 Der Autor Thomas Mack liefert mit „Wege zu raschem Gewinn“ ein ambitioniertes Werk, das sich an Schachspieler richtet, die nicht nur ihre Eröffnungskompetenzen verbessern, sondern auch gezielt auf schnellen Vorteil oder direkten Sieg ausgerichtete Strategien verfolgen möchten. Mit Hilfe von Stockfish und Datenbankanalysen hat der Autor 60 Eröffnungsvarianten ausgewählt, die er als besonders erfolgversprechend einstuft – sei es durch taktische Fallen, positionelle Überlegenheit oder überraschende Wendungen. Das Buch ist klar in zwei Hauptteile gegliedert: ein Repertoire für Weiß und eines für Schwarz. Diese Gliederung erleichtert dem Leser den Zugang zu den relevanten Abschnitten, je nachdem, welche Farben er spielen möchte. Der Weißspielende wird mit einem fokussierten 1.e4-Repertoire ausgestattet, das insgesamt 35 Varianten umfasst. Mack setzt hierbei auf offene Spiele, die auf schnelle Initiative und dynamisches Spiel abzielen. Neben bekannten Eröffnungen werden auch seltenere Varianten beleuchtet, die häufig unterschätzt werden. Die präsentierten Ideen sind darauf ausgelegt, Gegner frühzeitig aus der Theorie zu bringen und taktische Chancen zu eröffnen. Für Schwarz hat Mack 25 Varianten vorbereitet, die gezielt auf aktives Gegenspiel ausgerichtet sind: Gegen 1.e4 wird das Marshall-Gambit empfohlen, das für seine scharfen und unausgeglichenen Stellungen bekannt ist. Mack erklärt präzise, wie Schwarz Druck aufbauen und gleichzeitig dynamische Chancen nutzen kann. Gegen 1.d4 wird das Winawer-Gambit vorgeschlagen – eine überraschende Wahl, die viele Gegner unvorbereitet treffen dürfte. Auch hier liegt der Fokus auf aktivem Gegenspiel und taktischen Möglichkeiten. Das Buch richtet sich vor allem an Vereinsspieler und ambitionierte Amateure, die regelmäßig gegen Gegner antreten, die weniger tief in den Feinheiten der Theorie stecken. Die Varianten sind so konzipiert, dass sie nicht nur in Blitz- und Schnellschachpartien, sondern auch in längeren Formaten ihre Wirkung entfalten können. Die Stärken liegen in der Praxisorientierung. Die Varianten wurden nicht nur auf ihre theoretische Plausibilität, sondern auch auf ihre praktische Anwendbarkeit hin überprüft. Mack demonstriert, wie diese Eröffnungen in realen Partien zu raschem Erfolg führen können. Dank der engen Zusammenarbeit mit der Engine Stockfish sind die vorgeschlagenen Varianten auf dem neuesten Stand der Theorie. Das Buch bietet darüber hinaus sowohl aggressive als auch positionelle Optionen, wodurch Spieler mit unterschiedlichen Stilpräferenzen angesprochen werden. Mit 60 Varianten verlangt das Buch von den Lesern ein erhebliches Maß an Lernbereitschaft. Für Spieler, die lieber mit wenigen Hauptlinien arbeiten, könnte dies eine Herausforderung sein. Und da viele der vorgeschlagenen Varianten auf taktischen Schärfen beruhen, könnten sie gegen sehr gut vorbereitete Gegner riskant sein. „Wege zu raschem Gewinn“ klingt wie eine Verheißung. Das Buch ist bei allem aber ein herausragendes Eröffnungsbuch, das eine erfrischend offensive Herangehensweise an das Schachspiel bietet. Es ist ideal für Spieler, die bereit sind, Risiken einzugehen, um schnelle Vorteile zu erzielen. Mit 60 detailliert analysierten Varianten liefert Thomas Mack ein umfassendes und durchdachtes Repertoire, das sowohl für Weiß- als auch für Schwarzspieler zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Wer sich auf das intensive Studium dieser Eröffnungen einlässt, wird mit kreativen und effektiven Ideen belohnt – und möglicherweise mit einer höheren Gewinnquote am Brett. Rezension von Stefan Liebig im Oktober 2024 In Thomas Macks „Wege zu raschem Gewinn“ erwartet die Leser ein umfassendes Eröffnungsrepertoire mit beeindruckenden 60 Varianten, die dem Repertoirespieler eine hervorragende Chance auf rasche Gewinne oder zumindest spürbare Vorteile bieten. Der Fokus liegt auf den am häufigsten gespielten Eröffnungen der Gegner und konzentriert sich dabei auf Züge, die zwar oft gespielt werden, jedoch mehr oder weniger gravierende Fehler enthalten. Viele dieser Varianten sind nicht in den üblichen Fallensammlungen zu finden, was das Buch zu einem wertvollen Gewinn für jeden Schachenthusiasten macht. Die im Buch erwähnten Fehler sind im Allgemeinen von stärkeren Spielern mit einem Elo über 2000 kaum zu erwarten, jedoch zeigen Datenbanken, dass sie im Bereich der Klubspieler deutlich häufiger auftreten. Der Autor hat dies in seiner eigenen beeindruckenden Turnierpraxis mit über 1 000 Partien in den letzten zwei Jahrzehnten bestätigt. Es zeigt sich, dass besonders in aggressiven Varianten geeignete Stellungen häufiger vorkommen. Daher empfiehlt das Repertoire für Weiß die offenen Eröffnungen mit 1.e4 und 35 abwechslungsreichen Varianten. Für Schwarz gibt es chancenreiche Antworten gegen 1.e4 im Marshall-Gambit (1...d5 2.exd5 Sf6) oder gegen 1.d4 im Winawer-Gambit (1...d5 2.c4 c6 3.Sc3 e5), sowie in anderen, insgesamt 25 Varianten. In allen diesen spannenden Abspielen ergeben sich bei der Widerlegung der Fehler attraktive Kombinationen, die dem Leser helfen, seine taktischen Fähigkeiten spielerisch zu verbessern. Der wahre Wert dieses Buches liegt in der Auswertung von Partiedatenbanken mithilfe der leistungsstarken Engine Stockfish. Durch die geschickte Fokussierung auf die häufigsten Züge der Gegner wird ein praktisches Repertoire geschaffen, das mit 60 klar strukturierten Varianten eine überschaubare Größe hat und dennoch dafür sorgt, dass der Repertoirespieler bestens vorbereitet in die Partie geht. Der Autor wählt einen wirklich interessanten Ansatz und bringt so ein komplettes Repertoire in einem relativ dünnen Buch unter. Die übersichtliche Anordnung macht es zudem zu einem praktischen, schnell einsetzbaren Nachschlagewerk.

27,80 €*
Tipp
Müller & van Delft: Karsten Müller - Verteidigung
Müller & van Delft: Karsten Müller - Verteidigung
Die Verteidigungskunst hat in der Schachliteratur generell weniger Aufmerksamkeit erfahren als das Angriffsspiel. Die Autoren haben sich in diesem Buch der Verteidigung in besonderer Weise angenommen, indem sie den Leser nicht nur anhand instruktiver Beispiele in die einzelnen Themen einführen, sondern ihn gleichzeitig motivieren, als Löser von ausgewählten Übungen und Denksportauf- gaben an die „Grenzen seiner Komfortzone“ zu gehen. Zu den behandelten Themen gehören: Prinzipien und Methoden des Verteidigers Verteidigung gegen einen Königsangriff Neutralisierung einer Initiative Rettung des Remis Passive oder aktive Verteidigung die Entwicklung von Gegenspiel aber auch sonst nur stiefmütterlich behandelte Fragen wie die der Verteidigung gegen den Minoritätsangriff. Einem der findigsten und zähesten Verteidiger unter den Weltmeistern, Tigran Petrosjan, ist ein eigenes Kapitel gewidmet, zudem ist die deutsche Ausgabe um ein neues Kapitel mit aktuellen Beispielen und Testaufgaben erweitert worden. Die Übungen richten sich an versierte Vereinsspieler, bei der ernsthaften Beschäftigung mit diesen „Herausforderungen“ winkt als Lohn, die eigenen Fähigkeiten in der Verteidigung erheblich verbessert und gefestigt zu haben. Nur derjenige, der auch die Verteidigung beherrscht und bis zum Partieende nicht aus den Augen verliert, wird letztlich beim Kampf am Brett reüssieren! Großmeister Dr. Karsten Müller wurde 1970 in Hamburg geboren. Er studierte Mathematik und promovierte 2002. Seit 1988 spielt Karsten Müller für den Hamburger SK in der Bundesliga und errang den Großmeister-Titel 1998. Der weltweit anerkannte Endspiel-Experte wurde 2007 als „Trainer des Jahres“ vom Deutschen Schachbund ausgezeichnet. Der internationale Meister Merijn van Delft (1979) lebt in Hamburg und arbeitet als Schachautor und Trainer. Seine Erfahrungen hat er zusammen mit seinem Vater Karel in Developing Chess Talent festgehalten.  262 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Heinz Däubler im Mai 2017 Verteidigung - Ein Testbuch Endlich ist das 2010 bei Russel Enterprises, Milford (USA), erschienene Buch „Chess Cafe Puzzle Book 3“ ins Deutsche übersetzt worden. Der Joachim-Beyer-Verlag legte es als Karsten Müller „Verteidigung“ auf. Dass bei vielen Spielern Defizite bei der Verteidigung zu sehen sind, war für den Autor Dr. Karsten Müller – Großmeister und 2007 vom Deutschen Schachbund als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet – eigentliche Motivation zum Schreiben dieses Werkes. Sollten auch Sie das Gefühl haben, ihre Verteidigungsfähigkeiten verbessern zu müssen, so kommt dieses Buch gerade recht. Der Autor wagt einen breiten Ansatz und geht umfassend auf Verteidigungen ein. Nach dem einleitenden Kapitel über Prinzipien und Methoden des Verteidigens unterteilt er den zu behandelnden Stoff in die Kapitel „Gegen Königsangriff verteidigen“ (25 Seiten), „Gegen Initiative kämpfen“ (15 Seiten), „Dauerschach“ (3 Seiten), „Patt“ (10 Seiten), „Richtiger Abtausch“ (13 Seiten), „Qualitätsopfer“ (22 Seiten), „Gegen Minoritätsangriff verteidigen“ (9 Seiten) und „Schlechte Endspiele“ (15 Seiten). Dem großartigen Verteidigungskünstler Tigran Petrosjan ist ein separates Kapitel gewidmet. Durchgängig erläutert der Autor das zu Behandelnde anhand von per Diagramm dargebotenen Stellungen aus Großmeisterpartien und erläutert die Verteidigungsressourcen ausführlich. Jedes Kapitel beschließen umfangreiche Übungsaufgaben, die im Index gründlich gelöst werden. So ist schon bei der Durcharbeitung des Stoffes aktive Mitarbeit angesagt. Den Erläuterungsteil schließt Kapitel 11 mit 24 Aufgaben als Aufwärmübung für die abschließenden Tests ab. In Kapitel 12 kann der Leser seine Fortschritte auf dem Gebiet der Verteidigung anhand von 16 Tests zu je 8 Testaufgaben bewerten. Fazit: Ein mitarbeitsorientiertes Werk, mit dem der Leser zweifellos seine Fähigkeiten in der Verteidigung entscheidend verbessert.   Rezension"Karsten Müller - Verteidigung" ist eine bemerkenswerte Neuerscheinung aus dem laufenden Jahr 2016, die schon im Untertitel verdeutlicht, was sie will. "Teste und verbessere deine Fähigkeiten in der Verteidigung" ist die Aufforderung an den Leser. Das Werk ist eine Übersetzung des 2010 in englischer Sprache von Russell Enterprises herausgegebenen Buches "Chess Cafe Puzzle Book 3". Die deutsche Ausgabe ist dabei allerdings um das Kapitel 13 erweitert worden, das neue Verteidigungsbeispiele enthält und damit eine Aktualisierung des Stoffes erreicht. Auch wenn der deutsche Spitzenspieler und Experte der Verteidigungskunst im Schach Karsten Müller alleine im Titel vorkommt, handelt es sich doch um eine Koproduktion des Autorenduos Karsten Müller und Merijen van Delft. Es hat aber wohl eine unterschiedliche Schwerpunktsetzung zwischen beiden gegeben. Während Müller für die ausgewählten Stellungen und Analysen ganz überwiegend den Hut aufhatte, war van Delft, in Hamburg lebender IM, vor allem für das geschriebene Wort zuständig. Sie betonen im Vorwort, dass "Karsten Müller - Verteidigung" dennoch eine echte Gemeinschaftsarbeit ist, weil beide Autoren alle Inhalte Punkt für Punkt durchgegangen sind. Eine der wichtigsten Voraussetzungen des Spielers, sich gut in der Partie zu verteidigen, bezeichnen die Verfasser schon auf den ersten Seiten. Er muss Spaß an der Verteidigung haben, nur dann findet er mit der richtigen Einstellung den richtigen Weg auf dem Brett. Unabhängig davon, ob man "heroisch" eine Verluststellung zu retten hat oder "alltäglich" defensive Techniken einsetzen muss - der Spieler muss die richtige Einstellung verkörpern, um sich am Brett als leistungsstarker Verteidiger beweisen zu können. In der Rangliste der Möglichkeiten, sich zu einem besseren Verteidiger zu entwickeln, sehen die Autoren das Spielen schlechterer Stellungen gegen stärkere Gegner mit der anschließenden Analyse vorne. Dann aber kommt bereits das Erlernen der Verteidigungsstrategien mit anschließenden Lösungsaufgaben und Tests. Und genau hier hakt "Karsten Müller - Verteidigung" ein. Das Werk ist in 13 Kapitel gegliedert. Man könnte auch von deren 14 sprechen, denn es gibt noch einen umfangreichen Lösungsteil im Anschluss, der nicht als Kapitel mitgezählt worden ist. Die Stoffvermittlung beginnt mit grundlegenden Techniken im Kapitel 1, in der Folge spezialisiert sie sich dann in den Kapiteln 2 bis 9. Eine Sonderstellung nimmt das Kapitel 10 ein, in dem die Verteidigungskunst des früheren Weltmeisters Tigran Petrosjan ins Scheinwerferlicht genommen wird. Der Darstellung der Verteidigungstechniken folgen Übungen und Tests. Die Lösungen darauf sind am Ende des Buches zu finden, zwischen ihnen und den Tests ist noch die Erweiterung der deutschen Ausgabe eingeordnet worden, wie schon erwähnt als Kapitel 13. Auf die Kapitelüberschriften reduziert sieht das Inhaltsverzeichnis hinsichtlich der Kernbereiche wie folgt aus: 1. Prinzipien und Methoden des Verteidigens 2. Gegen einen Königsangriff verteidigen 3. Gegen die Initiative kämpfen 4. Dauerschach 5. Patt 6. Der richtige Abtausch 7. Qualitätsopfer 8. Gegen den Minoritätsangriff verteidigen 9. Schlechtere Endspiele verteidigen 10. Der großartige Tigran Petrosjan 11. Einfache Aufgaben 12. Tests 13. Verteidigungsbeispiele. Die einzelnen Theoriekapitel sind identisch aufgebaut. Einer kurzen Einführung in die jeweilige Thematik folgt die Darstellung des zu behandelnden Verteidigungsmanövers anhand von Diagrammen und Partiefragmenten. Zumeist unterteilt sich der Stoff weiter und zwar in mehrere Elemente der Verteidigungstechnik, die dann entsprechend in Unterpunkten behandelt werden. Auch zu diesen findet der Leser regelmäßig wieder eine zumindest kurze Einführung vor, bevor die Autoren dann nach dem beschriebenen Muster fortfahren. Die Art und Weise, wie die Mittel der Verteidigung erörtert werden, halte ich für mustergültig. Die Autoren arbeiten mit kleinen Portionen, erklären und erläutern so gut wie alles, was stattfindet. Sie erreichen bei dem Spieler, der intensiv auf das Werk eingeht, ganz sicher die Entwicklung eines Spaßgefühls im Umgang mit der Verteidigungspflicht, neben der für mich unzweifelhaft eintretenden Verbesserung des Leistungsvermögens. Zu den maßgeblichen Prinzipien des Buches gehört der extensive Einsatz von Aufgaben, die der Leser lösen soll. Sie sind zu den einzelnen Themen innerhalb der Kapitel, als einfache Aufgaben im Kapitel 11 und als Tests im Kapitel 12 zu finden. Die Autoren handeln hierdurch intensiv nach einem Aphorismus von Konfuzius: "Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich." Soweit diese Aufgaben innerhalb der einzelnen Kapitel gestellt werden, tragen sie unmittelbar zum Lernen des aktuell behandelten Stoffes bei. Der Leser konsumiert nicht nur die Ausführungen, sondern hat die daraus gewonnenen Erkenntnisse sogleich anzuwenden, wobei er wie in seiner eigenen Partie Lösungen sucht, verwirft oder anwendet und dabei die Qualität seiner Analysen an Erfolg oder Misserfolg messen kann. Gerade die zuvor schon genannten Tests, die weit vorgerückt im Werk verortet sind und das gesamte Stoffgebiet umfassen, haben es in sich. Der Leser soll sich jeweils eine Stunde lang mit ihnen beschäftigen und möglichst eine Schachuhr dabei einsetzen, um ein Partie-Feeling zu erzeugen. Je nach seinem Lösungserfolg darf er sich Punkte gutschreiben, die schließlich mit ihrer Summe darüber entscheiden, ob er noch einmal von vorne anfangen sollte, den Weltmeister herausfordern bzw. Stufen zwischen diesen beiden Extremen für sich reklamieren darf. Auch dieses Leistungsregister beweist, dass "Karsten Müller - Verteidigung" die Vermittlung von Spaß an der "Arbeit" zu einem Hauptanliegen erklärt hat. Ganz zum Schluss gibt es noch ein Quellenverzeichnis und zwei Fotos von den Autoren. Das Buch hat einen festen Einband, ist gebunden und hält als besonderen Pfiff ein Lesebändchen bereit, so dass man immer weiß, wo es zum nächsten Lernhäppchen weitergeht. Fazit: "Karsten Müller - Verteidigung" ist ein ausgezeichnetes Lehr- und Testbuch zur Verteidigung im Schach. Der Leser, der das Werk konzentriert durcharbeitet und diszipliniert die an ihn gerichteten Aufgaben löst, wird seine Spielstärke zweifellos heben. Der Spieler soll Freude an der Verteidigung zu entwickeln lernen, das Buch hilft ihm dabei.Uwe Bekemann, Oktober 2016, (Fernschachpost BDF und Rochade Europa)

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Buchcover mit Schachfiguren und Titel

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Müller & Markgraf: Karsten Müller - Schachstrategie
Im Schach strategisch spielen bedeutet, langfristige Ziele zu planen und diese möglichst auch innerhalb einer begrenzten Partiephase zu erreichen. Das strategische Spiel unterscheidet sich damit im Wesen vom Kombinationsspiel, das die Umsetzung kurzfristiger Zielsetzungen mit taktischen Mitteln betreibt. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Strategie in kleinen Schritten, die meist taktischer Natur sind, zum Erfolg geführt wird. Strategisches und taktisches Vorgehen sind daher eng mit- einander verwoben und nicht scharf voneinander zu trennen. Bekanntlich gilt: Alle guten Züge haben einen strategischen Zweck, und überwiegend weisen sie zugleich taktische Elemente auf.Dies ist der vierte und krönende Schlussband von Karsten Müllers Reihe zu Lehr- und Übungsbüchern, die sich dem Mittel- und Endspiel widmen. Thematisch nahe verwandt mit dem vorhergehenden Band „Positionsspiel“, will dieses Werk weitere Schwerpunkte im Bereich der strategischen Spielführung setzen und wiederum den Leser anleiten, sich anhand zahlreicher Übungs- und Testaufgaben zu verbessern und zu vervollkommnen. Zu den Kernthemen der Autoren gehören Prophylaxe, der richtige Abtausch, Domination, Verwertung eines Vorteils, u.a.. Fraglos richtet sich dieser Trainingskurs an fortgeschrittene Spieler, die bereits auf grundlegende strategische Kenntnisse zurückgreifen können, die aber auch bereit sind, durch eine gewissenhafte Selbstschulung an ihren Fähigkeiten zu arbeiten und diese optimal zu entwickeln. Der so trainierte Spieler wird sicherlich im Prozess der strategischen Entscheidungsfindung am Brett merkliche Fortschritte erkennen lassen und durch die Wahl der jeweils richtigen Strategie seine Erfolgsquote allmählich steigern können. Großmeister Dr. Karsten Müller wurde 1970 in Hamburg geboren. Er studierte Mathematik und promovierte 2002. Seit 1988 spielt Karsten Müller für den Hamburger SK in der Bundesliga und errang den Großmeister-Titel 1998. Der weltweit anerkannte Endspiel-Experte wurde 2007 als „Trainer des Jahres“ vom Deutschen Schachbund ausgezeichnet.Alexander Markgraf ist Internationaler Meister (2011) und spielt in der 1. Bundesliga für den SV Werder Bremen, zudem ist er als Schachtrainer aktiv. 284 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Heinz Däubler im Dezember 2017 In diesem Jahr ist im Joachim-Beyer-Verlag mit Müller/Markgraf „Karsten Müller – Schachstrategie“ – Teste und verbessere deine strategischen Fähigkeiten der vierte und letzte Band aus Karsten Müllers Reihe zu Lehr- und Übungsbüchern erschienen, der sich mit dem Mittel- und Endspiel beschäftigt. Er schließt sich wohltuend an die hohe Qualität der drei Vorgänger an. Das Werk richtet sich ausschließlich an den fortgeschrittenen Spieler und ist bestens geeignet, die auch auf höherem Spielniveau immer wieder anzutreffenden Lücken auf dem Gebiet der Schachstrategie zu schließen. Den angebotenen Lernstoff bereiten die Autoren in sechs Kapiteln auf. Aus Sicht der Lerntechnik als sehr vorteilhaft wird empfunden, dass Schachstrategie nicht nur an exzellenten und kompetent besprochenen Beispielen erklärt wird. Genauso nützlich sind die in die einzelnen Kapitel eingebauten 32 Übungen. Diese regen den Leser zu aktiver Teilnahme an und tragen zur Vertiefung des Lernstoffes bei. In Kapitel 1 gehen die Autoren anhand von 20 Beispielen auf das weite Feld der Prophylaxe ein. Hier wird der Leser lernen, nicht nur über eigene Pläne nachzudenken, sondern denen des Gegners dieselbe Bedeutung beizumessen. Kapitel 2 erläutert das Prinzip der zwei Schwächen und zeigt, wie eine zweite Schwäche erzeugt und ausgenutzt wird. In den Kapiteln 3 bis 6 nehmen sich die Autoren der strategischen Themen „Der richtige Abtausch“ (15 Beispiele), „Domination“ (17 Beispiele), „Nichts überstürzen“ (8 Beispiele) und „Verwertung eines Vorteils“ (15 Beispiele) an. Das Werk ist nicht nur als Lehrbuch, sondern auch als Testbuch konzipiert. Die Autoren bieten 14 Tests mit je 8 Aufgaben an und raten, diese innerhalb einer Bedenkzeit von jeweils einer Stunde „vom Blatt“ zu lösen. So vorgegangen kann der Leser seine „positionelle Elo-Zahl“ ermitteln. Fazit: Ein exzellentes Übungs- und Testbuch, dass mit Sicherheit die strategischen Fähigkeiten des Lesers verbessert     Rezension von Jörg Palitzsch im Dezember 2017 Der Niederländer Max Euwe, von 1935 bis 1937 fünfter Schachweltmeister, hatte eine ganz eigene Meinung über Strategie und Taktik: Strategie braucht Denken, Taktik braucht Beobachtung, so seine Erklärung. Im militärischen Sinne ist Taktik die lokale, also begrenzte Planung, während die Strategie das große Ganze im Auge hat und die globale Planung darstellt. Großmeister Dr. Karsten Müller hat sich in einer Buchreihe im Joachim Beyer Verlag neben der Verteidigung und dem Positionsspiel bereits der Schachtaktik gewidmet und nun mit Co-Autor und dem Internationalen Meister Alexander Markgraf ein Test- und Übungsbuch über die Schachstrategie vorgelegt. In sechs aufschlussreichen Kapiteln zeigt Karsten Müller Wege, wie man die eigenen strategischen Fähigkeiten Zug um Zug verbessern kann. Dem schließt sich ein 110-seitiger Trainingskurs inklusive Lösungen an, der sich an fortgeschrittene Spieler richtet. Ein Schlüsselbegriff des Buches ist „Prophylaxe“. Müller erklärt damit eine Spielweise für alle Bereiche auf dem Schachbrett, in der sich Vorbeugung und Verhinderung ergänzen. Wenn dieses Konzept sorgfältig angewandt wird, kann die Zahl taktischer Versehen, die am Ende in eine Verlustpartie führen, beachtlich reduziert werden. Für den Schachspieler – und dies bedeutet einen Schritt zur Selbstdisziplinierung – muss dabei nicht nur die Beobachtung der eigenen Spielweise im Mittelpunkt stehen, gleichrangig erfordert die Prophylaxe auch eine gleichrangige Beobachtung des Gegners. Dazu gehört das vollkommene Verständnis für den Stellungstyp und die beidseitigen Pläne. „Zum Beispiel sollte der Besitzer des Läuferpaares sich dessen bewusst sein, dass der gegnerischer Hauptplan in der ,Halbierung' des Paares besteht“, erklärt Müller. Auch bei bestimmten Bauernstrukturen sei es wichtig zu wissen, welche Figuren abgetauscht und welche behalten werden sollten. Etwa zu Verwendung für einen Vorposten, so ein weiteres Beispiel Müllers. Nun kann man sich in der Theorie vieles vornehmen, was in emotionalen Spielphasen schnell wieder vergessen wird. Schon allein der Gedanke, über den nächsten oder übernächsten Zug des Gegners nachzudenken, wird in der Regel von der Vorstellung der eigene Spielführung überdeckt, wenn nicht gar verdrängt. Karten Müllers Buch „Schachstrategie“ übt eine andere Sichtweise ein und führt vom Weg der bloßen Taktik in ganz unterschiedlichen Spielphasen zu einer umfangreicheren Spielstrategie am Brett. Vom theoretischen Konzept aus beschreibt der Großmeister zunächst das Prinzip der „zwei Schwächen“. Gemeint sind damit Bauern oder Felder, die, etwa in der Eröffnungsphase, nicht mehr von Bauern verteidigt werden können. Eine Schwäche allein sei in der Regel noch nicht von Belang, als „bedenklich“ stuft der Autor allerdings schon zwei oder gar einen schwachen Farbkomplex ein. Geht man die Lehrbeispiele und die zahlreichen Partiebeispiele durch, wird sehr schnell klar, dass man vor allem in der Verteidigung nicht an allen Fronten präsent sein kann und deshalb die von Müller beschriebene Prophylaxe von Anfang an um so wichtiger ist. Langfristige Manöver könnten nur bewerkstelligt werden, wenn der Gegner kein effektives Gegenspiel hat, so Karsten Müller. Ein weites Feld nimmt das Kapitel über den richtigen Figurenabtausch ein. Müller stellt dazu Richtlinien auf, die in ihrer Ausführlichkeit dem Schachnovize wie dem Schachmeister dienlich sind. So profitiert beim Abtausch immer eine Seite am Brett mehr als die andere. Im Eifer des Gefechts sollte man darauf achten, dass man natürlich selbst der Profiteur ist. Figuren sollte man nicht automatisch abtauschen. Wenn aber doch abgetauscht wird, sei es wichtig, was danach noch auf dem Brett steht. Wohin ein Springer getrieben werden kann, wird im Kapitel „Domination“ beschrieben. Die Figur hat, trotz ihrer Wendigkeit auf dem Brett, mitunter doch Probleme, von einem Punkt zum anderen zu kommen. Strategisches Vorgehen bedeutet jedoch, dass man vielmehr bestrebt sein sollte, den Bewegungsspielraum der Figuren des Gegners so einzuengen, bis sie völlig dominiert werden. Der Springer, so der Autor, ist jene Figur, die mit einer guten Strategie am meisten darunter zu leiden hat. In einem weiteren Kapiteln warnt Autor Müller vor überstürztem Handeln, etwas wenn der Gegner keinerlei nennenswertes Gegenspiel mehr aufzuweisen hat. Im letzten Kapitel wird anhand von 15 Partien nicht nur die Verwertung eines Vorteils aufgezeichnet, es fließen auch alle vorherigen Strategien nochmals ein. Fazit: Das Buch „Schachstrategie“ von Karsten Müller und Alexander Markgraf ist mehr als ein Lehrbuch. Mit einem umfangreichen Testteil kann man die strategischen Lehrstücke der Partien aus den einzelnen Kapiteln vertiefen und sich somit selbst trainieren. Der Erfolg wird sich einstellen. Spätestens dann, wenn man sich vom kleinteiligen Taktiker zu einem Strategen mit Überblick entwickelt hat.   Rezension von Rolf Raschka für EKZ-Bibliothekservice im Juni 2017 Das nach Karsten Müllers "Schachtaktik", "Verteidigung" und "Positionsspiel" vierte Lehr- und Übungsbuch des Großmeisters und renommierten Trainers überzeugt wieder durch eine klare und übersichtliche Aufmachung. Es behandelt anhand von Meisterpartien vorbeugende Maßnahmen gegen gegnerische Pläne, Erzeugen von Schwächen, richtiges Abtauschen und anderes. Jedem Kapitel sind Übungen zugeordnet, und am Schluss folgen Testaufgaben, um die eigene Spielstärke zu bestimmen. Die Lösungen für Aufgaben und Tests werden ausführlich erläutert. Das für ehrgeizige (Vereins-)Spieler gedachte, inhaltlich dem "Positionsspiel" verwandte Buch ist neben den Vorgängern … sehr zu empfehlen!

24,80 €*
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Buchcover: Schachbrett mit Figuren, Positionsspiel
Müller: Karsten Müller - Positionsspiel
Teste und verbessere Deine positionellen Fähigkeiten Das Positionsspiel unterscheidet sich grundlegend vom Kombinationsspiel, das durch taktische Manöver einen schnellen Materialgewinn oder das Matt anvisiert. Das Positionsspiel zielt hingegen darauf ab, die Stellung allmählich zu verbessern, bis diese für einen entscheidenden Schlag reif ist. Bei dieser Schritt-für-Schritt-Strategie ist in der Regel keine präzise Berechnung oder abschließende Bewertung der Abspiele möglich. Zudem besteht oft eine Wahl zwischen verschiedenen gesunden Fortsetzungen, die dem Spieler eine schwierige Entscheidung abverlangt. Meist kann diese Entscheidung nur aufgrund eines tiefen Verständnisses des Stellungsspiels getroffen werden, zuweilen lediglich intuitiv aus einem Positionsgefühl, das erst durch eine mehrjährige Spielpraxis ausgebildet und erworben werden muss. Das vorliegende Werk will die Fähigkeiten des Spielers im Stellungsspiel verbessern, den Positionsblick schärfen und helfen, ein Gefühl für die richtigen strategischen Entscheidungen zu entwickeln. Zu diesem Zweck präsentiert der Autor eine Vielzahl von sorgfältig ausgewählten, instruktiven Übungs- und Testaufgaben. Der Leser ist aufgefordert, sich mit diesen intensiv zu befassen und die Lösungen zu erarbeiten, die nachstehend im Buch angegeben werden (häufig weiter ausgeführt bis zum Partieende). Zahlreiche dem Positionsspiel zugehörigen Motive werden thematisiert: Schlechte Läufer, Domination, Unterminierung, Prophylaxe, Blockade, positionelle Qualitätsopfer, Farbkomplex-Schwächen, u.a.m. Sicherlich richtet sich dieses Trainingsprogramm an den fortgeschrittenen Spieler, der bereits auf ein solides Grundwissen zurückgreifen kann. Wer dieses Training seriös absolviert hat, wird im Kampf am Brett merklich besser gewappnet sein bei der Konfrontation mit positionellen Problemstellungen, deren Bewältigung für eine erfolgreiche Spielführung unabdingbar ist.   Großmeister Dr. Karsten Müller wurde 1970 in Hamburg geboren. Er studierte Mathematik und promovierte 2002. Seit 1988 spielt Karsten Müller für den Hamburger SK in der Bundesliga und errang den Großmeister-Titel 1998. Der weltweit anerkannte Endspiel-Experte wurde 2007 als „Trainer des Jahres“ vom Deutschen Schachbund ausgezeichnet.354 Seiten, gebunden, mit Leseband, Joachim Beyer Verlag  Rezension von Gerd Schowalter im März 2017 Der Hamburger Großmeister Karsten Müller ist promovierter Mathematiker und erfolgreicher Autor. Er gilt nicht nur als Endspielexperte, sondern er wagt sich auch an andere Themen des königlichen Spiels heran, etwa an Schachtaktik und hier an das Positionsspiel. Das grundsolide Werk aus dem renommierten Beyer Verlag ist auf 354 Seiten ein beachtenswertes Lehrbuch für fortgeschrittene Vereinsspieler. Es ist seit 2017 auf dem deutschen Buchmarkt. Es war aber schon im Jahre 2008 in Amerika bei Russels Enterprise, Milford in englischer Sprache, unter dem Titel „Chess Cafe Puzzle Book 2“ erschienen. Es beginnt mit einem kurzen Vorwort von Susan Polgar. Es folgt ein weiteres Vorwort des Autors, bevor er mit einer ausführlichen Einleitung seine Absichten erklärt, wie der Schachfreund das Werk am besten nutzen soll. Er weist darauf hin, dass es viel mehr Taktikbücher gibt als Bücher, die sich auf positionelle Aufgaben und Übungen konzentrieren. Warum ist das so? Er gibt darauf die Antwort, die er mit Gevatter Computer begründet. Dieses nicht mehr wegzudenkende technische Hilfsmittel kann Lösungen auf Korrektheit und Einzigartigkeit präzise überprüfen. Hingegen können positionelle Übungen durch verschiedene Computer-Programme in ihren Lösungen sehr unterschiedlich bewertet werden. Das ist jedoch bei taktischen Aufgaben nicht der Fall. Daher ist es bei positionellen Problemen schwierig, genau die einzige Lösung zu finden. Der Großmeister ist daher großzügig, wenn er bei den Tests der Übungen stets erwähnt, wenn er auch alternative Züge für das Erreichen von Punkten anerkennt. Er ist der Ansicht, dass der gewissenhafte Leser durch das Buch sein Positionsspiel verbessern und seine Spielstärke heben kann. Er soll durchaus seine Intuition nutzen um klare Beurteilungen herbeizuführen. Den Leser erwarten zwei Teile des Buches. Im ersten Teil geht es auf 88 Seiten um 14 unterschiedliche Motive. Dazu gehören u. a. „Blockade, gute und schlechte Läufer, Vorposten, Stellungsöffnung, Verbesserung der Figurenstellung, Schaffung einer zweiten Front, positionelles Qualitätsopfer, Vereinfachung“ usw. Zu jedem Motiv gibt es ca. fünf Übungsaufgaben. Im zweiten Teil finden sich auf weiteren 90 Seiten 21 Tests mit unterschiedlichen Testaufgaben, die vom Diagramm gelöst werden sollten. Dafür sollte man sich jeweils zwei Stunden Zeit lassen. Weiterhin empfiehlt der Großmeister, man sollte nur einen Test pro Tag durchführen und die eigene Lösung schriftlich festhalten. Die Hinweise unter den sauber abgedruckten Diagrammen haben klare Fragenstellungen, geben aber wenige Ratschläge zum Knobeln. Der Schlussteil nimmt fast die Hälfte des Buches ein. Er bringt die Lösungen mit angemessener Beschreibung und Ansage der erreichten Punkte. Diese werden in sog. Positionelle Elopunkte umgerechnet. Der Autor mahnt aber selbst, dass die erreichte „positionelle Elozahl“ mit Vorsicht zu genießen sei, da auch die Taktik im Schach eine extrem wichtige Rolle spielen würde. Fazit: In gewohnt gewissenhafter Weise legt unser Hamburger Großmeister ein weiteres Lehrbuch vor, das den lernwilligen Schachfreund weiterbringen will. Seine Aufgaben sind wiederholt überprüft, auch von dem skandinavischen Meister Jacob Aagaard. Leicht sind sie allerdings nicht; man muss sich schon in die Materie reinbeißen! Das ganze Buch ist professionell gestaltet. Es hat ein hilfreiches Lesebändchen. (Vielleicht hätte man noch ein zweites dazubinden können, um das Blättern nach der Lösung zu erleichtern.) Wer dieses Werk gewissenhaft durcharbeitet, kann gewiss seine Spielstärke heben. So gesehen, kann es nur empfohlen werden!   Rezension von Heinz Däubler im Januar 2017 Eröffnungs- und Taktikbücher gibt es wie Sand am Meer. Viel seltener trifft man Bücher an, die das Positionsspiel zum Gegenstand haben. Ein solches hat der Joachim Beyer Verlag mit Karsten Müller – „Positionsspiel“ Anfang des Jahres auf den Markt gebracht. In für den Verlag bekannt guter Buchqualität hat sich der Autor – deutscher Großmeister und 2007 vom Deutschen Schachbund als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet – mit dem Werk zum Ziel gesetzt, das Stellungsspiel des fortgeschrittenen Vereinsspielers zu verbessern, seinen Positionsblick zu schärfen und so ein Gefühl für die richtigen strategischen Entscheidungen zu treffen. Dies wird mit Sicherheit die Spielstärke des Lesers verbessern. Das Werk untergliedert sich in zwei Hauptteile. Teil 1: Der erste mit 88 Seiten eher knapp ausgefallene Teil ist der Beschreibung und Erklärung von 14 strategischen Motiven, wie zum Beispiel „gute/schlechte Läufer, Domination, Vorposten, Unterminierung, Blockade, Prophylaxe, zweite Front, Vereinfachung, Schwächen“, um nur einige zu nennen, gewidmet. Jedem Motiv sind circa fünf Übungsaufgaben angefügt. Als Quelle der Motive und Übungen dienen per Diagramm übersichtlich angebotene Partiestellungen zumeist aus der Großmeisterpraxis. Teil 2 des Werks ist auf 90 Seiten 21 praxisnahen Tests mit jeweils 16 gemischten Testaufgaben gewidmet. Auch diese werden per Diagramm angeboten. Der Autor empfiehlt, nur einen Test pro Tag zu absolvieren und sich dafür rund zwei Stunden Zeit zu gönnen. Im letzten Abschnitt des Buches sind auf 170 Seiten die ausführlich kommentierten Lösungen der Übungs- und Testaufgaben zu finden. Als Test-Bewertungshilfe rechnet der Autor die Punktausbeute des Lesers in „positionelle Elopunkte“ um. Fazit: Ein praxisnahes Testbuch zur Verbesserung der positionellen Fähigkeiten und jedem aufstrebenden Vereinsspieler zu empfehlen!

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Müller: Karsten Müller - Schachtaktik
Müller: Karsten Müller - Schachtaktik
Teste und verbessere Deine taktischen Fähigkeiten Unter den Übungs- und Testbüchern nimmt GM Karsten Müllers Schachtaktik einen hervorragenden Platz ein, wie man aus dem Erfolg der englischen Erstauflage ableiten darf. Das nun erstmals in deutscher Übersetzung erhältliche Werk versammelt insgesamt 565 Denksport- aufgaben aus dem Bereich der Taktik, wobei sämtliche Phasen der Schachpartie berücksichtigt werden. Der erste Teil des Buchs stellt alle erdenklichen Elemente und Motive der Schachtaktik in kurzer Form vor und verknüpft diese jeweils mit einer Reihe von lehrreichen Übungen, die sich vornehmlich an fortgeschrittene Anfänger richten. Der zweite Teil bietet Testaufgaben variierender Schwierigkeit, die den ambitionierten Vereinsspieler bis hin zum Meister ansprechen. Die Beispiele sind überwiegend der zeitgenössischen Turnierpraxis entnommen und befinden sich häufig auf großmeisterlichem Niveau. Kurze Hinweise (Lösungshilfen) zu den Tests werden in einem separaten Kapitel angeboten. Zwischen den beiden Hauptteilen des Buchs präsentiert der Autor außerdem eine kleine Auswahl der schönsten Kombinationen der Schachgeschichte sowie einige taktische „Perlen“ aus jüngeren Turnieren. Da die Taktik ein essentielles Element des Spiels darstellt, ohne die ein Erfolg nicht möglich ist, erscheint deren Einübung und Verinnerlichung von überragender Bedeutung für jeden aufstrebenden Spieler. Diesem wird durch das vorliegende Buch eine wertvolle Hilfe an die Hand gegeben, um sich auf jegliche Herausforderung taktischer Natur vorzubereiten. Großmeister Dr. Karsten Müller wurde 1970 in Hamburg geboren. Er studierte Mathematik und promovierte 2002. Seit 1988 spielt Karsten Müller für den Hamburger SK in der Bundesliga und errang den Großmeister-Titel 1998. Der weltweit anerkannte Endspiel-Experte wurde 2007 als „Trainer des Jahres“ vom Deutschen Schachbund ausgezeichnet.Unter den zahlreichen Publikationen zählen „Bobby Fischer“ (New In Chess) und die 14-teilige DVD-Reihe „Schachendspiele“ (ChessBase), sowie die Co-Produktion mit Frank Lamprecht „Grundlagen der Schachendspiele“ (Gambit) als Belege seiner erfolgreichen Schaffenskraft.   268 Seiten, gebunden, Leseband, Joachim Beyer Verlag    Rezension von Uwe Bekemann im Mai 2016 "Karsten Müller - Schachtaktik", eine deutsche Übersetzung der englischsprachigen Originalausgabe (USA) "Chess Cafe Puzzles Book 1" aus dem Jahre 2004, zählt zu jenen Werken, die mich ganz schnell von ihrer Qualität überzeugt haben. Verfasser ist der deutsche Großmeister Karsten Müller, was bereits der Buchtitel unschwer erkennen lässt. Das Konzept hinter diesem Buch ist ausgezeichnet durchdacht. Zunächst werden die Elemente der Schachtaktik, vom Grundreihenmatt bis zum Zwischenzug, einzeln vorgestellt. Sie werden anhand von Beispielen entsprechend erläutert. Gleich im Anschluss hat der Leser die Gelegenheit, das frisch Erlernte beim Lösen von Aufgaben anzuwenden. Hierzu bekommt er Ausgangsstellungen via Diagramm angeboten, ergänzt um Hinweise zur Lösung. Ob er richtig liegt, kann er feststellen, wenn er den Bereich mit den gesammelten Lösungen hinten im Buch aufschlägt. Die Beispiele stammen überwiegend aus der Zeit unmittelbar vor dem Erscheinungsjahr der Originalausgabe. Müller hat daneben aber auch eindrucksvolle Fragmente aus historischen Partien verwendet. Grundsätzlich ist es ohne große Bedeutung, ob die Partie, aus der die jeweilige Wendung stammt, aktuell gespielt worden ist oder aus früheren Zeiten stammt. Allein für den erfahrenen Spieler mag dies von einem gewissen Interesse sein, da ihm ältere Beispiele vielleicht schon früher mal begegnet sein können. Zurück zum Konzept: Sobald alle Taktikelemente vorgestellt sind, stößt der Leser auf einen Aufgabenteil, in dem er für eine Lösung alle einzelnen erlernten Methoden anwenden muss. Die Steigerung zu den vorherigen Aufgaben liegt somit darin, dass er das passende Element zunächst identifizieren muss, um die Lösung zu finden. Besondere taktische Anforderungen ergeben sich für den Spieler im Zusammenhang mit dem Endspiel, mit Eröffnungsfallen und generell mit der Verteidigung. Dem tragen entsprechende weitere Abschnitte im Werk Rechnung. Ein Lehr- und Trainingswerk ist nur so gut, wie es den Leser bei der Stange halten kann. Dies weiß auch Karsten Müller. So hat er auch unterhaltsame bzw. den Leser animierende Inhalte eingebaut. Hierzu zählen "Die zehn schönsten Kombinationen" sowie "Taktische Perlen aus aktuellen Turnieren". Vor allem aber kann sich der Leser auf umfangreiche Tests freuen, an denen er sich abschließend beweisen kann. Die einzelnen Aufgaben unterliegen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Tests bestehen aus 16 Teilaufgaben, die in einem Zug und ohne Brett gelöst werden sollen. Aus Zeitgründen kann das Pensum auch gestückelt werden. Müller gibt die aufzuwendende Zeit vor und trifft Regelungen zum Punktesystem. Mit Ausnahme der besonders schwierigen Aufgaben kann sich der Leser Hinweise zur Lösung holen, indem er in eine entsprechende Sammlung vorblättert. Dann aber werden ihm zugleich Punkte abgezogen. Dies stachelt den Ehrgeiz an. Auf den letzten Buchseiten findet der Leser die Eingruppierung seiner Leistung anhand einer Punktetabelle. Der aufstrebende Spieler, der "Karsten Müller - Schachtaktik" konsequent und diszipliniert - vielleicht auch mehrfach - durcharbeitet, wird zweifellos deutlich an Spielstärke gewinnen. Mit seinem robusten Einband und seiner qualifizierten Bindung wird das Werk auch einer intensiven Nutzung standhalten. Das Lesebändchen ist ein besonderer Service, der die Arbeit mit ihm noch ein Quäntchen angenehmer macht. Fazit: "Karsten Müller - Schachtaktik" ist ein ausgezeichnetes Lehr- und Trainingsbuch zur Schachtaktik. Für den Spieler etwas jenseits der reinen Anfangsgründe bis tief in den Bereich der Klubspieler hinein ist es eine klare Empfehlung. Mit einem Werk wie diesem kann man übrigens auch nichts falsch machen, wenn man ein Schachbuch verschenken möchte und hierfür einen "Allrounder" sucht.   Rezension von Heinz Däubler im März 2016 Karsten Müller – Schachtaktik Ein Testbuch Wieder ist es dem Joachim-Beyer-Verlag gelungen, dem geneigten Leser mit dem in diesem Jahr erschienenen Karsten Müller „Schachtaktik“  ein äußerst bemerkenswertes Buch anzubieten. Mit dem Werk begibt sich der Autor – seit 1998 GM, anerkannter Endspielexperte und 2007 vom Deutschen Schachbund als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet – auf für ihn eher ungewohntes Terrain. Dass er die Aufgabe „Taktik“ dennoch hervorragend gemeistert hat, zeigt schon der Aufbau des Werkes, für dessen Inhalt sich der Autor im Wesentlichen aus der Großmeisterpraxis der Jahre 2000 bis 2003 bedient hat. Im ersten Block, der zunächst 233 der insgesamt 565 Aufgaben umfasst, ordnet er Taktikstellungen systematisch 20 verschiedenen Taktikmotiven zu. Diese Vorgehensweise hilft dem Lernenden, den Blick für bestimmte Kombinationsmuster am Brett zu schärfen. Es schließen sich 100 „einfache“ Aufgaben ohne Motivzuordnung an, die derjenige Leser meistern wird, der den ersten Block aufmerksam durchgearbeitet hat. Der zweite Block ist 160 Testaufgaben gewidmet, mit denen der Leser seinen Fortschritt bei der Lösung von Taktikaufgaben testen kann. Dabei empfiehlt der Autor, täglich 16 Aufgaben ohne Brett zu lösen. Die Aufgaben sind nicht klassifiziert und variieren im Schwierigkeitsgrad. Ein vom Autor vorgeschlagenes Bewertungssystem erlaubt die ungefähre elomäßige Einordnung des Lernerfolges. Zwischen die beiden Hauptblöcke hat der Autor 38 Endspiele, 9 Eröffnungsfallen und 20 Beispiele zum Thema „Finde die Verteidigung“ eingeschoben. Die zehn schönsten Kombinationen der Schachgeschichte sowie fünf Partien mit taktischen Perlen runden das Werk trefflich ab. Fazit: Ein ausgezeichnetes Taktikwerk und bestens geeignet, das taktische Gespür des Lernenden nicht unwesentlich weiterzuentwickeln. Rezension von Rolf Raschka im Mai 2016 Der als Endspielexperte bekannt gewordene Großmeister Karsten Müller legt ein hervorragendes Trainingsbuch für starke, ehrgeizige (Vereins-)Spieler vor, die ihre taktischen Fähigkeiten in allen Phasen des Spiels verbessern wollen. In 405 meist aus modernen Großmeisterpartien stammenden, unterschiedlich schwierigen Übungsaufgaben wird der Blick für taktische Motive in der Eröffnung, im Mittel- und Endspiel geschärft. Anhand von weiteren 160 Testaufgaben lässt sich anschließend die taktische Stärke bestimmen. Im Anhang finden sich zu allen Aufgaben die Lösungen.  "Schachtaktik" ist auch angesichts der guten Ausstattung mit deutlichen Stellungsdiagrammen und angenehmem Schriftbild nachdrücklich zu empfehlen.

24,80 €*
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Buchcover: Schachbrett und Figuren, Caro-Kann Training
Müller: Typisch Caro-Kann - Hauptvariante 3. Sc3 dxe4 4.Sxe4- Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise für die 'Caro-Kann-Verteidigung' typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich Caro-Kann Mittelspiele behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um Stellungen, die nach der Hauptvariante mit 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 entstehen – bzw. solche, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Besondere Erwähnung verdient noch, dass die 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise 'Aufstiegskandidat', 'Abstiegskandidat', 'Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung', 'einziger Zug' – aber auch 'Scherzartikel' und dergleichen mehr. 196 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Jörg Palitzsch im März 2026 In der Schachliteratur gibt es eine kaum zu überblickende Fülle an Eröffnungsbüchern. Wer etwa die Caro-Kann-Verteidigung erlernen möchte, findet zahlreiche Werke, die sich detailliert mit Zugfolgen und Varianten beschäftigen. Doch sobald es um das Mittelspiel geht – insbesondere um typische Stellungen, die aus genau dieser Eröffnung hervorgehen – wird das Angebot überraschend dünn. Genau hier setzt das vorliegende Buch an und schließt eine bemerkenswerte Lücke. Großmeister Dr. Karsten Müller verfolgt in seinem Buch „Typisch Caro-Kann“ eine ebenso einfache wie überzeugende Idee. Statt allgemeine Mittelspielkonzepte anhand beliebiger Stellungen zu erklären, konzentriert sich das Buch ausschließlich auf typische Mittelspiele aus der Caro-Kann-Verteidigung. Damit richtet es sich gezielt an Spieler, die ihre Repertoire-Eröffnung nicht nur auswendig lernen, sondern wirklich verstehen wollen. Diese Spezialisierung wirkt zunächst ungewohnt, erweist sich jedoch schnell als große Stärke. Denn klassische Mittelspiel-Lehrbücher behandeln eine Vielzahl unterschiedlichster Strukturen – viele davon sind für den jeweiligen Leser schlicht irrelevant. Warum sollte sich ein e4-Spieler intensiv mit Themen wie Hängebauern oder Minoritätsangriff beschäftigen, wenn diese vor allem in d4-Systemen vorkommen? Genau diese berechtigte Kritik greift der Autor auf. Das Herzstück des Buches bilden 100 sorgfältig ausgewählte Übungsaufgaben. Diese sind nicht nur lehrreich, sondern auch kreativ strukturiert. Kategorien wie „einziger Zug“, „Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung“, „Aufstiegskandidat“ oder sogar „Scherzartikel“ sorgen für Abwechslung und Motivation beim Lernen. Der Fokus liegt dabei auf Stellungen aus der Hauptvariante der Caro-Kann-Verteidigung (mit 3. Springer c3 dxe4 4.Springer xe4), wodurch eine klare thematische Linie entsteht. Dieses Buch ist ein gelungener Versuch, ein bisher vernachlässigtes Gebiet der Schachliteratur systematisch zu erschließen. Es überzeugt durch seinen klaren Fokus, seine praxisnahe Herangehensweise und die sinnvolle Verbindung von Theorie und Übung. Besonders empfehlenswert ist es für Spieler, die die Caro-Kann-Verteidigung regelmäßig spielen und ihr Mittelspielverständnis gezielt vertiefen möchten. Weniger geeignet ist es hingegen für Leser, die ein allgemeines Mittelspiel-Lehrbuch suchen.

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Buchcover von 'Typical Caro-Kann' von Karsten Müller mit Schachbrett und Figuren; Text: 'Main line with 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4' und Untertitel 'Effective Middlegame Training'
Müller: Typical Caro-Kann Main line with 3.Nc3 dxe4 4.Nxe4
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening.Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middlegame treatment the reader doesn't want to learn at all.For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack – the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who 'by nature' avoids fianchetto openings?And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn French (the opening, mind you, and not the language!), you will get a textbook and exercise book in which only French is 'spoken' or played.However, this book only deals with the Caro-Kann Defense – more precisely: with the main line 3.Kc3 dxe4 4.Kxe4 and those positions that can arise from this basic structure, as shown in detail in the overview following the preface.It deserves special mention that the 100 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example 'the relegation candidate', 'the only move', 'violence or pressure increase' and the like. 196 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag

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Cover des Schachbuchs 'Typisch Grünfeld-Indisch' von Karsten Müller auf pinkem Hintergrund, Titel und Untertitel sichtbar, Vordergrund: Holzschachbrett mit hellen und schwarzen Figuren, Verlagshinweis unten
Müller: Typisch Grünfeld-Indisch - Hauptvariante 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3- Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die eine oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise für die Grünfeld-Indische Verteidigung typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich Grünfeld-Indische Mittelspiele behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Band zunächst nur um Stellungen, die nach der Hauptvariante 1.d4 Sf6 2. c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 entstehen können. Besondere Erwähnung verdient noch, dass die 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise Kandidaten, Abstiegskandidat, einziger Zug – aber auch Scherzartikel und dergleichen mehr. 174 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag

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Cover eines Schachbuchs ‚Typical Grünfeld Defence‘ vor rotem Hintergrund, mit Holz-Schachbrett und hellen sowie dunklen Schachfiguren in Startaufstellung; Zusatztext ‚Effective Middlegame Training‘ und Verlagsangabe sichtbar.
Müller: Typical Grünfeld Defence - Main line with 4.cxd5 Nxd5 5.e4 Nxc3 6. bxc3
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening. Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middle- game treatment the reader doesn't want to learn at all. For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack – the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who by nature avoids fianchetto openings? And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn typical middlegame strategy for the Grünfeld Defence, you will get a textbook and exercise book that deals exclusively with Grünfeld Indian middlegames. However, this volume initially focuses only on the main line 1.d4 Nf6 2. c4 g6 3.Nc3 d5 4.cxd5 Nxd5 5.e4 Nxc3 6.bxc3 – or those positions that can arise from this basic structure, as shown in detail in the overview following the preface. It deserves special mention that the 100 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example, candidates, the relegation candidate, the only move, and the like. 172 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag

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Buchcover: Schachbrett mit Figuren, Königsindisch
Müller: Typisch Königsindisch - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise für die Königsindische Verteidigung typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich Königsindische Mittelspiele behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um Stellungen, bei denen die weißen Bauern auf c4, d4 und e4 mit dem Vorstoß e7-e5 (und nicht c7-c5) angegriffen werden – bzw. solche, die aus dieser Grundstruktur her- vorgehen können. Besondere Erwähnung verdient noch, dass die 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise Aufstiegskandidat, Abstiegskandidat, Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung, einziger Zug – aber auch Scherzartikel und dergleichen mehr. 168 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im Januar 2025 In „Typisch Königsindisch“, im Jahr 2024 im Joachim Beyer Verlag erschienen, hat sich GM Karsten Müller mit der Königsindischen Verteidigung das nächste Schwergewicht in der Eröffnungslandschaft vorgenommen, für das er dem Leser, dem Untertitel des Buches entsprechend, ein effektives Mittelspieltraining anbietet. Es geht also nicht um eine Darstellung der Eröffnungstheorie zu diesem System, sondern um die Spielführung in den Stellungen, die typischerweise aus ihm entstehen. Müller deckt dabei die Stellungen mit weißen Bauern auf c4, d4 und e4 ab, soweit Schwarz auf den Gegenstoß e7-e5 setzt, sowie daraus entstehende Positionen. Der Bereich der Königsindischen Verteidigung mit einem schwarzen Vorstoß c7-c5 wird nicht behandelt. Auf den Buchseiten 10 bis 12 findet der Leser 12 Diagramme mit den behandelten Bauernstrukturen. Müller vermittelt sein Knowhow methodisch, indem er dem Leser 100 Aufgaben stellt, die er über ein Diagramm zur Ausgangsstellung und eine Fragestellung definiert. Diese Fragestellungen können sehr konkret sein, beispielsweise „Ist 19.Kh1 oder 19.Le3 besser?“, aber im Gegenteil auch ganz unbestimmt wie beispielsweise „Wie holt Schwarz am meisten aus seiner aktiven Stellung heraus?“. Diese beiden Beispiele zeigen zugleich auf, dass „Typisch Königsindisch“ unabhängig davon, ob man sich für das Spiel mit Schwarz oder mit Weiß rüsten möchte, gezielt genutzt werden kann. Die Fragestellungen sind kategorisiert, so dass die Aufgaben entsprechend blockweise abgebildet sind. Dies gibt dem Leser nicht nur Hinweise, in welche Richtung er denken kann, sondern dient auch einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen Darbietung, worauf der Rückentext aufmerksam macht. Beispiele für diese Kategorien sind: Konkrete Frage, Kandidaten, Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung?, Abstiegskandidat etc. In Klammern hinter diesen Kategorienamen erfährt der Leser, ab welcher Seite er die Lösungen der aktuellen Aufgaben erfährt. Diese sind gesammelt ab Seite 40 abgebildet und sehr ausführlich gehalten. Da alle Aufgaben praktischen Partien entnommen sind, werden die Lösungen anhand dieser Partien präsentiert. Die Züge bis zur Aufgabenstellung sind abgebildet, so dass der Leser auch erkennen kann, wie es zur zu behandelnden Stellung gekommen ist. Sobald die Lösung vollständig ist, endet die Betrachtung der jeweiligen Partie. Karsten Müller legt nicht fest, ab welcher Kragenweite eines Spielers das Buch geeignet ist. So gibt er jedem den Rat, die Aufgabenstellungen ernsthaft zu behandeln, die Arbeit aber nicht zur Folter werden zu lassen. Wenn man sich von einer Aufgabe überfordert sieht, soll man die Lösung aufschlagen und das Werk zu einem Lehrbuch umzufunktionieren. Alle Aufgaben sind mit einem QR-Code versehen. Diesen kann der Leser mit Smartphone oder Tablet einscannen und der Lösung dann online bei Chessbase folgen. Fazit: "Typisch Königsindisch" ermöglicht als Praxisbuch ein gezieltes Mittelspieltraining für beide Farben und für bestimmte Stellungsmuster, die aus der Königsindischen Verteidigung entstehen. Die Methodik ist darauf ausgerichtet, den Leser zunächst mit Aufgabenstellungen arbeiten zu lassen, für die im Anschluss Musterlösungen gegeben werden. Das Werk kann auch als Lehrbuch genutzt werden, soweit sich der Leser von Aufgaben überfordert sieht. Entsprechend möchte ich es dem Spieler ab Klubniveau empfehlen. Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schachversand Ullrich (www.schachversand-ullrich.de) zur Verfügung gestellt. Rezension von Jörg Palitzsch im Dezember 2024 In seinem Buch „Typisch Königsindisch - Effektives Mittelspieltraining“ widmet sich der renommierte Großmeister und Schachautor Dr. Karsten Müller einer der spannendsten und dynamischsten Bauernstrukturen, die im Königsindischen Verteidigungssystem auftreten: die weißen Bauern auf c4, d4 und e4, die durch den schwarzen Vorstoß ...e5 herausgefordert werden. Müller bleibt seiner bewährten Methodik treu und führt die Leser durch ein thematisch fokussiertes Mittelspieltraining, das tiefes Positionsverständnis mit praxisorientierter Schacharbeit verbindet. Die Gliederung bietet einen didaktischen Aufbau, der besonders für Vereinsspieler und ambitionierte Amateure geeignet ist. Müller erklärt die Grundidee der Bauernkette c4-d4-e4 und die typischen Pläne auf beiden Seiten. Dabei wird deutlich, dass das Verständnis dieser Struktur der Schlüssel zu erfolgreichem Spiel gegen Königsindisch ist – oder für Schwarz, um das Maximum aus diesem aggressiven System herauszuholen. Der zentrale Bestandteil des Buches ist die Untersuchung des Zuges ...e5, der eine hohe Spannung in der Stellung erzeugt. Müller analysiert typische Reaktionen wie den Abtausch auf e5, das Überspielen des Springers nach d5 oder das Ignorieren des Bauernvorstoßes zugunsten langfristiger Entwicklungspläne. Die Stellungen werden in verschiedene Typen unterteilt. Offene Zentren: Nach einem schnellen Dxe5 entstehen dynamische Stellungen mit taktischen Möglichkeiten. Zu jedem Stellungstyp bietet Müller tiefgehende Analysen und erläutert typische Strategien: Figurenplatzierung, Angriffspunkte, und wie die Dynamik der Stellung ausgenutzt werden kann. Schwarz-Spieler lernen, den Druck am Königsflügel zu verstärken, während Weiß-Spieler erfahren, wie sie das Zentrum kontrollieren und Gegenspiel am Damenflügel einleiten können. Ein besonderes Merkmal des Buches ist die Sammlung von insgesamt 100 Trainingsaufgaben, die aus praktischen Partien stammen und jeweils mit einem QR-Code versehen sind. Müller fordert die Leser auf, aktive Entscheidungen zu treffen und ermutigt zur Reflexion, indem er typische Fehler und Denkansätze analysiert. Sein Schreibstil ist klar, didaktisch und zugänglich. Wie in seinen vorherigen Büchern der Reihe – „Typisch Sizilianisch“, „Typisch Damengambit“ und „Typisch Französisch“ – steht die systematische Vermittlung von Stellungsplänen im Vordergrund. Er erklärt nicht nur die Züge, sondern auch die dahinterstehenden Ideen, was das Buch sowohl für Spieler, die Königsindisch lernen wollen, als auch für Gegner dieses Systems nützlich macht. Die Diagramme sind übersichtlich gestaltet, und die Anmerkungen zu den Partien präzise. Müller gelingt es, komplexe Stellungen verständlich aufzubereiten, ohne dabei die Tiefe zu opfern. Das Buch richtet sich an Spieler mit einer Spielstärke ab etwa 1600 Elo, die ihr Mittelspielverständnis verbessern möchten. Die gründliche Analyse der Königsindischen Bauernstruktur ist sowohl für Liebhaber der Eröffnung als auch für ihre Gegner von großem Wert. „Typisch Königsindisch - Effektives Mittelspieltraining“ ist ein weiteres Werk von Karsten Müller, das sich nahtlos in seine „Typisch“-Reihe einfügt. Es bietet eine perfekte Mischung aus strategischem Verständnis und praktischen Tipps, die für jeden Schachspieler von Nutzen sind, der sich mit den Dynamiken des Königsindischen Mittelspiels auseinandersetzen möchte. Eine Empfehlung für alle, die ihre Fähigkeiten in der Königsindischen Verteidigung vertiefen oder sich besser darauf vorbereiten möchten. Sollte man auf größere Schwierigkeiten stoßen, so der Autor augenzwinkernd, soll man sich einfach die Freiheit nehmen, das Testbuch in ein Lehrbuch umzuwandeln. Rezension von Stefan Liebig im November 2024 Wer sich mit Schacheröffnungen beschäftigt, hat die Qual der Wahl, wenn es um passende Lehrbücher geht. Doch was, wenn man sich nicht nur mit den Eröffnungszügen, sondern auch mit der Mittelspielstrategie befassen möchte, die nach bestimmten Eröffnungen entsteht? Genau hier setzt der Autor an: Statt allgemeine Mittelspielkonzepte zu behandeln, konzentriert er sich auf die Königsindische Verteidigung und die daraus resultierenden typischen Mittelspielstellungen. Das Buch bietet eine präzise Sammlung von 100 Übungen, die sich speziell mit den strategischen Mitteln dieser Eröffnung befassen. Dabei wird der Leser mit Situationen konfrontiert, in denen die weißen Bauern auf c4, d4 und e4 stehen und der zentrale Vorstoß e7-e5 eine Schlüsselrolle spielt. Die Übungen sind in abwechslungsreiche Themen unterteilt, wie „Aufstiegskandidat“, „Abstiegskandidat“, „Gewaltmaßnahme“ oder „Druckteigerung“. Diese Herangehensweise macht das Lernen nicht nur effektiv, sondern auch unterhaltsam. Abgerundet wird das Ganze durch humorvolle „Scherzartikel“, die das Lernen auflockern. Trotz des Spaßes ist das Buch aber ein Arbeitsbuch, das den Leser aktiv fordert. Es beginnt mit einer kurzen Einführung und führt dann in die 100 Aufgaben, die allesamt aus der Königsindischen Verteidigung stammen. Besonders hilfreich ist es, die Partien ab dem ersten Zug nachzuspielen, bis hin zur kritischen Mittelspielstellung. So lässt sich der Übergang aus der Eröffnung in das Mittelspiel direkt nachvollziehen. Die Auswahl der Partien ist hervorragend, und Müller kommentiert präzise, was dem Leser hilft, ein klares Bild der typischen Mittelspielpläne zu erhalten. Dieses Arbeitsbuch richtet sich an Spieler, die sich auf die Königsindische Verteidigung spezialisieren oder ihre Mittelspielstrategie in dieser Eröffnung vertiefen möchten. Es ist eine lohnende Lektüre für ambitionierte Clubspieler und fortgeschrittene Turnierspieler, die von den klar strukturierten Übungen und der tiefgehenden Analyse profitieren werden. Rezension von Christian Hoethe im August 2024 Großmeister Karsten Müller setzt seine Reihe der "typischen" Mittelspielbücher fort und ist nach Französisch, Sizilianisch und dem Damengambit nun beim faszinierenden Königsinder angekommen. Auch bei dieser Neuerscheinung handelt es sich um ein Arbeitsbuch, das den Leser konkret fordert. Der Hamburger Großmeister setzt auch diesmal ein fortgeschrittenes Spielverständnis voraus. Nach einer kurzen Einleitung springt der Autor direkt in die 100 (!) Aufgaben, die es zu lösen gilt. Dass die besprochenen Stellungen allesamt dem Königsinder entspringen, sollte dabei selbsterklärend sein. Besonders gefällt mir, dass man die Partien am Brett direkt vom ersten Zug bis zur kritischen Mittelspielstellung nachspielen kann! Das empfinde ich bis heute als ideal, muss man so nicht immer wieder mühselig die jeweiligen Stellungen aufbauen, sondern erfährt auch gleichzeitig etwas über die Eröffnungsvariante, die zum Diagramm führte. So kann man beispielsweise das eigene Repertoire teilweise daran orientieren, wie gut man das jeweilige Mittelspiel zu behandeln verstand. Die Auswahl der Partien gefällt mir erneut ausgesprochen gut: Karsten Müller kommentiert auf den Punkt und verschafft seiner Leserschaft einen guten Eindruck über die typischen Mittelspiel-Pläne. Genau das, was man von einem spezialisierten Mittelspielbuch erwartet! Man merkt es dem Hamburger Großmeister an: er möchte seinen "Schülern" etwas vermitteln, das im Idealfall noch deren Spielstärke steigert. Fazit: Auch "Typisch Königsindisch" ist ein weiteres instruktives Buch dieser Reihe, das hält, was der Titel verspricht. Was kommt wohl als nächstes? Typisch Nimzo-Indisch, Spanisch, Grünfeld-Indisch?

22,80 €*
Buchcover mit Schachbrett und Figuren: Typical King's Indian
Müller: Typical King`s Indian
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening. Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middlegame treatment the reader doesn't want to learn at all. For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack – the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who by nature avoids fianchetto openings? And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn typical King's Indian middle game strategy, you will get a textbook and exercise book in which only King's Indian is played. However, this volume only deals with positions in which Black attacks the white pawns on c4, d4 and e4 with the central push e7-e5 (and not c7-c5) – or those positions that can arise from this basic structure, as shown in detail in the overview following the preface. It deserves special mention that the 100 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example the relegation candidate, the only move, violence or pressure increase and the like. 166 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

23,00 €*
Tipp
Cover: Schachbuch 'Typisch Spanisch' mit Figuren
Müller: Typisch Spanisch - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise für die Spanische Partie typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich Spanische Mittelspiele behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um Stellungen, bei denen den weißen Bauern auf c3, d4 und e4 schwarze Bauern auf e5 und d6 gegenüberstehen – bzw. solche, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Besondere Erwähnung verdient noch, dass die mehr als 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise Aufstiegskandidat, Abstiegskandidat, Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung, einziger Zug – aber auch Scherzartikel und dergleichen mehr. 186 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im September 2025 Mit „Typisch Spanisch“ setzt GM Karsten Müller seine vom Joachim Beyer Verlag herausgegebene Buchreihe fort, in der er sich nicht etwa mit der Theorie der jeweils im Titel genannten Eröffnung befasst, sondern ein effektives, ein gezieltes Mittelspieltraining anbietet. Vorliegend also geht es um insbesondere die Mittelspielstrategie für Stellungen, die aus der Spanischen Eröffnung resultieren. Nun ist „der Spanier“ allerdings ein Schwergewicht in der Eröffnungslandschaft, das zu sich sehr unterscheidenden Mittelspieltypen führen kann. So ist es angebracht, die Stellungstypen zu differenzieren und sich hinsichtlich der Darstellung der jeweiligen Strategie entsprechend zu spezialisieren. Genau dies hat Müller gemacht und sich im hier besprochenen Werk auf Stellungen beschränkt, in denen die zentralen Bauern auf c3, d4 und e4 (Weiß) sowie auf d6 und e5 (Schwarz) stehen, sowie auf Stellungen, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Auf den Seiten 10 bis 12 findet der Leser 12 Diagramme, die alle Konstellationen ausweisen. Hier ist allerdings der Hinweis angebracht, dass es sich bei diesen Formationen nicht um Tabiyas handelt, denn beachtenswert sind allein die Positionen der oben genannten Bauern. So steht der schwarze a-Bauer in allen Diagrammen (noch) auf a7, obwohl er regelmäßig bereits frühzeitig nach a6 vorgerückt ist. Wie seine Vorgänger ist „Typisch Spanisch“ methodisch so ausgelegt, dass der Leser zunächst selbst aktiv wird. An ihn richten sich eingangs insgesamt 102 Aufgabenstellungen, denen er sich sukzessive lösend widmen soll. Diese sind dabei thematisch geordnet, wobei die Kategorien wie beispielsweise „Kandidaten“, „Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung?“ oder auch „Schnellschuss“ überwiegend recht abstrakt gehalten sind. Zumeist konkret aber sind die jeweiligen Aufgabenstellungen. Zwei Beispiele dazu: „Wie kann Schwarz am wirksamsten um die Initiative kämpfen?“ bzw. „Wie kann Weiß am meisten aus der vorteilhaften Stellung herausholen?“. Bisweilen aber erfährt der Leser nur, welche Partei am Zug ist, so dass er zur Prüfung breiter ansetzen muss. Die Ausgangsstellung entnimmt der Leser einem Diagramm. Alle Aufgaben sind oberhalb mit einem QR-Code versehen. Wenn der Leser diesen einscannt, kann er der Lösung online bei Chessbase folgen. Beschränkt er sich bei seiner Arbeit mit dem Buch auf die darin angebotenen Lösungen, so findet er die jeweils aufzuschlagenden Seiten in einer Klammerergänzung zu den oben schon erwähnten Kategorien, denen die Aufgaben inhaltlich zugeordnet sind. Die Aufgaben sind nach meiner Einschätzung überwiegend recht anspruchsvoll. Karsten Müller empfiehlt dem Leser, der sich von einer Aufgabe überfordert sieht, das Vorblättern bis zur Lösung, um sich eben nicht eventuell die Zähne an einer Stellung auszubeißen, sondern anhand der angebotenen Lösung zu lernen. Alle Aufgaben stammen aus praktischen Partien. Diese sind in der Lösung jeweils unkommentiert bis zu der Ausgangsstellung abgebildet. Es schließt sich dann eine zumeist ausführliche Stellungseinschätzung des Autors an. Aus dieser wird die Lösung dann vollständig entwickelt. Wer sich zunächst überfordert sah, kann sich ggf. doch noch an ein eigenes Lösen machen, indem er über diese Stellungseinschätzung in die „richtige Spur“ gekommen ist. Der Leser lernt nicht nur am Beispiel der angebotenen Lösungen, wie mit typischen „spanischen“ Stellungsstrukturen planvoll und effektiv strategisch umgegangen und dies taktisch umgesetzt werden kann. Vielmehr lernt er auch anhand von Fehlentscheidungen einer der beiden Parteien auf dem Weg bis zur Ausgangsstellung, die dann verantwortlich für eine Problematik oder gar ein Dilemma sind. Solche Ursachen greift Karsten Müller regelmäßig in seiner die Lösung einleitenden Stellungseinschätzung auf. Fazit: "Typisch Spanisch" ist ein uneingeschränkt empfehlenswertes Praxisbuch vor allem für den fortgeschrittenen Spieler, das angepasst aber auch vom weniger erfahrenen Spieler genutzt werden kann. Es erlaubt ein gezieltes Mittelspieltraining für beide Farben und für ausgewählte Stellungsmuster, die aus der Spanischen Partie entstehen. Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise von der Firma Schachversand Ullrich (www.schachversand-ullrich.de) zur Verfügung gestellt. Rezension von Jörg Palitzsch im April 2025 Nach dem Damengambit, dem Königsgambit und der Französischen Verteidigung setzte der Hamburger Großmeister Karsten Müller die Serie "Effektives Mittelspieltraining" mit "Typisch Spanisch" fort. Und wieder einmal ging es ihm darum, dem Leser eine Einführung in die signifikanten Mittelspielstellungen diesmal der Spanischen Partie zu geben. Nicht als Eröffnungsbuch konzipiert, wählte der Autor die Methodik einer partiebasierten Analyse strategischer Grundelemente, die jede Eröffnung so typisch und unverwechselbar machen. Einmal mehr wurden auf der Grundlage zur Spanischen Partie gehörender Zentrumsstrukturen zunächst über hundert Aufgaben präsentiert, die der Leser eingangs ohne didaktische Unterstützung zu studieren hat, um dann im Kapitel "Lösungen" auf die Kommentierung der ausgewählten Partien aus der Turnierpraxis zu stoßen. Müller umgeht absichtsvoll die für die Eröffnungsliteratur gängige Einübung in die ersten zehn bis fünfzehn Züge, aufgegliedert in Varianten und theoretische Empfehlungen. Ziel seines Vorgehens ist es, direkt ins Mittelspiel zu springen, wo eigentlich erst die kritischen Fragen der strategischen Behandlung anstehen. Hier geht es vor allem um den Plan, Raum, Initiative und Drohungen aufzustellen, die den Gegner in die Bredouille bringen und die eigenen Stellungspotentiale verstärken sollen. Klassische Strategiebücher sind nach diesem Muster aufgebaut. Der Lernende soll verstehen, wie Pläne entwickelt und umgesetzt werden. Müllers neuartiger Ansatz geht jedoch gezielter vor, indem er seine Arbeit auf eine einzige Eröffnung fokussiert und die wiederkehrenden Motive beim Übergang ins Mittelspiel umfassend darstellt. So wird sichergestellt, dass sich der Leser mit den konkreten spanischen Mittelspielstrategien auseinandersetzt und deren Inhalte und Vorgehensweisen vertieft. Spezifika anderer Eröffnungen, die der Leser gar nicht erforschen will, weil er sie in seiner Praxis schlechterdings weder spielt noch anwendet, tauchen daher nicht auf. Sie sind vom Leser nicht erwünscht noch eingefordert. So entsteht ein gesondertes Strategiebuch mit den Feinheiten einer einzelnen Eröffnung, was den Blick des Lesers schärft und das Typische daran zu erkennen hilft. Müllers Methode mag an den Kanten noch ungeschliffen sein, alles Neue braucht Erfahrung und Expertise, aber sieht man einmal davon ab, so hat dieser Weg des Erlernens vieles für sich. Er bündelt die strategischen Probleme und Anwendungsmöglichkeiten auf eine überschaubare Größe und schafft gleichzeitig für das Erstellen eines Plans ein Sortiment dienlicher Werkzeuge. Studiert man stets nur Eröffnungen auf ihren strategischen Gehalt, die fürs eigene Repertoire nützlich sind, so erfüllt sich der Zweck eines Strategiebuchs am besten. Und auf diese Weise kommt der Leser in den Genuss eben eines effektiven Mittelspieltrainings. Rezension von Andreas Wittek im Februar 2025 Der Schachjournalist und Großmeister Savielly Grigoriewitsch Tartakower (1887–1956) nannte die „Spanische Eröffnung" einmal sehr anschaulich „Spanische Folter". Er tat dies, weil sich die „Spanische Partie" grundlegend von den offenen Spielen – wie zum Beispiel Königsgambit, Italienisch, Evansgambit, Zweispringerspiel usw. – unterscheidet. In den oben genannten Eröffnungen wird der feindliche schwarze König direkt angegriffen. Dort zielt der auf c4 postierte weiße weißfeldrige Läufer sogleich auf den Punkt f7. Der Zug von Weiß 3. Lf1–b5 jedoch, durch den „Spanisch" charakterisiert wird, eröffnet Weiß viel breitere Möglichkeiten der Spielgestaltung. Der Anziehende bricht keine Brücken hinter sich ab, legt die Partie sicher an und entwickelt lang anhaltenden positionellen Druck auf die gegnerische Stellung. Die „Spanische Partie" oder „Spanisch" beginnt mit den Zügen: 1. e2–e4 e7–e5 2. Sg1–f3 Sb8–c6 3. Lf1–b5 In der „Spanischen Partie" tritt das Anliegen der modernen Eröffnungsbehandlung von Weiß deutlich in Erscheinung, durch Ausübung eines Drucks auf die zentralen Felder zu dauerhafter Initiative zu gelangen. Weiß vermeidet eine vorzeitige Aufhebung der Zentrumsspannung und folglich ebenso für ihn ungünstige Vereinfachungen und versucht, eine freie Entfaltung des Gegners zu verhindern. So weit, so gut. Das neue Schachlehrwerk von Karsten Müller mit dem Titel „Typisch Spanisch – Effektives Mittelspieltraining" ist ein eigens zugeschnittenes „Lernkompendium für das Mittelspiel der Spanischen Partie", es umfasst einhundertfünfundachtzig Seiten. Auf den Seiten zehn, elf, zwölf gibt Müller exakt zwölf einzelne spezielle Schachdiagramme an, deren Bauernstrukturen / Zentrumsstrukturen er in seinem „Spanisch-Buch" detailliert darlegt: Es handelt sich ausschließlich um Stellungen, bei denen den weißen Bauern auf c3, d4 und e4 schwarze Bauern auf d6 und e5 gegenüberstehen, das heißt solche, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Dieses „Mittelspielbuch des Spanischen" enthält einhundertzwei Mittelspielaufgaben, welche mit QR-Codes versehen sind. Über QR-Codes sind zu allen von Müller ausgewählten einhundertzwei Partien bei Chessbase Schachdiagramme sowie eine Reihe wichtiger Varianten verknüpft. Dies bietet dem Schachinteressierten / der Schachinteressierten eine komfortable Möglichkeit, besondere Stellungen einer Partie wahlweise der schwarzen Seite oder der weißen Seite virtuell aufzustellen und genauer zu studieren. Ein jeweils relativ ausführlicher Erklärungstext zu den einzelnen speziellen Mittelspielpartien ist in dem Lösungsteil des Schachbuchs von Müller auf den Seiten vierzig bis einhundertzweiundachtzig zu finden. Zum Beispiel arbeitet Müller positionelle Feinheiten bei der konkreten Mittelspielstellung, in der von ihm besprochenen ersten Partie „Perrin - Cassard", Frankreich 2020, gut heraus. Müller weist hierbei auf ein wichtiges verstecktes taktisches Schlüsselmotiv von Weiß hin, welches für das Verständnis dieser Mittelspielpartie essentiell ist. Nach Müllers Einschätzung hätte Weiß in dieser Partie im sechzehnten Zug, durch ein Opfer des weißen weißfeldrigen Läufers auf dem Feld f7 „prächtige Kompensation ergeben", „wenn nicht sogar eine Gewinnstellung" herbeiführen können. (Seite 40, Müller) Der Endstand dieser Partie, zwischen Antoine Perrin und Maxime Cassard, ist nach neununddreußig Zügen ein Remis gewesen. Da die Aufgaben ziemlich anspruchsvoll sind, handelt es sich um kein Anfängerbuch, sondern klar um ein Lehrwerk für Schachinteressierte einer höheren Stufe, das heißt, einer höheren Leistungsklasse. Müller gibt seine hauptsächliche Zielgruppe der Leser / Leserinnen dieses Schachbuchs, auf Seite sechs im Vorwort, mit einer Elo-Zahl von eintausendvierhundert bis zweitausend an. Nichtsdestotrotz kann ebenfalls ein Schachspieler / eine Schachspielerin mit weniger Wissen sich an diesen Aufgaben versuchen, wenn derjenige / diejenige dazu bereit ist, sich das für die Lösung / das Verständnis dieser Aufgaben notwendige schachliche Wissen in kleinen Schritten zu erarbeiten. Diesen gedanklichen Hintergrund offensichtlich berücksichtigend, schreibt Müller auf Seite sieben (Zitat): „Und darum ein guter Rat – ganz gleich, welche Spielstärke Sie auf die Matte bringen. Nehmen Sie die Beschäftigung mit jeder einzelnen Aufgabe ernst, aber lassen Sie diese auf keinen Fall in Folter ausarten! Sobald Sie auf allzu große Hindernisse bzw. Widerstände stoßen, nehmen Sie sich einfach die Freiheit: Schlagen Sie die Lösung auf und funktionieren Sie das Testbuch in ein Lehrbuch um!" Rezension von Christian Hoethe im Februar 2025 In den frühen 90er Jahren gab es von Lothar Nikolaiczuk die Reihe "Gezielte Mittelspielstrategie", die sich jeweils mit Mittelspielen befasste, die nur einer bestimmten Eröffnung entsprungen waren. Diese mag GM Karsten Müller als Vorlage seine eigene Reihe zum "Effektiven Mittelspieltraining" gedient haben. Nach den Ausgaben zu "Typisch Damengambit", "Typisch Französisch", "Typisch Sizilianisch" und "Typisch Königsindisch" widmet sich der Hamburger Großmeister aktuell der Spanischen Eröffnung, im englischen Sprachraum als "Ruy Lopez" bezeichnet. Einmal mehr wendet sich Karsten Müller gezielt an die "Spezialisten" dieser Eröffnung und denen, die es werden möchten. Und das meine ich in diesem Fall auch sprichwörtlich so! Wie bei GM Müller üblich, wird derjenige schnell eines Besseren belehrt, der sich leichte Kost und kurzfristige Unterhaltung erhofft! Denn schon unmittelbar nach der Einleitung und der Darstellung der behandelten Bauernstrukturen (Achtung: die für die Abtauschvariante oder das Berliner Endspiel typische Bauernstruktur mit Lxc6 dxc6 wird noch außen vor gelassen!) geht es ab Seite 14 mit den 102 (!) Aufgaben ans Eingemachte! Wie viel Arbeitsbuch auch in diesem Titel enthalten ist, wurde mir ziemlich schnell klar, denn die Aufgaben - zumeist der aktuellen Großmeisterpraxis entnommen - haben es in sich! Ich möchte wirklich ungern zugeben, wie lange ich allein an der Fragestellung zur Partie Heinemann-Baltic (2021) zu knabbern hatte, wo ich durchaus zwar den Lösungszug 18. Sce4 dxe4, 19. Ld2! fand, die finale Stellung nach ...exf3, 20. Lxb4 Le2 aber nicht korrekt einzuschätzen vermochte. Zu erkennen, dass 21. Dd2 mit der Idee 21. ...Te8, 22. Df4 für Weiß gewinnt, überschritt einfach meinen Visualisierungshorizont! Ein kleiner Trost war: Großmeisterin Josefine Heinemann entschied sich mit Ihrer Partiefortsetzung letztlich auch nicht ideal, gewann die Partie am Ende allerdings dennoch - wenn auch nach über 80 Zügen. Spätestens hier sollte klar sein, dass der Leser von Müller einmal mehr aktiv gefordert und von ihm ein gewisses spielerisches Niveau vorausgesetzt wird. Karsten Müller möchte konkretes Wissen vermitteln, wiederkehrende, typische Mittelspielmotive aufzeigen und seinen "Schülern" dabei helfen, ihre Spielstärke zu steigern! Wem die Fragestellungen allerdings zu komplex erscheinen, dem rät der Großmeister Folgendes: "Nehmen Sie sich einfach die Freiheit: schlagen Sie die Lösung auf und funktionieren Sie das Testbuch in ein Lehrbuch um!" Gesagt, getan! ;-) Wie schon bei an früheren Titeln der "Typisch"-Reihe mag ich, dass die Partien nicht erst an der kritischen Mittelspielstellung starten. Stattdessen kann man die Züge, die zur Fragestellung führen, direkt am Brett oder dem Smartphone mittels QR-Code nachspielen, ohne die jeweilige Diagrammstellung mühsam aufbauen zu müssen. Auch die Partienauswahl hat mir gefallen: Müller findet einen gesunden Mix der typischen spanischen Mittelspiel-Pläne der spanisch-Abspiele und kommentiert "to the point". Genau das ist effektives Mittelspieltraining! Rezension von Jörg Palitzsch im Februar 2025 Das Buch „Typisch Spanisch – Effektives Mittelspieltraining“ von Dr. Karsten Müller ähnelt seinen bereits veröffentlichten Werken, wie zum Beispiel „Typisch Französisch – Effektives Mittelspieltraining“ und „Typisch Königsindisch – Effektives Mittelspieltraining“. Diese Bücher zeichnen sich durch ihre praktischen Übungsaufgaben aus, die das aktive Training fördern. „Typisch Spanisch“ ist ebenso aufgebaut und gibt wertvolle Einblicke in die Mittelspielstrategien der Spanischen Partie. Das Mittelspiel in der Spanischen Partie ist eine besonders kritische Phase, da sie oft über den Ausgang der Partie entscheidet. Die Spanische Partie führt oft zu strategisch komplexen Stellungen, in denen es weniger um direkte Angriffe geht, sondern um das geschickte Manövrieren der Figuren. Während Springer-Manöver, wie das berühmte „Springer-Manöver von Nimzowitsch“ bekannt sind, um den Springer auf ein stärkeres Feld zu bringen, geht es bei Müller zunächst nur um Stellungen, bei denen den weißen Bauern auf c3, d4, und e4 schwarze Bauern auf e5 und d6 gegenüberstehen. Hilfreich ist das Buch, weil es neue Wege zur Zentrumskontrolle zeigt, wo Schwarz und Weiß im Mittelspiel um die Kontrolle insbesondere über die Felder d4 und e5 ringen. Weiß versucht oft, mit d2-d4 das Zentrum zu öffnen oder den Druck gegen e5 aufrechtzuerhalten. Schwarz setzt oft auf den klassischen Marsch …d7-d6 und …c7-c5, um Gegenangriffschancen zu erhalten. Die Spanische Partie enthält viele taktische Motive, die im Mittelspiel eine Rolle spielen: etwa die Springergabeln (z. B. auf e5 oder d4), ein Figurenopfer auf e5 (vor allem für Weiß), den Bauernhebel mit d4 oder …d5 oder die Kombinationen mit f2–f4 oder …f7–f5, um das Zentrum zu öffnen. Mit seinem Buch schließt der Autor ein Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur, die praktischerweise in eine Endspiel-Vorbereitung mündet. So führen viele Spanisch-Stellungen zu hochklassigen Endspielen, im Mittelspiel müssen Spieler daher ihre Bauernstrukturen so aufbauen, dass sie im Endspiel nicht nachteilig sind. So ist das Mittelspiel der Spanischen Partie geprägt von strategischer Manövrierkunst, tiefem Positionsverständnis und einer gezielten Vorbereitung auf das Endspiel. „Typisch Spanisch“ hat 102 Aufgaben zu bieten, die sich über Codes aufs Handy laden lassen. Die Lösungen sind ausführliche kommentiert. Exakt an dieser Stelle wird das Lehrbuch zu einem richtigen Arbeitsbuch mit einem hohen Erkenntnisgewinn.

22,80 €*
Buchcover mit Schachbrett und schwarzen sowie hellen Figuren
Müller: Typical Ruy Lopez
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening. Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middlegame treatment the reader doesn't want to learn at all. For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack - the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who by nature avoids fianchetto openings? And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn typical middlegame strategy of the Ruy Lopez, you will get a textbook and exercise book in which only Ruy Lopez middlegames are treated. However, this book only deals with positions in which the white pawns on c3, d4 and e4 are opposed by black pawns on e5 and d6 – or those positions that can arise from this basic structure, as shown in detail in the overview following the preface. It deserves special mention that the more than 100 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example the relegation candidate, the only move, violence or pressure increase and the like. 182 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag

23,00 €*
Tipp
Cover mit schwarzen und weißen Schachfiguren auf Holzbrett
Müller: Typisch Französisch - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise für die ‚Französische Verteidigung' typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich französische Mittelspiele behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um Stellungen, bei denen den weißen Bauern auf d4 und e5 schwarze auf d5 und e6 gegenüberstehen – bzw. solche, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Besondere Erwähnung verdient noch, dass die mehr als 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise ‚Aufstiegskandidat', ‚Abstiegskandidat', ‚Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung', ‚einziger Zug' – aber auch ‚Scherzartikel' und dergleichen mehr. 192 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Jörg Palitzsch im November 2024 Großmeister Karsten Müller, bekannt als einer der renommiertesten Schachautoren, widmet sich in seinem Buch „Typisch Französisch“ dem speziellen Aspekt des effektiven Mittelspieltrainings. Das Werk richtet sich an ambitionierte Vereinsspieler und Fortgeschrittene, die ihr strategisches Verständnis für typische Mittelspielstellungen vertiefen möchten. Das Buch konzentriert sich auf Stellungen, die aus der Französischen Verteidigung entstehen. Insbesondere beleuchtet es Szenarien, bei denen weiße Bauern auf d4 und e5 schwarzen Bauern auf d5 und e6 gegenüberstehen. Diese Stellungen bieten ein reichhaltiges Terrain für strategische Überlegungen und Pläne. Müller legt den Fokus darauf, diese strategischen Feinheiten durch praktische Übungsaufgaben zu vermitteln. Das Werk enthält 110 Übungsaufgaben, die mit einem QR-Code versehen sind. Unterteilt sind die Aufgaben unter anderem in die Themen „Aufstiegs- und Abstiegskandidaten“, „Einziger Zug“ und „Scherzartikel“. Die QR-Codes bieten dem Leser die Möglichkeit, die Stellungen digital nachzuspielen, was die Interaktivität und den praktischen Nutzen des Buches enorm erhöht. Die Lösungen zu den Aufgaben sind detailliert und reich an Diagrammen, was sowohl das Verständnis erleichtert als auch das Lernen effizienter macht. Müller setzt auf eine didaktisch durchdachte Methodik. Jede Aufgabe zielt darauf ab, den Leser dazu zu bringen, die spezifischen Ideen und Pläne der jeweiligen Stellung zu erkennen und anzuwenden. Dabei werden typische Themen behandelt wie die Kontrolle wichtiger Felder, insbesondere des Zentrums, Angriffe auf Schwächen im Lager des Gegners, wie etwa die Bauernstruktur, Ideen zur Figurenaktivierung und zahlreiche taktische Möglichkeiten. Durch die Bandbreite der Aufgaben fördert Müller ein tiefgehendes Verständnis für die Dynamik dieser spezifischen Stellungstypen. Die Stärken des Buches liegen in seiner praktischen Handhabung. Die Übungsaufgaben machen das Buch zu einem aktiven Trainingstool. Leser können ihr Wissen nicht nur passiv aufnehmen, sondern direkt anwenden. Hilfreich ist die digitale Unterstützung. Die QR-Codes sind ein modernes und nützliches Feature, das die Verbindung zwischen traditionellem Buchformat und digitalem Lernen herstellt. Die ausführlichen Lösungen mit zahlreichen Diagrammen helfen dabei, Fehler zu analysieren und die korrekten Pläne zu verstehen. „Typisch Französisch - Effektives Mittelspieltraining“ setzt voraus, dass der Leser bereits ein gewisses Grundverständnis mitbringt muss. Die Aufgaben sind anspruchsvoll und erfordern ein fortgeschrittenes Niveau. Anfänger könnten sich davon etwas überfordert fühlen. Trotz dieser kleinen Schwächen ist „Typisch Französisch - Effektives Mittelspieltraining“ ein hervorragend konzipiertes Buch, das den Leser auf praktische und interaktive Weise an die Feinheiten typischer Mittelspielstellungen heranführt. Großmeister Karsten Müller gelingt es, mit seiner klaren und präzisen Darstellung sowohl strategisches Verständnis als auch taktisches Geschick zu fördern. Die Kombination aus modernen digitalen Tools und traditionellen Lehrmethoden macht es zu einem Vorzeigewerk im Bereich des Schachtrainings. Rezension von Uwe Bekemann im Juni 2024 Mit „Typisch Französisch“ hat der Joachim Beyer Verlag jüngst das dritte Werk aus der Feder von GM Karsten Müller in der Buchreihe „Effektives Mittelspieltraining“ vorgelegt. Nach der Sizilianischen Verteidigung und dem Damengambit geht es mit der Französischen Verteidigung um ein weiteres Schwergewicht in der Eröffnungslandschaft, für dessen Mittelspielbehandlung Müller den Leser präparieren will. Alles im Werk dreht sich um die Mittelspielführung in Stellungen, bei denen die weißen Bauern auf d4 und e5 sowie die schwarzen auf d5 und e6 stehen sowie um Stellungen, die aus dieser Struktur entstanden sind. Schon auf den ersten Buchseiten werden dem Leser insgesamt 16 Diagramme präsentiert, die ihm die Bauernformationen aufzeigen, die in der Folge jeweils das Gerüst der Stellungen bilden. Wie seine beiden Vorgänger ist „Typisch Französisch“ ein Arbeitsbuch, das den Leser zunächst zum eigenen Denken und Handeln anhält. Dieser soll gezielt und angeleitet Probleme zur Mittelspielführung lösen, so wie es auch seine Aufgabe in der eigenen Partie wäre. Im Unterschied zum Praxisduell werden ihm die Probleme in dieser simulierten Spielsituation allerdings aufgezeigt. Er lernt bzw. trainiert seine Fähigkeiten, indem er sich tief mit den verschiedensten Brettsituationen auseinandersetzt und seine Ergebnisse mit den vom Autor angegebenen vergleicht und diese dabei verinnerlicht. Auf den Seiten 16 bis 44 stellen sich dem Leser insgesamt 110 Übungsaufgaben. Die Lösungen sind ab Seite 45 abgebildet. Für jede Aufgabe wird die Ausgangsstellung über ein Diagramm festgelegt. Dieses wird begleitet von einem QR-Code und natürlich der Nummer, unter der die Aufgabe und hinten die zugehörige Lösung geführt werden. Die meisten Aufgaben sind so gestaltet, dass der Leser die Antwort auf eine ganz konkrete Fragestellung zu ermitteln hat. Diese kann einen ganz spezifischen Aspekt aufgreifen, z.B. nach dem Muster „wie schmeckt eigentlich der Bauer auf d4?“, aber auch einen offenen Charakter haben, z.B. „wie kann Schwarz die aufkeimende weiße Initiative am Damenflügel eindämmen?“. Daneben gibt es in geringerer Anzahl auch Aufgaben, zu denen der Leser über die Angabe, welche Seite am Zug ist, kaum zusätzlich etwas erfährt. In diesen Fällen muss er quasi zunächst das Problem finden, bevor er es lösen kann. Den genannten QR-Code kann der Leser einscannen, wenn er die Aufgaben online lösen möchte. Die Lösungen präsentiert Müller mittels der vollständig abgebildeten 110 Partien, denen die Aufgaben als Ausgangsstellung entnommen sind. Diese sind so ausführlich kommentiert und hinsichtlich der erwarteten Lösung so gut erläutert, dass sie auch vom weniger erfahrenen Spieler gut nachvollzogen werden können. Auf welcher Buchseite die Lösung zu einer Aufgabenstellung zu finden ist, wird jeweils oben auf den Aufgabenseiten angegeben. So ist ein gezieltes Aufschlagen einfach möglich. Persönlich sprechen mich solche Bücher zur Theorie und Praxis im Schach besonders an, die sich nicht als reines Sachbuch verstehen und deshalb meinen, mit einer nüchternen und phantasielosen Sprache daherkommen zu müssen. Und genau deshalb macht die „Arbeit“ mit einem Werk wie "Typisch Französisch" zusätzlich Spaß. Karsten Müller ist ein Meister auch der Erzählkunst in seinen Darstellungen zum Schach. Ein paar Zitate gefällig? - In der Urform des vergifteten Bauern auf d4 – quasi dessen Kindergarten-Version – geht es ja um ein Abzugsmotiv des Läufers d3. Und wenn dieses wie im vorliegenden Fall nicht gegeben ist, muss man halt zusätzlich abklären, ob die taktischen Umstände nicht die Schaffung des tödlichen Motivs ermöglichen (Seite 50). - Es ist leicht nachzuempfinden, dass seine Majestät sich in der Residenz im Ostteil seines Reiches nicht mehr recht wohlfühlte und dass ihr ein Tapetenwechsel geraten erscheint. Da allerdings nicht nur fünf tatendurstige Angreifer in diesen Bereich schauen, (…) (Seite 95). - Gäbe es einen Preis für den misslungensten Franzosen, so dürfte der Schwarzspieler sich berechtigte Hoffnungen machen, diesen zugesprochen zu bekommen und ihn dann daheim auszustellen – gleich neben den Skalps von solchen Giganten wie Larsen, Euwe und sogar Botwinnik, die er diesen in der Tat einmal abgeknöpft bzw. abgetrennt hatte (Seite 106). Die Partien, denen die Aufgabenstellungen entnommen sind, entstammen nicht allesamt aus der Meisterpraxis, sondern auch aus tieferklassigen Veranstaltungen. Sie sind nach Eignung ausgewählt worden, nicht unbedingt nach den Meriten der Spieler auf der höchsten Bühne. Bisweilen geht Müller in den Erläuterungen auch darauf ein, was der „gefühllose Computer“ von einer Stellung hält. Die menschliche Komponente gibt aber auch dann den Ausschlag. Die Frage, über welche Spielstärke der Leser verfügen sollte, um gut mit dem Werk arbeiten zu können, kann ich genauso wie zum Vorgängerband zum Damengambit beantworten. Nach meiner Einschätzung sollte ab dem einfachen Klubspieler jeder damit zurechtkommen. In seinem Vorwort geht Müller darauf ein und zeigt auf, wie schwierig es ist, ein Aufgabenbuch wie das vorliegende in eine Verbindung mit Kategorien der Spielstärke zu bringen. Er rät: "… ganz gleich welche Spielstärke Sie auf die Matte bringen. Nehmen Sie die Beschäftigung mit jeder einzelnen Aufgabe ernst, aber lassen Sie diese auf keinen Fall in Folter ausarten! Sobald Sie auf allzu große Hindernisse oder Widerstände stoßen, schlagen Sie einfach die Lösung auf und funktionieren Sie das Testbuch in ein Lehrbuch um." Fazit: „Typisch Französisch“ erlaubt als Praxisbuch ein gezieltes Mittelspieltraining für Stellungen, die aus der Französischen Verteidigung entstehen. Die gestellten Aufgaben sind vielseitig, die Lösungen darauf sehr instruktiv. Wer die Französische Verteidigung im Repertoire hat oder sie darin aufzunehmen gedenkt, wird von diesem Buch profitieren können. Einen Mehrwert verspricht es auch dem Spieler mit Weiß, der sich gegen das gegnerische Spiel gut präparieren möchte. Rezension von Stefan Liebig im April 2024 Betrachtet man das aktuelle Kandidatenturnier und auch viele andere prominente Turnierschauplätze, springen einem nicht gerade die Französisch oder Englisch eröffneten Partien ins Auge. Doch immerhin wählte der indische Jungstar Praggnanandhaa überraschend die französische Verteidigung, um gegen die Nummer 2 der Welt, Fabiano Caruana, zu bestehen. Die Partie endete Remis. Ob die beiden WM-Aspiranten zuvor das gerade im Joachim Beyer Verlag erschienene Buch „Typisch Französisch“ von Karsten Müller durchgearbeitet haben, mag man bezweifeln, doch sicher wird das Buch den dieser klassischen Verteidigung zugetanen Spielern viele neue Anregungen liefern. Während zahlreiche Lehrbücher die Eröffnung behandeln, bleiben die spezifischen Strategien für das Mittelspiel oft unberücksichtigt. Die Wahl der richtigen Mittelspielstrategie ist für jeden Schachspieler von großer Bedeutung, daher hauchte der Verlag der Mittelspielserie der 1980er-Jahre wieder Leben ein. Nach Sizilianisch und Damengambit untersucht Müller nun Französisch. Er bietet eine umfassende Darstellung der Mittelspielstrategien, die sich aus der französischen Verteidigung ergeben. Er erläutert die typischen Stellungen, die aus dieser Eröffnung resultieren, und bietet detaillierte Analysen sowie praktische Übungen. Das Buch beginnt mit einer Einführung in die Mittelspielstrategie und stellt die wichtigsten Themen vor, die im Zusammenhang mit der französischen Verteidigung stehen. Anschließend folgen über 100 Übungen, die dem Leser helfen, die Strategien aktiv zu verinnerlichen und anzuwenden. Mitdenken ist für den Leser dabei unabdingbar! Müller präsentiert vollständige Partien, die typische Mittelspielpläne und -motive veranschaulichen, und erklärt jeden Zug sowie mögliche Alternativen ausführlich. Die praxisorientierte Herangehensweise und die Fokussierung auf das Wesentliche machen das Buch zu einem wertvollen Lehrmittel für jeden Schachspieler, der sein Verständnis für das Mittelspiel vertiefen möchte. Durch die Möglichkeit, die Partien direkt nachzuspielen, wird das Lernen zusätzlich erleichtert und effektiver gestaltet. Es ist ein unverzichtbares Buch für jeden Französischspieler, der seine Fähigkeiten im Mittelspiel verbessern möchte. Rezension von Christian Hoethe im April 2024 Großmeister Karsten Müller ist zurück! Nach seinen Mittelspielbüchern "Typisch Sizilianisch" und "Typisch Damengambit" widmet er sich diesmal der "wundervollen französischen Verteidigung" (John Watson)! Wie es Lothar Nikolaiczuk bereits in den frühen 90er Jahren in der Reihe "Gezielte Mittelspielstrategie" tat, richtet sich das Buch Müllers gezielt an die Anhänger der jeweiligen Eröffnung, hier: der französischen Verteidigung. Viele Mittelspielbücher versuchen, der Vielzahl ihrer Leser gerecht zu werden und bieten daher einen bunten Mix der unterschiedlichsten Mittelspiel-Formationen. Letztlich fallen dann vielleicht 6 bis 8 Beispiele auf das eigene Eröffnungsrepertoire ab, wohingegen die meisten Musterpartien aus anderen Eröffnungen entstanden sind - Eröffnungen, die man womöglich niemals spielt. Großmeister Müller widmet sich an die "Spezialisten" einer jeweiligen Eröffnung. Aber Achtung: wer inhaltlich eher leichte Kost und kurzfristige Unterhaltung erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt! Denn bereits unmittelbar nach der Einleitung geht es auf Seite 16 mit den 110 (!) Aufgaben los. Spätestens hier wird klar, dass der Leser ein Arbeitsbuch in den Händen hält, das ihn konkret zum Mitdenken anregt, ihn aktiv fordert, statt passiv berieselt. Wie in den vorangegangenen Mittelspiel-Büchern merkt man es dem Hamburger Großmeister an: er möchte konkretes Wissen vermitteln, wiederkehrende, typische Mittelspielmotive aufzeigen und seinen "Schülern" dabei helfen, ihre Spielstärke zu steigern und sehend auf ihre nächste Französisch-Partie vorbereitet zu sein. Von Seite 45 bis 189 gibt es dann die vollständigen (!) 110 Partien zu den vorangegangenen Aufgaben mit ausführlichen Erklärungen an den kritischen Stellen. Auch mögliche Nebenlösungen bespricht GM Müller ausführlich und zeigt instruktiv auf, warum welcher Weg gewählt wurde oder hätte gewählt werden sollen. Wie schon bei "Typisch Damengambit" und "Typisch Sizilianisch" gefällt mir besonders die Tatsache, dass die Partien nicht erst an der kritischen Mittelspielstellung beginnen. Vielmehr kann man alle Züge, die zur jeweiligen Fragestellung führen, am Brett oder Smartphone mittels QR-Code direkt nachspielen, ohne mühsam die jeweilige Diagrammstellung nachstellen zu müssen. Auch die Partienauswahl hat mir gefallen: Müller schafft einen schönen Mix der möglichen und typischen Mittelspiel-Pläne der üblichen Französisch-Abspiele - Vorstoß-, Tarrasch- und 3. Sc3-Variante - und kommentiert aufs Wesentliche konzentriert. So sieht effektives Mittelspieltraining tatsächlich aus!

22,80 €*
Buchcover: 'Typical French' Schachbrett mit Figuren
Müller: Typical French
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening. Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middlegame treatment the reader doesn't want to learn at all. For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack – the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who 'by nature' avoids fianchetto openings? And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn French middlegame strategy, you will get a textbook and exercise book in which only French middlegames are treated. However, this book only deals with positions in which the white pawns on d4 and e5 are opposed by black pawns on d5 and e6 – or those positions that can arise from this basic structure, as shown in detail in the overview following the preface. It deserves special mention that the 110 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example 'the top candidate', 'the relegation candidate', 'the only move', 'violence or pressure increase' but also 'joke articles' and the like. 184 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

23,00 €*
Tipp
Schachbrett mit schwarzen und weißen Figuren auf Buchcover
Müller: Typisch Damengambit - Orthodoxe Variante - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die eine oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise fürs Damengambit typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich das Damengambit behandelt wird. Dabei geht es allerdings in diesem Buch ausschließlich um die 'Orthodoxe Variante' (1.d4 d5 2.c4 e6) bzw. um solche Stellungen, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können (mit Ausnahme der Abtauschvariante, denn diese wurde bereits in einem separaten Band behandelt). Besondere Erwähnung verdient noch, dass die mehr als 100 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise – Aufstiegskandidat – Abstiegskandidat – Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung – einziger Zug und dergleichen mehr. 180 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im Dezember 2025 „Typisch Damengambit, Orthodoxe Variante“ ist der neueste Band in der von GM Karsten Müller verfassten Buchreihe für ein effektives Mittelspieltraining, die vom Joachim Beyer Verlag herausgegen wird. Damit wendet sich der auch als Autor sehr erfahrene deutsche Großmeister erneut dem Damengambit zu, das er bereits 2023 in einem Band zur Abtauschvariante behandelt hatte. „Das Wort „typisch“ im Buchtitel weist darauf hin, dass dieses Mittelspieltraining sich auf Stellungen konzentriert, die aus der Eingangszugfolge 1.d4 d5 2.c4 e6 entstehen können. Der Leser, der sich für seine Praxis auf das Damengambit spezialisiert, muss sich beim Durcharbeiten dieses Buches nicht mit Ballast befassen, der für andere Eröffnungen typische Merkmale aufweist, nicht aber für dieses Thema. Das Werk widmet sich sowohl strategischen als auch taktischen Aspekten und Motiven, was ich etwas weiter im Text wieder aufgreifen werde. Um es gleich vorwegzusagen: Karsten Müller fasst seinen Leser nicht mit Glacéhandschuhen an, sondern verlangt ihm einiges an Konzentration, Ausdauer und Einsatzwillen ab. Er führt ihn nicht behutsam Schritt für Schritt ins Thema ein, sondern stellt ihm – vergleichbar mit einem Wurf ins kalte Wasser – von Beginn an Aufgaben, insgesamt 102 an der Zahl. Diese Aufgaben werden anhand eines Diagramms, das eine Brettstellung aus dem Mittelspiel zeigt, definiert. Ergänzt wird diese Stellung um eine Handlungsanweisung. Manchmal erhält der Leser diese in der Form einer Fragestellung, manchmal aber auch nur in einer indirekten Fassung, indem ihm mitgeteilt wird, welche Seite am Zug ist. Beispiele für konkrete Aufträge sind etwa „nur ein weißer Zug gleicht voll aus“, „wie sollte Schwarz sich verteidigen“ oder „warum war der letzte Zug Lg4 ein verhängnisvoller Fehler“. In jedem Fall soll der Leser die Lösung am Brett finden, und natürlich bestenfalls auch begründen können. Zu erwähnen bleibt, dass die Aufgaben bestimmten thematischen Schwerpunkten zugeordnet sind, was dem Leser in manchen Fällen einen zusätzlichen Hinweis zur Lösungsrichtung geben kann. Die Lösungen werden gesammelt gleich im Anschluss an den Abschnitt mit den Aufgabenstellungen abgebildet. Um dem Leser ein aufwändiges Suchen nach einer konkreten Lösung zu ersparen, wird bereits bei den Aufgabenstellungen der Bereich der Seiten angegeben, den er jeweils ansteuern sollte. Die Lösungen sind durchgängig sehr ausführlich gestaltet. Karsten Müller hat einen gesunden Mix aus Text und Varianten gefunden. Ich gehe sehr davon aus, dass kaum jemand eine Lösung komplett selbst so finden wird, wie sie ihm im Buch angeboten wird. Genau das finde ich auch gut, denn es zeigt, dass auch der sehr spielstarke Leser noch einiges wird aufnehmen können. Übrigens geht der Autor bereits in seinem Vorwort darauf ein, dass Mittelspielaufgaben schwerlich im Rahmen von Korridoren nach Spielstärke erstellt werden können. Der Leser soll sich konzentriert mit allem befassen und dabei das lösen, was er kann. Sieht er sich überfordert, soll er die jeweilige Lösung durcharbeiten und so am Beispiel lernen. Wie schon eingangs erwähnt, schult „Typisch Damengambit“ sowohl die strategischen als auch die taktischen Fähigkeiten. Dies wird schon anhand der Handlungsanweisungen zu den Aufgabenstellungen deutlich, aber auch in einzelnen Lösungen, dort dann auch sehr praxisorientiert dargestellt. Ich möchte hierzu 2 Beispiele aufführen, die den Aspekt veranschaulichen. - Lösung zur Aufgabe 24: „Bei vollem Figurenbestand ist der Kampf um eine mögliche Umformung der Bauernstruktur in vollem Gange, wobei (…) Isolani und Hängebauern entstehen können. - Lösung zur Aufgabe 28: „Die momentane Ausgeglichenheit dieser Stellung ist insofern trügerisch, als Weiß bei der geringsten Ungenauigkeit in Nachteil geraten kann. Der Grund liegt (…) Dieses Werk ist zudem auch angenehm zu lesen und bisweilen sogar mit einem Schuss Humor geschrieben. So stellt Karsten Müller auf Seite 85 fest: „Bekanntlich gibt es ‚mysteriöse Turmzüge‘, deren Sinn – außer dem Spieler selbst – niemandem verständlich ist. Hier aber hast Schwarz sich soeben einen ‚mysteriösen Damenzug‘ einfallen lassen (…) Zu ergänzen bleibt, dass jeder Aufgabenstellung ein QR-Code beigefügt ist, über den sich der Leser zu einem Online-Angebot von Chessbase führen lassen kann, wenn er sich online mit den Stellungen befassen möchte. Fazit: "Typisch Damengambit, Orthodoxe Variante erlaubt ein gezieltes Mittelspieltraining zu Stellungen, die aus der Zugfolge 1.d4 d5 2.c4 e6 entstehen. Das Buch ist anspruchsvoll und aufgrund seiner verschiedenen Möglichkeiten der Nutzung – vom Arbeitsbuch bis zum Lehrbuch – für grundsätzlich jeden Spieler geeignet, zumindest ab Klubniveau. Die Beschäftigung mit ihm macht Spaß, weil es zudem nett geschrieben ist und einen zusätzlichen Unterhaltungswert hat. Rezension von Andreas Wittek im November 2025 Die Spielweise 3. ... Sf6 bezeichnete Großmeister Siegbert Tarrasch (1862–1934) als „orthodox", weil er diesen schwarzen Plan für altmodisch hielt. So entstand die Bezeichnung des Systems: 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 e7–e6 3. Sb1–c3 Sg8–f6 Das „Damengambit" ist eine häufig gespielte Schacheröffnung aus der Gruppe der „Geschlossenen Spiele" und unter den ECO-Codes D06 bis D69 rubriziert. Die Hauptzugfolge ist: 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 Jede Hauptvariante des „Abgelehnten Damengambits" ist unter den ECO-Codes D30 bis D69 klassifiziert, welche mit den folgenden Zügen beginnen: 1. d2–d4 d7–d5 2. c2–c4 e7–e6 Das „Abgelehnte Damengambit" gilt heute als eine der beständigsten Eröffnungen und ist ein häufiger Gast in Wettkämpfen auf den verschiedensten Ebenen, ja sogar bei einigen Schachweltmeisterschaften der vergangenen Jahre. Schachweltmeisterschaft 2008: - Halbslawische Verteidigung [D49], in Partie 3 - Abgelehntes Damengambit [D37], in Partie 4 - Halbslawische Verteidigung [D49], in Partie 5 - Abgelehntes Damengambit (Wiener Variante) [D39], in Partie 8 - Halbslawische Verteidigung (Moskauer Variante) [D43], in Partie 9 Schachweltmeisterschaft 2010: - Lasker-Verteidigung im Abgelehnten Damengambit [D57], in Partie 12 Schachweltmeisterschaft 2014: Abgelehntes Damengambit [D37], in Partie 3 Abgelehntes Damengambit [D37], in Partie 8 Schachweltmeisterschaft 2018: Abgelehntes Damengambit [D37], in Partie 2 Abgelehntes Damengambit [D37], in Partie 7 Das neu publizierte Druckwerk aus dem Joachim Beyer Verlag von Karsten Müller mit dem Titel „Typisch Damengambit – Orthodoxe Variante (1.d4 d5 2.c4 e6) – Effektives Mittelspieltraining" ist ein eigens zugeschnittenes „Lernkompendium für das Mittelspiel des Abgelehnten Damengambits", es umfasst 180 Seiten. Dabei geht Müller in diesem Buch ausschließlich auf die „Orthodoxe Variante" ein, das heißt auf Stellungen, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen können. Ausgenommen ist hierbei die „Abtauschvariante", denn diese hat der Autor bereits in einem gesonderten Band erörtert. Auf Seite 5 ist ein Inhaltsverzeichnis niedergeschrieben, ein Vorwort auf Seite 6 und Seite 7, eine genaue Zeichenerklärung auf Seite 9, ein Quellenverzeichnis auf Seite 178. Dieses „Mittelspielbuch des Damengambits – Orthodoxe Variante" enthält 102 Mittelspielaufgaben, welche mit QR-Codes versehen sind. Über QR-Codes sind zu allen von Müller ausgewählten 102 Partien bei Chessbase Schachdiagramme sowie eine Reihe wichtiger Varianten verknüpft. Dies bietet dem Schachinteressierten / der Schachinteressierten eine komfortable Möglichkeit, besondere Stellungen einer Partie wahlweise der schwarzen Seite oder der weißen Seite virtuell aufzustellen und genauer zu studieren. Ein relativ ausführlicher Erklärungstext zu den einzelnen speziellen Mittelspielpartien ist in dem Lösungsteil des Schachbuchs von Müller auf den Seiten 39 bis 177 zu finden. Müller beschreibt beispielsweise positionelle Feinheiten bei der konkreten Mittelspielstellung, in der von ihm dargelegten ersten Partie „Kowsarinia – Malakhov", St. Petersburg 2014, gut nachvollziehbar. Malakhov zieht, im siebten Zug dieser Partie, mit dem schwarzen Königsspringer vom Feld f6 zu dem Feld e4 und wendet, unter Berücksichtigung der vorherigen Züge in der Partie 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 Le7 5.Lg5 0-0 6.e3 h6 7.Lh4 Se4, eine Variante der „klassischen Lasker-Verteidigung im Abgelehnten Damengambit" [D57] an. Müllers genauen Analyse nach zufolge, ab dem 16. Partiezug von Schwarz, verdienen vier schachliche Denkfiguren jeweils Beachtung, mit denen Weiß eine „befriedigende Verteidigung" aufbauen könnte. Es empfiehlt sich, jede einzelne spezielle Partie am Computer und / oder mit dem eigenen dreidimensionalen Schachbrett in Ruhe nachzuspielen, um ein Gefühl für spezifische potenzielle Stellungsmuster zu entwickeln, ja im Laufe der Zeit entwickeln zu können. Da die Aufgaben ziemlich anspruchsvoll sind, ist dies kein Anfängerbuch, sondern klar ein Lehrwerk für Schachinteressierte einer höheren Stufe, das heißt, einer höheren Leistungsklasse. Müller gibt seine hauptsächliche Zielgruppe der Leser / Leserinnen dieses Schachbuchs, auf Seite 6 im Vorwort, mit einer Elo-Zahl von 1400 bis 2000 an. Bei der „Elo-Zahl" handelt es sich um eine Maßzahl, für die individuelle Spielstärke. Nichtsdestotrotz kann ebenfalls ein Schachspieler / eine Schachspielerin mit weniger Wissen sich an diesen Aufgaben versuchen, wenn derjenige / diejenige dazu bereit ist, sich das für die Lösung / das Verständnis dieser Aufgaben notwendige schachliche Wissen in kleinen Schritten zu erarbeiten. Diesen gedanklichen Hintergrund offensichtlich berücksichtigend, schreibt Müller auf Seite 7 (Zitat): „Und darum ein guter Rat – ganz gleich, welche Spielstärke Sie auf die Matte bringen. Nehmen Sie die Beschäftigung mit jeder einzelnen Aufgabe ernst, aber lassen Sie diese auf keinen Fall in Folter ausarten! Sobald Sie auf allzu große Hindernisse bzw. Widerstände stoßen, nehmen Sie sich einfach die Freiheit: Schlagen Sie die Lösung auf und funktionieren Sie das Testbuch in ein Lehrbuch um!" Rezension von Jörg Palitzsch im Oktober 2025 Dieses Schachbuch überzeugt durch seine originelle und zugleich augenzwinkernde Herangehensweise an ein scheinbar trockenes Thema: das Mittelspiel im Damengambit, genauer das Orthodoxen Damengambit mit 1. d4 d5 2. c4 e6, und solchen Stellungen, die aus dieser Grundstruktur hervorgehen. Schon der Einstieg von Autor GM Dr. Karsten Müller mit dem Vergleich zum Französischlernen zeigt den leisen Humor und die sprachliche Wendigkeit des Autors. Wer hier ein konventionelles Schachlehrbuch erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt – der Autor denkt didaktisch wie sprachlich in Bildern und Analogien, die den Leser sofort in den Bann ziehen. Mit bemerkenswerter Klarheit legt der Verfasser dar, dass es zwar unzählige Werke über Eröffnungen gibt – also über den „Sprachunterricht“ des Schachs –, dass aber eine systematische, strukturierte Behandlung der Mittelspielprinzipien spezifischer Eröffnungen weitgehend fehlt. Gerade dieses „auffällige Vakuum“ will das Buch füllen. Dabei zeigt sich, dass hier jemand schreibt, der nicht nur didaktisches Feingefühl, sondern auch ein tiefes Verständnis für die praktischen Bedürfnisse von Schachspielern besitzt. 102 Aufgaben, jeweils versehen mit einem QR-Code zum Scannen, führen weit ins Thema hinein, bieten eine vom Buch unabhängige Bearbeitung und Analyse. Besonders hervorzuheben ist die Ehrlichkeit des Autors im Umgang mit seinem Publikum. Er verschweigt nicht, dass die Arbeit mit einem reinen Übungsbuch sowohl für schwächere als auch für stärkere Spieler eine Herausforderung sein kann. Er ruft deshalb zu einer Balance aus Ehrgeiz und Gelassenheit auf. Eine wohltuend Perspektive in einer Disziplin, die allzu oft in dogmatische Trainingsmethoden, also starr sowie unflexibel und an bestimmte Glaubenssätze oder Regeln gebunden sind. Die Empfehlung des Autors, das Buch bei Bedarf einfach vom Test- zum Lehrbuch „umzufunktionieren“, wirkt sympathisch und pragmatisch zugleich. Das Buch vermittelt das Gefühl, dass hier kein trockener Theoretiker, sondern ein erfahrener Praktiker am Werk ist. Als erfahrener Schachspieler und Autor vermittelt Karsten Müller für Aufstiegs- und Abstiegskandidaten nicht nur komplexe Inhalte verständlich, sondern auch die Haltung, mit der man Schach – und vielleicht auch das Lernen selbst – angehen sollte: mit Neugier, Geduld und einer Prise Humor.

22,80 €*
Buchcover: Schachbrett mit Figuren und Titel
Müller: Typical Queen´s Gambit - Orthodox Variation
In designing this book, the author was guided by the following considerations. If you want to learn this or that opening, you can choose from dozens or even hundreds of textbooks. But what if you want to get familiar with the middlegame strategy used in positions that have emerged from exactly this or that opening? Or to put it another way: in positions that are typical for this or that opening. Of course, in every middlegame textbook there's one or the other position that clearly comes from this or that opening. However, their number is negligible in the context of example positions from all the other openings whose middlegame treatment the reader doesn't want to learn at all. For example, aren't the issues of hanging pawns and minority attack – the author asks with good reason – just as dispensable for an e4 player as they are essential for a d4 player? – Why should a die-hard enthusiast of Indian openings care about the strategic intricacies of positions resulting from all those complicated Queen's Gambit systems? And of course vice versa: what use are all these subtleties of Indian positions to a player who 'by nature' avoids fianchetto openings? And it's precisely this conspicuous and astounding vacuum in the area of middlegame literature that inspired the author to make an appropriate attempt at improvement: If you want to learn French (the opening, mind you, and not the language!), you will get a textbook and exercise book in which only French is 'spoken' or played. However, this book deals exclusively with the Orthodox Queen's Gambit (1.d4 d5 2.c4 e6) – or, more precisely, with positions that can arise from this basic structure. It deserves special mention that the more than 100 exercises have been assigned to specific topics for the benefit of entertaining diversity – for example 'relegation candidate', 'only move', 'violence or pressure increase' and the like. 178 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

23,00 €*
Tipp
Buchcover: Schachbrett und Figuren zum Damengambit
Müller: Typisch Damengambit Abtauschvariante - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise fürs Damengambit typische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich das Damengambit behandelt wird. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um die 'Abtauschvariante' – genauer gesagt: um Stellungen vom Typ 'Karlsbader Struktur' mit weißen Bauern auf d4 und e3 gegenüber schwarzen auf c6 und d5, die typisch für die allermeisten Systeme ist, die aus der Abtauschvariante hervorgehen. Besondere Erwähnung verdient noch die Tatsache, dass die 120 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise: – Aufstiegskandidat – Abstiegskandidat – Gewaltmaßnahme oder Drucksteigerung – einziger Zug und dergleichen mehr. 178 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im Februar 2024 Der Buchtitel „Typisch Damengambit“ mag auf den ersten Blick auf ein neues Eröffnungswerk hindeuten. Diese Neuerscheinung aus der Feder von GM Karsten Müller ist aber dem Mittelspieltraining zugewendet, wie der Untertitel „Effektives Mittelspieltraining“ bestätigt. Speziell geht es um das Mittelspieltraining von Stellungen, die aus der Abtauschvariante des Damengambits entstanden sind. Erschienen ist dieses neue Buch 2023 im Joachim Beyer Verlag. Im Kern geht es um 120 an den Leser gerichtete Aufgabenstellungen und die Besprechung der Lösungen darauf. Die Aufgaben werden anhand eines Diagramms, das die Ausgangsstellung anzeigt, und zumeist einer konkret formulierten Frage gestellt. Diese Fragen sind sehr vielgestaltig. Mal ist zu prüfen, ob ein konkretes Bauernopfer korrekt ist, dann ist eine Standardverteidigung als Antwort auf einen bestimmten Zug zu finden oder auch zu prüfen, welcher einzige Zug einen Schaden gerade noch in Grenzen hält. Diese Vielseitigkeit in den Aufgabenstellungen ist Garant dafür, dass die Arbeit mit dem Werk nicht eintönig oder gar langweilig wird. Nur ausnahmsweise erfährt der Leser nicht mehr als die Partei am Zug. In diesen Fällen einer komplett offenen Herangehensweise ist der Leser fast auf sich allein gestellt und muss ohne einen konkreten Hinweis zur Natur der gesuchten Lösung ans Werk gehen. Einen kleinen Hinweis bekommt er aber doch auch dann, und zwar in der Form der Zuordnung der Aufgabe zu einem bestimmten Aufgabengebiet. Müller hat Kategorien wie „Konkrete Frage“, „Kandidaten“. „Drucksteigerung oder konkrete Aktion?“ oder beispielsweise auch „Einziger Zug“ geschaffen. Zu jeder Aufgabenstellung ist ein QR-Code abgebildet. Wenn der Leser diesen einscannt, wird er zu einem Online-Angebot von Chessbase geführt. Er landet dann bei der Partie, aus der die Aufgabenstellung entnommen ist. Abgebildet sind die Partiezüge mit Varianten, ohne aber die Texterläuterungen in den Lösungen im Buch. Den Lösungsteil im Buch findet der Leser en block unmittelbar im Anschluss an die Aufgabenstellungen. Diese sind so ausführlich gehalten, dass sie auch vom weniger erfahrenen Spieler gut nachvollzogen werden können. Auf welcher Buchseite die Lösung zu einer Aufgabenstellung zu finden ist, wird jeweils als „Seitenkorridor“ die Aufgabenstellungen ergänzend angegeben. So ist ein gezieltes Aufschlagen einfach möglich. Das Buch konzentriert sich auf die Stellungen vom Typ „Karlsbader Struktur“. Diese werden unmittelbar vor dem Aufgabenteil anhand von Diagrammen veranschaulicht. Über welche Spielstärke sollte der Leser verfügen, um gut mit dem Werk arbeiten zu können? Nach meiner Einschätzung sollte ab dem einfachen Klubspieler jeder damit zurechtkommen. In seinem Vorwort geht Müller darauf ein und zeigt auf, wie schwierig es ist, ein Aufgabenbuch wie das vorliegende in eine Verbindung mit Kategorien der Spielstärke zu bringen. Er rät: „… ganz gleich welche Spielstärke Sie auf die Matte bringen. Nehmen Sie die Beschäftigung mit jeder einzelnen Aufgabe ernst, aber lassen Sie diese auf keinen Fall in Folter ausarten! Sobald Sie auf allzu große Hindernisse oder Widerstände stoßen, schlagen Sie einfach die Lösung auf und funktionieren Sie das Testbuch in ein Lehrbuch um.“ Der Rat passt! Fazit: „Typisch Damengambit“ ist ein Buch, das eine Lücke in der Schachliteratur füllt. Es erlaubt ein gezieltes Mittelspieltraining ganz speziell für Stellungsmuster („Karlsbader Struktur“), die aus der Abtauschvariante des Damengambits entstehen. Die Vielseitigkeit der Aufgabenstellungen garantiert, dass keine Langeweile aufkommen kann. Ich kann das Werk jedem Spieler empfehlen, der sich mindestens dem Leistungsniveau des einfachen Klubspielers zuordnet. Rezension von Christian Koschetzki im September 2023 Wer kennt das nicht? Man kauft sich ein Buch oder eine DVD über eine vielversprechende Eröffnung, um damit einen Wissensvorsprung gegenüber Anderen zu bekommen, und stellt bei näherer Betrachtung des Mediums fest, dass es nicht auf die Bedürfnisse Einzelner eingeht und dermaßen mit Analysen überfrachtet ist, dass man beim Durcharbeiten den Wald vor lauter Variantenbäumen nicht mehr sieht. Hinzu kommt, dass das Gelernte gelegentlich nicht in der Turnierpraxis angewendet werden kann, da es andere Varianten bzw. verschiedene Übergänge in andere Eröffnungen gibt. Wer dies bis jetzt geglaubt hatte, wird im Buch von Dr. Karsten Müller „Typisch Damengambit - Abtauschvariante - Effektives Mittelspieltraining“ - eines anderen belehrt. Der Autor hat es im Laufe seiner Schachkarriere zu einer Vielzahl von Büchern gebracht, insbesondere hat er sich als weltbester Endspielexperte hervorgetan. Warum sollte man aber ein Buch, welches sich mit den Gegebenheiten der Eröffnung bis hinein ins Mittelspiel beschäftigt, überhaupt in Erwägung ziehen, wenn es von einem Endspielexperten stammt? Die Antwort liegt auf der Hand, da das Endspielwissen das Fundament für jede Eröffnung und jedes Mittelspiel bildet. Insoweit war ich sehr gespannt, was mich in dem Buch erwartete. Es erschien in der 1. Auflage im August 2023 im Joachim Beyer Verlag und enthält auf 178 Seiten neben den 120 Aufgaben eine Vielzahl von zusätzlichen Nuancen. So werden die Bauernstrukturen in dem Buch behandelt, zu denen die Abtauschvariante im Damengambit führen kann. Aufbauend auf der Karlsbader Bauernstruktur werden zu den einzelnen 120 Übungen Verständnisfragen gestellt, die mit abwechslungsreicher und unterhaltsamer Veranschaulichung dargeboten werden. Damit stellt das Buch neben einem üblichen Lehrbuch ein Übungsbuch dar, um somit einen tiefgreifenden Einblick in die komplexen Mittelspielstrukturen und die strategischen Mittelspielpläne zu vermitteln. Damit schließt Karsten Müller das Vakuum zwischen Eröffnung und Mittelspiel für das Damengambit – ganz ähnlich, wie er in seinem Buch „Magie der Schachtaktik“ als Pionier die Transformation von Vorteilen erläutert. Man darf also gespannt sein, ob Dr. Karsten Müller auch weitere Eröffnungen mit den dazugehörigen Mittelspielplänen verzahnt, was zu einem Unikum in der Schachliteratur führt. Zielsetzung ist hier, nicht nur dem Clubspieler, sondern auch den Amateuren etwas Handfestes an die Hand zu geben. Gut gelungen ist der Hinweis im Vorwort, dass dieses Buch nicht an ein gewisses Spektrum der Spielstärke gekoppelt ist, sondern durch den Fleiß jedes Einzelnen ein größtmöglicher Nutzen erreichbar ist. Insoweit animiert der Autor den Leser, den Wert seiner Spielstärke durch eigene Fleißarbeit zu steigern. Da das Buch gut strukturiert aufgebaut ist, erhält der Leser in den 120 Übungen alle wesentlichen Informationen zur Abtauschvariante des Damengambits. Dabei sind die Aufgaben sehr sorgfältig ausgewählt, wie man es von Dr. Karsten Müller auch nicht anders gewöhnt ist. Der Erfolg der Lektüre in der Turnierpraxis hängt vom Verständnis des Lesers ab, insoweit wird ihm auch nicht „vorgegaukelt“, es sei an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet. Von daher eine lohnenswerte Lektüre. Rezension von Christian Hoethe im September 2023 In den letzten Monaten hatte ich vermehrt die Gelegenheit, wieder ein paar intensivere Blicke in Schachbücher zu werfen. Dabei stach die Neuerscheinung "Typisch Damengambit (Abtauschvariante) – Effektives Mittelspieltraining" aus der Feder von Großmeister Karsten Müller doch heraus. Wie das? Zuerst einmal, weil es – typisch für GM Müller! – wieder einmal ein Arbeitsbuch ist und den Leser konkret fordert. Schachbücher, die ihren Lesern abverlangen, sich aktiv einzubringen,  sind relativ selten geworden im Vergleich zu Partiensammlungen, mit denen sich der Leser eher "bespaßen" lassen kann. Man merkt es dem Hamburger Großmeister an: Er ist wahrhaftig daran interessiert, seinen Schülern etwas zu vermitteln, etwas, das bleibenden Wert besitzt und im Idealfall noch die Spielstärke steigert. Diese Absicht allein ist schon bemerkenswert! Nach dem Sizilianer konzentriert sich Müller bei der Partieauswahl – wie der Titel offenbart – diesmal ausschließlich auf Mittelspiel-Stellungen, die aus der Abtauschvariante des orthodoxen Damengambits entstanden sind. Ähnlich wie Lothar Nikolaiczuk in der 90er-Jahre Reihe "Gezielte Mittelspielstrategie", richtet sich der Autor gezielt an Anhänger einer ganz bestimmten Eröffnung, in diesem Band des Damengambits – ganz gleich, ob sie diese Eröffnung mit Weiß oder Schwarz spielen! Warum das Sinn macht und den Trainingserfolg intensiviert, erklärt der Großmeister sowohl im Vorwort als auch auf dem Klappentext. Auf den Punkt gebracht: Eingefleischte 1. e4-Spieler müssen sich nicht mit Mittelspielstrukturen auseinandersetzen, die aus 1. d4-Eröffnungen entstanden sind und umgekehrt.  Das Inhaltsverzeichnis ist dabei bewusst nüchtern gehalten und gibt dem Leser keinerlei Hinweise (wie beispielsweise 'Minoritätsangriff') bezüglich der richtigen Antworten auf die 120 Fragen zu entsprechend vielen Partiebeispielen.  Was mir insbesondere gefällt, ist die Tatsache, dass die Partien nicht erst ab der kritischen Mittelspielstellung gezeigt werden, wie es ja in anderen Büchern häufig der Fall ist. Vielmehr kann man die Züge, die zur jeweiligen Fragestellung führen, am Brett direkt nachspielen! Das gefiel mir schon in Euwe´s "Mittelspiel" und das finde ich bis heute ideal.  Die Partienauswahl hat mir dabei ebenso gut gefallen: Müller schafft einen idealen Mix der möglichen und typischen Mittelspiel-Pläne und kommentiert dabei wohlwollend ausführlich. Selbst, wer nicht unbedingt aktiv an der Beantwortung der Fragen interessiert ist, sondern nur "einfach so" Partien aus der Damengambit-Abtauschvariante nachspielen möchte, kommt nicht daran vorbei, aus jeder Partie unbewusst doch etwas zu lernen . Und was kann man sich mehr von einem spezialisierten Mittelspielbuch wie diesem erhoffen?   Fazit: Meiner Meinung nach ein wirklich gutes Mittelspielbuch von Karsten Müller, denn der Titel "Effektives Mittelspieltraining" hält definitiv, was er verspricht! 

22,80 €*
Tipp
Gelbes Buchcover mit Schachbrett und Figuren
Müller: Typisch Sizilianisch - Effektives Mittelspieltraining
Wer diese oder jene Eröffnung lernen will, kann unter vielen oder gar Dutzenden von Lehrbüchern auswählen. Aber wie sieht es aus, wenn man sich mit der Mittelspielstrategie vertraut machen will, die in Stellungen angewendet werden sollte, die aus genau dieser oder jener Eröffnung hervorgegangen sind? Oder anders ausgedrückt: in Stellungen, die für diese oder jene Eröffnung typisch sind. Natürlich gibt es in jedem Mittelspiel-Lehrbuch die ein oder andere Stellung, die eindeutig dieser oder jener Eröffnung zugeordnet werden kann. Allerdings ist deren Zahl verschwindend gering im Umfeld von Stellungen aus all den anderen Eröffnungen, die dort exemplarisch behandelt werden. Und somit von lauter Stellungen, deren strategische Behandlung der Leser eigentlich gar nicht erlernen will. Ist beispielsweise – so fragt der Autor durchaus begründet – die Behandlung der Themen Hängebauern und Minoritätsangriff für einen e4-Spieler nicht ebenso verzichtbar, wie sie für einen d4-Spieler unerlässlich ist? – Warum sollte ein eingefleischter Anhänger indischer Eröffnungen sich für die strategischen Feinheiten von Stellungen interessieren, die aus all diesen komplizierten Damengambit-Systemen resultieren? Und natürlich auch umgekehrt: Was kann ein Spieler mit all diesen Feinheiten indischer Stellungen anfangen, der um Fianchetto-Eröffnungen prinzipiell einen großen Bogen macht? Und genau dieses ebenso auffällige wie verblüffende Vakuum im Bereich der Mittelspiel-Literatur hat den Autor zu einem Verbesserungsversuch inspiriert: Wer beispielsweise Sizilianische Mittelspielstrategie lernen will, der bekommt ein Lehr- und Übungsbuch, in dem ausschließlich Sizilianer behandelt werden. Dabei geht es allerdings in diesem Buch zunächst nur um Stellungen vom Typ 'offener Sizilianer' – und zwar um solche mit dem aus den Bauern d6 und e6 bestehenden 'kleinen Zentrum', das für die allermeisten sizilianischen Systeme typisch ist.. Besondere Erwähnung verdient noch die Tatsache, dass die über 150 Übungen zwecks abwechslungsreicher und entsprechend unterhaltsamer Darbietung bestimmten Themen zugeordnet wurden – beispielsweise 'Aufstiegskandidat', 'Abstiegskandidat', 'Gewaltmaßnahme oder Druck- steigerung' und dergleichen mehr. 162 Seiten, kartoniert Joachim Beyer Verlag Rezension von Christian Hoethe im Dezember 2022 Als jemand, der schon immer gern von einer Eröffnung zur nächsten wechselte, um frische Stellungen aufs Brett zu bekommen, hatte ich stets einen "soft spot" für die legendäre Sizilianische Verteidigung. Eine Eröffnung, die Schwarz die statistisch besten Siegeschancen verspricht, dem Anziehenden frühe Vereinfachungen vorenthält und die spannende strategische wie taktische Mittelspielpläne enthält, ist einfach zu gut, um wahr zu sein! Auch die kämpferischsten Weltmeister wie Fischer, Kasparow und Carlsen haben auch den Sizilianer in ihrem Arsenal. Seine große Popularität ist dafür verantwortlich, dass der Sizilianer auch literarisch so beliebt ist wie keine andere Eröffnung. Aber wirklich gleichermaßen fesselnde wie instruktive Bücher zum Sizilianer sind leider selten. Spontan fallen mir Polugajewskis zwei Bände "Im sizilianischen Labyrinth" ein, Ksieskis "Sizilianisch mit e6 und d6 - Mittelspielpraxis", Zellers "Sizilianisch im Geiste des Igels" und erneut Polugajewskis "Sicilian Love". Großmeister Karsten Müller hat sich der Aufgabe gestellt, ein weiteres Buch zur sizilianischen Mittelspielpraxis herauszubringen, das sich allerdings doch wesentlich von den vorgenannten Werken unterscheidet. Analog der Reihe "Gezielte Mittelspielstrategie" aus den frühen 90er Jahren von Lothar Nikolaiczuk richtet sich das Buch Müllers gezielt an Fans einer konkreten Eröffnung, hier: der Sizilianischen Verteidigung. Gegenüber herkömmlichen Mittelspielbüchern hat das den enormen Vorteil, dass man sich ausschließlich "einer großen Sache" widmet und keinen unnötigen Ballast anhäuft, der aus Eröffnungen entsteht, die man womöglich gar nicht im eigenen Repertoire hat. Im Gegensatz zu den vorgenannten Werken jedoch ist Müllers Buch nicht nur vorwiegend "einfaches" Lesevergnügen. Denn wie gleich zu Beginn der Lektüre klar wird, handelt es sich um ein intensives Arbeitsbuch zur Sizilianischen Verteidigung mit mehr als 150 Aufgaben, die aus dem offenen Sizilianer entstanden sind Wer sich mit Schwarz mit Sizilianisch verteidigt oder mit Weiß 1. e4 spielt und entsprechend häufig auf 1...c5 trifft, der ist nach dem Studium dieses neuen Titels aus der Feder von GM Karsten Müller sehr viel besser mit typisch sizilianischen Mittelspielverfahren vertraut! 

22,80 €*
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Porträt eines Mannes mit Bart und Filmstreifen-Collage
Müller: Bobby Fischer 60 beste Partien (kartoniert)
Es gibt wohl keinen anderen Spieler, der die Schachwelt in so vielen Bereichen und derart einschneidend verändert hat – wie Robert James Fischer, für den sich unter den Schachspielern der Welt der Name Bobby Fischer eingebürgert hat. Von seinen spektakulären Erfolgen sind besonders seine geradezu deklassierenden Siege gegen gleich drei sowjetische Großmeister Anfang der Siebziger hervorzuheben, eine Art Wachablösung im Kampf um den Weltmeistertitel, den die Sowjets seit mehr als zwei Jahrzehnten quasi abonniert hatten. Dies löste einen weltweiten Schach-Boom aus, obwohl es genauer heißen muss: Es löste einen Schach-Boom speziell in der westlichen Welt aus, denn in der Sowjetunion mit Millionen von Vereinsspielern war ein solcher Boom ja offenbar kaum noch erforderlich. Viele Spieler aller Klassen haben wegen der damaligen Ereignisse rund um Bobby Fischer überhaupt erst mit dem königlichen Spiel begonnen. Seine Partien sind legendär, und da sie natürlich schon in etlichen Werken ausgiebig analysiert und ausführlich kommentiert wurden, liegt die Frage nahe: Was soll ein weiteres Buch da überhaupt noch bringen? Der Hamburger Großmeister Karsten Müller hat die seiner Meinung nach 60 in- struktivsten Partien Bobby Fischers ausgewählt und diese einmal mit verschiedenen neueren Engines geprüft. Dabei sind ihm zwar zahlreiche Fehler in den alten Analysen aufgefallen, aber Bobbys Partien strahlen ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder sogar noch heller. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen stößt nur selten auf Fehler, und entsprechend kann jeder Leser mehr denn je aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke erfolgsorientiert zu verbessern. Nicht allein die zahlreichen im Buch gebotenen Fotos von fast allen Gegnern Fischers versetzen den Leser zurück in ‚alte Schachzeiten' sondern auch die in vielen Partien eingefügten Zitate. So erhalten selbst jüngere Spieler einen guten Eindruck davon, wie es in der Schachwelt zuging, als es beispielsweise noch Hängepartien gab und kein Spieler sich vor der Analyse drücken konnte, indem er diesen Job einfach an seinen Computer delegiert.232 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Christian Hoethe im September 2022 Den meisten Schachspielern ist Fischers Klassiker „Meine 60 denkwürdigen Partien“ natürlich ein Begriff. – Wozu braucht es also ein Buch, das auf den ersten flüchtigen Blick nur eine Wiederholung dessen darstellt? Als definitiver Fan von Fischers Spielweise muss ich gestehen, dass ich mich genau das fragte, als mir das Buch vorlag. Fasziniert war ich sogleich, als ich das Vorwort Karsten Müllers las und er dort dieselbe Frage stellte und sie direkt selbst beantwortete. Dabei hat sich der bekannte Hamburger Großmeister und Autor Dr. Karsten Müller nicht nur die Mühe gemacht, das gesamte Schaffen Fischers neu zu beleuchten und die seiner Meinung nach 60 instruktivsten Partien des ehemaligen Weltmeisters einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei hat er, unterstützt von den modernsten Computer-Engines der Welt, bemerkenswerte Entdeckungen zutage gefördert und interessante Schlussfolgerungen gezogen, die er mit seinen Lesern und allen Fischer-Fans teilen möchte. Vielmehr bestand die erweitere Absicht des Autors auch darin, den Leser - frei nach Vidmar - in „goldene Schachzeiten“ zurückzuversetzen, in eine Zeit, in der Hängepartien üblich waren und sich kein Spieler mit einer Engine bewaffnet vor einer eigenständigen Analyse drücken konnte. All dies gelingt ihm anhand der zahlreichen im Buch enthaltenen Fotos überraschend gut, darunter nicht nur viele unbekannte Aufnahmen von Fischer selbst, sondern auch insbesondere von seinen durchweg namhaften Gegner. Ich muss gestehen, dass mir diese Art der schachhistorischen Nostalgie und persönlichen Note überaus gefallen hat. Dieser Eindruck verstärkte sich zusätzlich beim Lesen des Geleitwortes von Großmeister Dr. Robert Hübner, das sich einerseits kurz mit dem „Mythos Fischer“, aber auch mit der Partienauswahl und -kommentierung durch Karsten Müller befasst. Die Entscheidung Karsten Müllers für ein „reines Schachbuch“ über Fischer wird dabei zu Recht als Kompliment Hübners an den Autor ausgedrückt. Wer sich nun die Frage stellt, wie groß die Anzahl der Partien-Überschneidungen zu Fischers „Meine 60 denkwürdigen Partien“ ist, kann sich entspannt zurücklehnen, denn es gibt nur 16 derartige Fälle. Die übrigen 44 Partien hielt Karsten Müller aus anderen Gründen für instruktiver, zumal Fischers Werk auch im Jahr 1967 endet und Müller somit aus einem anderen Fundus auszuwählen vermochte. Die Partiekommentare bleiben in der überwiegenden Zahl der Fälle angenehm auf das Wesentliche reduziert, so dass der rote Faden des Spielgeschehens nie verlorengeht und der Leser sich hervorragend von Müller durch die Partien geleitet fühlt. Das Buch aus dem renommierten Joachim Beyer Verlag macht dank seiner Übersichtlichkeit und dem Hardcover einen sehr hochwertigen Eindruck. Wer sich einzelne oder gar alle Partien „to go“, sprich unterwegs, ansehen möchte, vermag dies anhand der QR-Codes, die sich über jeder Partie befinden. Etwas schade und damit der einzige Kritikpunkt von mir ist, dass sich aufgrund des Druckbildes vereinzelt leere Seiten im Buch finden. Hier wären ggf. Kurzbiographien ausgewählter Fischer-Gegner möglich gewesen. Vielleicht ist das eine Anregung für die Zweitauflage? Insgesamt ein ebenso gutes wie überraschendes Buch zu Fischer, das mit einer leichten und angenehmen nostalgischen Note daherkommt!   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2022 Bobby Fischer war und ist eine Projektionsfläche und regt immer noch dazu an, sich mit ihm zu beschäftigen. 2014 kam der Film „Baueropfer – Spiel der Könige“ in die Kinos, Thema war der Kampf um die Weltmeisterschaft 1972 in Reykjavik, und im Knesebek-Verlag erschien jüngst eine Graphic Novel unter dem Titel „Bobby Fischer, Eine Schachlegende zwischen Genie und Wahnsinn“. Auch in zahlreichen Büchern steht Fischer im Mittelpunkt, er selbst hat unter anderem Lehrbücher veröffentlicht und das Werk „Meine 60 denkwürdigen Partien“ von 1957 bis 1967, noch vor seinem Sturm auf die WM-Krone. Mit seinem Buch „Bobby Fischer, 60 beste Partien“ hat Schachgroßmeister und Autor Karsten Müller nun ein weiteres Werk dem Fischer-Universum hinzugefügt. Er hat 60 der instruktivsten Partien Fischers ausgewählt und mit verschiedenen neueren Engines geprüft, heißt es im Vorwort. Dabei seien zwar Fehler in alten Analysen aufgefallen, aber Fischers Partien würden ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder noch heller strahlen. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen sei nur selten auf Fehler gestoßen, dementsprechend könne jeder Leser aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke zu verbessern. Hilfreich sind QR-Codes, mit denen man jede der Partien, die von 1963 bis 1992 reichen, auf das Handy holen und nachspielen kann. Sieben der Partien sind aus dem Jahre 1972 gegen Boris Spasski in Reykjavik und sechs gegen Spasski von 1992 in Sveti Stefan/Belgrad. Im Geleitwort betont Schachgroßmeister Robert Hübner, Müllers Arbeit sei vorzüglich dazu geeignet, einen ersten Zugang zu Fischers Meisterschaften zu gewinnen. Die Kommentare sind kurz und knapp gehalten, die wichtigsten Angaben der Rechner mitgeteilt und man wird nicht durch eine Unmenge von Varianten abgelenkt. Gleichwohl gibt es an einigen Stellen eine vertiefte Analyse, mit denen man die Gedankengänge hinter der Zügen nachverfolgen kann. Ein zusätzliches Plus sind die im Buch verteilten, rund 50 zum Teil ganzseitigen Fotos von Fischers Gegnern. Dazu kommen Zitate, die Fischers Spiel kommentieren. Dies lässt eine große Schachepoche mehr als erahnen, im Zusammenspiel mit den Partien kann man sich in eine Schachwelt vertiefen, die mit ihren Protagonisten und Bobby Fischer an der Spitze bis heute von ihrer Faszination nichts eingebüßt hat.    

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