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Müller: Magnus Carlsen - Die Kreativität eines Genies

Produktinformationen "Müller: Magnus Carlsen - Die Kreativität eines Genies"

Bekanntlich gibt es im Schach viele Faustregeln und Denkschablonen, doch diesen blindlings zu folgen, ist nicht der Weg zum Erfolg. Die Richtigkeit dieser Aussage wird vom Stil des weltbesten Spielers Magnus Carlsen bestätigt, der sich unter anderem durch besondere Kreativität auszeichnet.

Dazu gehört, dass er nicht nur eine allgemeine Zweckdienlichkeit, sondern auch die Wirksamkeit eines möglichen Überraschungsmoments stets höher bewertet als blanke Prinzipientreue. Dieses Phänomen zeigt sich oft schon in der Eröffnung, wenn er seine Gegner mit seltenen oder verblüffenden – ja bisweilen sogar mehr oder weniger provokanten Zügen konfrontiert – und es zieht sich sodann durch alle Partiephasen.

In jedem der zehn Kapitel wird diese spezifische Herangehensweise genau beleuchtet, aber selbstverständlich werden nebenher all die jeweils gültigen Faustregeln besprochen, die ein Spieler ja zunächst einmal kennen muss, um auch ein Gespür für die häufig gegebenen Ausnahmen entwickeln zu können.

Die behandelten Themen reichen von Eröffnungsprinzipien über Rochadeangriff und Bauernformationen bis hin zu psychologischer Spielführung. Anhand verschiedener Beispiele wird demonstriert, was es heißt, das Risiko eines positionellen Qualitätsopfers nicht zu scheuen, Provokation zu einem effektiven Markenzeichen zu machen – oder auch den Prozess des Lavierens als 'aktives Aussitzen' einzusetzen.

Abgerundet wird jedes Kapitel durch zahlreiche Aufgaben, die es dem Leser ermöglichen, zu jedem Thema den erzielten Lerneffekt zu testen und zu bewerten. Alle Partien sind mit praktischen QR-Codes versehen, damit sie auch problemlos am Smartphone nachgespielt und analysiert werden können.

Lassen Sie sich also von Magnus Carlsens Kreativität inspirieren und würzen Sie in Zukunft auch Ihre eigenen Partien mit dieser äußerst wirksamen Zutat!


194 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag


Rezension von Uwe Bekemann im Mai 2026

Mit seinem jüngsten Werk setzt sich Karsten Müller vornehmlich damit auseinander, wie Magnus Carlsen die bekannten Faustregeln zur Spielführung behandelt, sie also kreativ anwendet oder auch ebenso kreativ von ihnen abweicht. Daneben beleuchtet er seine Kreativität unter dem Aspekt der psychologischen Spielführung als auch unter den Besonderheiten des Schnellschachs. Dabei ist das Werk weniger eine Hommage an den ehemaligen Weltmeister als ein hochqualifiziertes Lehrbuch.

Müller hat sein Werk in 5 Kapitel gegliedert. Im Kapitel 1 geht es um kreative Eröffnungsideen, im Kapitel 2 um Rochadeangriffe und Kapitel 3 um Bauernformationen. Die beiden übrigen Kapitel behandeln die oben schon genannten weiteren Schwerpunkte.

Anhand von Beispielen aus Carlsens Praxis geht Müller strukturiert und analytisch den thematischen Aspekten nach. Seine Ergebnisse bietet er ausführlich und sehr gut aufbereitet dem Leser an, so dass er diesen regelrecht anleitet. Ein Beispiel dazu: Gleich zum ersten Beispiel stellt er in einem Fazit die Punkte zusammen, warum Schwarz verloren, und auch, warum Weiß gewonnen hat. Und gleich noch ein zweites, für mich imposantes Beispiel: In einem Folgefazit mit der Überschrift „Überprüfe den Lerneffekt“ stellt er Faktoren zusammen, aus denen „passionierte Vereinsspieler Rückschlüsse für das eigene Spiel ziehen können“. Er zeigt dabei dem Leser sehr ausführlich auf, wie er seinen Blick auf das Figurenspiel, die Bauernführung, Wendepunkte in einer Partie etc. richten kann. Er klärt auf, welche Fragestellungen hilfreich sind, gibt Trainingstipps und mehr.

Der Umgang mit diesem Werk macht Spaß. Ein Grund hierfür ist auch der unterhaltsame, der erfrischende Schreibstil. Müller doziert nicht, sondern er erläutert, erzählt, zieht den Leser in seinen Bann und nimmt ihn mit. Wie kann man es dem Leser erinnerlich machen, dass an einem Königsangriff möglichst alle potenziellen Angreifer eingesetzt werden sollten? Sein Erinnerungssprüchlein: „Erst mit der Mahlzeit beginnen, wenn alle am Tisch sitzen!“

Dem Lernen wie auch der Unterhaltung dienen die zahlreichen, an den Leser gerichteten Aufgaben. Bei seinen Lösungsversuchen kann der Leser seine eigene Kreativität unter Beweis stellen. Thematisch über die Buchinhalte verteilt werden die jeweiligen Ausgangsstellungen der Übungen mit einem Diagramm vorgegeben. Unter diesem befindet sich die Beschreibung der Aufgabe selbst. Die ausführlichen Lösungen hat Müller jeweils gleich im Anschluss an eine Aufgabengruppe abgebildet.

Die einzelnen Partiebeispiele sind mit einem QR-Code versehen, den der Leser einscannen kann, um sie online z.B. mit seinem Smartphone nachzuspielen.

Einen Punkt möchte ich noch zum Kapitel 4, Psychologische Spielführung, und darin dem Teil 3, Lavieren, ansprechen. Wir kennen den Begriff schon aus den Arbeiten von Aaron Nimzowitsch. Müller erweitert die ursprünglichen Ideen um weitere Faustregeln, z.B. „den Gegner müde spielen“ und solche zum bewussten Einstreuen von Leerzügen.

Fazit: „Magnus Carlsen – Die Kreativität eines Genies“ ist ein ausgezeichnetes Werk, das den Leser am kreativen Schaffen des früheren Weltmeisters Magnus Carlsen lernen lässt. Für mich ist es eine klare Kaufempfehlung für den Leser ab dem Level des versierten Klubspielers.


Rezension von Andreas Wittek im März 2026

Dr. Karsten Müller beginnt, auf der Seite 8, jenes Vorwort seines Buches mit den Worten (Zitat): „Magnus Carlsen ist schon seit längerer Zeit – und allem Anschein nach auch noch für weitere lange Zeit – der mit Abstand stärkste Spieler auf dem Planeten. Das legt doch die Frage nahe: Welches Wissen und welche Fähigkeiten sind es, die ihn so besonders auszeichnen?"

Um einen ersten Schritt in Richtung zur Beantwortung der Frage machen zu können, empfehle ich allen Leserinnen und Lesern dieses Schachbuchs eine „beispielhafte Kurzpartie" von Magnus Carlsen gegen Juri Kuzubow aufmerksam zu studieren, die der Autor aus meiner Sicht auf den Seiten dreizehn bis sechzehn hervorragend kommentiert hat.

Magnus Carlsen (2250) vs Juri Kuzubov (2186), U12-Weltmeisterschaft 2002, Trompowsky-Angriff (A45). 1.d4 Sf6 2.Lg5 d5 3.Lxf6 gxf6 4.Sc3 e6 5.Sf3 c5 6.e4 cxd4 7.Sxd4 dxe4 8.Lb5+ Bd7 9.Dh5 Db6 10.0-0-0 Dc5 11.Sxe4 Dxh5 12.Sxf6+ Ke7 13.Sxh5 Sc6 14.Lxc6 Lxc6 15.The1 1-0

Müller fasst die wichtigsten Ergebnisse seiner Analyse dieser Schachpartie auf Seite sechzehn zusammen und bewertet diese folgendermaßen:

Kuzubow ließ schon im dritten Zug unnötiger Weise eine Beeinträchtigung seiner Bauernstruktur zu. Kuzubow baut sich eher passiv auf und erlaubt Weiß, im Zentrum maximal aktiv zu werden. Kuzubow wählt eine falsche Zugfolge, nach der Weiß unverzüglich die Initiative an sich reißen kann. Dadurch konnte er weder sein Läuferpaar noch seine Türme aktivieren. Nach einer taktischen Unachtsamkeit von Schwarz kann Weiß taktisch losschlagen und nach einem Verteidigungsfehler gerät Schwarz endgültig in eine Verluststellung.

Carlsen hat die Stellung frühestmöglich geöffnet und seine Entwicklung mit Angriffszügen vorangetrieben. Carlsen hat zuerst den einen weißen Läufer und bald danach ebenso den zweiten weißen Läufer aufgegeben, weil ihm bewusst war: Die weißen Springer brauchen schnell konkrete Spielansätze, bevor das schwarze Läuferpaar die Kontrolle übernehmen kann. Carlsen war taktisch hellwach und hat sich keine einzige Ungenauigkeit zuschulden kommen lassen.

Bis hierhin erst einmal...

Das vorliegende Schachlehrwerk hat insgesamt 193 Seiten und ist in 5 Kapitel gegliedert. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich auf den beiden Seiten 5 bis 7, ein Vorwort auf Seite 8, eine Zeichenerklärung auf Seite 9, ein Quellenverzeichnis auf Seite 188.

Jedes einzelne spezielle Kapitel enthält Aufgaben sowie dazugehörige Lösungen, auf der sich jeweils anschließenden Seite. Kapitel fünf enthält sogar zwei separate Gruppen an Aufgaben + entsprechende Lösungsabschnitte.

In Kapitel eins mit der Überschrift „Auf der Suche nach kreativen Eröffnungsideen", von Seite 10 bis Seite 39, spürt Müller einer Reihe von konventionellen und unkonventionellen Denkweisen im Eröffnungsspiel Carlsens nach.

In Kapitel zwei erläutert Müller, von Seite 41 bis Seite 74, die Kunst des „Rochadeangriffs" von Carlsen.

In Kapitel drei legt Müller, von Seite 75 bis Seite 99, Carlsen Eröffnungswahl bezüglich der „Bauernformation" dar, welche seiner Ansicht nach sich mithilfe von besonders instruktiven Beispielen veranschaulichen lassen.

In Kapitel vier, von Seite 101 bis Seite 136, gibt Müller der „Psychologischen Spielführung" von Carlsen einen angemessenen Raum.

In Kapitel fünf arbeitet Müller, von Seite 137 bis Seite 190, „Zehn Aspekte von Carlsens Stil im Schnellschach" nachvollziehbar heraus.

Alle abgedruckten Schachpartien und Lösungen zu den Aufgaben in der Publikation sind mit QR-Codes versehen. Über diese sind die Partien, wie auch die Lösungen der Aufgaben problemlos zum Beispiel auf dem Smartphone zugänglich um nachgespielt, analysiert und mit Freunden diskutiert zu werden.

Nach meinem Dafürhalten eignet sich das vorliegende Druckwerk von Müller aufgrund seines gelungenen didaktischen Aufbaus nicht nur für Vereinsspieler, sondern ebenfalls für Schachanfänger / Schachanfängerinnen mit guten Grundkenntnissen, welche ein Interesse an der Spielsweise von Sven Magnus Øen Carlsen haben und ihre eigene Schachkunst verbessern wollen.

Ein Hinweis sei noch gestattet: Es gibt von Karsten Müller ein Vorgängerbuch mit dem Titel „Magnus Carlsen – Die Schach-DNA eines Genies", Joachim Beyer Verlag, 2023.


Rezension von Jörg Palitzsch im März 2026

Das Buch von Großmeister Dr. Karsten Müller setzt sich auf rund 200 Seiten nicht nur mit der Spielstärke Magnus Carlsens auseinander, sondern versucht vor allem, dem Kern seines Erfolgs auf die Spur zu kommen: seiner außergewöhnlichen Kreativität.

Der Autor knüpft damit an sein vorheriges Werk „Magnus Carlsen – Die Schach-DNA eines Genies“ an, in dem insbesondere Carlsens Fähigkeiten als „Reflektor“ – etwa in strategischen Endspielen oder im präzisen Bauernspiel – im Fokus standen. Nun verschiebt sich der Blickwinkel hin zu einem schwerer greifbaren Element – der schöpferischen Kraft eines Spielers, der sich konsequent über Konventionen hinwegsetzt.

Zentraler Gedanke ist die Abkehr vom blinden Vertrauen in klassische Schachprinzipien. Statt diese als starre Regeln zu verstehen, zeigt Autor Müller anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis, dass Carlsen sie vielmehr flexibel interpretiert – oder auch bewusst bricht. Seine Spielweise zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Fähigkeit aus, praktische Wirksamkeit und Überraschungsmomente höher zu gewichten als dogmatische Prinzipientreue. Gerade diese Herangehensweise macht ihn zu einem so unangenehmen und schwer berechenbaren Gegner.

Gelungen ist die Struktur des Buches: In fünf klar gegliederten Kapiteln werden unterschiedliche Facetten von Carlsens Kreativität beleuchtet. Die Bandbreite reicht von unorthodoxen Eröffnungsentscheidungen über dynamische Mittelspielkonzepte wie den Rochadeangriff bis hin zu subtilen psychologischen Elementen der Spielführung. Dabei wird stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis gewahrt: Die grundlegenden Faustregeln werden erklärt, aber gleichzeitig durch konkrete Partiebeispiele relativiert und erweitert.

Ein weiteres Plus ist die didaktische Aufbereitung. Jedes Kapitel enthält Aufgaben, mit denen Leser ihr Verständnis überprüfen können. Die Integration von mittlerweile gängigen QR-Codes für das Nachspielen der Partien am Smartphone ist auch hier ein moderner und praxisnaher Zusatz geworden, der das Lernen deutlich erleichtert und den Zugang zu den analysierten Partien intuitiv gestaltet.

Inhaltlich überzeugt das Buch vor allem durch seine klare Botschaft: Kreativität im Schach ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines tiefen Verständnisses – kombiniert mit Mut, Intuition und der Bereitschaft, Risiken einzugehen. Zusammenfassend ist dieses Buch weit mehr als eine bloße Sammlung von Partien oder Analysen. Es ist eine Einladung, das eigene Denken über Schach zu hinterfragen und zu erweitern. Sowohl ambitionierte Vereinsspieler als auch fortgeschrittene Schachfreunde werden hier wertvolle Impulse finden, um ihr Spiel kreativer und flexibler zu gestalten.



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Angaben zum Hersteller (Informationspflichten zur GPSR Produktsicherheitsverordnung)
Joachim Beyer Verlag
Zur Wallfahrtskirche 5
97483 Eltmann, Deutschland
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