Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Produkte filtern

Historisches Buchcover mit Frau am Schachbrett
Geilmann: Veras Vermächtnis
Vera Menchik-Stevenson (1906 – 1944) war die erste Schachweltmeisterin. Sie konnte den Titel im Jahre 1927 erringen und 17 Jahre lang verteidigen. Außerdem gelang es ihr, namhafte Meisterspieler wie Max Euwe, Samuel Reshevsky, Frederick Yates, Edgar Colle, Karel Opocensky, Sir George Thomas, Akiba Rubinstein und Sultan Khan in hochklassigen Turnieren zu besiegen. Sie war insoweit die mit großem Abstand stärkste Spielerin ihrer Zeit und ist bis heute ein großes Vorbild. Heute kennen Vera, die im Alter von nur 38 Jahren einem Luftangriff auf London zum Opfer fiel, aber nur wenige Schachexperten. Dieses Buch soll hier ein wenig abhelfen. Die Biografie zeichnet die wesentlichen Stationen ihres Lebens nach und dokumentiert einige wichtige Partien.   Ulrich Geilmann wurde 1963 in Essen geboren und wohnt am Niederrhein. Er ist diplomierter Raumplaner und im öffentlichen Dienst tätig. Als profunder Hobbyschachspieler, ehemaliger Schachbundesligafunktionär sowie Mitglied der Emanuel Lasker Gesellschaft kennt sich Geilmann in der Schachszene gut aus und hat inzwischen mehrere Schachbücher geschrieben. Es ist bereits das siebente Schachbuch im Joachim Beyer Verlag. 254 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Jörg Palitzsch im Januar 2026 Ulrich Geilmann widmet sich in seinem Buch „Veras Vermächtnis“ dem Leben und der Bedeutung von Vera Menchik-Stevenson, der ersten Schachweltmeisterin der Geschichte. Die Biografie zeichnet ihren Weg von der Kindheit in Russland über den Neuanfang in England über ihre internationalen Turniererfolge und ihrem Tod während des Zweiten Weltkriegs nach. Der Autor folgt auf rund 150 Seiten einer klaren chronologischen Struktur, die es erleichtert, sowohl die persönliche Entwicklung als auch die schachliche Laufbahn Menchiks nachzuvollziehen. Neben den biografischen Stationen wird auch der historische Kontext ausführlich berücksichtigt, ergänzt durch unzählige Fotos. Geilmann stellt dar, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen Menchik aufwuchs und wie ungewöhnlich ihre Karriere in einer von Männern dominierten Schachwelt war. Gleichzeitig vermeidet er eine rein symbolische Darstellung und betont stattdessen ihre spielerische Stärke und ihre konstanten Erfolge auf hohem Niveau, angereichert mit zahlreichen Diagrammen. Menchik dominierte nicht nur den Frauenschach, sondern gewann auch zahlreiche Partien gegen führende Meister ihrer Zeit. Dies wird anhand konkreter Turnierergebnisse und ausgewählter Partien belegt. Ein wesentlicher Bestandteil des Buches ist die umfangreiche Partiensammlung, die auf 100 Seiten einen großen Raum einnimmt. Diese richtet sich vor allem an schachlich interessierte Leser mit Spielerfahrung und bleibt insgesamt gut verständlich und nachvollziehbar. Die Partien ergänzen die biografischen Kapitel und verdeutlichen die praktische Stärke Menchiks am Brett. Leser, die sich ausschließlich für die Lebensgeschichte interessieren, können diesen Abschnitte auch getrennt vom Haupttext lesen, eine kleine Aufgabensammlung führen weiter in den Stil von Vera Menchik-Stevenson ein. Der Schreibstil ist sachlich und zurückhaltend, Geilmann verzichtet auf Dramatisierungen und konzentriert sich auf überprüfbare Fakten, was dem Buch einen dokumentarischen Charakter verleiht. Ergänzt wird die Biografie durch einen Ausblick auf den heutigen Stand des Frauenschachs, der Menchiks historische Rolle in einen größeren Zusammenhang einordnet. Insgesamt bietet „Veras Vermächtnis“ eine fundierte und gut recherchierte Darstellung einer bedeutenden, heute weniger bekannten Schachpersönlichkeit. Das Buch eignet sich sowohl für Schachspieler, die sich für die Geschichte interessieren, als auch für Leser, die sich mit den Lebenswegen von Frauen in außergewöhnlichen gesellschaftlichen Positionen beschäftigen. Es leistet einen Beitrag dazu, Vera Menchiks Leistungen angemessen zu würdigen und sie wieder stärker ins Bewusstsein der Schachöffentlichkeit zu rücken.

27,80 €*
Tipp
Neu
Buchcover mit Porträt eines jungen Schachspielers, konzentriert über einem Schachbrett sitzend; blaues Design mit Titelhinweis 'Sein Aufstieg in die Weltspitze' sowie Autoren- und Verlagsangabe
Krallmann & Müller: Vincent Keymer - Sein Aufstieg in die Weltspitze
Ostern 2026 gewann Vincent Keymer das Freestyle-Open in Karlsruhe vor Magnus Carlsen und vielen weiteren Weltklassespielern. Vincent kontrollierte das Feld mit einer reifen, abgeklärten Performance. Wie war dieser Erfolg und sein kontinuierlicher Aufstieg in die Weltelite möglich? Dieser Fragestellung gehen zwei Autoren nach und beantworten sie.Matthias Krallmann analysiert Vincents Entwicklung chronologisch über einen Zeitraum von acht Jahren. Alles begann ebenfalls in Karlsruhe beim Grenke Chess Open 2018, in dem Vincent als Dreizehnjähriger ebenso glücklich wie sensationell siegte. Danach führte ihn sein Weg bis nach Samarkand in Usbekistan und Chennai in Indien, wo Vincent in der Heimatstadt von Vishy Anand seinen größten Erfolg feierte. Krallmann zeigt wiederkehrende strategische Elemente in Vincents Spielstil auf und schildert den maßgeblichen Einfluss von seinem Trainer Peter Leko.Vincents Spiel basiert auf seiner ausgezeichneten Technik, die sich in der Vorteilsverwertung und damit insbesondere im Endspiel offenbart. Dr. Karsten Müller analysiert Vincents Endspiele genau. Viele Jahre war der renommierte Endspielexperte Müller immer wieder bei Vincent zu Hause zu Gast und hat am Brett intensiv mit ihm gearbeitet. Es gibt viele Partien, in denen sich zeigt, wie sehr Vincent von diesen intensiven Trainingseinheiten profitiert hat. Die goldenen Regeln des Endspiels gelten im Freestyle-Schach ebenso wie im klassischen Schach. Deswegen analysiert Großmeister Müller in diesem Buch auch Keymers Freestyle-Partien. 219 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

27,80 €*
Weißer Schachkönig auf Brett vor Buchcover
Palitzsch: Zerbrechliche Genies
Das Spiel der Könige, der Genies und der Tragödien Dieses Buch erzählt von Persönlichkeiten, deren Leben ebenso dramatisch war wie ihre Partien. Von Genies, die im Licht aufstiegen – und im Dunkel verschwanden. Paul Morphy, das Wunderkind, das in Einsamkeit verstummte. Harry Nelson Pillsbury, ein Stern, der früh verglühte. Bobby Fischer, der nach seinem historischen Sieg aus der Schachwelt einfach verschwand. Von Eva Moser, die viel zu früh starb. Und von vielen anderen, die nicht nur Gegner, sondern auch ihre eigenen Dämonen besiegen mussten. Politik und Geschichte prägten ihre Schicksale. Der Kalte Krieg, die Weltkriege, politische Verfolgung – sie bestimmten Karrieren und Leben. Alexander Aljechin, Viktor Kortschnoi und Michail Tal: Namen, die Schachgeschichte schrieben und zugleich Opfer ihrer Zeit wurden. Doch nicht nur Männer litten. Schachspielerinnen kämpften zusätzlich gegen Unsichtbarkeit. Ihre Talente blieben oft ungewürdigt, ihre Namen vergessen. Diskriminierung, fehlende Ressourcen und gesellschaftliche Zwänge hielten viele zurück. Dieses Buch ist keine Sammlung von Erfolgsstorys. Es ist ein Mosaik aus Schicksalen, gezeichnet von Ruhm und Leid. Es zeigt, wie verletzlich Genies sind – und wie sehr äußere Mächte ihr Leben bestimmen. Schach ist nicht nur ein Spiel. Schach ist auch ein Spiegel des menschlichen Dramas. 146 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Claudia Mocek im Februar 2026 (Erschienen in der Bietigheimer Zeitung am 24. Februar 2026) „Zerbrechliche Genies. Das Spiel der Könige, der Genies und der Tragödien“ lautet der Titel des neuen Buchs von Jörg Palitzsch. Auf 146 Seiten zeichnet der ehemalige stellvertretende BZ-Redaktionsleiter und Ingersheimer Autor die Biografien von über 45 Schach-Genies nach – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Wilhelm Steinitz, Alexan der Aljechin und Levon Grigori: den Autor interessieren nicht nur die Siege, Titel und erfolgreichen Strategien der meist männlichen Protagonisten, die dem Leser anhand von ausgewählten Spielzügen aufzeigt. Überblicksartig rekonstruiert er deren Karriereentwicklungen vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen und historischen Ereignisse. Psychische Belastungen Darüber hinaus interessiert er sich für die psychischen Belastungen des Schachspiels: „Schach fordert außergewöhnliche mentale Fähigkeiten, die in die Isolation oder mentale Instabilität treiben“, schreibt der Autor. Als tragische Beispiele führt er etwa Wunderkind Paul Morphy, Harry Nelson Pillsbury und Reuben Fine an. Außerdem geht Palitzsch der Frage nach, ob die geistige Anstrengung zum Beispiel beim Blindschach Geisteskrankheiten ausgelöst haben kann. Dabei spielt mindestens einer der Spieler aus dem Gedächtnis ohne das Schachbrett anzuschauen. Die Züge werden angesagt. Der Autor beschäftigt sich auch mit den stillen Heldinnen – Frauen in der Männerdomäne Schach: Ljudmila Rudenko, Vera Menchik und Eva Moser. Sie hatten nicht den gleichen Zugang zu Ressourcen wie Männer, wurden auch medial weniger wahrgenommen. „Viele Frauen in der Schachwelt wurden oft im Schatten der männlichen Spieler übersehen“, schreibt Palitzsch. Ein weiteres Hindernis seien auch die sozialen Erwartungen gewesen, gesellschaftliche Normen hätten Frauen daran gehindert, sich ganz dem Schach zu widmen. Mit seinem neuen Buch will der passionierte Schachspieler Palitzsch, nach seiner kulturgeschichtlichen Liebeserklärung ans Schach („64 Felder erobern die Welt“) und seinen 20 Kurzgeschichten (20 Antworten auf d2- d4) rund um das Spiel der Könige, zeigen, „wie zerbrechlich und verletzbar Genies sein können“. Für Jörg Palitzsch steht fest: „Schach ist nicht nur ein Spiel.“ Rezension von Stefan Liebig im Februar 2026 Zerbrechliche Genies von Jörg Palitzsch ist mehr als nur eine Sammlung von Porträts berühmter Schachspieler: Es ist eine einfühlsame und facettenreiche Auseinandersetzung mit dem oft schmalen Grat zwischen Brillanz und Tragik im Leben herausragender Talente des 64-Felder-Spiels. Der Autor versteht es, das Schachspiel in einen größeren biografischen und gesellschaftlichen Kontext zu stellen, indem er die Lebenswege von Persönlichkeiten beleuchtet, deren Karrierehöhepunkte und privaten Abgründe gleichermaßen faszinieren. Palitzsch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das Schach des 19., 20. und frühen 21. Jahrhunderts, indem er Geschichten von Spielern wie Paul Morphy, Harry Nelson Pillsbury oder Bobby Fischer aufblättert - Figuren, die durch ihre Partien oder ihre Persönlichkeit Legendenstatus erlangten, zugleich aber oft unter dem Druck ihrer Zeit oder inneren Konflikten litten. Ein besonderer Reiz des Werks liegt in der Spannweite der behandelten Schicksale: Von einem Wunderkind, das früh verstummt, über einen Weltmeister, der nach seinem Triumph in die Isolation ging, bis zu weniger bekannten Spielern, deren Namen im Schatten der Geschichte verblassen - Palitzsch zeigt, dass Schach nicht nur ein Spiel der Züge ist, sondern auch tief im persönlichen Drama verwurzelt sein kann. Die Kapitel sind dabei erzählerisch so aufgebaut, dass sie sowohl strategisch denkende Schachbegeisterte als auch Leser ansprechen, die weniger mit der Materie vertraut sind, aber Interesse an menschlichen Geschichten haben. Besonders gelungen ist die Balance zwischen historischem Überblick und individueller Nähe: Der Autor bietet genügend Hintergrund, um die Einflüsse politischer und gesellschaftlicher Umfelder zu verstehen, lässt dabei aber die persönlichen Emotionen und inneren Kämpfe seiner Protagonisten niemals aus dem Blick. Die Geschichten werden so nicht nur zu Anekdoten großer Partien, sondern zu Reflexionen über Genialität, Ambition, Scheitern und menschliche Verletzlichkeit Aspekte, die oft im Schatten der reinen Gewinn- oder Verluststatistik stehen. Insgesamt ist — “Zerbrechliche Genies —“ein reichhaltiges und nachdenklich stimmendes Buch, das klassischen schachhistorischen Stoff mit psychologischer Tiefe verknüpft. Es eignet sich für Leser, die neben strategischen Einsichten auch ein Verständnis für die Persönlichkeit hinter der Figur suchen, und bietet sowohl Kennern als auch neugierigen Einsteigern eine lohnenswerte Lektüre, die das Schachspiel als Spiegel menschlicher Lebenswege reflektiert.

22,80 €*
Tipp
Buchcover: großflächiges Porträt eines Mannes, rechts Filmstreifen mit vier Schwarzweiß-Porträts, darunter Schriftzug 'Bobby Fischer 60 mejores partidas' und Verlagsangabe 'JBV Chess Books'
Müller: Bobby Fischer 60 mejores partidas
Probablemente no exista otro jugador que haya cambiado el mundo del ajedrez en tantos ámbitos y de forma tan radical como Robert James Fischer; a quien se debe que los ajedrecistas de todo el mundo se hayan acostumbrado al nombre de Bobby Fischer. De entre sus espectaculares éxitos, sobresalen las contundentes victorias contra tres grandes maestros soviéticos a principios de la década de 1970, una especie de cambio de guardia en la lucha por el título mundial, al que los soviéticos se habían abonado, por así decirlo, durante más de dos décadas. Esto desencadenó un boom en el ajedrez mundial, o más exactamente: desencadenó un boom del ajedrez sobre todo en el mundo occidental, porque en la Unión Soviética, con millones de jugadores de club, ese boom no parecía tan necesario. Muchos jugadores de todos los niveles se sintieron atraídos por el juego en sí, en especial por los acontecimientos de aquella época. Sus partidas son legendarias y, puesto que no cabe duda de que ya han sido analizadas y comentadas en profundidad en varias obras, surge la pregunta: ¿Qué se supone que se consigue con un nuevo libro? El gran maestro alemán Karsten Müller ha seleccionado las que considera las 60 partidas más instructivas de Fischer y las ha revisado con algunos de los motores más actuales. Aunque ha detectado bastantes errores en los análisis antiguos, las partidas de Bobby siguen brillando con el mismo esplendor de antaño o incluso más. Como incluso los mejores programas casi nunca encuentran errores en sus partidas, el lector puede aprender más que nunca de ellas para mejorar su fuerza de juego y encaminarse al éxito. Además, incluimos numerosas fotos, pero sobre todo son las citas que incluimos en muchas partidas las que transportan al lector a los "viejos tiempos del ajedrez". Por eso, hasta los jugadores más jóvenes se harán una idea de cómo era el mundo del ajedrez cuando, por ejemplo, aún existían las "partidas aplazadas" y las "jugadas selladas", y cuando ningún jugador podía eludir el duro trabajo de análisis simplemente delegando esta tediosa tarea a su ordenador. 222 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag  

29,80 €*
Tipp
Cover eines Schachbuchs mit Porträt und Filmstreifen
Müller: Bobby Fischer 60 best Games
There is probably no other player who has changed the chess world in so many areas and so radically – like Robert James Fischer, for whom the name Bobby Fischer has become common among chess players worldwide. Of his spectacular successes, his downright declassifying victories against three Soviet grandmasters in the early 1970s are particularly noteworthy – a kind of changing of the guard in the fight for the world title, to which the Soviets had subscribed, so to speak, for more than two decades. This triggered a worldwide chess boom, or more precisely: it triggered a chess boom especially in the western world, because in the Soviet Union with millions of club players such a boom was apparently hardly necessary. Many players of all levels were drawn to the royal game specifically because of the events of that time. Fischer's games are legendary, and since they have of course already been extensively analyzed and commented on in a number of works, the question arises: What is another book supposed to achieve anyway? German grandmaster Karsten Müller has selected what he considers to be Fischer's 60 most instructive games and checked them with various newer engines. Although he noticed numerous errors in the old analyses, Bobby's games still shine in their former glory or even brighter. Since even top programs rarely find errors, every reader can learn more than ever from these games in order to improve their own playing strength in a success-oriented manner. In addition to the numerous photos, it's above all the quotations contained in many games that take the reader back to the 'old days of chess'. Therefore, even younger players can get a good impression of what the chess world was like when, for example, there were still 'adjourned games' and 'sealed moves' – and when no player could dodge the hard analysis work by simply delegating this tedious task to his computer.   222 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag  

29,80 €*
Porträt eines nachdenklichen Schachspielers, Schachfiguren
Krallmann & Müller: Europameister Matthias Blübaum
Sein Weg zum Kandidatenturnier Matthias Blübaums Erfolge wirken wie eine Sensation. Er wird nur drei Jahre nach seinem ersten Titelgewinn zum zweiten Mal Europameister. Als großer Außenseiter startete er beim „Fide Grand Swiss", besiegte Spieler der Weltelite und qualifizierte sich fürs Kandidatenturnier. Wo liegt das Geheimnis seines phänomenalen Aufstiegs? Dieser Frage gehen die Autoren Matthias Krallmann und Karsten Müller nach. Endspielspezialist Karsten Müller untersucht Blübaums ausgefeilte Endspieltechnik. Und sein früherer Trainer, Matthias Krallmann, analysiert Veränderungen in seinem Eröffnungsrepertoire und in neuen strategischen Motiven, mit denen Blübaum in den letzten Jahren viele Partien gewonnen hat. Versuchen Sie selbst, die kleinen Kombinationen zu entdecken, mit denen Blübaum seine Gegner besiegt. Beim Kandidatenturnier im Frühjahr 2026 geht er als dritter deutscher Spieler überhaupt an den Start. Vor ihm hatten es nur die inzwischen verstorbenen Legenden Wolfgang Uhlmann (1971) und Robert Hübner (1971, 1980, 1983 und 1991) geschafft, diese Qualifikation zu schaffen. Man darf gespannt sein, wie die Reise von Matthias Blübaum weitergehen wird.   144 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Andreas Wittek im Dezember 2025 Dieses Schachlehrwerk umfasst 143 Seiten und ist in 18 Kapitel gegliedert. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich auf Seite 5, eine ausführliche Zeichenerklärung auf Seite 6, wissenswerte Informationen über die beiden Autoren Matthias Krallmann und Karsten Müller sind auf den Seiten 141 bis 143 einsehbar. Das erste Kapitel „Metamorphosen" gestaltet sich im Stil eines einleitenden Vorworts und beschreibt die wesentlichen Veränderungen der Lebenssituation von Matthias Blübaum seit dem Jahr 2022. Ein erstes Buch über seine Schachkarriere mit dem Titel „Schachtraining mit Matthias Blübaum – Sein Weg zum Europameistertitel" ist zu dieser Zeit erschienen. Nach dem Europameistertitel im Frühling 2022 sowie einem Master-Abschluss in Mathematik an der Universität Bielefeld im Sommer 2022 hat Blübaum sich dazu entschieden, vorläufig einige Jahre als ein Schachprofi zu leben. Spätestens mit dem Gewinn des zweiten Europameistertitels im Jahr 2025 ist deutlich geworden, dass dies die richtige Entscheidung war. Auf der Homepage des Deutschen Schachbundes ist für den Dezember 2025 folgendes zu lesen: 1. GM Vincent Keymer 2776 Elo-Punkte 2. GM Matthias Bluebaum 2679 Elo-Punkte 3. GM Alexander Donchenko 2661 Elo-Punkte Das heißt, Vincent Keymer ist unangefochten die deutsche Nummer 1, Matthias Blübaum die deutsche Nummer 2. Verhältnismäßig neu ist, dass Blübaum auf „Twitch" einen Teil seiner Partien selber veröffentlicht und gleichzeitig kommentiert. Dabei benutzt er den Namen „KeinSehrStarkerSpieler". Diese bewusste Untertreibung von Blübaum geht zurück auf eine Aussage von Arkadij Naiditsch, der gegen Blübaum mehrmals verloren hat, ihn als Schachspieler jedoch nicht respektiert. Die in dem Schachbuch auf den Seiten 9 bis 92 zusammengestellten Blübaum-Partien sind von Krallmann kommentiert, die auf den Seiten 93 bis 99 abgebildeten fünf Blühbaum-Endspiele von Müller. Die von Blübaum selber relativ ausführlich kommentierten zwei Partien auf den Seiten 100 bis 106 haben mir persönlich wirklich gut gefallen, weil Blübaum meines Erachtens in der Lage ist, sowohl die eigenen Gedankengänge klar darzulegen, als auch sich in die Gedankengänge des jeweiligen Gegners achtsam hineinzutasten. Vor diesem von mir geschilderten Hintergrund halte ich die ebenfalls von Blübaum mit Anmerkungen versehenen drei Partien der Europameisterschaft 2025 für absolut lesenswert, beziehungsweise, zum Nachspielen unbedingt empfohlen (Seite 115 bis Seite 124). Auf den Seiten 132 bis 140 kommentiert Krallmann sechs Partien von Blübaum, die dieser bei dem FIDE Grand Swiss 2025 in Samarkand gespielt hat. Gerade, weil Blübaum sich durch die Qualifikation für das Kandidatenturnier im Frühjahr 2026, in den erlauchten Kreis der acht Anwärter aufgestiegen ist, welche den Herausforderer des amtierenden Weltmeisters Dommaraju Gukesh ausspielen, hätten die Erklärungen der Partieanalysen von Krallmann meiner Meinung nach deutlich ausführlicher sein können / sein müssen. Denn dann wären die positionellen Pläne / die taktischen Konzepte / die strategischen Ideen, die hinter einem einzelnen speziellen Zug von Blübaum oder seines jeweiligen Gegners stehen, für die Leser / die Leserinnen noch besser nachvollziehbar. Die abgedruckten Partien in diesem Buch sind mit QR-Codes ausgestattet, was das Nachspielen der „Blübaum-Partien" auf fast allen modernen Smartphones und / oder einem Tablet-Computer ermöglicht.

24,80 €*
Buchcover: Malik Mir Sultan Khan, zwei Spieler mit Turban
Geilmann: The Indian Chessmaster Malik Mir Sultan Khan
In 1929, Malik Mir Sultan Khan (born in 'British India' in 1905) came to England. There, the young man who belonged to the entourage of an Indian diplomat, soon entered the world stage of chess. He earned remarkable tournament successes, and was temporarily one of the ten best players in the world. However, the amazing career ended abruptly in 1933 when Khan returned to his home country. He never played chess on an international level again, and died in 1966. This book traces the exceptional life of this chess master, as far as the narrow sources allow.   Ulrich Geilmann (born in 1963) has already published two chess novels in German. He graduated as an urban planner and works in the public sector. He is an amateur chess player and a member of the Emanuel Lasker Gesellschaft (Emanuel Lasker Society). For a certain period he was the manager of a team which competed in the highest German league (Bundesliga). On the Internet he reports regularly and in a witty narrative style about his various experiences at chess tournaments. 220 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

19,80 €*
Dietze: Chess Phenomenon Paul Morphy
Dietze: Chess Phenomenon Paul Morphy
Paul Charles Morphy – compared with famous contemporaries like Adolf Anderssen or Howard Staunton – belongs to the ʻenigmaticʼ personalities of chess history. Such a fate remains mostly reserved to those great players whose biography states, sooner or later: showed psychological abnormalities, isolated himself, became moody, a weirdo, a loner ...   In short – he was one of those who nourish and thus keep alive the folklore maintaining thereʼs a fine line between genius and insanity. However, itʼs not the aim of this book to illuminate the more or less obscure areas of Morphyʼs life, as itʼs not a psychological study, but a chess book. Thus, instead of a research of the soul, a search is to be conducted, a search for a reliable answer to the question as to what sort of chess player Morphy was. The author is a chess historian whose main interest has always been this American ʻsuperstarʼ of the 19th century – rightly regarded as one of the ʻuncrowned world championsʼ. He has selected and annotated 100 of Morphyʼs most instructive games and traced his lifeʼs journey in detail – from the discovery of the child prodigy to his early death.  The result is a very vivid insight into a highly interesting part of chess history, which has certainly not deserved to fall into oblivion.   148 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag

19,80 €*
Tipp
Porträt eines Mannes mit Bart und Filmstreifen-Collage
Müller: Bobby Fischer 60 beste Partien (gebunden)
Es gibt wohl keinen anderen Spieler, der die Schachwelt in so vielen Bereichen und derart einschneidend verändert hat – wie Robert James Fischer, für den sich unter den Schachspielern der Welt der Name Bobby Fischer eingebürgert hat. Von seinen spektakulären Erfolgen sind besonders seine geradezu deklassierenden Siege gegen gleich drei sowjetische Großmeister Anfang der Siebziger hervorzuheben, eine Art Wachablösung im Kampf um den Weltmeistertitel, den die Sowjets seit mehr als zwei Jahrzehnten quasi abonniert hatten. Dies löste einen weltweiten Schach-Boom aus, obwohl es genauer heißen muss: Es löste einen Schach-Boom speziell in der westlichen Welt aus, denn in der Sowjetunion mit Millionen von Vereinsspielern war ein solcher Boom ja offenbar kaum noch erforderlich. Viele Spieler aller Klassen haben wegen der damaligen Ereignisse rund um Bobby Fischer überhaupt erst mit dem königlichen Spiel begonnen. Seine Partien sind legendär, und da sie natürlich schon in etlichen Werken ausgiebig analysiert und ausführlich kommentiert wurden, liegt die Frage nahe: Was soll ein weiteres Buch da überhaupt noch bringen? Der Hamburger Großmeister Karsten Müller hat die seiner Meinung nach 60 in- struktivsten Partien Bobby Fischers ausgewählt und diese einmal mit verschiedenen neueren Engines geprüft. Dabei sind ihm zwar zahlreiche Fehler in den alten Analysen aufgefallen, aber Bobbys Partien strahlen ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder sogar noch heller. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen stößt nur selten auf Fehler, und entsprechend kann jeder Leser mehr denn je aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke erfolgsorientiert zu verbessern. Nicht allein die zahlreichen im Buch gebotenen Fotos von fast allen Gegnern Fischers versetzen den Leser zurück in ‚alte Schachzeiten' sondern auch die in vielen Partien eingefügten Zitate. So erhalten selbst jüngere Spieler einen guten Eindruck davon, wie es in der Schachwelt zuging, als es beispielsweise noch Hängepartien gab und kein Spieler sich vor der Analyse drücken konnte, indem er diesen Job einfach an seinen Computer delegiert.232 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Christian Hoethe im September 2022 Den meisten Schachspielern ist Fischers Klassiker „Meine 60 denkwürdigen Partien“ natürlich ein Begriff. – Wozu braucht es also ein Buch, das auf den ersten flüchtigen Blick nur eine Wiederholung dessen darstellt? Als definitiver Fan von Fischers Spielweise muss ich gestehen, dass ich mich genau das fragte, als mir das Buch vorlag. Fasziniert war ich sogleich, als ich das Vorwort Karsten Müllers las und er dort dieselbe Frage stellte und sie direkt selbst beantwortete. Dabei hat sich der bekannte Hamburger Großmeister und Autor Dr. Karsten Müller nicht nur die Mühe gemacht, das gesamte Schaffen Fischers neu zu beleuchten und die seiner Meinung nach 60 instruktivsten Partien des ehemaligen Weltmeisters einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei hat er, unterstützt von den modernsten Computer-Engines der Welt, bemerkenswerte Entdeckungen zutage gefördert und interessante Schlussfolgerungen gezogen, die er mit seinen Lesern und allen Fischer-Fans teilen möchte. Vielmehr bestand die erweitere Absicht des Autors auch darin, den Leser - frei nach Vidmar - in „goldene Schachzeiten“ zurückzuversetzen, in eine Zeit, in der Hängepartien üblich waren und sich kein Spieler mit einer Engine bewaffnet vor einer eigenständigen Analyse drücken konnte. All dies gelingt ihm anhand der zahlreichen im Buch enthaltenen Fotos überraschend gut, darunter nicht nur viele unbekannte Aufnahmen von Fischer selbst, sondern auch insbesondere von seinen durchweg namhaften Gegner. Ich muss gestehen, dass mir diese Art der schachhistorischen Nostalgie und persönlichen Note überaus gefallen hat. Dieser Eindruck verstärkte sich zusätzlich beim Lesen des Geleitwortes von Großmeister Dr. Robert Hübner, das sich einerseits kurz mit dem „Mythos Fischer“, aber auch mit der Partienauswahl und -kommentierung durch Karsten Müller befasst. Die Entscheidung Karsten Müllers für ein „reines Schachbuch“ über Fischer wird dabei zu Recht als Kompliment Hübners an den Autor ausgedrückt. Wer sich nun die Frage stellt, wie groß die Anzahl der Partien-Überschneidungen zu Fischers „Meine 60 denkwürdigen Partien“ ist, kann sich entspannt zurücklehnen, denn es gibt nur 16 derartige Fälle. Die übrigen 44 Partien hielt Karsten Müller aus anderen Gründen für instruktiver, zumal Fischers Werk auch im Jahr 1967 endet und Müller somit aus einem anderen Fundus auszuwählen vermochte. Die Partiekommentare bleiben in der überwiegenden Zahl der Fälle angenehm auf das Wesentliche reduziert, so dass der rote Faden des Spielgeschehens nie verlorengeht und der Leser sich hervorragend von Müller durch die Partien geleitet fühlt. Das Buch aus dem renommierten Joachim Beyer Verlag macht dank seiner Übersichtlichkeit und dem Hardcover einen sehr hochwertigen Eindruck. Wer sich einzelne oder gar alle Partien „to go“, sprich unterwegs, ansehen möchte, vermag dies anhand der QR-Codes, die sich über jeder Partie befinden. Etwas schade und damit der einzige Kritikpunkt von mir ist, dass sich aufgrund des Druckbildes vereinzelt leere Seiten im Buch finden. Hier wären ggf. Kurzbiographien ausgewählter Fischer-Gegner möglich gewesen. Vielleicht ist das eine Anregung für die Zweitauflage? Insgesamt ein ebenso gutes wie überraschendes Buch zu Fischer, das mit einer leichten und angenehmen nostalgischen Note daherkommt!   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2022 Bobby Fischer war und ist eine Projektionsfläche und regt immer noch dazu an, sich mit ihm zu beschäftigen. 2014 kam der Film „Baueropfer – Spiel der Könige“ in die Kinos, Thema war der Kampf um die Weltmeisterschaft 1972 in Reykjavik, und im Knesebek-Verlag erschien jüngst eine Graphic Novel unter dem Titel „Bobby Fischer, Eine Schachlegende zwischen Genie und Wahnsinn“. Auch in zahlreichen Büchern steht Fischer im Mittelpunkt, er selbst hat unter anderem Lehrbücher veröffentlicht und das Werk „Meine 60 denkwürdigen Partien“ von 1957 bis 1967, noch vor seinem Sturm auf die WM-Krone. Mit seinem Buch „Bobby Fischer, 60 beste Partien“ hat Schachgroßmeister und Autor Karsten Müller nun ein weiteres Werk dem Fischer-Universum hinzugefügt. Er hat 60 der instruktivsten Partien Fischers ausgewählt und mit verschiedenen neueren Engines geprüft, heißt es im Vorwort. Dabei seien zwar Fehler in alten Analysen aufgefallen, aber Fischers Partien würden ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder noch heller strahlen. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen sei nur selten auf Fehler gestoßen, dementsprechend könne jeder Leser aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke zu verbessern. Hilfreich sind QR-Codes, mit denen man jede der Partien, die von 1963 bis 1992 reichen, auf das Handy holen und nachspielen kann. Sieben der Partien sind aus dem Jahre 1972 gegen Boris Spasski in Reykjavik und sechs gegen Spasski von 1992 in Sveti Stefan/Belgrad. Im Geleitwort betont Schachgroßmeister Robert Hübner, Müllers Arbeit sei vorzüglich dazu geeignet, einen ersten Zugang zu Fischers Meisterschaften zu gewinnen. Die Kommentare sind kurz und knapp gehalten, die wichtigsten Angaben der Rechner mitgeteilt und man wird nicht durch eine Unmenge von Varianten abgelenkt. Gleichwohl gibt es an einigen Stellen eine vertiefte Analyse, mit denen man die Gedankengänge hinter der Zügen nachverfolgen kann. Ein zusätzliches Plus sind die im Buch verteilten, rund 50 zum Teil ganzseitigen Fotos von Fischers Gegnern. Dazu kommen Zitate, die Fischers Spiel kommentieren. Dies lässt eine große Schachepoche mehr als erahnen, im Zusammenspiel mit den Partien kann man sich in eine Schachwelt vertiefen, die mit ihren Protagonisten und Bobby Fischer an der Spitze bis heute von ihrer Faszination nichts eingebüßt hat.    

38,00 €*
Schwarzer Springer auf Schachbrett mit Reiterschatten
Voggenauer & Peters: 64 Unsterbliche Schachpartien
In Zeiten, in denen nahezu alle jemals gespielten und einigermaßen bedeutsamen Schachpartien auf Knopfdruck digital zur Verfügung stehen, und beliebig verästelte, rechnergenerierte Analysen – inklusive weitreichender Kommentare – per Mausklick abrufbar sind, schlägt dieses Buch einen anderen Weg ein: Den Nachspielenden soll die Ästhetik des königlichen Spiels in überschaubarer Art und Weise vor Augen geführt werden. 64 Unsterbliche Schachpartien ist eine Sammlung schachlicher Kunstwerke aus 400 Jahren Schachgeschichte: Von den alten Meistern aus der Zeit eines Ruy López im Spanien des 16. Jahrhunderts – bis in die Gegenwart des aktuellen Weltmeisters Ding Liren aus China findet man hier nachvollziehbar kommentierte Partien, die allesamt Geschichte geschrieben haben. Diese stammen nicht immer aus den Wettkämpfen der Giganten des Schachsports, denn Glanzpartien wurden über die Jahrhunderte nicht nur in den großen Turniersälen auf die Bretter gezaubert. Aber selbstverständlich finden sich hier auch fast alle Weltmeister der Geschichte, neben den weithin bekannten Heroen wie Lasker, Capablanca oder Fischer auch die oft vom Vergessen bedrohten Genies wie Anderssen, Morphy oder Steinitz. Abgerundet wird die Sammlung durch historische Abrisse der jeweiligen Schachepochen und Einblicke in die Biographien der Meister und Meisterinnen hinter den Partien und an den Brettern. Die Autoren, Roland Voggenauer und Carsten Peters, zählen sich zu der Masse der schachbegeisterten Amateure, denen sie mit dieser Sammlung einen soliden Überblick über die Perlen des Schachsports geben wollen. 220 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Uwe Bekemann im Mai 2026 Mit ihrem Buch „64 Unsterbliche Schachpartien“ wollen die Autoren Roland Voggenauer und Carsten Peters „den Spieler erreichen, der in erster Linie die Unterhaltung im Schachspiel sucht und den Genuss nachempfinden kann, den eine gute Partie den Nachspielenden bereitet“, wie sie ausdrücklich im Vorwort schreiben. Dazu schwebt ihnen als Ideal das Ambiente mit der Tasse Kaffee oder Tee, dem Glas Bier oder Wein vor, während der Leser die Partie am echten Brett mit der Bewegung echter Figuren genießt. Es gibt „unsterbliche Partien“, die als solche jedem schon früh begegnen, der sich mit etwas Tiefgang mit dem Schachspiel befasst, so etwa das Duell Anderssen-Kieseritzky, London 1851. Sie sind – auch – in diesem Werk zu finden. Daneben aber gibt es auch solche, die das Prädikat „unsterblich“ verdienen, ohne dass sie zumindest in unseren Breiten ähnlich berühmt sind. Hierzu gehört beispielsweise die Partie Kortschmar-Poljak, die als „Ukrainische Unsterbliche“ bekannt geworden ist und 1937 gespielt wurde. Wenn man gezielt sucht, findet man sie online, aber weniger in kommerziellen Datenbanken. Und wie sollte man darauf kommen, dass sie höchst nachspielenswert ist, wenn man dazu nicht einen Hinweis erhält? Dieses Glanzstück ist so ein bisschen mein Favorit im gesamten Buch. Die Autoren haben ihre Arbeit inhaltlich, also in der Zuordnung der Partien in Epochen, in 5 Teile gegliedert, von „Alte Meister“ über „Erste Profis“, „Neue Schulen“ und „Neue Systeme“ bis „Neue Meister“. Zeitlich decken sie damit eine Spanne von rund 500 Jahren ab. Einleitend haben sie eine Liste aller Partien aufgenommen, so dass sich der Leser auch gezielt im Buch orientieren kann. Die Partien sind so kommentiert, dass sie dem Ziel, Spaß und Genuss zu vermitteln, dienen. So sind Textkommentare prägend, während Varianten sowohl in ihrer Anzahl als auch in ihrer Länge begrenzt sind. Vorangestellt werden jeweils ein paar Informationen zu den beiden Kontrahenten und ggf. zu den Umständen der Partie, unter denen sie ausgetragen wurde. Fotos oder auch Zeichnungen geben ihnen ein Gesicht, soweit solche für die Autoren verfügbar waren. Etwas umfangreicher sind die Informationen, die der Leser jeden der oben genannten Teile einleitend erhält. Sie können auch als Allgemeinwissen zum Schach bezeichnet werden. Die Partien laden in der abgebildeten Form dazu ein, beim Nachspielen mit der einen oder anderen Analyse ihren Geheimnissen weiter auf die Spur zu kommen. Ich stelle mir vor, dass dies auch sehr gut und in der den Autoren vorschwebenden Atmosphäre mit einem Partner auf der anderen Brettseite passieren kann. „64 Unsterbliche Schachpartien“ ist sehr unterhaltsam, auch aufgrund so mancher Begleitinformation. Auch wenn ich mich schon seit etwa einem halben Jahrhundert mit Schach befasse, habe ich noch für mich Neues entdecken können. Hierzu zählt beispielsweise zur Partie Nr. 41, Spasski-Bronstein, auf Seite 133 der Hinweis, dass eine Stellung daraus, leicht abgewandelt, im James Bond Film „From Russia with Love“ verwendet worden ist. Die Fleißarbeit der Autoren wird auch anhand des umfangreichen Bild- und Quellennachweises ersichtlich. Trotz des auszuwertenden und auszuweisenden umfangreichen Materials ist mir nur ein nennenswerter Fehler aufgefallen (die Ortsangabe zur Partie Anderssen-Kieseritzky in der Partienliste auf Seite 8). Fazit: „64 Unsterbliche Schachpartien“ ist eine Kaufempfehlung für jeden Schachfreund, dem das Nachspielen gut kommentierter Glanzpartien ein Genuss ist. Auch ist das Werk als universelles Geschenk für alle geeignet, die das Schachspiel mögen. Rezension von Jörg Palitzsch im November 2024 Roland Vogenauer und Carsten Peters präsentieren mit „64 unsterbliche Schachpartien“ ein Werk, das sowohl Schachliebhaber als auch Historiker in Interesse entfacht. Die Autoren haben eine Sammlung von Partien zusammengestellt, die die Entwicklung des Schachspiels über 400 Jahre hinweg dokumentiert. Jede Partie steht nicht nur für sich als kunstvoller Höhepunkt, sondern erzählt auch von den jeweiligen Epochen, den prägenden Spielern und dem Wandel des Denkens in der Schachwelt. Das Buch ist chronologisch aufgebaut und nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Schachgeschichte, beginnend mit den klassischen Partien der alten Meister wie der Begegnung zwischen Smith und Philidor in London 1790. Diese frühen Beispiele zeigen, wie das strategische Verständnis der Zeit aussah und wie Schach sich als intellektuelle Kunst etablierte. Mit den Kapiteln über die ersten Schachprofis, darunter Wilhelm Steinitz und Harry Nelson Pillsbury, dokumentieren die Autoren den Übergang zu einer systematischen Herangehensweise an das Spiel. Hier erfährt man, wie Steinitz die Grundsätze der Positionslehre einführte, die bis heute das Fundament des modernen Schachs bilden. Besonders aufschlussreich ist der Abschnitt über die Spieler der „neuen Schulen“ und die technischen Revolutionen, die mit Persönlichkeiten wie Botwinnik und Capablanca verbunden sind. Die Partie Botwinnik gegen Capablanca 1943 in Montevideo ist ein Paradebeispiel für die aufkommende Wissenschaftlichkeit im Schach. Das Buch endet mit den modernen Giganten wie Fischer und Spasski, deren Duell in Reykjavik 1972 eines der berühmtesten Schachereignisse überhaupt ist, und schließlich mit den neuen Meistern wie Magnus Carlsen. Dessen Partie gegen Boris Gelfand 2014 in Zürich demonstriert, wie weit die Schachwelt seit den Tagen von Philidor gekommen ist. Ein großer Pluspunkt des Buches sind die historischen Einordnungen und Abrisse, die jeder Partie vorangestellt sind. Vogenauer und Peters verknüpfen die Partien geschickt mit den Zeitumständen und den Biografien der Spieler. So entsteht ein lebendiges Bild der Entwicklung des Spiels und der Persönlichkeiten, die es geprägt haben. Die größte Stärke des Buches liegt in seiner Vielseitigkeit. Es ist gleichermaßen ein Lehrbuch, ein Geschichtsbuch und eine Sammlung ästhetischer Höhepunkte. Jede Partie wird detailliert kommentiert, wobei die Autoren eine Balance zwischen technischen Analysen und narrativen Erläuterungen finden, die sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Spieler ansprechen. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass einige der Kommentierungen für absolute Neulinge im Schach etwas anspruchsvoll sein könnten. Für Leser, die keine Erfahrung mit Schachnotation oder strategischen Konzepten haben, wäre ein einleitendes Kapitel zu den Grundlagen des Spiels hilfreich gewesen. Trotzdem: „64 unsterbliche Schachpartien“ ist ein bemerkenswertes Werk der Schachliteratur. Es verbindet kunstvolle Partien mit einem tiefen historischen Verständnis und würdigt die Meister, die das Spiel geprägt haben. Für jeden, der sich für die Geschichte des Schachs interessiert, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Es wird den Leser inspirieren, die Schönheit und Tiefe des Schachspiels neu zu entdecken. Eine wahre Schatzkammer schachlicher Kunstwerke – eine Reise durch die Epochen, die nicht nur das Spiel, sondern auch die Spieler selbst unsterblich macht. Rezension von Stefan Liebig im November 2024 Liebhaber von Partiesammlungen kommen mit diesem Buch voll auf ihre Kosten. Es möchte den Lesern die Schönheit und Tiefe des Schachspiels auf eine zugängliche und ästhetische Weise näherbringen. Und ob man es glaubt oder nicht, die Auswahl beginnt mit folgenden Zügen: 1.e4 e5 2. Lc4 Sc6 3.Df3?! d6? 4.Dxf7 matt, gespielt zwischen „irgendwer“ und „irgendwer“, überall, jederzeit. Dem Schäfermatt, folgen dann das Narrenmatt sowie die zweifelhafte Damiano-Verteidigung. Doch keine Sorge – das Niveau der Partien steigert sich rapide, denn „64 Unsterbliche Schachpartien“ ist eine Sammlung von Meisterwerken aus 400 Jahren Schachgeschichte. Ergänzt wird die Sammlung durch historische Einblicke in die jeweiligen Epochen der Schachgeschichte sowie Portraits der Meister und Meisterinnen hinter den Partien. Die Auswahl der Partien reicht von den frühen Aufeinandertreffen der Schachmeister der Renaissance, wie Ruy López im Spanien des 16. Jahrhunderts, bis hin zu Partien vieler berühmter Weltmeister wie Lasker, Capablanca und Fischer und dem (noch) amtierenden chinesischen Weltmeister Ding Liren. Die Partien sind sorgfältig kommentiert und mit Kurzporträts der Meister versehen, sodass ihre historische Bedeutung und strategische Tiefe für den Leser verständlich werden. Die Autoren, Roland Voggenauer und Carsten Peters, sind selbst begeisterte Amateure, die mit diesem Werk allen Schachinteressierten einen umfassenden Überblick über einige der größten und faszinierendsten Partien der Schachgeschichte bieten möchten.

27,80 €*
Buchcover: Jüdische Schachmeister aus Deutschland
Geilmann: Jüdische Schachmeister aus Deutschland
Die Rolle, die insbesondere jüdische Meisterspieler, Problemkomponisten, Turnierorganisatoren, Verleger, Autoren und Mäzene für die Entwicklung des Schachs in Deutschland gespielt haben, ist bislang kaum systematisch zusammengefasst und illustriert worden. Diesem Manko soll mit diesem Buch ohne Anspruch auf Vollständigkeit ein wenig abgeholfen werden. Der Autor – Ulrich Geilmann – war bislang eher für belletristische Themen bekannt. Seine Einzelwerke fanden ihre Leserschaft v. a. bei den Schachfans, die das königliche Spiel einmal aus einer anderen Perspektive erleben wollten. Geilmann spricht nun wieder den schachhistorisch interessierten Spieler an. Ulrich Geilmann wurde 1963 in Essen geboren und wohnt am Niederrhein. Er ist diplomierter Raumplaner und im öffentlichen Dienst tätig. Als profunder Hobbyschachspieler und Mitglied der Emanuel Lasker Gesellschaft kennt sich Geilmann in der deutschen Schachszene gut aus. War er doch zwischen 2007 und 2016 Teamchef einer Schachbundesligamannschaft und bis 2023 Vizepräsident des Schachbundesliga e. V..210 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Jörg Palitzsch im November 2024 In seinem Buch „Jüdische Schachmeister aus Deutschland“ beleuchtet Ullrich Geilmann ein faszinierendes und zugleich berührendes Kapitel der Schachgeschichte, das von tragischen Schicksalen, großen Talenten und herausragenden intellektuellen Leistungen geprägt ist. Der ehemalige Vizepräsident der Schachbundesliga e.V. porträtiert jüdische Schachmeister wie Siegbert Tarrasch, Emanuel Lasker, Bruno Moritz und Hans Berliner und zeigt eindrucksvoll ihre bedeutende Rolle und Mitwirkung in der Entwicklung des deutschen und internationalen Schachs. Die sorgfältig zusammengestellten Kurzbiografien lassen die Lebensgeschichten dieser Schachgrößen lebendig werden und offenbaren nicht nur ihre schachlichen Errungenschaften, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen, denen sie sich zu ihrer Zeit stellen mussten. Geilmann verbindet historische Perspektiven mit taktischem Tiefgang und hat für Schachliebhaber eine Fülle an Material bereitgestellt: 47 Partien und 55 Schachaufgaben, die zum Nachdenken und Analysieren einladen und Einblicke in die Spielstrategien dieser Meister bieten. Ein umfangreiches Partien- und Literaturverzeichnis ermöglicht eine Vertiefung in die einzelnen Biografien. Hinzu kommt eine Einführung in das Thema. Ein Fokus des Buches liegt auf dem Leben von Emanuel Lasker, dem zweiten offiziellen Schachweltmeister, der für seine originellen und strategischen Partien bekannt war und als eine der größten Figuren der Schachgeschichte gilt. Auch Siegbert Tarrasch, dessen Einfluss auf die Theorie und Didaktik des Schachs bedeutend war, wird mit Tiefe und Respekt gewürdigt. Hinzu kommen eher unbekannte Namen, die Ullrich Geilmann mit zahlreichen Fußnoten dem Leser nahebringt. Das 208-seitige Buch ist eine wertvolle Sammlung für Schachbegeisterte und Historiker gleichermaßen. Die Mischung aus biografischen Einblicken und anspruchsvollen Partien schafft ein Leseerlebnis, das sowohl Wissen vermittelt als auch den Geist herausfordert. Für Spieler und Leser, die mehr über die jüdischen Wurzeln und die Geschichte des Schachs erfahren möchten, ist dieses Buch eine unverzichtbare Lektüre. Geilman, bislang als Autor belletristischer Schachbücher bekannt, spricht nun wieder den schachhistorisch interessierten Leser an. Rezension von Stefan Liebig im Oktober 2024 In seinem neuesten Werk „Jüdische Schachmeister aus Deutschland“ setzt sich Ulrich Geilmann mit der bedeutenden Rolle jüdischer Schachspieler, Turnierorganisatoren, Autoren und Mäzene für die Entwicklung des Schachs in Deutschland auseinander. Bislang wurde diese Thematik nur sporadisch behandelt. Der Autor wirkt dem entgegen, indem er die Lebensgeschichten von 35 jüdischen Schachpersönlichkeiten präsentiert. Geilmann hat schon eine ganze Reihe – auch im Schach-Magazin 64 vorgestellte – Bücher veröffentlicht. Neben seinem belletristischen Schwerpunkt, etwa „Petersburger Rochade“ oder „Aljechin“, veröffentlichte er auch Biografien von Boris Spasski und Sultan Khan. Nun widmet er sich also einem weiteren Sachbuch und spricht gezielt die schachhistorisch interessierten Leser an. Er hat gründlich recherchiert und trägt sowohl bekannte Größen wie Emanuel Lasker, Siegbert Tarrasch und Richard Teichmann als auch weniger bekannte Persönlichkeiten in seinen Berichten zusammen. Der Autor beschäftigt sich auch mit Spielern, die ins Exil gegangen sind. Eine verständliche Entscheidung, denn Spieler, die nicht durchgehend in Deutschland lebten oder den Glauben wechselten, hatten dafür oft gravierende Gründe. Solche Entscheidungen könnten oft aus Verfolgung und Bedrohung resultieren, besonders im Kontext des aufkommenden Nationalsozialismus. Geilmann ergänzt die Kurzbiografien um analysierte Schachpartien, die die Leistungen der dargestellten Meister hervorheben und die Leser sowohl unterhalten als auch fordern sollen. Zudem bietet das Buch 55 Schachaufgaben, die aus den Spielen der Porträtierten stammen. Zusätzlich stellt der Autor weitere Persönlichkeiten vor, die keinen eigenen Abschnitt erhalten haben, um sicher zustellen, dass ihre Beiträge nicht in Vergessenheit geraten. Das absolut lesenswerte Buch ist somit nicht nur eine Würdigung jüdischer Schachmeister, sondern auch eine wertvolle Ergänzung zur in diesem Bereich noch ergänzungswürdigen Schachliteratur. Nebenbei liefert es sehenswerte und für die Schachentwicklung interessante Partien. Rezension von Uwe Bekemann im August 2024 Mit „Jüdische Schachmeister aus Deutschland“ begibt sich der Autor Ulrich Geilmann, der seine Autorentätigkeit bislang vor allem auf belletristische Werke konzentrierte, auf das Gebiet der Sachbücher zum Schachspiel. Seine neue Arbeit ist 2024 im Joachim Beyer Verlag erschienen. Der Leser erhält Kurzbiografien zu 35 Schachspielern mit deutschen Wurzeln, soweit sie jüdischem Glaubens waren. Mit Schachspielern sind dabei nicht nur meisterliche Könner auf den 64 Feldern gemeint, sondern auch Turnierorganisatoren, Verleger, Autoren und Mäzene wie auch Problemkomponisten. Sie alle haben die Entwicklung des Schachspiels in Deutschland mehr oder weniger intensiv beeinflusst. Zu den Porträtierten zählen sehr bekannte Persönlichkeiten wie natürlich Emanuel Lasker, Siegbert Tarrasch, Johannes Zukertort, Jacques Mieses oder Richard Teichmann, aber auch Schachenthusiasten, deren Namen mir bisher unbekannt waren. Es ist der offenkundig intensiven Recherchearbeit des Autors zu verdanken, dass auch für die weniger bekannten Persönlichkeiten so viel Stoff zusammengetragen werden konnte, dass sich zumindest eine Kurzbiografie lohnte. Die verwendeten Quellen hat Geilmann jeweils in Fußnoten bezeichnet, die einer breiten Palette zuzuordnen sind. Ob eine porträtierte Persönlichkeit nicht durchgängig in Deutschland gelebt hat oder vielleicht auch zu einem anderen Glauben konvertiert ist, spielte keine Rolle in den Aufnahmekriterien des Autors. Soweit die Quellenlage dies zuließ, hat Geilmann die Kurzbiografien um Partien ergänzt, wobei die Kommentierung aus seiner eigenen Feder stammt. Die Beschäftigung mit diesen Duellen, die teilweise schon (mehrfach) in der Literatur abgebildet worden sind, dient der Unterhaltung des Lesers, aber auch der Veranschaulichung, wie hoch die Leistungen der alten Meister teilweise auch heute noch einzuschätzen sind. Ebenfalls der Unterhaltung, aber auch der Herausforderung des Lesers, dienen insgesamt 55 an diesen gerichtete Schachaufgaben, die Geilmann aus dem Wirken des jeweils Porträtierten abgeleitet hat. Entsprechend kommt auch die Beschäftigung mit dem Schachspiel selbst in diesem Buch nicht zu kurz. In Ergänzungen werden dem Leser weitere Personen nähergebracht, für die der Autor kein eigenes Kapitel einfügen konnte. Auch in diesen Fällen wirkt er einem Vergessen in der Schachwelt entgegen. „Jüdische Schachmeister aus Deutschland“ ist kein politisches Buch, aber es ist ein Buch, das der Politik näher kommt als die meisten anderen Schachbücher. Ich habe oben schon erwähnt, dass Geilmann seine Kurzporträts unabhängig davon erstellt hat, ob die Porträtierten durchgängig in Deutschland gelebt haben oder den jüdischen Glauben im Laufe ihres Lebens abgelegt haben. Diese Entscheidung ist natürlich vollends nachvollziehbar, denn beispielsweise eine Auswanderung oder auch eine Abkehr vom Glauben konnte allein die Konsequenz aus Verfolgung, Entrechtung und Gefahr für Leib und Leben der Menschen sein, die ihnen in Deutschland drohten. Nicht von ungefähr fallen zahlreiche Auswanderungen in die Zeit des (aufziehenden) Nationalsozialismus. Ulrich Geilmann hat ein sehr informatives und auch unterhaltsames Werk geschaffen, das eine bisher in der Literatur klaffende Lücke geschlossen hat. Und er sorgt dafür, dass die Anstrengungen und Leistungen der jüdischen Schachmeister, denen das Schachspiel in Deutschland sehr viel zu verdanken hat, in Ehren gehalten und nicht vergessen werden. Fazit: Ich empfehle dieses Werk jedem Schachfreund, der auch schachhistorisch interessiert ist.

30,00 €*
%
Daniel: Alexander Aljechin - Biografie des 4. Schachweltmeisters
Daniel: Alexander Aljechin - Biografie des 4. Schachweltmeisters
Alexander Aljechin (1892–1946), der 4. Schachweltmeister, hat ein Leben voller Höhen und Tiefen durchlebt. Geboren als wohlhabender russischer Aristokrat, verlor er durch die Oktoberrevolution Hab und Gut und suchte – von brennendem Ehrgeiz getrieben – sein Heil auf den 64 Feldern des Schachbretts, wo er schon früh eine außergewöhnliche Begabung zeigte. Seine Genialität entlud sich in zahllosen brillanten Partien und glanzvollen – aber positionell untermauerten – Kombinationen, bis heute zählt er zu den überragenden Angriffsspielern der Schachgeschichte. Aber auch durch seine Kommentierungskunst hat er nachhaltige Zeichen gesetzt, seine Partiesammlungen und Turnierbücher bieten eine zu seiner Zeit erstaunliche Fülle an Analysen, die selbst heutige Leser noch zu faszinieren vermögen. Seinem schachlichen Genie stehen die menschlichen Schwächen gegenüber, er galt als egozentrisch und jähzornig, entwickelte eine verhängnisvolle Neigung zu Alkohol und Nikotin, und er kollaborierte mit den Nazis. Von der Schachwelt geächtet, starb er krank, verarmt und einsam in einem portugiesischen Seebad. Der Autor skizziert in diesem Buch die Vita dieser widersprüchlichen und schillernden Persönlichkeit, deren schachliche Leistungen die Zeiten zweifellos überdauern werden. 1. Auflage 2012, 128 Seiten, gebunden

13,95 €* 24,80 €* (43.75% gespart)
%
Kohlmeyer, Weltmeister lehren Schach
Kohlmeyer: Weltmeister lehren Schach
Weltmeister haben einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Sie beherrschen nicht nur die Theorie, sondern auch auf dem Gebiet der Psychologie können sie jedem Schachfreund eine Menge beibringen. Das fand in der Literatur bisher wenig Aufmerksamkeit.Schachweltmeister berichten in diesem Buch, wie sie sich auf Turniere vorbereiten, was sie während eines Wettkampfes erleben und wie sich ihr Tagesablauf gestaltet. Viele der zahlreichen Glanzpartien werden von den Champions selbst kommentiert.Die Beiträge von Steinitz, Lasker, Capablanca, Aljechin, Euwe, Botwinnik, Smyslow, Tal, Petrosjan, Spasski, Fischer, Karpow, Kasparow, Kramnik, Anand, Khalifman, Ponomarjow, Kasimdschanow und Topalow bieten Schachfreunden jeder Spielstärke viel Erfahrung, Erkenntnisgewinn und praktische Hinweise.   Mit beigelegter CD-ROM und vielen Partien von Steinitz bis Ponomarjow im CBH- CBF- und PGN-Format.   304 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag    

13,95 €* 29,80 €* (53.19% gespart)
Kohlmeyer: Bobby Fischer Genie zwischen Ruhm und Wahn
Kohlmeyer: Bobby Fischer Genie zwischen Ruhm und Wahn
Er hatte einen höheren Intelligenzquotienten als Albert Einstein und war die schillerndste Figur des Schachs. Kein Weltmeister beeinflusste das Spiel so wie Bobby Fischer. Gleichwohl war der Amerikaner auch umstritten wie kein anderer Schachspieler. Der Berliner Schachpublizist Dagobert Kohlmeyer beschreibt in diesem Buch die Glanzleistungen und verschiedenen Facetten des Genies. Er zeigt das Profil eines Menschen, der auf seinem Spezialgebiet Außergewöhnliches leistete und die größten Triumphe feierte, aber im normalen Leben nicht zurechtfand. In der Schacharena wurde Bobby Fischer bewundert, für sein eigensinniges Verhalten erntete er Kopfschütteln.Nach dem WM-Sieg 1972 tauchte Fischer unter, hatte Psychosen und schockierte die Welt mit bizarren politischen Äußerungen. Zeit seines Lebens war er auf der Flucht vor der Wirklichkeit. Eine Heimat hatte der Ruhelose nicht. Das bestätigten dem Autor viele Persönlichkeiten, die Fischers Weg kreuzten. Sein Zuhause war allein das Schach. Bobby Fischers wahres Testament sind seine genialen Partien. 190 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension: Nicht nur Schachspieler halten Bobby Fischer (1943-2008) für die fähigste und zugleich kontroverseste Figur der jüngsten Schachgeschichte. Er gehört für immer zu den größten Stars des Sports wie Muhammad Ali, Björn Borg oder Mark Spitz. Genie und Wahnsinn zeichnen ihn aus und wie kaum ein anderer polarisiert er über seinen Tod hinaus bis heute die öffentliche Meinung. Der Autor legt eine fesselnd geschriebene Biografie vor, die die wichtigsten Stationen des Weltmeisters von 1972 von vielen Seiten beleuchtet. Ergänzt durch Erinnerungen einiger Zeitgenossen Fischers, z.B. von Boris Spasski. Der Autor webt hier wichtige Partien Fischers in seinen Ausführungen mit ein, die insbesondere aktiven Spielern einen Einblick in Fischers Virtuosität gewähren. Carl Münzel , im Juni 2013   Rezension: Dagobert Kohlmeyer  ist der bekannteste Schachjournalist im deutschsprachigen Raum und einer der fleißigsten.  Jetzt hat er ein Buch über Bobby Fischer vorgelegt.  Um es gleich vorweg zu sagen: Es ist ein großartiges Buch:  facettenreich, spannend, teils tiefschürfend – teils locker erzählend, fehlerkorrigierend, klischeeabbauend und im unnachahmlichen Stil des Autors  so geschrieben, dass das Lesen zum Genuss wird. Mit diesem Buch wird das Leben des vielleicht größten, sicherlich aber faszinierendsten Schachspielers aller Zeiten durchmessen. Fischer war eine schillernde  Figur mit großartigen Licht- aber auch gravierenden Schattenseiten.  Beides, das Positive und das Negative seiner Persönlichkeit, wird im Buch herausgearbeitet. Fischer war einerseits auf geniale Weise extrem im Schach und andererseits auf erschreckende Weise extrem außerhalb des Schachs. Experten haben ihn als schizoid bezeichnet, ausgestattet  mit übergroßer Ich-Bezogenheit und ausgeprägtem Verfolgungswahn. Manche seiner Meinungen konnte man nicht nur nicht teilen, sondern musste sie verabscheuen. So leugnete er etwa den Holocaust und applaudierte den Terroristen des 11. September. Mit dieser ihm eigenen Mischung aus Fähigkeit und Exzentrizität schaffte es Fischer, Schach immer zu etwas Besonderem zu machen, er musste sich nur ans Brett  setzen. Seiner Aura konnten sich auch jene nicht entziehen, die einen etwas entfernteren Bezug zum Spiel hatten. Das Buch geht auch der Frage nach, warum das so war. Für mich war es Fischers 1972er Wettkampf gegen Spasski in Reykjavik, der die Grundlage für mein bis heute anhaltendes Interesse für das Schach in zahlreichen seiner Facetten  legte, von Kunst und Wissenschaft bis Sport, Spiel und Spannung . Weltweit nahmen viele Menschen, und nicht nur Schachfans, an diesem Ereignis Anteil. Ein solches Echo fand dieser Zweikampf, dass die Berichterstattung über die Geschehnisse  auf einer  kleinen europäischen Insel in der New York Times zeitweise die Meldungen über den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf auf Seite 2 verwies. Es war die Goldene Ära des Schachs. Es war das, was Bobby Fischer mitnahm, als er ging. Vorausgegangen war die aus heutiger Sicht nur als monumentaler Fehler zu bezeichnende Entscheidung der FIDE, Fischer 1975 den Weltmeistertitel abzuerkennen. Natürlich war die Entscheidung formal korrekt, bewirkte aber, dass die Schachwelt auf Jahrzehnte dem ausgefallenen Match zwischen Fischer und Karpow nachtrauerte. Ein Match, das laut Anatoli Karpow nicht normal hätte enden können  „Entweder sie schleppen mich ins Krankenhaus oder ihn ins Irrenhaus.“ Das ist sicher übertrieben, zeigt aber doch, welch epische Titanenschlacht auch er erwartete. Viele Weggefährten Bobby Fischers und andere, am Schachgeschehen Beteiligte kommen im Buch zu Wort und liefern  auch bisher noch unbekannte Details, interessante Einschätzungen, unterhaltsame Episoden aus dem Leben Fischers  im und außerhalb des Schachs. Das Buch profitiert hier enorm  davon, ja es gibt ihm ein Alleinstellungsmerkmal, dass sein Autor mit den meisten herausragenden Persönlichkeiten des Schachs der letzten Jahrzehnte bekannt ist oder war, mit vielen  sogar befreundet.  So hat er auf dem kurzen Dienstweg  oft leichten, jedenfalls aber überhaupt Zugang zu Personen, die über Bobby Fischer Lesenswertes beizutragen vermögen. Zudem scheut  sich D. Kohlmeyer  bei Interviews  nicht, fernab ausgetretener Pfade, unkonventionelle Fragen zu stellen. All  das macht das Buch zu einem echten Kohlmeyer. Die Persönlichkeit des Autors schimmert an vielen Stellen erfreulich durch, da auch einige seiner Erlebnisse zur Sprache kommen. Nach dieser Einschätzung, hier noch ein paar Fakten zum Buch im Kurzdurchlauf: Es enthält 48 Kapitel auf 190 Seiten, 51 Abbildungen in Schwarz/Weiß, 8 vollständige Partieanalysen von Fischers Partien gegen Byrne, Tal, Benkö. Petrosjan und Spasski, teils mit den immer lehrreichen Anmerkungen von Artur Jussupow. Ferner gibt es ausführliche Interviews mit Fischer Biograph Frank Brady, dem kürzlich verstorbenen Fischer-Freund und Schachschiedsrichter des Jahrhunderts Lothar Schmid, dem Matchdirektor  beim Fischer-Comeback Janos Kubat, Ex-FIDE-Präsident Fridrik Olafsson, sowie  weitere  Gespräche mit zahlreichen Zeitzeugen wie Jewgeni Wasjukow, Vlastimil Hort, Juri Awerbach, Anatoli Karpov  nebst einschlägiger  O-Töne von Viswanathan Anand, Peter Leko, Boris Spasski u.a. Obwohl ich bereits viel über Fischer gelesen habe, konnte ich dennoch manches hinzulernen und fand insbesondere die Darstellung von Fischers Jahren im Untergrund, die Informationen über seine Mutter und Herbert Bastians  erstaunliche Funde über Fischers berühmten und bisher als Patzer in die Schachgeschichte eingegangenen Läuferzug gegen Spasski faszinierend, um nur einmal drei Aspekte zu benennen. Letztlich gilt gerade auch bei Bobby Fischer der Satz des Autors in seinen Danksagungen am Ende des Buches: „Selbst wenn man sich viele Jahre mit Bobby Fischer beschäftigt hat, überrascht er einen immer wieder aufs Neue. Ganz ergründen wird man das Wirken des 11. Weltmeisters der Schachgeschichte wohl nie.“ Diese Sätze münden in die letzten Worte des Autors im Buch: „Bobby, see you later.“ Sie sind berührend und sagen viel auf einmal. Professor Christian Hesse, Im Mai 2013

24,80 €*
Buchcover mit Porträt, Kinderfoto und lila Schriftzug
Kohlmeyer: Magnus Carlsen - kam, zog und siegte
Magnus Carlsen ist stärkster Schachspieler der Gegenwart. In überlegener Manier gewann der Norweger Ende 2013 das WM-Match gegen Viswanathan Anand und läutete damit eine neue Ära ein. Carlsens Spiel zeichnet sich durch Originalität und Gedankentiefe, große Dynamik und Präzision aus.Noch ehe der Großmeister mit 22 Jahren die Schachkrone eroberte, zählte ihn das US-Magazin „Time" zu den hundert berühmtesten Menschen der Erde. Garri Kasparow schrieb: „Ich hatte Gelegenheit, Carlsen zu trainieren. Sein intuitiver Stil bewahrt das Geheimnisvolle des Schachs. Er ist ebenso charismatisch und unabhängig wie talentiert. Wenn er die Faszination für das Schach wiedererweckt, werden wir bald in der Carlsen-Epoche leben." Diese Worte sind nun Realität.Der bekannte Berliner Schachpublizist Dagobert Kohlmeyer beschreibt in diesem Buch Magnus Carlsens Weg vom Wunderkind bis zum Weltmeister. Dabei zeichnet er den kometenhaften Aufstieg eines jungen Schachspielers nach, der am Brett gnadenlos, aber im normalen Leben durchaus freundlich sein kann.Fünfzig ausgewählte Partiebeispiele belegen Carlsens meisterhaftes Können und sein einmaliges Schachverständnis. Sie sind chronologisch geordnet: von den Frühwerken bis zu allen WM-Begegnungen mit Anand sowie dem ersten Turnier nach dem Titelgewinn. Etliche Spiele hat der Figurenkünstler selbst erklärt, interessante Kommentare speziell für das Buch steuerte Großmeister Artur Jussupow bei. unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 2014, vormals ISBN 978-3-940417-57-2 240 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag Rezension von Andreas Wittek im Oktober 2025 50 ausgewählte Partien von Sven Magnus Øen Carlsen werden in diesem schönen Schachlehrwerk kommentiert. Diese Partien sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet: Vom ersten veröffentlichten Spiel des Norwegers bis zu all seinen WM-Begegnungen mit Viswanathan Anand sowie dem ersten Turnier nach dem Titelgewinn. Mit dem Gewinn der Schach-WM 2013 in Chennai hat Magnus Carlsen sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Eine Reihe von Partien hat er selbst erklärt. Großmeister Artur Jussupow beteiligte sich ebenfalls mit aufschlussreichen Erläuterungen zur „Schachkunst von Magnus Carlsen". Das Schachbuch zu Magnus Carlsen umfasst 240 Seiten. Ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis befindet sich auf den Seiten fünf und sechs, ein überschaubares Partienverzeichnis auf den Seiten 237 und 238, eine Angabe zur verwendeten Literatur auf Seite 239. Mir persönlich gefällt der angenehme Schreibstil von Kohlmeyer und besonders gefreut habe ich mich darüber, alle zehn Partien der Schach-WM 2013 in dieser Publikation zu finden, welche noch dazu für die Leser / Leserinnen in einer leicht verständlichen Sprache dargestellt werden. Magnus Carlsen ist bis zum heutigen Tag der stärkste Schachspieler. Er ist seit dem Jahr 2013 die unüberholte Nummer 1 in der Weltrangliste des klassischen Schachs! Carlsens Schachspiel zeichnet sich durch Originalität und Gedankentiefe, große Dynamik und außergewöhnliche Präzision aus. Wer bereit ist, sich mit der „Schachkunst von Magnus Carlsen" in diesem Buch intensiv zu beschäftigen, der wird sich mithilfe dieses Druck-Erzeugnisses in die positionellen Konzepte / in die taktischen Motive / in die strategischen Ideen von Carlsen bis zu einem gewissen Grad hineindenken können; er wird aber vor allem garantiert einiges dazulernen, was das eigene Schachspiel deutlich verbessert.  

27,80 €*
Tipp
Buchcover mit Schachkönigin und Titel
Ehn, Jungwirth & Ragger: Eva Moser - Phantasie und Präzision auf dem Schachbrett
Eva Moser war ein Jahrhunderttalent des österreichischen Schachs. Schon wenige Monate, nachdem sie das Spiel im Alter von zehn Jahren kennengelernt hatte, gewann sie bereits die österreichische Jugendstaatsmeisterschaft. Das wiederholte sie in den folgenden Jahren sieben Mal. 1998 konnte sich die junge Kärntnerin mit der Silbermedaille bei der Europameisterschaft der Mädchen unter 16 Jahren im steirischen Mureck erstmals international in Szene setzen. Ihre Begeisterung für Schach war grenzenlos und so stürzte sie sich mit großem Erfolg in die internationale Turnier- und Open-Szene. Als erster Österreicherin wurde ihr im Jahr 2003 der Frauen-Großmeistertitel verliehen und 2004 folgte der internationale Meistertitel bei den Männern. Im selben Jahr wurde sie Zweite bei der österreichischen Staatsmeisterschaft der Männer, die in „allgemeine Klasse" umbenannt werden musste, und rückte auf Platz 22 der Weltrangliste der Frauen vor. Zwei Jahre später war ihr erneuter Anlauf zum Staatsmeistertitel von Erfolg gekrönt. Trotz stärkster Konkurrenz kürte sie sich bei der Staatsmeisterschaft 2006 als erste Frau in Österreich zur Staatsmeisterin der allgemeinen Klasse. Bei der Europameisterschaft der Frauen in Dresden 2007 gelang ihr die Qualifikation zur K.O.-Weltmeisterschaft der Frauen, bei der sie 2008 in der ersten Runde gegen Lilit Mkrtchian denkbar knapp ausschied. Von ihren zahlreichen Turniererfolgen ragt besonders der im Großmeisterturnier von Augsburg 2013/14 heraus, bei dem sie eine erste „männliche" Großmeisternorm erzielte und ihr eine unsterbliche Partie mit fünf Damen am Brett gelang. Bei all diesen Erfolgen beeindruckte die Art, wie sie sie erreichte. Trotz ihrer freundlichen kollegialen Art war sie am Schachbrett eine „Löwin", die kompromissloses, kämpferisches Schach mit ausgezeichneten Endspielkenntnissen zu verbinden wusste; die Zahl ihrer Remispartien ist sehr gering. Das Studium der Eröffnungstheorie reichte ihr bald nicht mehr, sie begann früh, eigene Wege zu gehen und setzte auf ihre Kreativität. „Phantasie statt Theorie" lautete ihr Motto. Neben ihrer Schachkarriere schloss Eva Moser das Studium der Betriebswirtschaft ab und arbeitete bis zu ihrem allzu frühen Tod in der Redaktion des österreichischen Schachmagazins „Schach Aktiv".   200 Seiten, 53 Farbfotos, gebunden, Grossformat, Leseband, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Jörg Palitzsch im Juni 2021 Auf die Frage, welche Pläne sie für die Zukunft habe, antwortete Eva Moser dem Autor und Schachjournalisten Michael Ehn in einem Interview, sie wolle nach dem Gymnasium auf alle Fälle beruflich etwas mit Schach machen, zuerst müsse sie aber ihre Spielstärke erhöhen. Dieses Gespräch fand 1998 im südoststeierischen Mureck statt, wo die europäischen Jugendmeisterschaften ausgetragen wurden. Die junge Schachspielerin, die Ehn eine „Löwin“ nennt, errang bei diesem Turnier die Silbermedaille. Welchen grandiosen Erfolgsweg die 1982 geborene Eva Moser zurücklegte, beschreiben die Autoren Michael Ehn, Kurt Jungwirth und Markus Ragger eindringlich und aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. So führt Ehn in fünf Kapiteln in das Thema 100 Jahre Frauenschach in Österreich ein und steckt damit den geschichtlichen Rahmen ab. Sein Interview und die Gespräche, die er mit Moser führte, zeigen – wie die Erinnerungen des Präsidenten des österreichischen Schachbundes und langjährigen Vizepräsident der FIDE Kurt Jungwirth – mit welcher Kraft und Ausdauer es die brillante Schachspielerin aus dem Kärtnerland schaffte, sich den Ruf eines Jahrhunderttalents zu erarbeiten. „Es gibt kreative Geister, Ausnahmetalente, die ihre Genialität jung ausspielen“, so Jungwirth. Sie verlassen die Bühne des Lebens zu früh, als Frühvollendete. Und Ehn ergänzt: „Sie nutze ihre Bedenkzeit oft bis zur Neige, spielte kompromissloses, kämpferisches Schach und erreichte viele komplexe Stellungen. Schnelle, billige Remisen gab es bei ihr nicht.“ Vertieft wird diese Spielweise in vier Kapiteln, die Schachgroßmeister Markus Ragger beigetragen hat. Er nimmt die Lieblingseröffnungen von Eva Moser unter die Lupe, erläutert auf 80 Seiten ihr spannendsten Partie-Momente und Endspiele. Dieser genaue Blick wird erweitert durch die 15 besten Partien, die Ragger zusammen mit Moser kommentiert hat. Ergänzend dazu gibt es einen 16-seitigen Farbteil, der mit über 50 Fotos mit dem Tag der Taufe beginnt und bis ins Jahr 2013 reicht. Fazit: Eva Moser starb Ende März 2019 mit 36 Jahren an den Folgen von Leukämie. Das Buch über sie ist ein Denkmal an eine bis heute inspirierende Schachspielerin.    

38,00 €*
Gelbes Buchcover mit Foto: zwei indische Schachspieler
Geilmann: Der indische Meister Malik Mir Sultan Khan
1929 betritt Malik Mir Sultan Khan die Weltbühne und erspielt sich bemerkenswerte Turniererfolge. Der junge Mann, der zu dem Gefolge eines indischen Diplomaten gehört, zählt vorübergehend zu den zehn besten Schachspielern der Welt. Die erstaunliche Karriere endet abrupt im Jahre 1933. Khan kehrt zusammen mit seinem Herrn nach Britisch-Indien zurück. Er verstirbt dort im Jahre 1966, ohne dass er noch einmal international in Erscheinung trat. Dieses Buch zeichnet den außergewöhnlichen Lebensweg dieses Schachmeisters, soweit es die schmale Quellenlage zulässt, nach.   Ulrich Geilmann (Aljechin – Leben und Sterben eines Schachgenies, Aljechins Ring – Operation Botwinnik) wurde 1963 in Essen geboren und wohnt am Niederrhein. Er ist diplomierter Stadtplaner und im öffentlichen Dienst tätig. Geilmann ist Hobbyschachspieler, Vizepräsident des Schachbundesliga e. V. und Mitglied der Emanuel Lasker Gesellschaft. Er war Teamchef einer Schachbundesligamannschaft und berichtet mit einem launigen Erzählstil regelmäßig im Internet über seine Erlebnisse auf Schachturnieren und abseits der Bretter.224 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Jörg Palitsch im Juni 2018 Es gibt in diesem Buch ein Foto des Schachspielers Malik Mir Sultan Khan, das sich von allen anderen Fotos unterscheidet: Der Inder sitzt lächelnd vor einer Siegertrophäe. Auf den zahlreichen anderen Fotos sieht man ihn hochkonzentriert oder es sieht manchmal auch so aus, als ob er nie richtig dazugehört. Etwa auf einem Foto, das ihn mit Vera Menchik, Géza Maróczy und Alexander Aljechin zeigt, gegen den Sultan Khan mit den schwarzen Figuren spielt. Der Inder schaut etwas abwesend drein. Das Lächeln auf dem Siegerfoto mag dagegen dadurch ausgelöst worden sein, dass Sultan Khan zu diesem Zeitpunkt, August 1932, die Britischen Meisterschaft mit 8,5/11 Punkten in London gewonnen hatte, vielleicht auch, weil er wusste, dass er seinen Zenit erreicht hatte. Tatsächlich war der Inder aber bescheiden, zuvorkommend und spielte nur für den Diplomaten Nawab Malik Sir Umar Hayat Khan Tiwana, zu dessen Gefolge er als Diener gehörte und der ihn mit nach England brachte. Ulrich Geilmann hat nach zwei Büchern, in denen Aljechin im Mittelpunkt stand, ein drittes Buch über Malik Mir Sultan Khan geschrieben. Er rückt den Meisterspieler damit wieder in das Licht der Schachöffentlichkeit, die zum größten Teil nichts über den Inder weiß, der vorübergehend aber zu den zehn besten Schachspielern der Welt zählte und die Szene in England mit seinen Erfolgen kräftig durcheinanderbrachte. Der Autor, unter anderem Vizepräsident der Schachbundesliga, greift, wie auch in seinen beiden Büchern zuvor, in „Der indische Meister Malik Mir Sultan Kahn, Leben und Wirken“ zu einem literarischen Trick. Er schlüpft in die Rolle eines Samuel Ian Bradshaw, der in der Ich-Form über eine Schiffsreise berichtet, auf der er Sultan Khan kennenlernt. Dieser befindet sich nach seinen Erfolgen in England auf der Rückreise in seine Heimat und damit sind die Grundlagen für die Geschichte gelegt. Geilmann grenzt die Geschichte zeitlich sehr eng ein und beginnt sie zu erzählen als sie im Grunde schon vorbei ist. In einer Anmerkung zum Auftakt des Buches weist der Autor den Leser auch darauf hin, dass die Handlung frei erfunden ist und es sich bei dem Buch um reine Unterhaltungsliteratur handelt, die sich zwar auf historische Fakten berufen kann, gleichzeitig aber fiktive Elemente enthält. Dieser Kniff macht es einfach, Figuren auftreten zu lassen, die gar nicht existieren und Gespräche wiederzugeben, die gar nicht stattgefunden haben. Der Verlauf der Story erleidet dadurch allerdings keinen Nachteil, ganz im Gegenteil. Es wird ein überaus sympathisches Bild von Sultan Khan gezeichnet, der, geboren 1905, in jungen Jahren zunächst die indische Schachvariante erlernte. Geilmann lässt dies die Hauptfigur geschickt selbst erklären, was durchaus authentisch wirkt. So kennt das indische Schach keinen Doppelschritt des Bauern von der Grundstellung aus. Ebenso kann der Bauer, wenn er die letzte Reihe erreicht hat, nicht beliebig umgewandelt werden, sondern immer nur in die Figur, die zu Partiebeginn auf dieser Linie stand. Sultan Khan musste sich also nicht nur auf das europäische Schach einstellen. Fremd waren ihm auch, so Geilmann in seiner Geschichte, die Notation, die Lehre der Eröffnungen und das Positionsspiel. Der Inder war vielmehr ein Meister des Endspiels, er spielte intuitiv und konnte eine für ihn verloren geglaubte Partie doch noch in einen Sieg wenden. In England explodierte Sultan Khan förmlich. Im Tabellenteil lässt sich nachlesen, wie der Inder ab 1928 an die Spitze rückte und erste Plätze bei der Britischen Meisterschaft in Ramsgate 1929, in Cambridge 1932, in Hastings 1933 und 1935 in Delhi erzielte. So schnell und intensiv der schachspielende Diener auf sich aufmerksam machte, so schnell war er nach der Rückkehr mit seinem Herrn nach Britisch-Indien auch schon wieder vergessen. International trat Sultan Khan nie mehr in Erscheinung, er verstarb 1966. Der Autor lässt den Leser mit der Geschichte nicht allein. Neben Partiefragmenten und Analysen gibt es eine umfangreiche Sammlung von über 180 Partien, die der Inder in der Zeit von 1928 bis 1935 gegen die führenden Schachspieler ausgetragen hat. Spielt man diese Partien nach, spürt man etwas von der Intuition Sultan Khans, der oft mit einem hoch aufgetürmten Turban am Schachbrett saß. Ulrich Geilmann bezieht am Ende auch Stellung. So habe der Weltschachverband 1950 offiziell 27 noch lebenden Weltklassespielern den Titel „Großmeister“ verliehen. „Khan hätte den Ehrentitel ebenfalls verdient“. Fazit: Ulrich Geilmann hat die dürre Quellenlage über Malik Mir Sultan Khan gekonnt ausgeschöpft und daraus eine Geschichte im Plauderton gezimmert, ohne geschwätzig zu wirken. Lobenswert ist die Partien-Sammlung, die einem den vergessenen Schachspieler näherbringen und zeigen, wie schnell sich Khan mit den Spieltechniken auf der europäischen Schachbühne zurechtfand und Erfolg hatte.

19,80 €*
Koblenz: Schach lebenslänglich - Erinnerungen eines Erfolgstrainers
Koblenz: Schach lebenslänglich - Erinnerungen eines Erfolgstrainers
Alexander Koblenz stellt in seinem Buch eine Reihe selbstloser Romantiker, ja glühender Fanatiker vor, die trotz der verächtlich herablassenden Haltung ihrer Umgebung, trotz der zermürbenden Kämpfe am Schachbrett und der im Alter drohenden Armut ihrem geliebten Beruf in einem jahrzehntelangen schweren Lebenskampf unverbrüchlich die Treue hielten. Zu diesen Bekennern gehört auch der Autor des vorliegenden Buches. Als junger Mann verzichtete er auf eine ehrenvolle, gesicherte Laufbahn und wandte sich, von der Verständnislosigkeit seiner Umgebung begleitet, einer ungewissen Zukunft entgegen. Auf dem dornigen Lebensweg eines Berufsschachmeisters erfuhr er alle damit verbundene Unbill, zweifelte aber keinen Augenblick an der Richtigkeit seiner Wahl. Vielseitig begabt und kämpferisch von Natur, hat Alexander Koblenz auch als Schachjournalist und Schachtrainer Hervorragendes geleistet. Er war es, der Michail Tal auf dem Weg von der Schulbank zur Weltmeisterschaft als Ratgeber begleitete. Gerade in seiner Eigenschaft als Pädagoge bewährte er sich ganz besonders – dank seiner Herzensgüte, seiner ständigen Hilfsbereitschaft und der seltenen Fähigkeit, ganz im Schüler aufzugehen. 244 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im März 2015 Mit dem Namen Alexander Koblenz verbindet man als erfahrener Schachanhänger drei Dinge: 1.Starker sowjetischer Großmeister. 2.Autor mehrerer ausgezeichneter Schachbücher. 3.Langjähriger Trainer von Michail Tal. In seinem Buch „Schach lebenslänglich“ kommt alles von dem zusammen. Das Werk ist jüngst in seiner 3. Auflage als Imprint des Schachverlags Ullrich im Joachim Beyer Verlag erschienen. Es trägt den Untertitel „Erinnerungen eines Erfolgstrainers“. In seinen Vorauflagen habe ich das Buch nicht gekannt. Für mich waren seine Inhalte somit Neuland, soweit ich im Laufe der Jahrzehnte nicht aus anderen Quellen etwas dazu erfahren habe. Es gehört zu jenen Werken, die ich im Zuge der Vorbereitung dieser Rezension komplett durchgearbeitet habe, wobei aber nicht wirklich von Arbeit zu sprechen ist. „Schach lebenslänglich“ ist ein Lesebuch zum Schach, bereichert um etliche herausragende Beispiele aus der Turnierpraxis (im Wesentlichen Partieauszüge, in denen etwas ganz Besonderes passiert ist). Das Buch ist so interessant und fesselnd geschrieben, dass ich gerne alles daraus erfahren wollte. Koblenz schildert zahlreiche Momente der Schachgeschichte, die er persönlich miterlebt hat. Kurioses, Witziges, Spannendes, Ärgerliches, Erstaunliches – alles findet seine Plätze im Werk. In den meisten Fällen war er Beteiligter oder Zeuge eines Vorgangs, sodass er dem Leser alles quasi aus erster Hand liefern kann. Meine Lieblingsepisode hat er allerdings nicht als Zeitzeuge begleitet, sondern „nur“ selbst erfahren, und zwar von Eduard Lasker. Sie betrifft dessen Namensvetter, Ex-Weltmeister Emanuel Lasker. Ich möchte sie kurz schildern: Während einer Atlantikreise forderte ein Fahrgast ihn (Anmerkung UB: Emanuel Lasker) zu einer Schachpartie auf. Lasker erzählte dem neuen Bekannten, auch er habe seinerzeit gern Schach gespielt. „Dann gebe ich Ihnen eine Dame vor“, sagte der Reisegefährte, der das Interesse des Neulings wecken wollte. Lasker willigte ein und verlor zwei Partien nacheinander. „Das Spiel ohne Dame“, sagte er darauf zu seinem Partner, „scheint gewisse Vorteile zu bieten, vielleicht deshalb, weil der König in der Ausgangsstellung nicht durch die Dame in seiner Bewegungsfreiheit behindert wird. Gestatten Sie, dass jetzt ich ohne Dame spiele!“ „Das ist ja lächerlich!“ antwortete der Passagier. „Ich habe Sie zweimal ohne Dame besiegt, und jetzt wollen Sie mir vorgeben! Das ist absurd!“ Lasker blieb jedoch bei seinem Vorschlag. Schließlich willigte der Partner ein, verlor einige Partien. Diese Zeilen und deren Fortsetzung finden sich im Übergang der Seiten 198, 199. Den klaren Schwerpunkt im Werk bilden die Erzählungen, die das Verhältnis und die Zusammenarbeit Alexander Koblenz / Michail Tal betreffen. Koblenz hat den auch in Deutschland sehr beliebten Ex-Weltmeister von jungen Jahren an betreut und ihm große Dienste geleistet, um Weltmeister zu werden sowie zahlreiche andere große Erfolge zu erzielen. Ein wenig erinnert die Beziehung zwischen beiden an ein Vater-Sohn-Verhältnis, Tal tituliert seinen Trainer respektvoll als „Maestro“. Als Leser spürt man, dass Koblenz emotional gebunden ist, wenn seine Erzählungen Michail Tal betreffen. Es ist wie eine schützende Hand, die er über seinen Schützling hält, selbst beim Schreiben von „Schach lebenslänglich“. Emanuel Lasker, Eduard Lasker, Alexander Aljechin, Efim Bogoljubow, Leonid Bronstein, Juri Awerbach, Michail Botwinnik, Bobby Fischer, Paul Keres, Max Euwe – dies ist nur eine Auswahl der großen Namen der Schachgeschichte, zu denen der Leser viel erfährt, oft auch sehr Menschliches. Die erwähnten Beispiele aus der Turnierpraxis betten sich durchgehend in den Text ein. So entsteht ein symbiotisches, ein inhaltlich sehr harmonisch gestaltetes Werk. Und wenn Sie eine Vermutung haben sollten, wie die Beispiele aus der Praxis Michail Tals überwiegend aussehen: Ja, diese trifft zu! Spektakuläre Opferwendungen und Bewunderung auslösende Kombinationen, das Salz in der Suppe der besonderen Partien und eine Spezialität des Ex-Weltmeisters, in „Schach lebenslänglich“ finden sie eine neue Präsentationsplattform. Fazit: „Schach lebenslänglich“ ist ein Werk, das gleichermaßen unterhält wie informiert. Es widmet sich in erster Linie Personen und Episoden der Schachgeschichte, mit einem besonderen Schwerpunkt zu Michail Tal. Die Gegenstände der Beschreibungen stammen zumeist aus dem persönlichen Erleben des Autors. Auf den Punkt gebracht ist das Werk ein Schach-Lesebuch, in dem sich Beispiele aus der Spielpraxis in die Unterhaltung eingliedern. Ich empfehle dieses Buch demjenigen zum Kauf, der Plaudereien mit historischem Hintergrund mag.

19,80 €*
Dietze: Schachphänomen Paul Morphy
Dietze: Schachphänomen Paul Morphy
Paul Charles Morphy gehört, verglichen mit berühmten Zeitgenossen wie Adolph Anderssen oder Howard Staunton, eher zu den ,rätselhaften’ Spielerpersönlichkeiten der Schachgeschichte. Ein solches Schicksal bleibt zumeist jenen Größen vorbehalten, in deren Lebenslauf es früher oder später heißt: zeigte psychische Auffälligkeiten; kapselte sich zusehends ab; wurde schwermütig, ein Sonderling, ein Einzelgänger …  Kurz – all jenen, die höchst unfreiwillig die Volksweisheit zu nähren und sie somit am Leben zu erhalten haben, gemäß derer Wahnsinn und Genie dicht beieinander liegen. Nun ist es nicht das Ziel dieses Buch, die mehr oder weniger obskuren Bereiche von Morphys Leben auszuleuchten, schließlich ist es keine psychologische Studie, sondern ein Schachbuch. Und in diesem soll keine Seelenforschung betrieben werden, sondern es soll einzig und allein um eine möglichst verlässliche Beantwortung der Frage gehen, was es denn nun mit dem Schachspieler Morphy tatsächlich auf sich hatte. Zu diesem Zweck hat der Autor – ein Schachhistoriker, dessen Interesse schon immer speziell jenem amerikanischen ,Superstar’ des 19. Jahrhunderts galt, der wohl mit Recht als einer der ,ungekrönten Weltmeister’ angesehen werden darf – nicht nur 100 von dessen aussagekräftigsten Partien zusammengetragen, sondern auch sehr detailliert dessen Lebensweg nachgezeichnet – und zwar von der Entdeckung des Wunderkindes bis hin zu seinem frühen Tod. Das Ergebnis ist ein überaus lebendiger Einblick in einen äußerst interessanten Abschnitt der Schachgeschichte, der es sicherlich nicht verdient hat, schlichtweg in Vergessenheit zu geraten.   148 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag    Rezension von Jörg Palitzsch im April 2018  Der 1837 in New Orleans geborene und mit nur 47 Jahren an einem Schlaganfall gestorbene Paul Charles Morphy gilt als einer der größten Schachspieler. Er spielte in der kurzen Zeit seines Wirkens Partien, die zu den schönsten zählen. Der Autor Otto Dietze hat mit „Schachphänomen Paul Morphy“ ein stimmiges Bild über den Amerikaner geschrieben und einen Einblick in dessen Spielkunst gegeben. Im April 2017 feierte Dietze seinen 90. Geburtstag, er hat sich als Publizist und Übersetzer russischer und englischer Schachliteratur einen Namen gemacht. Im speziellen hat er sich mit Forschungen über Paul Morphy beschäftigt, was in dem Buch kenntnisreich zutage tritt. Zwar ist der Text in verkürzter Form bereits 1996 in der Rochade Europa erschienen, wurde aber für die erste Buchauflage von dem Schachbuchautor Lothar Nikolaiczuk überarbeitet und ergänzt. Herausgekommen ist eine Lebensbeschreibung Morphys, die sich nicht allein an den biografischen Daten abarbeitet. Dietze verknüpft Fakten des Amerikaners mit 100 kommentierten Parteien. Ohne Effekthascherei, der man bei Paul Morphy schnell erliegen könnte, ist es eine spannende Erzählung über einen ungewöhnlichen Schachspieler, der als der „ungekrönte Weltmeister“ gilt. Morphys internationale Schachkarriere währte kaum sechs Monate, als er ab Juni 1858 in England und Frankreich alles besiegte, was Rang und Namen hatte. Darunter Adolf Anderssen, der ebenfalls als „ungekrönter Weltmeister“ galt. Das Ergebnis des Wettkampfes in Paris war deutlich. Morphy gewann mit 7:2 bei zwei Remis. Zu einem Duell mit Howard Staunton, der zwischen 1843 und 1851 als stärkster Schachspieler der Welt galt, kam es unterdessen nicht. Der Engländer ging ihm geschickt aus dem Weg. So kehrte Paul Morphy im Mai 1859 nach New York zurück und ihm wurde einen triumphaler Empfang bereitet. Trotz allen Erfolges nahm er an keinen offiziellen Wettkämpfen mehr teil. Bis zu seinem frühen Tod wurde er schwermütig und litt an Verfolgungswahn. Fazit: Eine von Max Euwe kommentierte Partie Morphys gegen De Riviére, eine von Morphy kommentierte Partie zwischen McDonnell und Labourdonnais sowie 20 Aufgaben über Schlusskombinationen des weltmeisterlich spielenden Amerikaner runden den positiven Eindruck des Buches ab.   Rezension von Heinz Däubler im Juni 2017Paul Morphy – Ein SchachphänomenIm Vorgriff auf die 180. Wiederkehr des Geburtstags des „ungekrönten Weltmeisters“ Paul Charles Morphy ist 2016 im Joachim-Beyer-Verlag Otto Dietze „Schachphänomen Paul Morphy“ erschienen. Der Verlag kann sich glücklich schätzen, mit dem Schachhistoriker Otto Dietze – ehrenamtlicher Schachtrainer, der schon 20 Schachbücher aus dem Russischen und Englischen übersetzt hat – einen Experten gewinnen zu können, dessen Interesse schon immer dem amerikanischen Schach-Superstar des 19. Jahrhunderts galt und sich als Mitglied des Förderkreises für Schachgeschichtsforschung speziell mit Forschungen über PaulMorphy beschäftigt hat.Das vorliegende Büchlein ist umso wertvoller, als es nur eine bescheidene Anzahl von meist vergriffenen Büchern gibt, die sich mit Leben und Spiel des genialen Amerikaners beschäftigen. Anhand von 100 augewählten Partien, die der bekannte Schachbuchautor Lothar Nikolaiczuk unter Nutzung moderner Schachprogramme kritisch durchleuchtet hat, wird das schachliche Vermächtnis Morphys und sein Leben abgebildet. Zur Klarstellung sei vermerkt, dass es sich hierbei nicht um eine psychologische Studie, sondern in erster Linie um ein Schachbuch handelt.Als Quintessenz der angebotenen Partien lassen sich einige Schlussfolgerungen ziehen, die für den Schachspieler von heute durchaus lehrreich sind. So kann festgestellt werden, dass die wunderbaren Kombinationen Morphys nicht aus dem Nichts kommen, sondern Ergebnis eines gediegenen Positionsverständnisses sind. Was dessen Klarheit anbelangt, war er seinen Zeitgenossen wohl 50 Jahre voraus. Dabei hat er Mittel angewendet, die auch heute zu beachten sind:- Rasche Figurenentwicklung- Eroberung des Zentrums- Einsatz von BauernhebelnFazit: Ein bemerkenswertes Buch über Leben und schachliches Wirken des besten Spielers des 19. Jahrhunderts und unbedingt lesenswert.  Rezension von Uwe Bekemann im Mai 2016 Mit „Schachphänomen Paul Morphy“ hat der Joachim Beyer Verlag als Imprint des Schachverlags Ullrich eine Neuerscheinung mit Alleinstellungspotenzial herausgebracht. Sein Autor ist der Schachhistoriker Otto Dietze, den schachlichen Teil hat der bekannte Autor Lothar Nikolaizcuk überarbeitet – überarbeitet deshalb, weil das Werk auf Material beruht, das die Zeitschrift Rochade bereits im Jahr 1996 veröffentlicht hat. Das Werk ist eine lebendige und unterhaltsame Hommage an Paul Morphy, der vor rund 150 Jahren als weltbester Schachspieler angesehen wurde. Es bildet eine Einheit aus 100 Partien des Meisters, von denen sehr viele kommentiert sind, persönlichen und schachhistorischen Daten, narrativen Elementen und etwas Fotomaterial. Überwiegend sind die Partien mit Textkommentaren versehen, teilweise auch im Informator-Stil, also um Schachsymbole ergänzt, kommentiert worden. Abgerundet wird der Inhalt um 20 an den Leser gerichtete Aufgabenstellungen, die er im „Morphy-Stil“ absolvieren soll. Auch dieses Element erfüllt in meinen Augen einen Auftrag zur Unterhaltung, ein Schulungsanspruch ist damit nicht verbunden. Morphy, der schon in sehr jungen Jahren sein meisterliches Spiel zeigte und dem ein nur kurzes Leben von rund 47 Jahren beschieden war, zeigt sich im Porträt des Werkes als außergewöhnlicher Spieler, der in Sachen des positionellen Verständnisses den Kontrahenten seiner Zeit voraus war, und als angenehmer sowie ehrenhafter Mensch. Seine Sehnsucht nach einem Match gegen Howard Staunton, das ihm die Chance gegeben hätte, in den Augen der Öffentlichkeit als – allerdings inoffizieller, weil es den Titel noch nicht gab – Weltmeister angesehen zu werden, blieb unerfüllt. Auch andere Größen der damaligen Zeit, darunter auch Staunton und Anderssen, werden im Werk charakterlich beschrieben. Staunton kommt dabei nicht allzu gut weg, Anderssen dagegen umso besser. Staunton hat sich wohl auf ein intrigierendes Taktieren verlegt, um einem Wettkampf gegen Morphy auszuweichen, den er offenbar als überlegen fürchtete. Auch „Schachphänomen Paul Morphy“ kann nicht klären, warum Morphy sich nach einer Rückkehr nach einem von Schach geprägten Aufenthalt in Europa und schließlich vollständig vom Schachspiel abgewendet hat, will es aber auch nicht. Vielleicht gab es auch einen Zusammenhang mit der Enttäuschung über Stauntons Verweigerungshaltung, aber dies ist Spekulation. Nur am Rande und damit auf eine sehr verantwortungsvolle Weise erwähnt Dietze, dass Morphy gegen Ende seines Lebens mit geistigen Problemen zu tun hatte. Aus heutiger Sicht sind viele der abgebildeten Partien mit großen Fehlern belastet. Dies mindert ihren Unterhaltungswert in keiner Weise, kann ihn teilweise sogar dadurch steigern. Die Fehler sind im Kontext der Zeit zu würdigen. Erst die nachfolgend eingetretene enorme Entwicklung der Schachtheorie macht es uns möglich, viele der damaligen „Patzer“ so zu abstrahieren, dass wir sie nach positionellen Regeln etc. bewerten können. „Schachphänomen Paul Morphy“ nimmt einen ungefährdeten Platz in der aktuellen Schachliteratur ein, der von keinem anderen Werk berührt wird. Wer, und dies besonders auf Deutsch, von Morphy mehr erfahren und wer von dessen Spiel bestens unterhalten werden möchte, macht mit dieser Neuerscheinung einen sehr guten Griff. Auf ein gleichartiges anderes Werk kann er nicht ausweichen. Fazit: „Schachphänomen Paul Morphy“ ist aus meiner Sicht eine schachhistorisch wertvolle Arbeit mit einem zudem hohen Unterhaltungswert.

19,80 €*
Buchcover: Spieler über Schachbrett, Titel sichtbar
Akopian: Pushing Horizons – The Chess Legacy of GM Vladimir Akopian (HC)
I decided to divide the book into four parts. In the first and the most difficult and time-consuming part of the book you will find my memorable games. I emphasize that these are my most memorable games, not my best games so out of 25 games given here there are a few draws and one loss. If I had decided to collect my best games the selection would have been quite different. It should therefore come as no surprise that as many as seven games with world champions found their way into the book. The second part consists of my 50 most memorable fragments. There you will see both instructive and curious examples. Here too the selection process was quite strict. While the memorable games cover the period of 1991-2010, the fragments cover the span from 1982 till 2016. And since they cover my early years as well, you will find some of them that did not find their way into databases. The third part of the book contains my 75 studies, in 50 of which White must draw and in 25 must win. I have many more but except for a couple of examples I decided not to include the most difficult and interesting rook studies in the book. I have to say that composing studies is much more difficult than problems; it’s just a hell of a job. And finally, the fourth, my favorite part of the book, featuring my 150 best chess problems. I should talk about this in greater detail: I was 12 when I composed my first problem. It was later published in the article by the famous composer and study-maker Alexander Sarychev, whom I had had the great fortune to meet. Yet, despite this positive experience at a young age, it was only much later that I composed a significant number of problems. And so, I hope that in each of the 300 snippets presented in the book, be it games, fragments, studies or problems, the reader will find something worthwhile. At least, the author really strove for that. 352 Seiten, gebunden, Verlag Thinkers Publishing

48,95 €*
%
Buchcover mit Schachmotiv und US-Flagge
Alburt: Three Days with Bobby Fischer & other chess essays
"How to Meet Champions and Choose Your Openings" is a chess book you can sit back comfortably in your armchair and just read. Or, when you feel like getting the pieces out of the box and learning from some great games, tactics and strategies-that's all here as well.Nearly everyone with an interest in chess shares the same two questions:What were the great champions like?How can I choose opening moves that give me a good game?Lev Alburt teams up with Chess Journalist Al Lawrence to answer these questions-and to tell the intriguing, inspiring and sometimes downright bizarre behind-the-scenes stories of the chess greats and near-greats, and how, above all else, they were men of their times.   288 Seiten, kartoniert, Verlag Chess Info & Research

20,00 €* 28,50 €* (29.82% gespart)
Benjamin: American Grandmaster
Benjamin: American Grandmaster
Joel Benjamin is one of the most prominent faces in the history of US chess. At thirteen years of age he broke Bobby Fischers record as the youngest ever national master, and this was followed by countless tournament successes. Perhaps most famously, in 1997 he hit the headlines when he became the chess consultant for IBMs Deep Blue computer, which made history by beating World Champion Garry Kasparov in an epic encounter.   In American Grandmaster, Benjamin takes the reader on a journey through chess adventures spanning more than thirty years. Tracing through his own career, from being a prodigy in the Fischer boom era thorough to an experienced Grandmaster with many titles, Benjamin is in a unique position to highlight the major changes that have occurred both in US and international chess throughout the last four decades.   This book includes: Instructive annotations of his favourite games   Anecdotes and reflections from thirty years of US and worldwide chess events   New perspectives on the legendary Kasparov-Deep Blue match   Insights into how Grandmasters earn their living   A deep look into the current major issues of chess 268 Seiten, kartoniert, Verlag Everyman

21,95 €*
Buchcover: Schach-Biografie „Spassky's Best Games“
Bezgodov & Oleinikov: Spassky´s Best Games
The Russian Boris Spassky was the perfect gentleman. He was a chess genius who became World Champion in 1969. But he was also gracious in defeat after he lost his title to the American Bobby Fischer in 1972 in the Match of the Century. This biography includes fifty of Spassky’s best games, annotated by former Russian champion Alexey Bezgodov, and a biographical sketch of a few dozen pages, written by Dmitry Aleynikov, the Director of the Chess Museum in Moscow. Spassky was born in St. Petersburg in 1937; he moved to France in 1976 and returned to Russia in 2010. On his road to the World Championship, he defeated all his contemporaries convincingly in matches, including Paul Keres, Efim Geller, Mikhail Tal, Bent Larsen and Viktor Korchnoi. He lost his first match for the ultimate title against Tigran Petrosian but won in his second attempt in 1969. With his all-round style, fighting spirit and psychological insights, he could beat anybody anytime and, for example, won at least two games versus six other World Champions: Smyslov, Tal, Petrosian, Fischer, Karpov and Kasparov. Alexey Bezgodov is a grandmaster and a former Russian Champion. For New In Chess, he wrote books about World Champion Tigran Petrosian and the chess openings the Caro-Kann and the Tarrasch Defence. Dmitry Aleynikov is the Director of the Chess Museum in Moscow. 284 Seiten, gebunden, Verlag New In Chess

34,95 €*
Tipp
Buchcover: Mann im Hemd und Krawatte neben rotem Titel
Bologan: Making My Move
Victor Bologan is not only a strong and creative chess grandmaster, he has also made a career in Moldovan and world chess politics. His strong will and incredible versatility have enabled him to lead a colourful and interesting life. ‘Believe in yourself’ is his motto and it has taken him to places many of us will never see. A sparkling description of the many roads Bologan has travelled lies before you. In this autobiography you will read about the adventures of an enterprising youngster in turbulent Moldova, his collaborations with renowned chess coaches such as Vyacheslav Chebanenko, Zigurds Lanka and Mark Dvoretsky, and his alliances with top players such as Alexander Morozevich, Ruslan Ponomariov, Vladimir Kramnik and Garry Kasparov. The book also offers a candid insight into Bologan's activities as Executive Director of the World Chess Federation FIDE and his career in Moldovan national politics. Central to this book, of course, is Bologan's chess career. His most impressive tournament victory was in Dortmund in 2003, where he beat both Vishy Anand and Vladimir Kramnik. But he also won the incredibly strong Aeroflot Open in Moscow in 1995 and twice came first in a personal favourite, the annual Poikovsky tournament. Bologan has extensively annotated 88 of his best and most attractive games. Victor Bologan (1971) is a world-class grandmaster who has won many prestigious tournaments. In 2005 he was ranked 18th in the world. For New In Chess Bologan has written the acclaimed and ground-breaking opening manuals The Chebanenko Slav, The Rossolimo for Club Players, The Powerful Catalan, Bologan's King's Indian, Bologan's Caro-Kann, Bologan's Ruy Lopez for Black and Bologan's Black Weapons in the Open Games. 424 Seiten, katoniert, Verlag New In Chess

29,95 €*