Müller: Magnus Carlsen - Die Kreativität eines Genies
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Produktinformationen "Müller: Magnus Carlsen - Die Kreativität eines Genies"
194 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag
Rezension von Andreas Wittek im März 2026
Dr. Karsten Müller beginnt, auf der Seite 8, jenes Vorwort seines Buches mit den Worten (Zitat): „Magnus Carlsen ist schon seit längerer Zeit – und allem Anschein nach auch noch für weitere lange Zeit – der mit Abstand stärkste Spieler auf dem Planeten. Das legt doch die Frage nahe: Welches Wissen und welche Fähigkeiten sind es, die ihn so besonders auszeichnen?"
Um einen ersten Schritt in Richtung zur Beantwortung der Frage machen zu können, empfehle ich allen Leserinnen und Lesern dieses Schachbuchs eine „beispielhafte Kurzpartie" von Magnus Carlsen gegen Juri Kuzubow aufmerksam zu studieren, die der Autor aus meiner Sicht auf den Seiten dreizehn bis sechzehn hervorragend kommentiert hat.
Magnus Carlsen (2250) vs Juri Kuzubov (2186), U12-Weltmeisterschaft 2002, Trompowsky-Angriff (A45). 1.d4 Sf6 2.Lg5 d5 3.Lxf6 gxf6 4.Sc3 e6 5.Sf3 c5 6.e4 cxd4 7.Sxd4 dxe4 8.Lb5+ Bd7 9.Dh5 Db6 10.0-0-0 Dc5 11.Sxe4 Dxh5 12.Sxf6+ Ke7 13.Sxh5 Sc6 14.Lxc6 Lxc6 15.The1 1-0
Müller fasst die wichtigsten Ergebnisse seiner Analyse dieser Schachpartie auf Seite sechzehn zusammen und bewertet diese folgendermaßen:
Kuzubow ließ schon im dritten Zug unnötiger Weise eine Beeinträchtigung seiner Bauernstruktur zu. Kuzubow baut sich eher passiv auf und erlaubt Weiß, im Zentrum maximal aktiv zu werden. Kuzubow wählt eine falsche Zugfolge, nach der Weiß unverzüglich die Initiative an sich reißen kann. Dadurch konnte er weder sein Läuferpaar noch seine Türme aktivieren. Nach einer taktischen Unachtsamkeit von Schwarz kann Weiß taktisch losschlagen und nach einem Verteidigungsfehler gerät Schwarz endgültig in eine Verluststellung.
Carlsen hat die Stellung frühestmöglich geöffnet und seine Entwicklung mit Angriffszügen vorangetrieben. Carlsen hat zuerst den einen weißen Läufer und bald danach ebenso den zweiten weißen Läufer aufgegeben, weil ihm bewusst war: Die weißen Springer brauchen schnell konkrete Spielansätze, bevor das schwarze Läuferpaar die Kontrolle übernehmen kann. Carlsen war taktisch hellwach und hat sich keine einzige Ungenauigkeit zuschulden kommen lassen.
Bis hierhin erst einmal...
Das vorliegende Schachlehrwerk hat insgesamt 193 Seiten und ist in 5 Kapitel gegliedert. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich auf den beiden Seiten 5 bis 7, ein Vorwort auf Seite 8, eine Zeichenerklärung auf Seite 9, ein Quellenverzeichnis auf Seite 188.
Jedes einzelne spezielle Kapitel enthält Aufgaben sowie dazugehörige Lösungen, auf der sich jeweils anschließenden Seite. Kapitel fünf enthält sogar zwei separate Gruppen an Aufgaben + entsprechende Lösungsabschnitte.
In Kapitel eins mit der Überschrift „Auf der Suche nach kreativen Eröffnungsideen", von Seite 10 bis Seite 39, spürt Müller einer Reihe von konventionellen und unkonventionellen Denkweisen im Eröffnungsspiel Carlsens nach.
In Kapitel zwei erläutert Müller, von Seite 41 bis Seite 74, die Kunst des „Rochadeangriffs" von Carlsen.
In Kapitel drei legt Müller, von Seite 75 bis Seite 99, Carlsen Eröffnungswahl bezüglich der „Bauernformation" dar, welche seiner Ansicht nach sich mithilfe von besonders instruktiven Beispielen veranschaulichen lassen.
In Kapitel vier, von Seite 101 bis Seite 136, gibt Müller der „Psychologischen Spielführung" von Carlsen einen angemessenen Raum.
In Kapitel fünf arbeitet Müller, von Seite 137 bis Seite 190, „Zehn Aspekte von Carlsens Stil im Schnellschach" nachvollziehbar heraus.
Alle abgedruckten Schachpartien und Lösungen zu den Aufgaben in der Publikation sind mit QR-Codes versehen. Über diese sind die Partien, wie auch die Lösungen der Aufgaben problemlos zum Beispiel auf dem Smartphone zugänglich um nachgespielt, analysiert und mit Freunden diskutiert zu werden.
Nach meinem Dafürhalten eignet sich das vorliegende Druckwerk von Müller aufgrund seines gelungenen didaktischen Aufbaus nicht nur für Vereinsspieler, sondern ebenfalls für Schachanfänger / Schachanfängerinnen mit guten Grundkenntnissen, welche ein Interesse an der Spielsweise von Sven Magnus Øen Carlsen haben und ihre eigene Schachkunst verbessern wollen.
Ein Hinweis sei noch gestattet: Es gibt von Karsten Müller ein Vorgängerbuch mit dem Titel „Magnus Carlsen – Die Schach-DNA eines Genies", Joachim Beyer Verlag, 2023.
Rezension von Jörg Palitzsch im März 2026
Das Buch von Großmeister Dr. Karsten Müller setzt sich auf rund 200 Seiten nicht nur mit der Spielstärke Magnus Carlsens auseinander, sondern versucht vor allem, dem Kern seines Erfolgs auf die Spur zu kommen: seiner außergewöhnlichen Kreativität.
Der Autor knüpft damit an sein vorheriges Werk „Magnus Carlsen – Die Schach-DNA eines Genies“ an, in dem insbesondere Carlsens Fähigkeiten als „Reflektor“ – etwa in strategischen Endspielen oder im präzisen Bauernspiel – im Fokus standen. Nun verschiebt sich der Blickwinkel hin zu einem schwerer greifbaren Element – der schöpferischen Kraft eines Spielers, der sich konsequent über Konventionen hinwegsetzt.
Zentraler Gedanke ist die Abkehr vom blinden Vertrauen in klassische Schachprinzipien. Statt diese als starre Regeln zu verstehen, zeigt Autor Müller anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis, dass Carlsen sie vielmehr flexibel interpretiert – oder auch bewusst bricht. Seine Spielweise zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Fähigkeit aus, praktische Wirksamkeit und Überraschungsmomente höher zu gewichten als dogmatische Prinzipientreue. Gerade diese Herangehensweise macht ihn zu einem so unangenehmen und schwer berechenbaren Gegner.
Gelungen ist die Struktur des Buches: In fünf klar gegliederten Kapiteln werden unterschiedliche Facetten von Carlsens Kreativität beleuchtet. Die Bandbreite reicht von unorthodoxen Eröffnungsentscheidungen über dynamische Mittelspielkonzepte wie den Rochadeangriff bis hin zu subtilen psychologischen Elementen der Spielführung. Dabei wird stets ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis gewahrt: Die grundlegenden Faustregeln werden erklärt, aber gleichzeitig durch konkrete Partiebeispiele relativiert und erweitert.
Ein weiteres Plus ist die didaktische Aufbereitung. Jedes Kapitel enthält Aufgaben, mit denen Leser ihr Verständnis überprüfen können. Die Integration von mittlerweile gängigen QR-Codes für das Nachspielen der Partien am Smartphone ist auch hier ein moderner und praxisnaher Zusatz geworden, der das Lernen deutlich erleichtert und den Zugang zu den analysierten Partien intuitiv gestaltet.
Inhaltlich überzeugt das Buch vor allem durch seine klare Botschaft: Kreativität im Schach ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines tiefen Verständnisses – kombiniert mit Mut, Intuition und der Bereitschaft, Risiken einzugehen. Zusammenfassend ist dieses Buch weit mehr als eine bloße Sammlung von Partien oder Analysen. Es ist eine Einladung, das eigene Denken über Schach zu hinterfragen und zu erweitern. Sowohl ambitionierte Vereinsspieler als auch fortgeschrittene Schachfreunde werden hier wertvolle Impulse finden, um ihr Spiel kreativer und flexibler zu gestalten.
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