Müller & Geilmann: Die Alte Garde - Deutsche Großmeister
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Produktinformationen "Müller & Geilmann: Die Alte Garde - Deutsche Großmeister"
Rezension von Andreas Wittek im Juni 2026
Die beiden Autoren Müller / Geilmann widmen sich mit ihrem Buch den „deutschen Großmeistern", die vor 1950 geboren und unter schwierigen historischen Konstellationen zu den Trägern einer neuen deutschen Schachära, zum einen in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und zum anderen in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), wurden.
Folgende „deutsche Großmeister" werden der Reihe nach vorgestellt:
Efim Bogoljubow (*1889), Friedrich Sämisch (*1896), Wolfgang Unzicker (*1925), Lothar Schmid (*1928), Wolfgang Pietzsch (*1930), Klaus Viktor Darga (*1934), Wolfgang Uhlmann (*1935), Burkhard Malich (*1936), Hans Joachim Hecht (*1939), Helmut Pfleger (*1943), Vlastimil Hort (*1944), Nikolai Shalnev (*1944), Lev Gutman (*1945), Mikhail Tseitlin (*1947), Robert Hübner (*1948), Lutz Espig (*1949).
Müller / Geilmann haben ebenso die Meisterspieler berücksichtigt, welche nicht in Deutschland geboren wurden, jedoch irgendwann in ihrem Leben deutsche Staatsbürger geworden sind.
Der Text dieser besonderen „Deutschen Schachhistorie" hat einem Umfang von 209 Seiten. Ein Inhaltsverzeichnis befindet sich auf der Seite fünf, ein Vorwort auf den Seiten sechs und sieben, ein detailliertes Quellenverzeichnis auf den Seiten zweihundertsieben bis zweihundertneun.
Neben den zahlreichen Fotos enthalten fast alle dieser sechzehn Kurzbiographien eingescannte Originalunterschriften der „deutschen Schachmeister", was dem Ganzen einen schönen persönlichen Charakter vermittelt.
Eine gute, einsehbare Übersicht, welche die zwei schachlichen Kontrahenten benennt, die jeweilige Eröffnung, Ort + Jahr des Wettkampfgeschehens, sowie die dazugehörige Seitenzahl im Buch, steht auf den Seiten zweihundertvier und zweihundertfünf niedergeschrieben. Eine im gleichen Stil erstellte Übersicht bezüglich der Endspiele ist auf der Seite zweihundertsechs zu finden.
Das vorliegende Druckwerk enthält zweiundfünfzig Partien samt zwölf Endspielanalysen aus der Turnierpraxis von Robert Hübner und Vlastimil Hort, die jeweils mit QR-Codes versehen sind.
Dies bietet allen schachintertessierten Lesern / Leserinnen eine praktische Alternative, sowohl die Schachpartien als auch die Endspiele mit einem Smartphone nachzuspielen, zu analysieren oder mit Freunden gemeinsam anzusehen, indem über die einzelnen speziellen QR-Codes eine Verbindung zum Internet hergestellt wird.
Die schachlichen Kommentare von Müller / Geilmann sind meines Erachtens gut nachvollziehbar geschrieben und enthalten mitunter einen köstlichen, pointierten Humor.
Selbstverständlich können die kurzen, biografischen Darstellungen den schachinteressierten Lesern / den Leserinnen nur einen schmalen Einblick zu der jeweiligen Person liefern.
Aber wer sich die entsprechenden Kapitel zu den „deutschen Großmeistern" aufmerksam anschaut, erhält zumindest einen guten, ersten Eindruck von dem Leben und Wirken der „Alten Garde".
Die schachlichen Schlaglichter auf die „deutschen Großmeister", wie beispielsweise Efim Bogoljubow, Lothar Schmid, Wolfgang Uhlmann, Helmut Pfleger, Vlastimil Hort, Lev Gutman, Robert Hübner haben mich inhaltlich angenehm angesprochen und in mir den Entschluß reifen lassen, daß ich mich mit diesen schachlichen Persönlichkeiten in den nächsten Wochen / den nächsten Monaten näher beschäftigen werde.
Mit „Die Alte Garde“legen die renommierten Schachautoren Karsten Müller und Ulrich Geilmann ein außergewöhnliches Werk zur deutschen Schachgeschichte vor. Das Buch verbindet biografische Porträts bedeutender deutscher Großmeister mit sorgfältig ausgewählten und kommentierten Partien – und schafft damit weit mehr als eine bloße Sammlung historischer Schachpartien.
Bereits das Vorwort macht deutlich, dass es den Autoren nicht allein um schachliche Leistungen geht. Die dargestellten Meister werden als Persönlichkeiten ihrer Zeit gezeigt – geprägt von Krieg, Teilung Deutschlands und gesellschaftlichen Umbrüchen. Dadurch erhält das Buch eine kulturelle und historische Tiefe, die über klassische Schachliteratur hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen Größen wie Wolfgang Uhlmann, Wolfgang Unzicker, Robert Hübner oder Efim Bogoljubow. Jeder Spieler erhält ein eigenes Kapitel, in dem persönliche Hintergründe, charakteristische Stilmerkmale und prägende Partien dargestellt werden. Gelungen ist dabei die Balance zwischen historischer Erzählung und schachlicher Analyse.
Karsten Müller bringt seine analytische Erfahrung ein und kommentiert die Partien mit fachlicher Präzision, ohne dabei den Leser zu überfordern. Die Analysen wirken instruktiv und lebendig zugleich. Ulrich Geilmann wiederum sorgt für den erzählerischen Rahmen und macht die historischen Zusammenhänge anschaulich.
Positiv hervorzuheben ist die hochwertige Gestaltung des Buches. Historische Fotografien, seltene Dokumente und Autogramme verleihen dem Werk Sammlercharakter und lassen die Atmosphäre vergangener Turnierzeiten lebendig werden. Das auffällige rote Cover unterstreicht den repräsentativen Eindruck zusätzlich.
Das Buch richtet sich vor allem an Schachliebhaber mit Interesse an Schachgeschichte, eignet sich aber ebenso für ambitionierte Vereinsspieler, die aus klassischen Meisterpartien lernen möchten. Anfänger könnten von einigen Analysen zwar gefordert sein, profitieren jedoch ebenfalls von den biografischen und historischen Abschnitten.






