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Palitzsch: Zerbrechliche Genies

Produktinformationen "Palitzsch: Zerbrechliche Genies"

Das Spiel der Könige, der Genies und der Tragödien

Dieses Buch erzählt von Persönlichkeiten, deren Leben ebenso dramatisch war wie ihre Partien.

Von Genies, die im Licht aufstiegen – und im Dunkel verschwanden.

Paul Morphy, das Wunderkind, das in Einsamkeit verstummte. Harry Nelson Pillsbury, ein Stern, der früh verglühte. Bobby Fischer, der nach seinem historischen Sieg aus der Schachwelt einfach verschwand. Von Eva Moser, die viel zu früh starb. Und von vielen anderen, die nicht nur Gegner, sondern auch ihre eigenen Dämonen besiegen mussten.

Politik und Geschichte prägten ihre Schicksale.

Der Kalte Krieg, die Weltkriege, politische Verfolgung – sie bestimmten Karrieren und Leben.

Alexander Aljechin, Viktor Kortschnoi und Michail Tal: Namen, die Schachgeschichte schrieben und zugleich Opfer ihrer Zeit wurden.

Doch nicht nur Männer litten.

Schachspielerinnen kämpften zusätzlich gegen Unsichtbarkeit.

Ihre Talente blieben oft ungewürdigt, ihre Namen vergessen.

Diskriminierung, fehlende Ressourcen und gesellschaftliche Zwänge hielten viele zurück.

Dieses Buch ist keine Sammlung von Erfolgsstorys.

Es ist ein Mosaik aus Schicksalen, gezeichnet von Ruhm und Leid.

Es zeigt, wie verletzlich Genies sind – und wie sehr äußere Mächte ihr Leben bestimmen.

Schach ist nicht nur ein Spiel.

Schach ist auch ein Spiegel des menschlichen Dramas.

146 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag


Rezension von Claudia Mocek im Februar 2026

(Erschienen in der Bietigheimer Zeitung am 24. Februar 2026)

Zerbrechliche Genies. Das Spiel der Könige, der Genies und der Tragödien“ lautet der Titel des neuen Buchs von Jörg Palitzsch. Auf 146 Seiten zeichnet der ehemalige stellvertretende BZ-Redaktionsleiter und Ingersheimer Autor die Biografien von über 45 Schach-Genies nach – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Wilhelm Steinitz, Alexan der Aljechin und Levon Grigori: den Autor interessieren nicht nur die Siege, Titel und erfolgreichen Strategien der meist männlichen Protagonisten, die dem Leser anhand von ausgewählten Spielzügen aufzeigt. Überblicksartig rekonstruiert er deren Karriereentwicklungen vor dem Hintergrund der jeweiligen politischen und historischen Ereignisse.

Psychische Belastungen

Darüber hinaus interessiert er sich für die psychischen Belastungen des Schachspiels: „Schach fordert außergewöhnliche mentale Fähigkeiten, die in die Isolation oder mentale Instabilität treiben“, schreibt der Autor. Als tragische Beispiele führt er etwa Wunderkind Paul Morphy, Harry Nelson Pillsbury und Reuben Fine an. Außerdem geht Palitzsch der Frage nach, ob die geistige Anstrengung zum Beispiel beim Blindschach Geisteskrankheiten ausgelöst haben kann. Dabei spielt mindestens einer der Spieler aus dem Gedächtnis ohne das Schachbrett anzuschauen. Die Züge werden angesagt.

Der Autor beschäftigt sich auch mit den stillen Heldinnen – Frauen in der Männerdomäne Schach: Ljudmila Rudenko, Vera Menchik und Eva Moser. Sie hatten nicht den gleichen Zugang zu Ressourcen wie Männer, wurden auch medial weniger wahrgenommen. „Viele Frauen in der Schachwelt wurden oft im Schatten der männlichen Spieler übersehen“, schreibt Palitzsch.

Ein weiteres Hindernis seien auch die sozialen Erwartungen gewesen, gesellschaftliche Normen hätten Frauen daran gehindert, sich ganz dem Schach zu widmen.

Mit seinem neuen Buch will der passionierte Schachspieler Palitzsch, nach seiner kulturgeschichtlichen Liebeserklärung ans Schach („64 Felder erobern die Welt“) und seinen 20 Kurzgeschichten (20 Antworten auf d2- d4) rund um das Spiel der Könige, zeigen, „wie zerbrechlich und verletzbar Genies sein können“.

Für Jörg Palitzsch steht fest: „Schach ist nicht nur ein Spiel.“


Rezension von Stefan Liebig im Februar 2026

Zerbrechliche Genies von Jörg Palitzsch ist mehr als nur eine Sammlung von Porträts berühmter Schachspieler: Es ist eine einfühlsame und facettenreiche Auseinandersetzung mit dem oft schmalen Grat zwischen Brillanz und Tragik im Leben herausragender Talente des 64-Felder-Spiels. Der Autor versteht es, das Schachspiel in einen größeren biografischen und gesellschaftlichen Kontext zu stellen, indem er die Lebenswege von Persönlichkeiten beleuchtet, deren Karrierehöhepunkte und privaten Abgründe gleichermaßen faszinieren.

Palitzsch nimmt den Leser mit auf eine Reise durch das Schach des 19., 20. und frühen 21. Jahrhunderts, indem er Geschichten von Spielern wie Paul Morphy, Harry Nelson Pillsbury oder Bobby Fischer aufblättert - Figuren, die durch ihre Partien oder ihre Persönlichkeit Legendenstatus erlangten, zugleich aber oft unter dem Druck ihrer Zeit oder inneren Konflikten litten.

Ein besonderer Reiz des Werks liegt in der Spannweite der behandelten Schicksale: Von einem Wunderkind, das früh verstummt, über einen Weltmeister, der nach seinem Triumph in die Isolation ging, bis zu weniger bekannten Spielern, deren Namen im Schatten der Geschichte verblassen - Palitzsch zeigt, dass Schach nicht nur ein Spiel der Züge ist, sondern auch tief im persönlichen Drama verwurzelt sein kann. Die Kapitel sind dabei erzählerisch so aufgebaut, dass sie sowohl strategisch denkende Schachbegeisterte als auch Leser ansprechen, die weniger mit der Materie vertraut sind, aber Interesse an menschlichen Geschichten haben.

Besonders gelungen ist die Balance zwischen historischem Überblick und individueller Nähe: Der Autor bietet genügend Hintergrund, um die Einflüsse politischer und gesellschaftlicher Umfelder zu verstehen, lässt dabei aber die persönlichen Emotionen und inneren Kämpfe seiner Protagonisten niemals aus dem Blick. Die Geschichten werden so nicht nur zu Anekdoten großer Partien, sondern zu Reflexionen über Genialität, Ambition, Scheitern und menschliche Verletzlichkeit Aspekte, die oft im Schatten der reinen Gewinn- oder Verluststatistik stehen.

Insgesamt ist — “Zerbrechliche Genies —“ein reichhaltiges und nachdenklich stimmendes Buch, das klassischen schachhistorischen Stoff mit psychologischer Tiefe verknüpft. Es eignet sich für Leser, die neben strategischen Einsichten auch ein Verständnis für die Persönlichkeit hinter der Figur suchen, und bietet sowohl Kennern als auch neugierigen Einsteigern eine lohnenswerte Lektüre, die das Schachspiel als Spiegel menschlicher Lebenswege reflektiert.



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Angaben zum Hersteller (Informationspflichten zur GPSR Produktsicherheitsverordnung)
Joachim Beyer Verlag
Zur Wallfahrtskirche 5
97483 Eltmann, Deutschland
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Bücher von diesem Autor

Buchcover: Globus mit Schachfiguren und Titeltext

Durchschnittliche Bewertung von 4.7 von 5 Sternen

Palitzsch: 64 Felder erobern die Welt - Das Schachspiel in Kultur und Alltag
Schach ist mehr als ein Spiel mit 32 Figuren auf 64 Feldern. Das königliche Spiel ist inzwischen in allen Kunst- und Kulturformen angekommen. Ein Beispiel ist „Die Schachnovelle". Eine limitierte Erstausgabe des Buches erschien am 7. Dezember 1942 in Buenos Aires. Am 2. September 1960 hatte der auf der Novelle basierende Film unter der Regie von Gerd Oswald und mit Curd Jürgens Premiere. Und im Jahr 2016 erschien die bekannte Geschichte in Form eines 128-seitigen Farb-Comics im großen Hardcoverformat – 74 Jahre nach ihrer Entstehung. Auch in vielen anderen Bereichen hat sich das Schachspiel verbreitet. Auf Briefmarken, in der Werbung und in der Politik. Mit Schachboxen wurde eine neue Sportart kreiert und selbst im Weltraum denkt man völlig losgelöst über die besten Züge nach.Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll dazu anregen sich mit dem  Spiel aller Spiele auch abseits der 32 Figuren zu beschäftigen. Beste Unterhaltung ist garantiert.175 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im Mai 2022 Was haben die Rolling Stones, die Comic- und Zeichentrick-Helden Lucky Luke und Donald Duck, die großen Dichter Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, der Hund von Baskerville sowie die Politiker Benjamin Franklin und Helmut Schmidt gemeinsam? Sie sind berühmte Beispiele. Wofür? Für den Erfolg des Schachspiels in Kultur und Alltag. Und es gibt ein weiteres Band zwischen ihnen und unzähligen weiteren Beispielen: Jörg Palitzsch hat sie in seinem Buch „64 Felder erobern die Welt" in einem unterhaltsamen Plauderstil aufgezählt und beschrieben. Das Werk ist 2022 im Joachim Beyer Verlag erschienen und als reines Lesebuch ein Tipp für die Lektüre zwischendurch. Das Schachspiel begegnet uns ständig, unabhängig davon, ob wir es praktizieren. Es hat Eingang in unser alltägliches Leben gefunden, so etwa durch die Übernahme von Begriffen und Metaphern in unsere Sprache, als Motiv auf Briefmarken, in Comics, in der Musik und in Filmen – und, und, und. Der Erfolg dieses Spiels lässt sich auch aus dieser tiefen Verwurzelung in unserem allgemeinen Leben ablesen. Es wird niemanden geben, der alle Bereiche kennt, auf die das Schachspiel in irgendeiner Weise Einfluss genommen hat. Und wenn es jemanden gibt, der zumindest über einen Überblick dieser facettenreichen Verflechtungen verfügt, dann ist dies sicher Jörg Palitzsch. Vermutlich von einer Grundidee für sein Werk „64 Felder erobern die Welt" und ein paar ihm bekannten Beispielen ausgehend hat er sich an eine Recherche gemacht. Herausgekommen ist eine Fülle an Fundstellen, die Palitzsch nicht nur auflistet, sondern – um Informationen und Geschichtchen angereichert – vor dem Leser ausbreitet. Als Autor mit einer über 45-jährigen Schreiberfahrung und selbst Anhänger des königlichen Spiels weiß er, worauf es ankommt und wie er seine Arbeit interessant und fesselnd gestaltet. Das Buch macht Spaß und bindet den Leser auch dadurch an sich, dass dieser mehr erfahren möchte. Dabei kann er „Aha-Effekte" ausleben, weil er ein ihm eigentlich bekanntes Beispiels bewusst gemacht bekommt, oder auch Neues und Überraschendes kennen lernen. Das Werk ist in zwei Teile gegliedert. Während sich der 1. Teil mit dem Schachspiel beispielsweise in Comics, in der Dichtkunst, auf der Theaterbühne oder in der Architektur oder der Politik befasst, geht es im 2. Teil im Wesentlichen um das Schachspiel im Film. Der Leser muss keine Prägung für ein Genre haben, um sich mit dem in einem Kapitel besprochenen Bereich zu identifizieren. Jörg Palitzsch gelingt es, jeweils das Schachspiel so in den Vordergrund zu heben, dass man sich jedem Kapitel unabhängig von Neigung, Interesse und Vorkenntnissen widmen kann. Bei der Arbeit am Kapitel „Bücher über Bücher" dürfte der Autor besonders von seinen profunden Vorkenntnissen profitiert haben. In diesem geht es um Bücher zum und über das Schachspiel. Allein die Auswahl der zu behandelnden Werke aus geschätzt rund 100.000 Schachbüchern überhaupt muss eine Herausforderung gewesen sein. Es mag dem Autor geholfen haben, dass er als Autor von Rezensionen den Blick auf das Wesentliche von Büchern hat. Genau dies hat er jeweils zu den berücksichtigten Werken herausgestellt. Fazit: „64 Felder erobern die Welt" ist ein empfehlenswertes Lesebuch, das sich einem bisher vernachlässigten Thema widmet: Das Schachspiel in Kultur und Alltag (wie auch der Untertitel des Werkes lautet). Es ist unterhaltsam und informativ zugleich, geschrieben in einem lockeren Plauderstil).

19,80 €*