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Müller & Konikowski: Die besten Kombinationen der Weltmeister Band 1 - von Steinitz bis Tal
Da ein jeder Weltmeister zu seiner Zeit der herausragendste Spieler war, liegt es nahe, die verschiedenen Aspekte des königlichen Spiels anhand von 'weltmeisterlichen Partien' zu studieren – und natürlich auch zu genießen. In diesem ersten von zwei Bänden über die weltmeisterliche Kombinationskunst bieten die Autoren (beide anerkannte Experten im Bereich der Schachliteratur) dem Leser vorneweg die Möglichkeit, eine große Anzahl der besten Kombinationen der Weltmeister selbst aufzuspüren – und somit die eigenen taktischen Fähigkeiten zu ermessen bzw. zu verbessern. Aber damit nicht genug, denn von jedem Weltmeister werden nicht nur taktisch brisante und spektakuläre Beispielpartien gründlich analysiert und verständlich kommentiert, sondern darüber hinaus wird zu jedem einzelnen ein Spezial- gebiet unter die Lupe genommen, auf dem er ganz besondere Leistungen her- vorgebracht hat. Dies ist bei Steinitz der Umgang mit dem quasi nach ihm benannten 'Steinitz-König' – bei Lasker ist es dessen phänomenale Verteidigungskunst und bei Capablanca die Meisterschaft im Bereich der 'kleinen Kombination' (wobei sich diesbezüglich der französische Begriff 'petite combinaison' in der Schachsprache eingebürgert hat). Bei Aljechin geht es speziell um seine schneidigen Attacken, bei Euwe – um sein Gespür für dynamische Transformationen, bei Botwinnik – um seine taktischen Lösungen strategischer Probleme, bei Smyslow – um seine Virtuosität auch in taktisch geprägten Endspielen und bei Michail Tal – um seine geradezu magischen taktischen Kunstwerke, mit denen er nicht nur seine Gegner verzauberte, sondern die ganze Schachwelt. Mittels QR-Codes bei jedem Diagramm können Sie die Stellung direkt auf Ihr Smartphone holen und diese analysieren oder nachspielen.   Band 1 enthält 260 Kombinationen und zahlreiche vollständig kommentierte Beispielpartien. 192 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im August 2022 „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ ist ein aus 2 Bänden bestehendes Gesamtwerk der beiden renommierten Autoren Karsten Müller und Jerzy Konikowski. Erschienen ist es 2022 als Imprint des Schachverlags Ullrich im Joachim Beyer Verlag. Dem Leser dieser Zeilen, bei dem sich jetzt die Erinnerung meldet und anzeigt, etwas Ähnliches erst vor nicht allzu langer Zeit gelesen zu haben, kann zu seinem Gedächtnis gratuliert werden. Tatsächlich weist diese Neuerscheinung verschiedene Parallelen zu „Die Endspielkunst der Weltmeister“ auf, das 2021 im selben Verlag und aus der Feder von GM Karsten Müller erschienen ist. Dies beginnt bereits mit dem Einband, der in seiner Abbildung identisch ist, allerdings mit einem diesmal roten statt blauen Hintergrund. Wer die beiden Bände zur Endspielkunst kennt, wird mehrere damals hervorzuhebende Gestaltungselemente in „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ wiedererkennen. Über die beiden Bände hinweg haben die Autoren allen bisherigen offiziellen Weltmeistern ein eigenes Kapitel gewidmet. Band 1 befasst sich mit den Titelträgern von Wilhelm Steinitz bis Michail Tal, Band 2 von Tigran Petrosjan bis zum amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen. Allen Weltmeistern sind zahlreiche Kombinationen gelungen, deren Nachspielen einerseits ein Genuss ist, die aber andererseits – entsprechend genutzt – auch die Spielstärke des Lesers steigern können. Genau dies ermöglicht „Die besten Kombinationen der Weltmeister“. Jeder Weltmeister war oder ist nicht nur der beste Spieler seiner Zeit allgemein, sondern auch für ganz besondere Fähigkeiten in bestimmten Disziplinen innerhalb von Strategie und Taktik anerkannt. Und auch genau dies greift das neue Werk auf. So geht es beispielsweise bei Alexander Aljechin zusätzlich um seine Fähigkeiten im Rahmen von kombinatorischen Angriffen und bei Bobby Fischer um die kombinatorische Verwertung von Endspielvorteilen. Die Kapitel sind gleichartig aufgebaut. Zunächst wird der jeweilige Weltmeister auf einer Doppelseite kurz vorgestellt, links mit einem Porträtbild und rechts mit zentralen Informationen zu seiner Person, zu seinen Weltmeisterschaftskämpfen und zum Spielertyp, dem er nach Einschätzung der Autoren zuzurechnen ist. Sie unterscheiden in Aktivspieler, Theoretiker, Reflektoren und Pragmatiker und greifen dabei auf Klassifizierungen zurück, die Karsten Müller und Luis Engel in „Spielertypen“, Joachim Beyer Verlag 2020, herausgearbeitet haben. In den Vorbemerkungen werden diese Spielertypen kurz charakterisiert, so dass auch der Leser, der das genannte Spezialwerk nicht besitzt, die zur Einschätzung erforderlichen Informationen erhält. Kommentierte Partien mit gelungenen Kombinationen ergänzen diese Vorstellung, wobei die Autoren sowohl aus dem Partienpool des Weltmeisters allgemein ein gelungenes Beispiel ziehen als auch zum jeweiligen Spezialthema ein Juwel anbieten. Ist der Leser bis hier in den einzelnen Kapiteln eher Konsument des ausgebreiteten Stoffes, wird er in der Folge zum Akteur. Er hat zahlreiche Kombinationsaufgaben zu lösen, die der Praxis des jeweiligen Weltmeisters entnommen sind. Im Bereich der allgemeinen Aufgaben erfährt er dabei nur die Ausgangsstellung über ein entsprechendes Diagramm und wer gewinnt, für welche Seite er also den Kombinationsweg zum Erfolg suchen soll. Die „Spezialaufgaben“ wenden sich, das Stellungsdiagramm ergänzend, mit individuellen und konkreten Aufgabenstellungen an ihn. Die Lösungen auf beide Aufgabenarten schließen das Kapitel ab. „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ wartet in beiden Bänden mit einer Besonderheit auf. Alle Aufgabenstellungen sind mit einem QR-Code versehen, den der Leser mit Smartphone oder Tablet einscannen kann. Er kann dann ins Internet springen und die Aufgabe online lösen bzw. auch nachspielen. Hierzu wird er auf Seiten von Chessbase eingeladen. Diese Möglichkeit eröffnete auch bereits „Die Endspielkunst der Weltmeister“, so dass sie manchem Leser bereits vertraut sein wird. Im Lösungsteil arbeiten die Autoren regelmäßig mit einer Mischung aus Varianten und Erläuterungen, wobei der Schwerpunkt auf den Varianten liegt, was bei Aufgaben zu Kombinationen gewissermaßen aber auch auf der Hand liegen dürfte. Am Ende jedes Buches findet der Leser ein weiteres Kapitel, das sich nicht konkret mit einem Weltmeister befasst. Es trägt jeweils die Überschrift „Kombiniere wie die Weltmeister“, enthält zahlreiche weitere Aufgaben nach dem beschriebenen „allgemeinen“ Muster und möchte praktische Tipps zum Lösen von Kombinationen vermitteln. Alles in allem kommt jeder Band auf deutlich mehr als 250 Übungsaufgaben. Jeweils über das Buch hinweg können sie ab einer Spielstärke im unteren Klubniveau jeden Spieler erreichen. Zudem kann jeder Leser mit dem Lösen der Aufgaben und dem Durcharbeiten der Lösungen „am Werk wachsen“. Das Geleitwort in beiden Bänden hat Mihail Marin geschrieben. Es liest sich fast schon wie eine erste Einführung in die Thematik, so substantiell hat er es gestaltet. In beiden Fällen hat er es um die Erörterung eines Beispiels aus der Praxis ergänzt. Fazit: „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ ist ein aus 2 Bänden bestehendes Spezialwerk, das einerseits sehr unterhaltsam und auch informativ ist, andererseits zudem durch das Lösen von Aufgabenstellung die kombinatorischen Fertigkeiten des Lesers stärken wird. Spielstärkemäßig sind jenseits des Anfängers keine Vorgaben zu machen. Ich kann beide Bände, die natürlich auch einzeln genutzt werden können, ohne Einschränkung zum Kauf empfehlen.     Rezension von Jörg Palitzsch im Juni 2022 Emanuel Lasker vermerkte in seinem „Lehrbuch des Schachspiels“ schon 1925: „Auf dem Schachbrett der Meister gilt Lüge und Heuchelei nicht lange. Sie werden vom Wetterstrahl der schöpferischen Kombination getroffen, irgendwann einmal, und können die Tatsache nicht wegdeuteln, wenigstens nicht für lange, und die Sonne der Gerechtigkeit leuchtet hell in den Kämpfen der Schachmeister.“ Nach zwei Bänden über die Endspielkunst der Weltmeister (erschienen im Joachim Beyer Verlag) sind jetzt zwei Nachfolgebände über die besten Kombinationen der Weltmeister erscheinen (Joachim Beyer Verlag, Band 1, 192 Seiten, kartoniert, 29,80 Euro). Band 1 reicht von Wilhelm Steinitz bis zu Michail Tal und tatsächlich leuchtet die Sonne der Gerechtigkeit hell in den Kämpfen der besten Schachspieler seit Ende des 19. Jahrhunderts. Und es wäre schade, wenn der reiche Schatz, den die Weltmeister hinterlassen haben, in Vergessenheit geriete, wie Großmeister Michail Marin in seiner Einleitung anmerkt. Vertreten ist auch, wie sollte es anders sein, Emanuel Lasker. Bislang der einzige deutsche Träger des Weltmeistertitels, den er 27 Jahre lang bis 1921 innehatte. Vor allem wird seine zähe Verteidigungskunst unter die Lupe genommen, ein Schachspieler, der weit vorausrechnen und schneidige Angriffe führen konnte. Ihm folgt José Raúl Capablanca, der solide und mit großer Leichtigkeit seine Kombinationen ausführte und sich in strategischen Endspielen profilierte. Weltmeister Alexander Aljechin gilt als Angriffsgenie, Max Euwe war ein hervorragender Theoretiker und Schachautor, Michail Botwinnik, ein Meister der Willensstärke, war in seiner Methodik und Kombination richtungsweisend. Wassili Smyslow, ausgestattet mit einem feinen Gespür für Harmonie und Koordination, sowie Michail Tal, dessen Kombinationen Zauberkräfte nachgesagt werden, runden den ersten Band ab. So werden von jedem Weltmeister bemerkenswerte Kombinationen gezeigt, mit denen man die eigenen taktischen Fähigkeiten verbessern kann, so die Autoren, Großmeister Dr. Karsten Müller und FIDE-Meister Jerzy Konikowski. Dem Leser und vor allem dem Übenden wird viel geboten. Band 1 enthält allein 260 Kombinationen und zahlreiche vollständig kommentierte Beispieldateien. Man kann die Stellungen auch direkt über einen QR-Code auf das Smartphone laden und ist so bei der Analyse und beim Nachspielen unabhängig. Band 2 (Joachim Beyer Verlag, 228 Seiten, kartoniert, 29,80 Euro) steht mit seinen Inhalten, den Möglichkeiten, die eigene Spielstärke zu festigen und in der Auswahl der Kombinationen Band 1 in nichts nach. Der Armenier Tigran Petrosjan, ein ausgewiesener Defensivspieler, pflegte einen ganz eigenen Spielstil, der nur durch gelungene Kombinationen zum Erfolg führte. Ganz anders Boris Spasski, der oft die Initiative ergriff und den Gegner mit Angriffskombinationen überrollte. Mit Bobby Fischer zeigte sich ein Weltmeister, der bei immer gleichen Eröffnungen zwar wenig kombinierte, im weiteren Verlauf einer Partie, bis hin zum Endspiel, jedoch mit taktischen Manövern brillierte. Anatoli Karpow dominierte seine Gegner, während sein großer Widersacher Garri Kasparow mit Angriffskombinationen siegte. Mit dem Powerplayer Wladimir Kramnik, dem dynamischen Viswanathan Anand und dem Endspielstrategen Magnus Carlsen rundet sich auf über 400 Seiten das Bild von 16 Weltmeistern, die, jeder zu seiner Zeit, ihre Stärken und ihre großen Talente zu Kombinationen hatten. Beide Bände streichen diese Fähigkeiten heraus und ordnen die Spieltypen ein. Aktivspieler wie Aljechin und Kasparow, Theoretiker wie Steinitz und Botwinnik, Reflektoren wie Carlsen und Capablanca, sowie Pragmatiker wie Fischer und Euwe. Die Nennung von Stärken und Schwächen der einzelnen Spielertypen dienen auch der Einordnung zur Abschätzung des eigenen Spielertyps – falls man dies noch nicht weiß. Jedes Kapitel ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Zum Auftakt gibt es immer ein ganzseitiges Weltmeisterfoto mit einem kurzen biografischen Text. Dem schließt sich ein ausgewähltes Partiebeispiel mit Diagrammen an, das von den Autoren kommentiert wird. Es folgen die Kombinationsaufgaben, die auch gescannt werden können und in der Regel ein erneutes Partiebeispiel, in dem auf die Stärken des jeweiligen Weltmeisters eingegangen wird. Als letzter Teil gibt es Spezialaufgaben, denen sich die Lösungen anschließen. Der Vorteil: Jeder Schachspieler kann, je nach Vorliebe, ein ganz individuelles Weltmeistertraining absolvieren, in dem er seine eigene Stärke vertiefen und sich auch seinen Schwächen widmen kann. Somit sind die zwei Bände weit mehr als Nachschlagewerke. Die Biografien der Weltmeister zeigen sich zum allergrößten Teil in ihren Kombinationen, die beim Nachspielen Zug um Zug ihre ganzen Schönheiten entfalten. Und in Ergänzung mit den beiden Büchern über die Endspielkunst nach einer Fortsetzung rufen.   Rezension von Christian Koschetzki im Juni 2022 Nachdem sich Karsten Müller erst vor Kurzem ausführlich mit dem Thema „Spielertypen“ und „Endspielkunst der Weltmeister“ auseinandergesetzt hat, erfolgt nun die logische Fortsetzung zum Thema Kombinationen der Weltmeister. Während zahlreiche Lehr- und Übungsbücher zum Thema „Kombinationen“ erschienen sind, lag mein Fokus mit hoher Erwartung besonders auf den Kombinationen der „Weltmeister“. Die aus zwei Bänden bestehenden Schachbücher von Karsten Müller und Jerzy Konikowski zum Thema „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ aus dem Joachim Beyer Verlag, erschienen in 1. Auflage im Februar 2022, basieren auf den taktischen Fähigkeiten jedes Weltmeisters. Jeder Weltmeister hatte aufgrund seiner Eigenart und unterschiedlichen Spielstils herausragende Kombinationen. Die Bände enthalten auf insgesamt 420 Seiten Partien, Stellungsbeurteilungen und Spezialaufgaben, die mit Diagrammen und wertvollen Analysen versehen sind. Im Vorwort geht der bekannte Schachautor Michail Marin bereits mit zwei Partien von Fischer auf das Thema Taktik ein. Danach werden Kurz die Spielstile der Weltmeister beleuchtet, so erhält der Leser den notwendigen Background für die weitere Beurteilung der kombinatorischen Fähigkeiten.  Die Autoren laden den Leser dazu ein, neben den kombinatorischen Fähigkeiten der Weltmeister, sich ausführlich mit den 16 Weltmeistern und deren Spielstilen zu beschäftigen. So erfährt der Leser zum Beispiel, dass Laskers Fähigkeiten als Virtuose auf dem Gebiet der Verteidigungskunst lag, Tal seiner Gegner mit phänomenalen Kombinationen verzauberte und Petrosjans Spürsinn auf der genialen Stellungsverwertung nach erfolgtem Qualitätsopfern lag. Ganz besonders haben mir die die Themen der Weltmeister Euwe mit dem Gespür für dynamische Transformationen und Fischer mit der kombinatorischen Verwertung von Endspielvorteilen gefallen. Von den Partien hat mir am Meisten die von Botwinnik gegen Capablanca aus dem AVRO Turnier 1938 gefallen. Die Bände enthalten auch mit dem Thema“ Praktische Tipps zum Lösen von Kombinationen“ Hinweise an die Herangehensweise von Kombinationen. Neu sind zahlreiche QR-Codes, durch die man mit dem Handy analysieren kann. Dieser schnelle mobile Zugang zu den Schachpartien ermöglicht dem Leser ein bequemes Nachspielen der Varianten und damit ein besseres Verständnis der analysierten Beispiele. Mein Fazit ist, dass beide Bände zum Lesen sehr empfehlenswert sind. Durch die Kombinationen von Partien, Stellungsbildern und Diagrammen werden neben weiteren Erläuterungen zu den 16 Weltmeistern und deren Charakterisierung ihrer Spielstile auf die Besonderheiten taktischer Elemente ausführlich eingegangen. Der Leser erfährt neben den lehrreichen Kombinationen der Weltmeister weitere Informationen z. B. zu den Themen Transformation von Vorteilen, strategische Endspiele oder dynamische Angriffsmöglichkeiten.   Rezension von Christian Hoethe im Juni 2022 "Die besten Kombinationen der Weltmeister" 1 und 2 Großmeister Karsten Müller kombiniert! Nachdem er sich zuletzt literarisch mit den zwei Bänden "Die Endspielkunst der Weltmeister" seinem Spezialgebiet, dem Endspiel, gewidmet hatte, widmet er sich nun der Taktik und spricht damit eindeutig ein breiteres Publikum an! Wessen Schachspieler-Herz schlägt bei dem Wort "Kombination" nicht automatisch höher? Zusammen mit dem bekannten Fide-Meister Jerzy Konikowski thematisiert das Autorenduo nun in zwei Bänden und damit insgesamt mehr auf mehr als 400 Seiten "Die besten Kombinationen der Weltmeister". Dabei geht es in Band 1 um die besten kombinatorischen Leistungen von Steinitz bis Tal - also auch Lasker, Capablanca, Aljechin, Euwe, Botwinnik, Smyslov - während sich Band 2 mit den Weltmeistern Petrosian bis Carlsen und damit auch Spassky, Fischer, Karpov, Kasparov, Kramnik, Anand beschäftigt. Nach einem überaus lesenswerten und recht ausführlichen Vorwort von Grossmeister Michail Marin geht es ans Eingemachte: Dabei wird zuerst jeder Weltmeister mit einer Kurzbiographie und einer für ihn und seinen Spielstil bzw. Spielertyp charakteristischen Partie vorgestellt. Dies vermittelt einen guten ersten Gesamteindruck des jeweiligen Schachkönigs. Anschließend geht es in den doch recht umfangreichen reinen Arbeitsteil des Buches - hier finden sich jeweils über zwanzig Kombinationsaufgaben pro Weltmeister, die zweifellos fortgeschrittene und damit durchaus geübte Kombinationslöser ansprechen. Besonders gefallen hat mir an dieser Stelle, dass beide Bücher gleichermassen absolute Highlights der Schachgeschichte beinhalten, so beispielsweise meine Lieblingspartien Byrne-Fischer 1956, Karpov-Topalov 1994, Kasparov-Topalov 1999 oder Aronian-Anand 2013. Nach wie vor einmalig in der Schachliteratur ist meines Wissens nach die Möglichkeit, die Partien und Kombinationen beider Bände allesamt mit Anmerkungen - wenn gewünscht - mittels QR-Code-Scanner einzulesen und parallel am Handy nachzuspielen. Damit entfällt die Notwendigkeit, permanent ein reales Schachbrett dabei zu haben und man kann das Training beispielsweise auch während der Bus- oder Bahnfahrt oder mal zur Abwechslung gemütlich auf der Couch liegend angehen. Insgesamt zwei gute Bücher zu einem vernachlässigten Thema. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es sich in erster Linie um Arbeitsbücher handelt, die aktive Auseinandersetzung und Mitarbeit voraussetzen.

29,80 €*
Tipp
Müller & Konikowski: Die besten Kombinationen der Weltmeister Band 2 - von Petrosjan bis Carlsen
Da ein jeder Weltmeister zu seiner Zeit der herausragendste Spieler war, liegt es nahe, die verschiedenen Aspekte des königlichen Spiels anhand von 'weltmeisterlichen Partien' zu studieren – und natürlich auch zu genießen. In diesem zweiten Band über die weltmeisterliche Kombinationskunst bieten die Autoren (beide anerkannte Experten im Bereich der Schachliteratur) dem Leser vorneweg die Möglichkeit, eine große Anzahl der besten Kombinationen der Weltmeister selbst aufzuspüren – und somit die eigenen taktischen Fähigkeiten zu ermessen bzw. zu verbessern. Aber damit nicht genug, denn von jedem Weltmeister werden nicht nur taktisch brisante und spektakuläre Beispielpartien gründlich analysiert und verständlich kommentiert, sondern darüber hinaus wird zu jedem einzelnen ein Spezialgebiet unter die Lupe genommen, auf dem er ganz besondere Leistungen hervorgebracht hat. Als Leser sind Sie also eingeladen, einen genaueren Blick auf Petrosjans tief angelegte Qualitätsopfer zu werfen, auf Spasskis taktisch stets hellwache Angriffskunst und auf Fischers oft kombinatorische Verwertung von Vorteilen im Endspiel. Des Weiteren auf die taktischen Aspekte von Karpows Dominanz- und Restriktions-Methoden, von Kasparows dynamischem Druckspiel, Kramniks positionellem Powerplay, Anands feinem Gespür für Dynamik und – last but not least – auf Magnus Carlsens kombinatorische Krönung seiner exzellenten Endspielstrategie. Mittels QR-Codes bei jedem Diagramm können Sie die Stellung direkt auf Ihr Smartphone holen und diese analysieren oder nachspielen.   Band 2 enthält 288 Kombinationen und zahlreiche vollständig kommentierte Beispielpartien.   228 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im August 2022 „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ ist ein aus 2 Bänden bestehendes Gesamtwerk der beiden renommierten Autoren Karsten Müller und Jerzy Konikowski. Erschienen ist es 2022 als Imprint des Schachverlags Ullrich im Joachim Beyer Verlag. Dem Leser dieser Zeilen, bei dem sich jetzt die Erinnerung meldet und anzeigt, etwas Ähnliches erst vor nicht allzu langer Zeit gelesen zu haben, kann zu seinem Gedächtnis gratuliert werden. Tatsächlich weist diese Neuerscheinung verschiedene Parallelen zu „Die Endspielkunst der Weltmeister“ auf, das 2021 im selben Verlag und aus der Feder von GM Karsten Müller erschienen ist. Dies beginnt bereits mit dem Einband, der in seiner Abbildung identisch ist, allerdings mit einem diesmal roten statt blauen Hintergrund. Wer die beiden Bände zur Endspielkunst kennt, wird mehrere damals hervorzuhebende Gestaltungselemente in „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ wiedererkennen. Über die beiden Bände hinweg haben die Autoren allen bisherigen offiziellen Weltmeistern ein eigenes Kapitel gewidmet. Band 1 befasst sich mit den Titelträgern von Wilhelm Steinitz bis Michail Tal, Band 2 von Tigran Petrosjan bis zum amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen. Allen Weltmeistern sind zahlreiche Kombinationen gelungen, deren Nachspielen einerseits ein Genuss ist, die aber andererseits – entsprechend genutzt – auch die Spielstärke des Lesers steigern können. Genau dies ermöglicht „Die besten Kombinationen der Weltmeister“. Jeder Weltmeister war oder ist nicht nur der beste Spieler seiner Zeit allgemein, sondern auch für ganz besondere Fähigkeiten in bestimmten Disziplinen innerhalb von Strategie und Taktik anerkannt. Und auch genau dies greift das neue Werk auf. So geht es beispielsweise bei Alexander Aljechin zusätzlich um seine Fähigkeiten im Rahmen von kombinatorischen Angriffen und bei Bobby Fischer um die kombinatorische Verwertung von Endspielvorteilen. Die Kapitel sind gleichartig aufgebaut. Zunächst wird der jeweilige Weltmeister auf einer Doppelseite kurz vorgestellt, links mit einem Porträtbild und rechts mit zentralen Informationen zu seiner Person, zu seinen Weltmeisterschaftskämpfen und zum Spielertyp, dem er nach Einschätzung der Autoren zuzurechnen ist. Sie unterscheiden in Aktivspieler, Theoretiker, Reflektoren und Pragmatiker und greifen dabei auf Klassifizierungen zurück, die Karsten Müller und Luis Engel in „Spielertypen“, Joachim Beyer Verlag 2020, herausgearbeitet haben. In den Vorbemerkungen werden diese Spielertypen kurz charakterisiert, so dass auch der Leser, der das genannte Spezialwerk nicht besitzt, die zur Einschätzung erforderlichen Informationen erhält. Kommentierte Partien mit gelungenen Kombinationen ergänzen diese Vorstellung, wobei die Autoren sowohl aus dem Partienpool des Weltmeisters allgemein ein gelungenes Beispiel ziehen als auch zum jeweiligen Spezialthema ein Juwel anbieten. Ist der Leser bis hier in den einzelnen Kapiteln eher Konsument des ausgebreiteten Stoffes, wird er in der Folge zum Akteur. Er hat zahlreiche Kombinationsaufgaben zu lösen, die der Praxis des jeweiligen Weltmeisters entnommen sind. Im Bereich der allgemeinen Aufgaben erfährt er dabei nur die Ausgangsstellung über ein entsprechendes Diagramm und wer gewinnt, für welche Seite er also den Kombinationsweg zum Erfolg suchen soll. Die „Spezialaufgaben“ wenden sich, das Stellungsdiagramm ergänzend, mit individuellen und konkreten Aufgabenstellungen an ihn. Die Lösungen auf beide Aufgabenarten schließen das Kapitel ab. „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ wartet in beiden Bänden mit einer Besonderheit auf. Alle Aufgabenstellungen sind mit einem QR-Code versehen, den der Leser mit Smartphone oder Tablet einscannen kann. Er kann dann ins Internet springen und die Aufgabe online lösen bzw. auch nachspielen. Hierzu wird er auf Seiten von Chessbase eingeladen. Diese Möglichkeit eröffnete auch bereits „Die Endspielkunst der Weltmeister“, so dass sie manchem Leser bereits vertraut sein wird. Im Lösungsteil arbeiten die Autoren regelmäßig mit einer Mischung aus Varianten und Erläuterungen, wobei der Schwerpunkt auf den Varianten liegt, was bei Aufgaben zu Kombinationen gewissermaßen aber auch auf der Hand liegen dürfte. Am Ende jedes Buches findet der Leser ein weiteres Kapitel, das sich nicht konkret mit einem Weltmeister befasst. Es trägt jeweils die Überschrift „Kombiniere wie die Weltmeister“, enthält zahlreiche weitere Aufgaben nach dem beschriebenen „allgemeinen“ Muster und möchte praktische Tipps zum Lösen von Kombinationen vermitteln. Alles in allem kommt jeder Band auf deutlich mehr als 250 Übungsaufgaben. Jeweils über das Buch hinweg können sie ab einer Spielstärke im unteren Klubniveau jeden Spieler erreichen. Zudem kann jeder Leser mit dem Lösen der Aufgaben und dem Durcharbeiten der Lösungen „am Werk wachsen“. Das Geleitwort in beiden Bänden hat Mihail Marin geschrieben. Es liest sich fast schon wie eine erste Einführung in die Thematik, so substantiell hat er es gestaltet. In beiden Fällen hat er es um die Erörterung eines Beispiels aus der Praxis ergänzt. Fazit: „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ ist ein aus 2 Bänden bestehendes Spezialwerk, das einerseits sehr unterhaltsam und auch informativ ist, andererseits zudem durch das Lösen von Aufgabenstellung die kombinatorischen Fertigkeiten des Lesers stärken wird. Spielstärkemäßig sind jenseits des Anfängers keine Vorgaben zu machen. Ich kann beide Bände, die natürlich auch einzeln genutzt werden können, ohne Einschränkung zum Kauf empfehlen.     Rezension von Jörg Palitzsch im Juni 2022 Emanuel Lasker vermerkte in seinem „Lehrbuch des Schachspiels“ schon 1925: „Auf dem Schachbrett der Meister gilt Lüge und Heuchelei nicht lange. Sie werden vom Wetterstrahl der schöpferischen Kombination getroffen, irgendwann einmal, und können die Tatsache nicht wegdeuteln, wenigstens nicht für lange, und die Sonne der Gerechtigkeit leuchtet hell in den Kämpfen der Schachmeister.“ Nach zwei Bänden über die Endspielkunst der Weltmeister (erschienen im Joachim Beyer Verlag) sind jetzt zwei Nachfolgebände über die besten Kombinationen der Weltmeister erscheinen (Joachim Beyer Verlag, Band 1, 192 Seiten, kartoniert, 29,80 Euro). Band 1 reicht von Wilhelm Steinitz bis zu Michail Tal und tatsächlich leuchtet die Sonne der Gerechtigkeit hell in den Kämpfen der besten Schachspieler seit Ende des 19. Jahrhunderts. Und es wäre schade, wenn der reiche Schatz, den die Weltmeister hinterlassen haben, in Vergessenheit geriete, wie Großmeister Michail Marin in seiner Einleitung anmerkt. Vertreten ist auch, wie sollte es anders sein, Emanuel Lasker. Bislang der einzige deutsche Träger des Weltmeistertitels, den er 27 Jahre lang bis 1921 innehatte. Vor allem wird seine zähe Verteidigungskunst unter die Lupe genommen, ein Schachspieler, der weit vorausrechnen und schneidige Angriffe führen konnte. Ihm folgt José Raúl Capablanca, der solide und mit großer Leichtigkeit seine Kombinationen ausführte und sich in strategischen Endspielen profilierte. Weltmeister Alexander Aljechin gilt als Angriffsgenie, Max Euwe war ein hervorragender Theoretiker und Schachautor, Michail Botwinnik, ein Meister der Willensstärke, war in seiner Methodik und Kombination richtungsweisend. Wassili Smyslow, ausgestattet mit einem feinen Gespür für Harmonie und Koordination, sowie Michail Tal, dessen Kombinationen Zauberkräfte nachgesagt werden, runden den ersten Band ab. So werden von jedem Weltmeister bemerkenswerte Kombinationen gezeigt, mit denen man die eigenen taktischen Fähigkeiten verbessern kann, so die Autoren, Großmeister Dr. Karsten Müller und FIDE-Meister Jerzy Konikowski. Dem Leser und vor allem dem Übenden wird viel geboten. Band 1 enthält allein 260 Kombinationen und zahlreiche vollständig kommentierte Beispieldateien. Man kann die Stellungen auch direkt über einen QR-Code auf das Smartphone laden und ist so bei der Analyse und beim Nachspielen unabhängig. Band 2 (Joachim Beyer Verlag, 228 Seiten, kartoniert, 29,80 Euro) steht mit seinen Inhalten, den Möglichkeiten, die eigene Spielstärke zu festigen und in der Auswahl der Kombinationen Band 1 in nichts nach. Der Armenier Tigran Petrosjan, ein ausgewiesener Defensivspieler, pflegte einen ganz eigenen Spielstil, der nur durch gelungene Kombinationen zum Erfolg führte. Ganz anders Boris Spasski, der oft die Initiative ergriff und den Gegner mit Angriffskombinationen überrollte. Mit Bobby Fischer zeigte sich ein Weltmeister, der bei immer gleichen Eröffnungen zwar wenig kombinierte, im weiteren Verlauf einer Partie, bis hin zum Endspiel, jedoch mit taktischen Manövern brillierte. Anatoli Karpow dominierte seine Gegner, während sein großer Widersacher Garri Kasparow mit Angriffskombinationen siegte. Mit dem Powerplayer Wladimir Kramnik, dem dynamischen Viswanathan Anand und dem Endspielstrategen Magnus Carlsen rundet sich auf über 400 Seiten das Bild von 16 Weltmeistern, die, jeder zu seiner Zeit, ihre Stärken und ihre großen Talente zu Kombinationen hatten. Beide Bände streichen diese Fähigkeiten heraus und ordnen die Spieltypen ein. Aktivspieler wie Aljechin und Kasparow, Theoretiker wie Steinitz und Botwinnik, Reflektoren wie Carlsen und Capablanca, sowie Pragmatiker wie Fischer und Euwe. Die Nennung von Stärken und Schwächen der einzelnen Spielertypen dienen auch der Einordnung zur Abschätzung des eigenen Spielertyps – falls man dies noch nicht weiß. Jedes Kapitel ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt. Zum Auftakt gibt es immer ein ganzseitiges Weltmeisterfoto mit einem kurzen biografischen Text. Dem schließt sich ein ausgewähltes Partiebeispiel mit Diagrammen an, das von den Autoren kommentiert wird. Es folgen die Kombinationsaufgaben, die auch gescannt werden können und in der Regel ein erneutes Partiebeispiel, in dem auf die Stärken des jeweiligen Weltmeisters eingegangen wird. Als letzter Teil gibt es Spezialaufgaben, denen sich die Lösungen anschließen. Der Vorteil: Jeder Schachspieler kann, je nach Vorliebe, ein ganz individuelles Weltmeistertraining absolvieren, in dem er seine eigene Stärke vertiefen und sich auch seinen Schwächen widmen kann. Somit sind die zwei Bände weit mehr als Nachschlagewerke. Die Biografien der Weltmeister zeigen sich zum allergrößten Teil in ihren Kombinationen, die beim Nachspielen Zug um Zug ihre ganzen Schönheiten entfalten. Und in Ergänzung mit den beiden Büchern über die Endspielkunst nach einer Fortsetzung rufen.   Rezension von Christian Koschetzki im Juni 2022 Nachdem sich Karsten Müller erst vor Kurzem ausführlich mit dem Thema „Spielertypen“ und „Endspielkunst der Weltmeister“ auseinandergesetzt hat, erfolgt nun die logische Fortsetzung zum Thema Kombinationen der Weltmeister. Während zahlreiche Lehr- und Übungsbücher zum Thema „Kombinationen“ erschienen sind, lag mein Fokus mit hoher Erwartung besonders auf den Kombinationen der „Weltmeister“. Die aus zwei Bänden bestehenden Schachbücher von Karsten Müller und Jerzy Konikowski zum Thema „Die besten Kombinationen der Weltmeister“ aus dem Joachim Beyer Verlag, erschienen in 1. Auflage im Februar 2022, basieren auf den taktischen Fähigkeiten jedes Weltmeisters. Jeder Weltmeister hatte aufgrund seiner Eigenart und unterschiedlichen Spielstils herausragende Kombinationen. Die Bände enthalten auf insgesamt 420 Seiten Partien, Stellungsbeurteilungen und Spezialaufgaben, die mit Diagrammen und wertvollen Analysen versehen sind. Im Vorwort geht der bekannte Schachautor Michail Marin bereits mit zwei Partien von Fischer auf das Thema Taktik ein. Danach werden Kurz die Spielstile der Weltmeister beleuchtet, so erhält der Leser den notwendigen Background für die weitere Beurteilung der kombinatorischen Fähigkeiten.  Die Autoren laden den Leser dazu ein, neben den kombinatorischen Fähigkeiten der Weltmeister, sich ausführlich mit den 16 Weltmeistern und deren Spielstilen zu beschäftigen. So erfährt der Leser zum Beispiel, dass Laskers Fähigkeiten als Virtuose auf dem Gebiet der Verteidigungskunst lag, Tal seiner Gegner mit phänomenalen Kombinationen verzauberte und Petrosjans Spürsinn auf der genialen Stellungsverwertung nach erfolgtem Qualitätsopfern lag. Ganz besonders haben mir die die Themen der Weltmeister Euwe mit dem Gespür für dynamische Transformationen und Fischer mit der kombinatorischen Verwertung von Endspielvorteilen gefallen. Von den Partien hat mir am Meisten die von Botwinnik gegen Capablanca aus dem AVRO Turnier 1938 gefallen. Die Bände enthalten auch mit dem Thema“ Praktische Tipps zum Lösen von Kombinationen“ Hinweise an die Herangehensweise von Kombinationen. Neu sind zahlreiche QR-Codes, durch die man mit dem Handy analysieren kann. Dieser schnelle mobile Zugang zu den Schachpartien ermöglicht dem Leser ein bequemes Nachspielen der Varianten und damit ein besseres Verständnis der analysierten Beispiele. Mein Fazit ist, dass beide Bände zum Lesen sehr empfehlenswert sind. Durch die Kombinationen von Partien, Stellungsbildern und Diagrammen werden neben weiteren Erläuterungen zu den 16 Weltmeistern und deren Charakterisierung ihrer Spielstile auf die Besonderheiten taktischer Elemente ausführlich eingegangen. Der Leser erfährt neben den lehrreichen Kombinationen der Weltmeister weitere Informationen z. B. zu den Themen Transformation von Vorteilen, strategische Endspiele oder dynamische Angriffsmöglichkeiten.   Rezension von Christian Hoethe im Juni 2022 "Die besten Kombinationen der Weltmeister" 1 und 2 Großmeister Karsten Müller kombiniert! Nachdem er sich zuletzt literarisch mit den zwei Bänden "Die Endspielkunst der Weltmeister" seinem Spezialgebiet, dem Endspiel, gewidmet hatte, widmet er sich nun der Taktik und spricht damit eindeutig ein breiteres Publikum an! Wessen Schachspieler-Herz schlägt bei dem Wort "Kombination" nicht automatisch höher? Zusammen mit dem bekannten Fide-Meister Jerzy Konikowski thematisiert das Autorenduo nun in zwei Bänden und damit insgesamt mehr auf mehr als 400 Seiten "Die besten Kombinationen der Weltmeister". Dabei geht es in Band 1 um die besten kombinatorischen Leistungen von Steinitz bis Tal - also auch Lasker, Capablanca, Aljechin, Euwe, Botwinnik, Smyslov - während sich Band 2 mit den Weltmeistern Petrosian bis Carlsen und damit auch Spassky, Fischer, Karpov, Kasparov, Kramnik, Anand beschäftigt. Nach einem überaus lesenswerten und recht ausführlichen Vorwort von Grossmeister Michail Marin geht es ans Eingemachte: Dabei wird zuerst jeder Weltmeister mit einer Kurzbiographie und einer für ihn und seinen Spielstil bzw. Spielertyp charakteristischen Partie vorgestellt. Dies vermittelt einen guten ersten Gesamteindruck des jeweiligen Schachkönigs. Anschließend geht es in den doch recht umfangreichen reinen Arbeitsteil des Buches - hier finden sich jeweils über zwanzig Kombinationsaufgaben pro Weltmeister, die zweifellos fortgeschrittene und damit durchaus geübte Kombinationslöser ansprechen. Besonders gefallen hat mir an dieser Stelle, dass beide Bücher gleichermassen absolute Highlights der Schachgeschichte beinhalten, so beispielsweise meine Lieblingspartien Byrne-Fischer 1956, Karpov-Topalov 1994, Kasparov-Topalov 1999 oder Aronian-Anand 2013. Nach wie vor einmalig in der Schachliteratur ist meines Wissens nach die Möglichkeit, die Partien und Kombinationen beider Bände allesamt mit Anmerkungen - wenn gewünscht - mittels QR-Code-Scanner einzulesen und parallel am Handy nachzuspielen. Damit entfällt die Notwendigkeit, permanent ein reales Schachbrett dabei zu haben und man kann das Training beispielsweise auch während der Bus- oder Bahnfahrt oder mal zur Abwechslung gemütlich auf der Couch liegend angehen. Insgesamt zwei gute Bücher zu einem vernachlässigten Thema. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass es sich in erster Linie um Arbeitsbücher handelt, die aktive Auseinandersetzung und Mitarbeit voraussetzen.

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Müller: Bobby Fischer 60 beste Partien (gebunden)
Es gibt wohl keinen anderen Spieler, der die Schachwelt in so vielen Bereichen und derart einschneidend verändert hat – wie Robert James Fischer, für den sich unter den Schachspielern der Welt der Name Bobby Fischer eingebürgert hat. Von seinen spektakulären Erfolgen sind besonders seine geradezu deklassierenden Siege gegen gleich drei sowjetische Großmeister Anfang der Siebziger hervorzuheben, eine Art Wachablösung im Kampf um den Weltmeistertitel, den die Sowjets seit mehr als zwei Jahrzehnten quasi abonniert hatten. Dies löste einen weltweiten Schach-Boom aus, obwohl es genauer heißen muss: Es löste einen Schach-Boom speziell in der westlichen Welt aus, denn in der Sowjetunion mit Millionen von Vereinsspielern war ein solcher Boom ja offenbar kaum noch erforderlich. Viele Spieler aller Klassen haben wegen der damaligen Ereignisse rund um Bobby Fischer überhaupt erst mit dem königlichen Spiel begonnen. Seine Partien sind legendär, und da sie natürlich schon in etlichen Werken ausgiebig analysiert und ausführlich kommentiert wurden, liegt die Frage nahe: Was soll ein weiteres Buch da überhaupt noch bringen? Der Hamburger Großmeister Karsten Müller hat die seiner Meinung nach 60 in- struktivsten Partien Bobby Fischers ausgewählt und diese einmal mit verschiedenen neueren Engines geprüft. Dabei sind ihm zwar zahlreiche Fehler in den alten Analysen aufgefallen, aber Bobbys Partien strahlen ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder sogar noch heller. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen stößt nur selten auf Fehler, und entsprechend kann jeder Leser mehr denn je aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke erfolgsorientiert zu verbessern. Nicht allein die zahlreichen im Buch gebotenen Fotos von fast allen Gegnern Fischers versetzen den Leser zurück in ‚alte Schachzeiten' sondern auch die in vielen Partien eingefügten Zitate. So erhalten selbst jüngere Spieler einen guten Eindruck davon, wie es in der Schachwelt zuging, als es beispielsweise noch Hängepartien gab und kein Spieler sich vor der Analyse drücken konnte, indem er diesen Job einfach an seinen Computer delegiert.232 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Christian Hoethe im September 2022 Den meisten Schachspielern ist Fischers Klassiker „Meine 60 denkwürdigen Partien“ natürlich ein Begriff. – Wozu braucht es also ein Buch, das auf den ersten flüchtigen Blick nur eine Wiederholung dessen darstellt? Als definitiver Fan von Fischers Spielweise muss ich gestehen, dass ich mich genau das fragte, als mir das Buch vorlag. Fasziniert war ich sogleich, als ich das Vorwort Karsten Müllers las und er dort dieselbe Frage stellte und sie direkt selbst beantwortete. Dabei hat sich der bekannte Hamburger Großmeister und Autor Dr. Karsten Müller nicht nur die Mühe gemacht, das gesamte Schaffen Fischers neu zu beleuchten und die seiner Meinung nach 60 instruktivsten Partien des ehemaligen Weltmeisters einer kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei hat er, unterstützt von den modernsten Computer-Engines der Welt, bemerkenswerte Entdeckungen zutage gefördert und interessante Schlussfolgerungen gezogen, die er mit seinen Lesern und allen Fischer-Fans teilen möchte. Vielmehr bestand die erweitere Absicht des Autors auch darin, den Leser - frei nach Vidmar - in „goldene Schachzeiten“ zurückzuversetzen, in eine Zeit, in der Hängepartien üblich waren und sich kein Spieler mit einer Engine bewaffnet vor einer eigenständigen Analyse drücken konnte. All dies gelingt ihm anhand der zahlreichen im Buch enthaltenen Fotos überraschend gut, darunter nicht nur viele unbekannte Aufnahmen von Fischer selbst, sondern auch insbesondere von seinen durchweg namhaften Gegner. Ich muss gestehen, dass mir diese Art der schachhistorischen Nostalgie und persönlichen Note überaus gefallen hat. Dieser Eindruck verstärkte sich zusätzlich beim Lesen des Geleitwortes von Großmeister Dr. Robert Hübner, das sich einerseits kurz mit dem „Mythos Fischer“, aber auch mit der Partienauswahl und -kommentierung durch Karsten Müller befasst. Die Entscheidung Karsten Müllers für ein „reines Schachbuch“ über Fischer wird dabei zu Recht als Kompliment Hübners an den Autor ausgedrückt. Wer sich nun die Frage stellt, wie groß die Anzahl der Partien-Überschneidungen zu Fischers „Meine 60 denkwürdigen Partien“ ist, kann sich entspannt zurücklehnen, denn es gibt nur 16 derartige Fälle. Die übrigen 44 Partien hielt Karsten Müller aus anderen Gründen für instruktiver, zumal Fischers Werk auch im Jahr 1967 endet und Müller somit aus einem anderen Fundus auszuwählen vermochte. Die Partiekommentare bleiben in der überwiegenden Zahl der Fälle angenehm auf das Wesentliche reduziert, so dass der rote Faden des Spielgeschehens nie verlorengeht und der Leser sich hervorragend von Müller durch die Partien geleitet fühlt. Das Buch aus dem renommierten Joachim Beyer Verlag macht dank seiner Übersichtlichkeit und dem Hardcover einen sehr hochwertigen Eindruck. Wer sich einzelne oder gar alle Partien „to go“, sprich unterwegs, ansehen möchte, vermag dies anhand der QR-Codes, die sich über jeder Partie befinden. Etwas schade und damit der einzige Kritikpunkt von mir ist, dass sich aufgrund des Druckbildes vereinzelt leere Seiten im Buch finden. Hier wären ggf. Kurzbiographien ausgewählter Fischer-Gegner möglich gewesen. Vielleicht ist das eine Anregung für die Zweitauflage? Insgesamt ein ebenso gutes wie überraschendes Buch zu Fischer, das mit einer leichten und angenehmen nostalgischen Note daherkommt!   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2022 Bobby Fischer war und ist eine Projektionsfläche und regt immer noch dazu an, sich mit ihm zu beschäftigen. 2014 kam der Film „Baueropfer – Spiel der Könige“ in die Kinos, Thema war der Kampf um die Weltmeisterschaft 1972 in Reykjavik, und im Knesebek-Verlag erschien jüngst eine Graphic Novel unter dem Titel „Bobby Fischer, Eine Schachlegende zwischen Genie und Wahnsinn“. Auch in zahlreichen Büchern steht Fischer im Mittelpunkt, er selbst hat unter anderem Lehrbücher veröffentlicht und das Werk „Meine 60 denkwürdigen Partien“ von 1957 bis 1967, noch vor seinem Sturm auf die WM-Krone. Mit seinem Buch „Bobby Fischer, 60 beste Partien“ (Joachim Beyer Verlag, gebundene Ausgabe, 232 Seiten, Lesebändchen, zahlreiche Fotos) hat Schachgroßmeister und Autor Karsten Müller nun ein weiteres Werk dem Fischer-Universum hinzugefügt. Er hat 60 der instruktivsten Partien Fischers ausgewählt und mit verschiedenen neueren Engines geprüft, heißt es im Vorwort. Dabei seien zwar Fehler in alten Analysen aufgefallen, aber Fischers Partien würden ungeachtet dessen immer noch im alten Glanz oder noch heller strahlen. Denn selbst der strenge Blick von Spitzen-Programmen sei nur selten auf Fehler gestoßen, dementsprechend könne jeder Leser aus diesen Partien lernen, um seine eigene Spielstärke zu verbessern. Hilfreich sind QR-Codes, mit denen man jede der Partien, die von 1963 bis 1992 reichen, auf das Handy holen und nachspielen kann. Sieben der Partien sind aus dem Jahre 1972 gegen Boris Spasski in Reykjavik und sechs gegen Spasski von 1992 in Sveti Stefan/Belgrad. Im Geleitwort betont Schachgroßmeister Robert Hübner, Müllers Arbeit sei vorzüglich dazu geeignet, einen ersten Zugang zu Fischers Meisterschaften zu gewinnen. Die Kommentare sind kurz und knapp gehalten, die wichtigsten Angaben der Rechner mitgeteilt und man wird nicht durch eine Unmenge von Varianten abgelenkt. Gleichwohl gibt es an einigen Stellen eine vertiefte Analyse, mit denen man die Gedankengänge hinter der Zügen nachverfolgen kann. Ein zusätzliches Plus sind die im Buch verteilten, rund 50 zum Teil ganzseitigen Fotos von Fischers Gegnern. Dazu kommen Zitate, die Fischers Spiel kommentieren. Dies lässt eine große Schachepoche mehr als erahnen, im Zusammenspiel mit den Partien kann man sich in eine Schachwelt vertiefen, die mit ihren Protagonisten und Bobby Fischer an der Spitze bis heute von ihrer Faszination nichts eingebüßt hat.    

38,00 €*
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Brustkern & Wallet: 100 Jahre Schachturniere in Hastings
Keine Schachveranstaltung der Welt kann auf eine solch lange und wechselreiche Tradition zurückblicken wie das seit einem ganzen Jahrhundert regelmäßig zum Jahreswechsel stattfindende Turnier im englischen Seebad Hastings. Wie sich eine solche Tradition herausbilden konnte, zu welch immenser Bedeutung es Hastings in der Welt des Schachs brachte, warum das Turnier selbst in der Zeit des Kalten Krieges als Treffpunkt der Spitzenspieler aus Ost und West diente – all diese Fragen beantworten die Autoren Jürgen Brustkern und Norbert Wallet in diesem Buch. Es gibt einen historischen Überblick über die äußerst wechselvolle Turniergeschichte und stellt die namhaften Protagonisten mit ihren berühmtesten in Hastings gespielten Partien vor. So wird im Laufe der Lektüre klar, warum dieses Turnier von der Schachwelt mit dem Ehrentitel „das Wimbledon des Schachs" ausgezeichnet wurde.296 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im Juni 2022 Wenn ein Schachturnier eine 100-jährige Tradition aufweist, dann ist es schon allein deshalb ein Leuchtturm in der Schachgeschichte. Wenn es sich dann von bereits eindrucksvollen Anfängen bis zu seiner Blütezeit zu den größten Turnierveranstaltung auf der Welt entwickelt hat, zu dem massenhaft begeisterte Schachspieler und Besucher pilgerten und in dem sich die Schachelite jährlich die Hand gab, dann ist es Hastings. Es ist ein Glücksfall für die Schachwelt, wenn ein Insider, der seit 1977 jedes Jahr als Spieler oder als Besucher vor Ort war, in Zusammenarbeit mit einem kompetenten Partner ein Buch über dieses Turnier schreibt. Der „Insider“ Jürgen Brustkern und Norbert Wallet haben im Jahr des Hastings-Jubiläums ihr Werk „100 Jahre Schachturniere in Hastings“, Joachim Beyer Verlag 2021, in die Schachwelt gegeben. Heutzutage ist der Stern von Hastings verblasst, die bedeutendsten Turniere werden anderswo ausgetragen. Dies zeigen die Autoren auch selbst in ihrem etwas melancholischen Schlusswort auf. Sie fragen nach dem Glanz der glorreichen Schachtage und antworten mit „verweht, vergangen, vergessen“. Ich möchte ihnen aber widersprechen, denn vergessen ist er nicht. Untergegangen ist der Stern von Hastings nicht und die Autoren tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass auch die Erinnerung an Duelle auf dem Brett, besonders aber auch an die Geschichten und Geschichtchen drum herum nicht in Vergessenheit geraten. Das Buch ist informativ und die Autoren haben erkennbar eine große Recherchearbeit geleistet, was übrigens auch das umfangreiche Quellenverzeichnis erkennbar machen. Es widmet sich zunächst den Stationen, die „Hastings“ genommen hat, um zum „Wimbleton des Schachs“ zu werden. Es lebt aber ganz besonders auch von den Erzählungen zu Personen, von der Beschreibung von Hintergründen, von der packenden Schilderung von Vorkommnissen, guter und schlechter Beziehungen und mehr. Es sind die teilweise einfachen Informationen, die Hastings als Ereignis charakterisieren und sein besonderes Flair erkennbar machen. Zu meinen Lieblingspassagen im Buch gehört die Schilderung, wie John Nunn im Jahr 1987 als Teilnahmebedingung ein beheizbares Hotelzimmer genannt hat, weil er eine schlechte Erfahrung sich nicht wiederholen lassen wollte. Entgegen der Zusicherung kam es anders, wobei auch widrige Umstände eine Rolle spielten. Im Ergebnis musste er sich zunächst mit einem kalten Zimmer zufriedengeben. Nach ein paar Tagen durfte er es gegen ein beheizbares Zimmer eintauschen, das aber ein kleines und fensterloses Loch war. Und auch für die Mahlzeiten stand nur ein unbeheizter Raum zur Verfügung. Verärgert nahm er zukünftig nicht mehr teil, bis er dann aber doch der Anziehungskraft der Veranstaltung wieder erlag. Auch nett zu lesen ist ein Beispiel aus dem schwierigen Verhältnis zwischen Karpov und Kortschnoi. Im Turnier 1971/72 spielten beide um den Sieg, Karpov hatte eine Hängepartie zu bestreiten, aus der er den vollen Punkt brauchte. Kortschnoi hatte das Nebenzimmer im Hotel, in dem er seinem Zimmernachbarn deutlich machen wollte, dass ihn seine Hängepartie und seine Analysen nicht interessierten und er sich lieber der Musik hingab. Diese drehte er dann entsprechend voll auf … Dieses „nette“ Verhältnis wird auch schon mal in Partiekommentaren deutlich, die Brustkern und Wallet nicht selten übernommen haben. Es ist nicht oft zu lesen, dass ein Spieler wie hier Kortschnoi seinen Gegner am Brett als „Bleichgesicht“ tituliert. Bleiben wir bei Kortschnoi, um auch ein beispielhaftes Wort über den „geschichtlichen“ Informationsgehalt von „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ zu verlieren. Das Werk hält Einträge zur Schachgeschichte in einer hohen Zahl fest. Kortschnois Flucht in die Niederlande, deren Vorbereitung und die Unterstützung durch Schachfreunde sowie die Gründe und die Umstände seiner Übersiedlung in die Schweiz werden beschrieben. Sein beeindruckendes Lebenswerk im Schach bis ins hohe Alter hinein wird ausführlich dargestellt. In Passagen wie diesen hat „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ einen bedeutenden schachhistorischen Wert. Informationen dieser Art enthält das Werk in Hülle und Fülle. Manche davon, neben den ganz persönlichen Episoden aus der Erinnerung einzelner Spieler, sind das Ergebnis der Insider-Stellung Jürgen Brustkerns und seiner Kontakte. Aber auch Norbert Wallet hat persönlich erfahrenes Material beigetragen. Sehr nett zu lesen ist ein von ihm mit Dr. Helmut Pfleger geführtes Interview, natürlich über Hastings, Dr. Pflegers persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, Verhältnisse zu Spielern etc. Die Partien dienen in erster Linie dazu, den Spielern, denen die Autoren einen eigenen Beitrag im Buch gewidmet haben, eine ehrende Referenz zu erweisen und den Leser zugleich zu unterhalten. Daneben aber erfüllen nicht wenige von ihnen auch eine Aufgabe zur historischen Dokumentation. Dies gilt besonders, wenn keine schon früher veröffentlichte Kommentierung nur übernommen worden ist. Von diesen Duellen wären sonst sicher irgendwann etliche in Vergessenheit geraten oder wären nur als eine unter Millionen in Datenbanken verblieben. Die Autoren haben zur Auswahl der mit Beiträgen hervorzuhebenden Persönlichkeiten Kriterien angewandt, die sich nicht allein an deren Renommee als Spieler orientieren. Sonst hätten bis auf Bobby Fischer alle früheren Weltmeister ein kleines Porträt erhalten müssen, denn alle sind sie dem Ruf nach Hastings gefolgt. Ein wichtiger Punkt für die Entscheidung zur Aufnahme war offenkundig auch die Bedeutung einer Persönlichkeit für Hastings wie auch für das britische Schach. Textbeiträge, um zahlreiche Fotos ergänzt, und kommentierte Partien sind gekonnt miteinander verzahnt, so dass die Elemente wie aus einem Guss erscheinen. Sprachlich hat das Werk allgemein viel zu bieten. Wer Spaß an gekonnten Formulierungen und einer insgesamt „geschmeidigen“ Sprache hat, wird beim Lesen von „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ auch daran seine Freude haben. Fide-Meister und Schachtrainer Brustkern ist Pädagoge, Wallet hat u.a. Literaturgeschichte studiert und arbeitet als Journalist. Bekannt geworden ist er auch als Autor von Schach-Artikeln. Auf den letzten Seiten des Werkes findet der Leser ein Verzeichnis aller Sieger und Nächstplatzierten (Hauptturnier). Fazit: „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ ist ein gelungenes Werk, das besonders jedem Schachfreund empfohlen werden kann, der sich für Schachhistorie interessiert. Historische Fakten, aber auch Erinnerungen und Erzählungen aus dem persönlichen Erfahrungsschatz etlicher Spielerpersönlichkeiten, sind von den Autoren akribisch aufgearbeitet und professionell in Buchform gebracht worden.   Rezension von Uwe Bekemann im Juni 2022 Wenn ein Schachturnier eine 100-jährige Tradition aufweist, dann ist es schon allein deshalb ein Leuchtturm in der Schachgeschichte. Wenn es sich dann von bereits eindrucksvollen Anfängen bis zu seiner Blütezeit zu den größten Turnierveranstaltung auf der Welt entwickelt hat, zu dem massenhaft begeisterte Schachspieler und Besucher pilgerten und in dem sich die Schachelite jährlich die Hand gab, dann ist es Hastings. Es ist ein Glücksfall für die Schachwelt, wenn ein Insider, der seit 1977 jedes Jahr als Spieler oder als Besucher vor Ort war, in Zusammenarbeit mit einem kompetenten Partner ein Buch über dieses Turnier schreibt. Der „Insider“ Jürgen Brustkern und Norbert Wallet haben im Jahr des Hastings-Jubiläums ihr Werk „100 Jahre Schachturniere in Hastings“, Joachim Beyer Verlag 2021, in die Schachwelt gegeben. Heutzutage ist der Stern von Hastings verblasst, die bedeutendsten Turniere werden anderswo ausgetragen. Dies zeigen die Autoren auch selbst in ihrem etwas melancholischen Schlusswort auf. Sie fragen nach dem Glanz der glorreichen Schachtage und antworten mit „verweht, vergangen, vergessen“. Ich möchte ihnen aber widersprechen, denn vergessen ist er nicht. Untergegangen ist der Stern von Hastings nicht und die Autoren tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass auch die Erinnerung an Duelle auf dem Brett, besonders aber auch an die Geschichten und Geschichtchen drum herum nicht in Vergessenheit geraten. Das Buch ist informativ und die Autoren haben erkennbar eine große Recherchearbeit geleistet, was übrigens auch das umfangreiche Quellenverzeichnis erkennbar machen. Es widmet sich zunächst den Stationen, die „Hastings“ genommen hat, um zum „Wimbleton des Schachs“ zu werden. Es lebt aber ganz besonders auch von den Erzählungen zu Personen, von der Beschreibung von Hintergründen, von der packenden Schilderung von Vorkommnissen, guter und schlechter Beziehungen und mehr. Es sind die teilweise einfachen Informationen, die Hastings als Ereignis charakterisieren und sein besonderes Flair erkennbar machen. Zu meinen Lieblingspassagen im Buch gehört die Schilderung, wie John Nunn im Jahr 1987 als Teilnahmebedingung ein beheizbares Hotelzimmer genannt hat, weil er eine schlechte Erfahrung sich nicht wiederholen lassen wollte. Entgegen der Zusicherung kam es anders, wobei auch widrige Umstände eine Rolle spielten. Im Ergebnis musste er sich zunächst mit einem kalten Zimmer zufriedengeben. Nach ein paar Tagen durfte er es gegen ein beheizbares Zimmer eintauschen, das aber ein kleines und fensterloses Loch war. Und auch für die Mahlzeiten stand nur ein unbeheizter Raum zur Verfügung. Verärgert nahm er zukünftig nicht mehr teil, bis er dann aber doch der Anziehungskraft der Veranstaltung wieder erlag. Auch nett zu lesen ist ein Beispiel aus dem schwierigen Verhältnis zwischen Karpov und Kortschnoi. Im Turnier 1971/72 spielten beide um den Sieg, Karpov hatte eine Hängepartie zu bestreiten, aus der er den vollen Punkt brauchte. Kortschnoi hatte das Nebenzimmer im Hotel, in dem er seinem Zimmernachbarn deutlich machen wollte, dass ihn seine Hängepartie und seine Analysen nicht interessierten und er sich lieber der Musik hingab. Diese drehte er dann entsprechend voll auf … Dieses „nette“ Verhältnis wird auch schon mal in Partiekommentaren deutlich, die Brustkern und Wallet nicht selten übernommen haben. Es ist nicht oft zu lesen, dass ein Spieler wie hier Kortschnoi seinen Gegner am Brett als „Bleichgesicht“ tituliert. Bleiben wir bei Kortschnoi, um auch ein beispielhaftes Wort über den „geschichtlichen“ Informationsgehalt von „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ zu verlieren. Das Werk hält Einträge zur Schachgeschichte in einer hohen Zahl fest. Kortschnois Flucht in die Niederlande, deren Vorbereitung und die Unterstützung durch Schachfreunde sowie die Gründe und die Umstände seiner Übersiedlung in die Schweiz werden beschrieben. Sein beeindruckendes Lebenswerk im Schach bis ins hohe Alter hinein wird ausführlich dargestellt. In Passagen wie diesen hat „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ einen bedeutenden schachhistorischen Wert. Informationen dieser Art enthält das Werk in Hülle und Fülle. Manche davon, neben den ganz persönlichen Episoden aus der Erinnerung einzelner Spieler, sind das Ergebnis der Insider-Stellung Jürgen Brustkerns und seiner Kontakte. Aber auch Norbert Wallet hat persönlich erfahrenes Material beigetragen. Sehr nett zu lesen ist ein von ihm mit Dr. Helmut Pfleger geführtes Interview, natürlich über Hastings, Dr. Pflegers persönliche Erfahrungen und Erinnerungen, Verhältnisse zu Spielern etc. Die Partien dienen in erster Linie dazu, den Spielern, denen die Autoren einen eigenen Beitrag im Buch gewidmet haben, eine ehrende Referenz zu erweisen und den Leser zugleich zu unterhalten. Daneben aber erfüllen nicht wenige von ihnen auch eine Aufgabe zur historischen Dokumentation. Dies gilt besonders, wenn keine schon früher veröffentlichte Kommentierung nur übernommen worden ist. Von diesen Duellen wären sonst sicher irgendwann etliche in Vergessenheit geraten oder wären nur als eine unter Millionen in Datenbanken verblieben. Die Autoren haben zur Auswahl der mit Beiträgen hervorzuhebenden Persönlichkeiten Kriterien angewandt, die sich nicht allein an deren Renommee als Spieler orientieren. Sonst hätten bis auf Bobby Fischer alle früheren Weltmeister ein kleines Porträt erhalten müssen, denn alle sind sie dem Ruf nach Hastings gefolgt. Ein wichtiger Punkt für die Entscheidung zur Aufnahme war offenkundig auch die Bedeutung einer Persönlichkeit für Hastings wie auch für das britische Schach. Textbeiträge, um zahlreiche Fotos ergänzt, und kommentierte Partien sind gekonnt miteinander verzahnt, so dass die Elemente wie aus einem Guss erscheinen. Sprachlich hat das Werk allgemein viel zu bieten. Wer Spaß an gekonnten Formulierungen und einer insgesamt „geschmeidigen“ Sprache hat, wird beim Lesen von „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ auch daran seine Freude haben. Fide-Meister und Schachtrainer Brustkern ist Pädagoge, Wallet hat u.a. Literaturgeschichte studiert und arbeitet als Journalist. Bekannt geworden ist er auch als Autor von Schach-Artikeln. Auf den letzten Seiten des Werkes findet der Leser ein Verzeichnis aller Sieger und Nächstplatzierten (Hauptturnier). Fazit: „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ ist ein gelungenes Werk, das besonders jedem Schachfreund empfohlen werden kann, der sich für Schachhistorie interessiert. Historische Fakten, aber auch Erinnerungen und Erzählungen aus dem persönlichen Erfahrungsschatz etlicher Spielerpersönlichkeiten, sind von den Autoren akribisch aufgearbeitet und professionell in Buchform gebracht worden.   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2021 100 Jahre Schachturniere in Hastings Jürgen Brustkern, Norbert Wallet Hastings, die Stadt an der östlichen Südküste Englands, hat allerlei Sehenswürdigkeiten: The True Crime Museum, das Museum der lokalen Historie und das Schiffswrack-Museum. Vor allem aber ist Hastings durch das traditionsreichste Schachturnier der Welt bekannt geworden. 1885 erstmals als Superturnier ausgetragen, findet es seit 1919 jährlich statt, nur der Zweite Weltkrieg sorgte für eine Unterbrechung. Alle Schachweltmeister waren bis auf Bobby Fischer an der Südküste, um sich mit den besten Schachspielern zu messen. Viel geschichtlicher Stoff über das Königliche Spiel also, der jetzt in dem Buch „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ (296 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag, Lesebändchen, 39,80 Euro) nachzulesen ist. Der Untertitel „Wie aus Träumen Traditionen wurden“, hört sich auf den ersten Blick verheißungsvoll an – und die Erwartungen werden mehr als erfüllt. Die Autoren Jürgen Brustkern und Norbert Wallet schlagen die 100 Jahre Hastings wie ein spannendes Geschichtsbuch auf, das auf jeder der fast 300 Seiten einen neuen Aspekt beleuchtet. Brustkern kann getrost als Insider gelten. Seit 1977 fährt der Fide-Master und Schachtrainer jährlich an die englische Küste, um in Hastings mitzuspielen und Artikel über das Turnier zu veröffentlichen. Norbert Wallet ist den Lesern der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten als Hauptstadtkorrespondent bekannt, Schachspieler kennen ihn als kompetenten Autor zahlreicher Schach-Artikel. Erfreulich ist in den ersten Kapiteln des Buches der Verzicht auf eine Chronologie der Turniere. Die beiden Autoren nähern sich dem Thema Hastings über die Vergangenheit und blicken zunächst auf den Beginn der englischen Turniertradition. Dies erfolgte im Jahr 1851 mit dem ersten Meisterturnier in London. Schon seit Jahren haben damals Schachfans auf ein echtes Spitzentreffen gewartet, eingeladen wurden schließlich 16 Meisterspieler. Die Autoren vermuten, da die Hälfte von ihnen Briten waren, eine Mischung aus organisatorischen (keine hohe Anreisekosten) und sportlichen (viele gute Spieler) Gründen. Adolf Anderssen siegte, ein Triumph für das deutsche Schach. In dem Buch ist nicht nur ein Gedicht nachzulesen, das dem Sieger gewidmet war, sondern auch die von Brustkern kommentierte Notation der „Unsterblichen“ Partie zwischen Anderssen und Lionel Kieseritzky. Sie wurde außerhalb des Wettbewerbs gespielt und ging in die Schachgeschichte ein. Den Autoren verknüpfen den Aufstieg Hastings als Turnierort mit ökonomischen und politischen Voraussetzungen. Der Langzeit-Erfolg sei mit einer guten Idee verknüpft worden sowie dem Enthusiasmus der Gründerzeit. Nur so konnte die anschließende Turnierfolge auf eine stabile Grundlage gestellt werden, die Jahrzehnte getragen hat. Beschrieben werden die vielen Verästelungen menschlicher Beziehungen, die hoffnungsvollen Pläne und die Hoffnungen auf Unterstützung, die in Hastings von 5. August bis zum 1. September mit 21 Runden schließlich zu einem ersten Turnierhöhepunkt führten. „Dieses Turnier ist das bedeutendste, das jemals stattgefunden hat, wer aus ihm überlegen als Sieger hervorgeht, muss als stärkster Spieler der Welt anerkannt werden“, zitieren die Autoren den Frankfurter Generalanzeiger. Und weiter: Nach diesem Turnier war Hastings fest auf der Landkarte des internationalen Schachs eingezeichnet und sollte bis auf den heutigen Tag nicht mehr davon verschwinden. Brustkern und Wallet führen den Leser in den folgenden Kapiteln durch die ganze Geschichte Hastings. Geboten werden nicht nur spannende Partien, sondern auch zahlreiche Fotografien, die einen Eindruck der Turniere geben. Ab Seite 80 erfährt dieses Buch einen Bruch. Beschrieben werden Kämpfer, Künstler und Königsjäger – die Helden von Hastings. Beachtlich, wie die Autoren ihre Charakterstudien treffend überschreiben haben. Milan Vidmar ist der „Schachingenieur aus Slowenien“, Vera Menchik „The Queen of Hastings“. Jaques Mieses avanciert zum „letzten standhaften Schachritter“ und Judit Polgar zur „Princess of Hastings“. Ulf Andersson steigt zum „schwedischen Capablanca“ auf und Bent Larsen ist ein „wunderbar sturer Optimist“. Dazwischengeschoben, fast übersieht man es, gibt es ein vierseitiges Interview mit Großmeister Helmut Pfleger zu lesen, das Norbert Wallet führte. Pfleger war einer der ersten Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Hastings spielten, und der sich wünscht, der alten Glanz des Turniers möge zurückkehren. „Es sollte weltweite Bedeutung haben.“ Nach den mehr als 40 Portraits sind im Anhang die Sieger von Hastings aufgeführt. Ein Literaturverzeichnis mit weiterführenden Publikation runden das lesenswerte Buch ab und führen das Thema weiter. Fazit: „100 Jahre Schachturniere in Hastings“ fängt die Stimmung des Turniers auf vielseitige Weise ein. Leser, die an Schachhistorie interessiert sind, kommen genauso auf ihre Kosten, wie Leser, die bekannte Partien nachspielen wollen.

39,80 €*
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Bronstein: Das Kandidatenturnier Zürich 1953
Um die seinerzeitige Bedeutung des Kandidatenturniers Zürich 1953 heutzutage annähernd nachvollziehen zu können, empfiehlt sich ein kleines Gedankenspiel. Die 15 teilnehmenden Großmeister machten damals ziemlich genau die Hälfte aller Großmeister überhaupt aus. Um dieses Zahlenverhältnis in unserer Zeit zu erreichen, müssten etwa 750 GM (!) an den Start gehen.   Darüber hinaus war ein Drittel der Teilnehmer sogar von einem ganz besonderen Kaliber: ein ehemaliger und zwei angehende Weltmeister – sowie zwei Spieler aus der Liste der so genannten 'ewigen Zweiten'. Einer von diesen, der denkbar knappe Verlierer des WM-Kampfs von 1951, David Bronstein, kam auch in Zürich auf den zweiten Platz.   Anschließend schrieb er mit dem Turnierbuch sein erstes Schachbuch überhaupt. Und so ist es umso bemerkenswerter, dass es 1982 bei einer Umfrage des 'British Chess Magazine' nach dem 'besten Schachbuch' auf den – ja genau! – auf den zweiten Platz kam. Neben lebendigen Schilderungen der Turnierereignisse aus der Sicht eines Teilnehmers, enthält es alle 210 Partien, knapp die Hälfte ausführlich kommentiert, wobei des Autors Hauptaugenmerk auf Analyse und Erläuterung der Mittelspiele gerichtet war. 230 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Gerd Schowalter im Februar 2018 Der Beyer Verlag schaffte es wieder einmal, ein klassisches Werk der neueren Schachgeschichte zum Leben zu erwecken. Die Erstausgabe aus dem Berliner Sportverlag von 1991 war lange vergriffen, was von vielen Schachfreunden bedauert wurde. Denn das Hauptwerk des großen russischen Schachmeisters Bronstein galt in Insiderkreisen als schönstes Schachbuch aller Zeiten. Mein weitläufig Verwandter Wolfgang Unzicker, der deutsche Vorkämpfer der Nachkriegszeit, empfahl es mir vor Jahren nicht nur als schönstes, sondern wichtigstes Schachbuch, und mit dieser Meinung stand er unter den führenden Meistern nicht allein. Der Sportverlag hatte in der ersten Ausgabe noch ein eigenes Vorwort dem des Autors vorangestellt. Darin begründet er, warum die Leserschaft so lange auf eine deutsche Fassung warten musste (nur dem riesigen Umfang und der Stofffülle des Werkes geschuldet). Der Beyer Verlag verzichtet auf eine derartige Einleitung und übernimmt das Vorwort des erfahrenen Verfassers des zeitlosen Werkes, mit nur kleinen Veränderungen. Er bevorzugt auch eine zweispaltige Textgestaltung, die gegenüber der drei Spalten des Vorgängers übersichtlicher und somit besser lesbar erscheint. Dazu dient auch die Gesamtgestaltung mit blütenweißem Papier und gern gesehenem Lesebändchen. David Bronstein, ein ausgewiesener Weltklassespieler, der 1951 im Finale um die Weltmeisterschaft gegen Botwinnik mit viel Pech in den beiden letzten Partien und 12:12 Endstand nur knapp scheiterte, ist ein hervorragender Schachschriftsteller. Das beweist er auch in einer Reihe weiterer exzellenter Bücher. Er beweist stets sein großes Schachwissen, seine gewaltige Spielstärke und die Kraft seiner Analyse. Außerdem gelingt es ihm immer wieder, sich in den Leser hineinzuversetzen und sich kritisch zu hinterfragen. Sein „Kandidatenturnier Zürich 1953“ lebt davon, dass er nicht nur Augenzeuge, sondern auch Teilnehmer des bedeutenden Turniers ist. Was war das noch für ein Großereignis! Gibt es heute Hunderte von Großmeistern (Wer zählt die Völker nennt die Namen!), so machten die 15 Starter etwa die Hälfte aller damaligen Großmeister aus. Es spielten auch ein ehemaliger Weltmeister (Euwe) und zwei „ewige Zweite“ mit (Keres und er selber). Bronstein, der im Turnier den zweiten Platz belegen konnte, berichtet umfassend über alle 30 Spielrunden. Er zeigt die Ergebnisse, gibt den Turnierstand an und stellt wichtige Partien vor. Seine Glossierung ist gut nachvollziehbar und lehrreich. Auffällig ist dabei auch, mit welcher Bescheidenheit er über seine eigenen Partien spricht. Über den Turniersieger Smyslow ist er voll des Lobes. Bei den Vorberichten auf die einzelnen Spielrunden geht er mitunter sogar auf schachtheoretische Themen ein. So erörtert er beispielsweise die Frage des Anzugsvorteils in einer Schachpartie oder die Blockade als Element strategischen Planes. Fazit: Wie bereits ausgeführt, ist dieses Schmuckstück eines Schachbuches auch eines der besten aller Zeiten. Weltklassespieler David Bronstein (1924-2006) denkt darin in erster Linie an den interessierten Leser. Das Buch, von ihm selbst in der Entstehung immer wieder selbstkritisch korrigiert und verbessert, spricht für sich selbst. So musste der Verlag keine großen Veränderungen vornehmen. Dieses Schachbuch erfreut nicht nur den Büchersammler, sondern auch den Schachspieler und -praktiker. Bronstein doziert nicht nur ausführlich über das Mittelspiel, sondern lässt auch sein Wissen um das Endspiel einfließen. Das geschieht z. B. in der Partie Nr. 150 Gligoric – Euwe („Das beste Endspiel des Turnier“, hier fehlt das „s“, das in der Erstausgabe vorhanden ist). Der Nachspielende kann durch die 207 (von 210) ausgewählten und hervorragend kommentierten Glanzpartien der damaligen Weltklasse durchaus profitieren. Hilfreich ist auch der Anhang mit Eröffnungsregister. Hier wird auf die Nummerierung der Partien hingewiesen. Vielleicht hätte dieser Hinweis schon am Anfang des Anhangs erscheinen sollen, um dem Leser nicht erst beim zweiten Blick klar zu machen, dass mit den Nummern nicht die Seiten, sondern die Partien gemeint sind. Ansonsten ist die Zusammenstellung geglückt, wobei die kommentierten Partien fett gedruckt aufgeführt sind. Alles in allem: Großes Lob für diese schöne Neuauflage eines klassischen Schachbuches.   Rezension von Ottmar Walther im Februar 2017 Vom 30. August bis 23. Oktober 1953 spielten die 15 besten Spieler der Welt in einem doppelrundigen Turnier (!) aus, wer der Herausforderer des amtierenden Weltmeisters Botwinnik sein würde. Also 30 Runden zu spielen – wenn man bedenkt, dass heute das WM-Match nur noch über 12 Runden geht ...! Um es vorwegzunehmen: Am Ende gewann Smyslow souverän mit 18:12 und 2 Punkten Vorsprung vor den punktgleichen 2.-4. Keres (der ewige Zweite!), Bronstein und Reshevsky (16 Punkte) und 5. Petrosian (15). Smyslow konnte im folgenden Jahr gegen Botwinnik nur ein 12:12 erreichen, gewann aber im nächsten Zyklus den WM-Titel. Bronstein spielte später auch 12:12 gegen Botwinnik und Petrosian konnte dessen lang dauernde Herrschaft auf dem WM-Thron schließlich 1963 beenden. Es waren also die Spieler am Start, die für eine ganze Generation das Weltschach prägten. David Bronstein gehörte nicht nur zur Weltspitze im Schach, sondern auch zu der der Schach-Autoren. Sein flüssiger, auch für den Laien verständlicher Stil ist etwas ganz besonders und wurde bis auf den heutigen Tag nur von wenigen Autoren erreicht. Daher ist es kein Wunder, dass sein Turnierbuch Zürich 1953 zu den Klassikern der Schachliteratur gehört. Es wurde und wird bis auf den heutigen Tag wieder und wieder von starken Großmeistern empfohlen oder als ein Buch bezeichnet, das ihnen auf dem Weg nach oben geholfen hat. Nun wird vielleicht mancher Schachfreund stutzig werden und fragen, was denn ein mehr als sechzig Jahre altes Buch ihm heute noch geben kann? Nun, sicher hat sich die Theorie seitdem erheblich weiterentwickelt und man wird vergeblich nach Eröffnungsanregungen suchen. Aber Eröffnung ist nicht alles, das Mittelspiel ist mindestens genauso wichtig und wird nur zu oft vernachlässigt. Und für dieses gibt Bronstein wertvolle Erklärungen, Anregungen und Analysen, die das Buch alleine schon lesenswert machen. Beim Erklären der wichtigen Bereiche wird der Leser nicht wie so oft einfach nur mit Referenzpartien abgespeist, sondern erklärt ausführliche und verständliche Erläuterungen, die ihm auch für sein eigenes Spiel helfen. Er muss sich auch nicht durch einen Wust an Varianten quälen, sondern erhält stets ausgezeichnete verbale Kommentare. Ich bin immer sehr skeptisch wenn es heißt, ein Buch habe für (fast) jeden etwas zu bieten. Aber dieses Buch ist eine Ausnahme. Leser – auch Hobbyspieler – die gerne Meisterpartien nachspielen, werden gewiss auf ihre Kosten kommen und die Kommentare genießen. Aber auch Spieler von hoher Klubstärke finden in Bronsteins Kommentaren eine Menge von Informationen zu positionellen Aspekten, die manches einschlägige Lehrbuch in den Schatten stellen. Fazit: Ein "stressfreies", aber anregendes Buch, das jeder interessierte Schachfreund lesen kann und sollte!

38,00 €*
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Neu
Knaak & Starke: Ein langes Schachjahrhundert 2001 - 2020
Dieses Buch ist eine Fortsetzung des Werkes „Ein langes Schachjahrhundert 1894 - 2000". Die einzelnen Jahresbeiträge von 2001 bis 2020 sind wieder in der gleichen Art und Weise wie zuvor aufgebaut: Einem umfangreichen zeitgeschichtlichen Teil schließen sich ein Nachruf auf bedeutende Persönlichkeiten und ein kompakter Sportteil an. Danach werden die wichtigsten Schachereignisse eines Jahres gewürdigt, gefolgt von Schachnachrichten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einem Nachrichtenblock im Telegrammstil. Den Abschluss des Textteils bilden die Top Ten der Welt für die Monate Januar und Juli sowie ein Nachruf. Jedes Jahr wird von einem statistischen Teil mit Tabellen und Endständen bedeutender Turniere abgeschlossen. Über das ganze Jahr verteilt befinden sich Schachpartien durchlaufend in der rechten Spalte. Im Vergleich zum Vorgängerbuch gibt es eine stärkere Gewichtung auf Schach, was u.a. wegen viel mehr Turnieren im Topbereich notwendig geworden ist. Außerdem wird jetzt dem nationalen Schach – vor allem Deutschlands, aber auch Österreichs und der Schweiz – mehr Raum gewidmet. Und im Unterschied zum oben genannten ersten Buch (mit jährlich ein bis zwei Partien) sind diesmal pro Jahr durchschnittlich fünf Partien ausgewählt worden – viele davon in Wahlen zur Partie des Jahres ganz weit oben stehend. Mit vielen Diagrammen und Einführungen zu jeder Partie wird das Nachspielen vom Blatt ermöglicht. Das erwartet Sie: • 20 Jahrestexte Zeitgeschichte inklusive Sport, Kuriosa, Nachruf • die wichtigsten Schachereignisse sowie die Top Ten Januar und Juli • neu: Schachnachrichten Deutschland/Österreich/Schweiz • Tabellen der wichtigsten Turniere und Matches • 100 sorgfältig ausgewählte Partien des Jahres plus Einführung404 Seiten, gebunden, Grossformat, Joachim Beyer Verlag  

49,00 €*
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Knaak & Starke: Ein langes Schachjahrhundert - Bundle 2 Bände
Band 1:  572 Seiten, gebunden, Grossformat, Joachim Beyer VerlagBand 2:  404 Seiten, gebunden, Grossformat, Joachim Beyer Verlag  

95,00 €*
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Knaak & Starke: Ein langes Schachjahrhundert 1894 - 2000
Das zwanzigste Jahrhundert brachte nicht nur in solchen Bereichen eine wahrlich sprunghafte Entwicklung mit sich, die von allgemeinem Interesse sind (wie dem historischen und wissenschaftlichen), sondern auch in solchen, die nur für geringe Teile der Weltbevölkerung von Bedeutung sind – wie beispielsweise für das eingeschworene Völkchen der Schachspieler. Es kommt selbstredend einer Mammutaufgabe gleich, über diesen Zeitraum von gleich mehreren (Schach-)Epochen einen Überblick bieten zu wollen, und entsprechend war gleich ein ganzes Team von Autoren am Werk – außer den auf dem Titel genannten auch die bekannten Meisterspieler Albin Pötsch, Martin Breutigam und Gisbert Jacoby. Das fertige Produkt bietet eine solche Fülle von Partien und Informationen, dass wohl kaum ein wichtige Frage offen bleibt. So wurden 150 herausragende Partien dieses Jahrhunderts sorgfältig ausgewählt und (mit mehr als 700 Diagrammen) versehen. Ausführliche Kommentare zu diesen Partien finden Sie auf jeder Mega-Database von ChessBase. Auch werden fast 100 Spitzenspieler dieser Zeit mit Kurzbiografien und Porträtfotos gewürdigt. Und auch für Leser, die ein Interesse an zusätzlichen Informationen haben, bietet dieses Buch eine wahre Fundgrube. So gibt es alle FIDE-Weltranglisten (Top Ten) seit deren Einführung 1970; 100 Turniertabellen von allen Weltmeisterschaften, Schacholympiaden und sonstigen Topturnieren; einen Blick auf Schach-Rekorde (wie z.B. im Simultan und Blind-Simultan) sowie das Erscheinen wichtiger Schachbücher. Abgerundet wird das Ganze von Kuriositäten und markanten Ereignissen aus der Sportgeschichte ganz allgemein – sowie der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts, wobei insbesondere Ereignisse und Entwicklungen mit Bezug zum Schach oder zum Sport allgemein berücksichtigt wurden.   Grossformat 21,4 x 30,1 cm, 1,9 kg !   572 Seiten, gebunden, Leseband, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Jörg Palitzsch im Januar 2018 Das 20. Jahrhundert war eine Zeit der politischen Umwälzungen, gesellschaftlicher Veränderungen, aber vor allem ein Jahrhundert der Kriege. Wer dieses Jahrhundert mit den Epochen der Schachgeschichte verschränken will, steht vor einer Mammutaufgabe. Die Autoren Rainer Knaak (Großmeister) und Burkhard Starke, bis 1971 Spieler der Leipziger Oberliga, haben sich dieser Aufgabe gestellt und mit „Ein langes Schachjahrhundert 1894 – 2000“ ein umfassendes Nachschlagewerk niedergeschrieben, das jetzt in zweiter Auflage im Joachim Beyer Verlag erschienen ist (572 Seiten, gebunden, Großformat, Lesebändchen, 95 s/w-Porträtfotos, 69 Euro). Mit Beginn des 20. Jahrhundert starb 1900 in London Ex-Schachweltmeister Wilhelm Steinitz. Er wurde 1894 von Emanuel Lasker von Thron gestoßen, der diesen Titel anschließend 27 Jahre lang bis 1921 behauptete. Während die Welt langsam aus den Fugen geriet, etwa durch den Burenkrieg, den Boxeraufstand und den Ersten Weltkrieg, prägten das Schachspiel in den Anfangsjahren des Jahrhunderts große Persönlichkeiten. José Raúl Capablanca betrat 1901 die Bühne und wurde mit 13 Jahren Landesmeister von Kuba. 20 Jahre später durfte Alexander Aljechin – den Wirren der Oktoberrevolution entkommen – aus Russland ausreisen, und siegte 1921 in Turnieren in Budapest und Den Haag. Das Buch „Ein langes Schachjahrhundert“ nimmt den Leser auf vielen Seiten mit durch die Epochen. Für jedes Jahr von 1894 bis 2000 gibt es zwischen zwei und fünf Seiten, einige wenige Jahre, wie etwa 1914, 1941 oder 1958 werden mit sechs Seiten abgedeckt, reichlich Lesestoff allemal. Aufgearbeitet werden, wie in einer Enzyklopädie, die wichtigsten politischen und sportlichen Aspekte aus weltweit ganz unterschiedlichen Ländern, ebenso die Nobelpreise und Todestage. Hinzu kommen 100 Turniertabellen von allen Weltmeisterschaften, Olympiaden und hochkarätigen Turnieren, Elolisten und die Top-Ten der besten Schachspieler, gelistet ab dem Jahre 1971. Schon allein aus diesen Gründen ist das Buch ein Gewinn, weil es dem Leser zu unterschiedlichen Themen einen schnellen Überblick verschafft. Der eindeutige Schwerpunkt liegt auf der Schachhistorie. Beim Blick in die Geschichte sind die Jahre der Nazi-Diktatur von 1933 von besonderer Bedeutung. Mit der Umbildung zum totalitären Einheitsstaat wurden die Rechte der Juden immer weiter eingeschränkt, was sich nachhaltig und negativ auf das Schachleben in Deutschland ausgewirkt hat. Detailliert wird in dem Buch auf die Opfer der Rassenpolitik hingewiesen. Auf Lasker, der aus dem Land vertreiben wurde, ebenso wie auf Rudolf Spielmann und Jacques Mieses. Die Arbeiterschachvereine wurden aufgelöst und nach und nach ging die einst große Schachnation im Terror der Nazis unter. Die Beschreibungen des Schachgeschehens der Jahre von 1933 bis 1945 zählen zu den interessantesten Beiträgen in dem Buch und regen zu einer weiteren Beschäftigung mit dem Thema an. Geschichtsinteressierte Schachspieler werden ebenso im Jahr 1972 tiefer einsteigen, als sich Bobby Fischer, ausgestattet mit einer unglaublichen Elozahl von 2785 aufmachte, die sowjetische Vormachtstellung im Schach mit seinem Sieg gegen Weltmeister Boris Spasski im isländischen Reykjavik zu brechen. Dieser Nervenkrieg, politisch von beiden Seiten ausgeschlachtet und mittlerweile auch Stoff für einen gelungenen Kinofilm, wird in diesem Buch dicht gedrängt und kenntnisreich erzählt. Auch hier gilt: Die komprimierte Form kann Anregung sein, sich weiter mit den spannenden Schachgeschichten dieses Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Dazu dient eine vierseitige Literaturliste mit Buchempfehlungen, wobei auf eine Auflistung der ausgewerteten Schachliteratur verzichtet wurde, da sie, so die Autoren, zu umfangreich ausgefallen und dennoch unvollständig geblieben wäre. Dies ist kein Manko, weil das Buch dem Schachspieler noch viele andere Dinge bietet. Zum Beispiel, über alle Jahre verteilt, 150 herausragende Partien dieses Jahrhunderts mit mehr als 700 Diagrammen. Die Kommentierung dieser Partien sind auf einer DVD mit dem Titel „Mega Database 2018“ von ChessBase zu finden, die man im Fachhandel beziehen kann. Lesenswert sind zudem insgesamt 95 alphabetisch geordnete Kurzbiografien von Alexander Aljechin bis Johann Hermann Zuckertort, die sich, jeweils mit einem Porträtfoto versehen, über rund 50 Seiten erstrecken. Fazit: „Ein langes Schachjahrhundert 1894 – 2000“ ist kein Lesebuch, sondern ein opulentes Nachschlagewerk mit vielen Facetten. Die kompakten Verflechtungen der Schachgeschichte mit den politischen Ereignissen eines ganzen Jahrhunderts entwerfen ein lebendiges Bild, zeigen viele Zusammenhänge und gehen in ihrer Fülle weit über ähnlich aufgemachte Bücher hinaus. Das Buch zeigt, wenn auch verkürzt, wie sich Schach verändert hat. Von der individuellen menschlichen Denkleistung hin zum Schachspiel gegen unbestechliche Computerprogramme. Spannend wird die Fortschreibung bis zum Jahr 2100 sein.

69,00 €*
Rieger: Unglaubliche Schachpartien
Wer ist der chinesische Kieseritzky und wer der Don Quijote des Schachs? Kennen Sie die Men in Black der 64 Felder und beherrschen eigentlich auch Außerirdische das königliche Spiel? Was hat Garri Kasparow mit Cowboy und Indianer zu tun und weshalb hat Tigran Petrosjan einen unheimlichen Zwilling? Erleben Sie die Desperate Housewives am Schachbrett und folgen Sie Anatoli Karpow ins zauberhafte Land. In 60 unglaublichen, sensationellen und nicht immer unbedingt perfekten Partien, erleben Sie die ganze Wunderwelt des Schachs mit all seinen Facetten, die zum Schmunzeln, Staunen und Schmökern einladen.   Martin Rieger (Jahrgang 1970) ist ein langjähriger Schachspieler, der beim SK Schwandorf  in der Landesliga spielt172 seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Uwe Bekemann im August 2020 Der 50-jährige Vereinsspieler des SK Schwandorf, Martin Rieger, möchte die Schachwelt mit seinem Buch der unglaublichen Schachpartien erfreuen. Er macht nicht erwartete Streifzüge durch die Schachgeschichte. Sein Weg beginnt bei McDonnell – De La Bourdonnais und endet bei Michael Adams gegen Garri Kasparow und dem amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen. Diese 60 besonderen Partien haben es in sich. Es sind ausnahmslos großartige Wettkampfpartien bekannter herausragender Meister früherer und heutiger Zeiten. Auch Spielerinnen werden vorgestellt, etwa in einer Partie von Zsuzsa Polgar gegen Maja Tschiburdanidse. Trotz eines Sieges von Judith Polgar, der absolut weltbesten Frau, gegen IGM Aleksandr Schirow werden die Schach spielenden Frauen nicht damit zufrieden sein. Die deutschen Meister Wolfgang Uhlmann und Robert Hübner werden gewürdigt. Aber den einzigen deutschen Weltmeister, Emanuel Lasker, sucht man vergeblich! Ganz zu schweigen von dem „Praeceptor Gemaniae“, Dr. Siegbert Tarrasch. Auch viele andere deutsche Meister hätten es verdient gehabt, in einer solchen Partiensammlung gewürdigt zu werden. Gut, jeder Autor kann für seine Auswahl andere Akzente setzen. Rieger versucht es auf seine Weise. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, warum er seine blumigen Überschriften in englischer Sprache vornehmen muss. Einmal verfällt er gar ins Französische (Lapin à la Gueuze“). „Hunting with the Polar Bear“ hätte er auch auf Deutsch wiedergeben können. Origineller sind dann schon die Titel „When the Pawns Go Marching In“ oder „Desperate Housewives“. Aber Zsuzsa Polgar und Maja Tschiburdanidse werden davon nicht begeistert sein! Auch „Girls just want to have Fun“ als Titel über die feine Gewinnpartie der weltbesten Spielerin Judit Polgar gegen Alexej Schirow wird die Großmeisterin wenig erfreuen können. Nun gut, Martin Rieger pflegt seinen eigenen Stil. Der ist durchaus originell, wird aber nicht alle Leser wirklich begeistern. Wie dem auch sei, er legt ein beachtenswertes Schachbuch vor, das seine Leserschaft zufrieden stellen wird. Manches kann ich aber nicht unbedingt nachvollziehen. So spricht er in einer Partie Petrosjan gegen Minasjan kurz über die „Berliner Mauer“ in der Spanischen Partie. Er erwähnt aber ihre erfolgreiche Anwendung von Kramnik gegen Kasparow im Weltmeisterkampf 2000 nur am Rande. Immerhin darf Garri Kasparow noch in der letzten Partie (gegen Mickey Adams) als stolzer Sieger erscheinen. Obwohl es sich bereits um die 2. Auflage handelt, findet sich in dem Buch nur eine einzige Partie des Weltmeisters Magnus Carlsen (gegen Sipke Ernst). Eine Reihe sauberer Diagramme unterstützt den Leser, der nicht immer Figuren auf dem Brett aufbauen möchte. Aber auf Seite 76 bei der Partie Tylkowsky gegen Antoni Wojciechowski heißt es so schön „Sehen Sie selbst:“ Aber es folgt nur die Notation (Diagramm), wobei man sich gerade dieses Diagramm gewünscht hätte. Fazit: Wenn man bedenkt, dass die meisten Bücher kleine Fehler haben, kann man dem Autor durchaus verzeihen, dass er keine Ausnahme macht. Hingegen ist seine schachlich-fachliche Behandlung des Stoffes über jeden Zweifel erhaben. Seine vorgenommene Auswahl „unglaublicher Partien“ kann der tolerante Leser akzeptieren, obgleich sie in eigenwilliger Weise vorgenommen wurde. Trotzdem handelt es sich um ein schönes Schachbuch, das gewiss seinen Platz in vielen Schachbibliotheken finden wird.   Rezension von Jörg Palitzsch im August 2020 Unglaubliche Schachpartien Martin Rieger Schach muss nicht unbedingt eine ernste Sache sein. Martin Rieger, langjähriger Landesligaspieler beim SK Schwandorf, vermittelt in seinem Buch „Unglaubliche Schachpartien“ (Joachim Beyer Verlag, 172 Seiten, kartoniert, 19,80 Euro) anhand von 60 Partien beste Unterhaltung und Spielwitz. Dabei sind es nicht nur die kommentierten Partien, die durch zahlreiche Diagramme ergänzt werden, sondern die facettenreichen Geschichten zu den einzelnen Wettkämpfen, die der Autor kurzweilig zu erzählen weiß. Rieger hat sich für seine Auswahl in der gesamten Schachgeschichte bedient, dafür bekannte, weniger bekannte und unbekannte Partien herausgesucht. Schon auf dem Titelbild wird man auf das Thema eingestimmt. „Heureka“ („Ich habe es gefunden“) ruft Archimedes von Syrakus in einer Badewanne voller Schachfiguren. In der ersten Partie wird der Leser anschließend auf den „Planet Iwantschuck“ entführt. Weltmeister Viswanathan Anand wird darin zitiert, wie Iwantschuk völlig betrunken ukrainische Reime gesungen und am nächsten Tag eine beindruckende Rede gehalten habe. Beeindruckend auch die Partie, die „Big Chuck“ gegen Weltmeister Garry Kasparow in Linares 1991 gespielt – und gewonnen hat. Eine weitere unglaubliche Partie trug sich im Dezember 2008 in Marienbad zu, als die 26-jährige Tschechin Jana Jackowa gegen den langjährigen Weltmeister Anatoli Karpow gewann, der zum Ende hin sein Heil in einer zerstörerischen Verteidigung suchte. Eine denkwürdige Partie fand 1992 auf der serbischen Insel Sveti Stefan. Dort trafen Bobby Fischer und Boris Spasski nochmals aufeinander, gelockt von den Dollars des Millionärs Jezdimir Vasiljeviv. Fischer gewann mit 17,5:12,5 und kassierte 5,5 Millionen Dollar. Zahlen musste er einen politischen Preis. Weil Fischer mit dem Wettkampf gegen das Wirtschaftsembargo der USA gegen Serbien-Montenegro verstieß, durfte sich einer der besten Schachspieler der Welt in seinem Geburtsland nicht mehr blicken lassen. Fazit: Martin Rieger hat eine Reihe von Partien zusammengetragen, die zum Schmunzeln, Staunen und Schmökern anregen, die nicht immer perfekt sind, aber auch Schachhistorie vermitteln. Ein kleines Manko ist, dass alle Kapitel mit englischen Kurzüberschriften versehen sind. Die reiche deutsche Sprache hätte hier auch viele Möglichkeiten geboten.

19,80 €*
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Nikolaiczuk: Remis bitte? Wie bitte?
Wie ist es zu erklären, dass der Remisschluss, der doch bei den meisten Turnieren – und speziell auf hohem Niveau – das am häufigsten anzutreffende Partieergebnis darstellt, dennoch wie ein Stiefkind behandelt wird und in der Publikumsgunst ein entsprechend klägliches Schattendasein führt? Ein solcher Widerspruch wäre selbstredend verständlich, wenn die „friedliche Punkteteilung“ – meistens oder sogar immer – einer faden und ereignislosen Kampfvermeidung im Sinne von „Großmeister-Remis“ gleichkäme. Dabei braucht doch ganz im Gegenteil so manche Remispartie, was kämpferisch und spannungsgeladenen Inhaltsreichtum anbetrifft, keinen Vergleich mit einer entschiedenen Partie zu scheuen. Handelt es sich am Ende um so etwas wie ein menschheitsgeschichtliches Relikt aus grauer Vorzeit? – Um etwas, das einem bei genauerer Betrachtung die Nackenhaare zu Berge stehen lassen sollte? – Dass nämlich, wann immer sich Menschen einer Kampfsituation stellen, krass gesagt – Tote und Überlebende erwünscht und erwartet werden – weniger krass: Sieger und Verlierer. Wie auch immer bietet das Remis mit all seinen Facetten ein höchst interessantes Thema – sei es, was den Umgang damit im Wandel der Schachgeschichte anbetrifft – sei es die Untersuchung der Frage, wie viele Glanzpartien aufgrund verfrühter Remisvereinbarungen nie das Licht der Welt erblickten. Und speziell dieser Themenschwerpunkt könnte bzw. sollte bei so manchem Leser zu einem Umdenken führen, was das Anbieten bzw. Akzeptieren von Remis in unausgekämpften Stellungen anbetrifft.   196 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag   Rezensionvon Heinz Däubler im September 2015 Remis … statt Glanzpartie ? Im Joachim-Beyer-Verlag ist mit Lothar Nikolaiczuk „Remis bitte? Wie bitte?“ein bemerkenswertes Buch erschienen. Bemerkenswert, weil es über das Remis – den in der Turnierpraxis am häufigsten vorkommenden Partieausgang – kaum Literatur gibt. Bemerkenswert aber auch, weil der Autor mit spitzer Feder – manche würden dies vielleicht als ironisch, sarkastisch oder kabarettistisch bezeichnen – nicht den Remisschluss im Allgemeinen (sieht man einmal von einem historischen Abriss in der Einleitung ab) und auch nicht das Kampfremis, sondern die Remisvereinbarungen behandelt, bei der einer der Parteien eine mehr oder weniger schöne Gewinnfortsetzung durch die Lappen gegangen ist. Der Autor hat 192 solcher Beispiele zusammengetragen, die aus der Turnierpraxis der Dekaden 1950 bis 1980 stammen. Bei der Darbietung des in die fünf Kapitel „Warum Remis – statt Glanzpartie“, „Vorsicht bissige Pointe“, „Mehr oder weniger Dauerschach“, Grobheiten und Feinheiten im Endspiel“ und „Der blinde Fleck“ eingeteilten Stoffes geht der Autor nach demselben Muster vor: Dem Kapitel werden 36, manchmal auch 42, per Diagramm en bloc durchnummerierte Partiestellungen vorangestellt, bei denen sich die Parteien auf Remis geeinigt haben. Diese werden nachfolgend analysiert und der mögliche Gewinn aufgezeigt. Es erstaunt, dass unter den Leidtragenden, die einen schönen Sieg verpassten, auch namhafte Großmeister sind. Was sonst noch gefällt:  Humorvoller Schreibstil, Computergestützte Analysen.  Als Taktikübungsbuch gut nutzbar. Großzügige Ausstattung mit Analysediagrammen Fazit:  Ein mit Vergnügen zu lesen- des außergewöhnliches Taktik buch, das dazu erzieht, vorschnelle Remisschlüsse zu überdenken.

7,95 €* 19,80 €* (59.85% gespart)
Vidmar: Goldene Schachzeiten
Vidmar: Goldene Schachzeiten   Mit Milan Vidmars Erinnerungen tauchen wir ein in ein längst vergangenes, „goldenes“ Zeitalter des Schachs, das den Leser noch heute in seinen Bann zieht. In seinen Schilderungen werden die alten Schachlegenden wieder lebendig, die die großen Turniere im Zeitraum 1900 bis 1940 dominiert haben und mit denen er sich am Brett so manchen Kampf geliefert hat. 35 Partien und Partiefragmente, meist mit eigener Beteiligung und von ihm selbst mit luziden Kommentaren versehen, sind eingebettet in Erzählungen, die die faszinierende Atmosphäre in den Turniersälen und Schachcafés jener Tage widerspiegeln. Es sind nostalgisch anmutende Memoiren, die aber keineswegs frei sind von kritischen Gedanken, etwa wenn Vidmar über Auswüchse und Entartungen des Spitzenschachs in der Nachkriegszeit sinniert. Seine Ausführungen sind von bemerkenswerter Weitsicht, und manche seiner Befürchtungen und Klagen haben bis heute ihre Berechtigung nicht verloren.   Dieses fesselnde Alterswerk Vidmars, ein gutes Jahr vor seinem Tod erschienen, ist ein unvergänglicher Klassiker der Schachliteratur und eine unverzichtbare Lektüre für den historisch interessierten Schachfreund. Zeitzeugen, die über die besagte versunkene Ära des Schachs authentisch berichten könnten, sind längst ausgestorben. Vidmar war einer der letzten, und er gehörte zu den Wenigen, die vorzüglich schreiben und dabei glänzend unterhalten konnten. Auch Sie sollten nicht zögern, sich in die „goldenen Schachzeiten“ entführen und verzaubern zu lassen!   280 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag           Rezension von Uwe Bekemann im August 2016   Zur Vorbereitung dieser Rezension habe ich das Werk „Goldene Schachzeiten“ mit dem Untertitel „Erinnerungen“ von Milan Vidmar komplett durchgearbeitet. So ist es zu erklären, dass deren Abschluss etwas auf sich warten lassen hat, denn die jetzt aktuelle 4. Auflage ist bereits im fortgeschrittenen Jahr 2015 auf den Markt gekommen. Damit wird ein Klassiker im Joachim Beyer Verlag als Imprint des Schachverlags Ullrich wieder neu verfügbar.   Milan Vidmar, geboren 1885 und gestorben 1962, war nie Schachprofi, und doch zählte er in seinen besten Zeiten zur Weltspitze. Er hat mit den größten Meistern der Vergangenheit gerungen und ihnen oftmals auch die Grenzen aufgezeigt. Von Beruf war er Ingenieur der Elektrotechnik und dann auch Hochschullehrer. Geld verdient hat er auch als Autor, „Goldene Schachzeiten“ war sein letztes Buch.   Wer wie Vidmar über Jahre hinweg aktiv und intensiv ins Turniergeschehen eingebunden war, kann viel erzählen. Und genau das macht er in „Goldene Schachzeiten“. Er hat sehr viele Schachgrößen kennen gelernt, am und auch abseits des Brettes. Er berichtet von Freundschaften und persönlichen Abneigungen, von generösem Verhalten und unschicklichem Tun, von meisterhaften Einfällen bis groben Patzern – schlicht, er berichtet von allem.   Das Werk ist in neun Kapitel gegliedert. Das Inhaltsverzeichnis sieht diesbezüglich wie folgt aus:   1.       Nottingham 1936   2.       Ein gewaltiges Ringen um die Weltmeisterschaft   3.       Die Schachsirene   4.       Erinnerungen an S. Tarrasch   5.       Das Berufsschachmeisterproblem   6.       Die den großen Meistern tickende Uhr   7.       Das Fallenstellen in der großen Schachpartie   8.       Das Ende eines Weltmeistertraumes   9.       Ist das heutige hohe Schach krank?   Mehrere Kapitel bedürfen ein paar weiterer Worte, damit sich der Leser dieser Rezension etwas darunter vorstellen kann bzw. einen Anhalt findet, worum es darin geht.   Im 3. Kapitel geht es um Lockungen und Verführungen des Schachspiels. Es geht darin also nicht um die Sirene als technisches Gerät auf den Dächern des Landes, sondern um Sirengesänge nach mythologischem Vorbild.   Milan Vidmar zählte zu den Bewunderern Siegbert Tarraschs. Und doch hat er sich dessen Ungnade eingefangen, als er in einer für ihn gewonnenen Stellung ein Remisangebot des großen Lehrmeisters abgelehnt und ihn dann geschlagen hat. Die Erinnerungen des Autors sind ambivalent, aber nicht nachtragend.   Samuel Reshevsky – dessen Identität wird aber erst im Verlauf des 6. Kapitels gelüftet – schlug als angeblich erst Fünfjähriger alle Gegner, die ihm am Brett gegenüber Platz nahmen. Alle, nein, nicht alle, denn Vidmar machte dem Lauf ein Ende, ganz zur Enttäuschung des Kindes. Das Alter und dessen Auswirkungen auf die Spielstärke ist ein Kernpunkt aus den Erinnerungen Vidmars, die in diesem Kapitel dem Vergessen trotzen.   Die über dem 9.Kapitel thronende Frage, ob das heutige hohe Schach krank ist, ist aus der Sicht unserer Tage wie das Anschauen des Spielberg-Klassikers „Zurück in die Zukunft“. Vidmar konnte die Entwicklung des Schachspiels natürlich nicht vorausschauen, aber er haderte etwas mit Dingen, die heute nicht nur Realität, sondern auch völlig normal sind. Er sinniert über Bedenkzeitregeln, den „Unfug des Sekundantenwesens“, über das Fernschachspiel und einiges mehr.   Besonders haben mich seine Gedanken zum Fernschach interessiert. Im Ergebnis stellt er für sich fest, dass die Fernschachspieler kein besseres Schach als die Spieler am Brett spielen, sie diesen nicht wirklich ebenbürtig sind und das Fernschachspiel wichtige Fähigkeiten des Brettschachs, z.B. das Rechenvermögen mittels Vorstellungskraft, nicht abverlangt. Und er berichtet über seine eigenen Fernschach-Erfahrungen.   Man muss Vidmar nicht in allen Punkten zustimmen, aber man kann ihm nicht absprechen, an Nahtstellen von kontroversen Sichtweisen angesetzt zu haben.   „Goldene Schachzeiten“ ist ein gelungenes Potpourri aus Berichten und Erzählungen und 35 kommentierten Partien und Partiefragmenten. Das Werk ist höchst unterhaltsam und vermittelt den Eindruck der allzeit authentischen Darstellung. Viel davon betrifft natürlich das Leben und das Wirken Milan Vidmars selbst, aber seine Ausführungen sind zugleich ein weit geöffnetes Fenster in vergangene (Schach-)Zeiten, die vielleicht goldener waren als heute, vielleicht aber auch nicht.   Fazit: „Goldene Schachzeiten“ ist ein Buch, das ich demjenigen wärmstens empfehlen kann, den auch die historische wie die nostalgische Seite des Schachspiels fasziniert. Milan Vidmar hat als Zeuge der Zeitgeschichte Wichtiges, Interessantes oder auch „nur“ Unterhaltsames für ihn zusammengetragen und nett, teilweise auch brillant in Worte gefasst.    

24,80 €*
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Konikowski, Bekemann & Müller: Schach-WM 2021 - Jan Nepomnjaschtschi gegen Magnus Carlsen
Immer wenn sich der Weltmeister im Schach einem Herausforderer zum Kampf um die Krone stellen muss, schaut über den Kreis der Anhänger des königlichen Spiels hinaus die ganze Welt auf dieses Ereignis. So sollte es auch im Dezember 2020 sein, als der Russe Jan Nepomnjaschtschi in Dubai auf den norwegischen Titelinhaber Magnus Carlsen treffen sollte. Die Covid-19-Pandemie setze die Veranstaltung jedoch patt, sie musste in den Herbst 2021 verschoben werden. Ab dem 24. November 2021 wurde das auf 14 reguläre Wettkampfpartien angesetzte Duell dann endlich gestartet. Für den am Starttag noch 31-jährigen Titelverteidiger war dies bereits der 5. WM-Kampf, sein gleichaltriger Gegner saß erstmals am Brett auf der WM-Bühne. Carlsen ging als Nummer 1 der Weltrangliste und mit einer Elo-Zahl von 2856 als Favorit in das Match. Nepomnjaschtschi nahm die Position 5 ein. Für ihn stand mit 2782 eine um etliche Punkte niedrigere Zahl zu Buche. Dennoch trauten ihm nicht wenige Kenner die Übernahme der Schachkrone zu, denn immerhin war er der einzige Großmeister in der Weltspitze, der eine positive Bilanz gegen Carlsen im klassischen Schach aufwies. Für den Fall, dass die angesetzten 14 Normalpartien zu keiner Entscheidung führen würden, wäre der Sieger in einem Tie-Break aus vier Schnellschach-Partien zu ermitteln, eventuell sogar über weitere Partien im Blitzschach oder als letzte Möglichkeit in einer Armageddon-Partie. Auch in diesen Disziplinen könnte Nepomnjaschtschi eine Chance gegen den Weltmeister haben, wie in mancher Veröffentlichung zu lesen war. In diesem Buch werden alle Wettkampfpartien ausführlich analysiert und in ebenso unterhaltsamer wie verständlicher Form kommentiert. Zudem werden in vorangestellten Kapiteln die Akteure mit biografischen Skizzen vorgestellt, ergänzt um kommentierte frühere Duelle gegeneinander sowie um Beispiele zu ihrer Endspielführung. Weitere Inhalte wie Interviews und Prognosen zum Kampf runden das Werk ab.170 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag   Rezension von Christian Koschetzki im April 2022 Wer kennt Sie nicht – die spannenden WM-Kämpfe der 80er und 90er Jahre zwischen Kasparow und Karpow? Oder auch die fachlich hochwertige Sendereihe von Dr. Helmut Pfleger mit eingehenden Analysen sowie die von ihm geschriebenen WM-Bücher? Nicht nur darauf zurückblickend, sondern auch unter dem neuen Aspekt des Online-Schachs, haben viele Schachfreunde wohl auch wieder den letzten Weltmeisterschafts-Kampf herbeigesehnt, zumal dem russischen Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi speziell aufgrund seiner taktischen Stärke gute Chancen eingeräumt wurden. Er hatte sich die Herausforderung zu Recht verdient und es wurde spekuliert, ob er es schaffen würde, den amtierenden Weltmeister, mit dem er seit fast 2 Jahrzehnten bestens bekannt ist, zu besiegen. Leider waren bereits die Ereignisse in der 6. Partie entscheidend, denn die Auswirkungen von deren Verlauf führten in der Folge zu einem frühen Ende – und schon nach der 11. Partie zu einem mühelosen Sieg des alten und neuen Weltmeisters Magnus Carlsen. Das Buch Schach-WM 2021 von Jerzy Konikowski und Uwe Bekemann unter Mitarbeit von Dr. Karsten Müller (erschienen in der 1. Auflage im Dezember 2021) enthält auf 170 Seiten (mit einer Fülle von Diagrammen) neben den elf gespielten und kommentierten Partien eine Vielzahl von zusätzlichen Informationen und Details. So gibt es eine historische Einleitung, die einen Überblick über die rund 135-jährige Schachgeschichte von 1886 bis in die Jetztzeit gewährt – vom 1. Weltmeister Wilhelm Steinitz bis zum aktuell 16. Weltmeister Magnus Carlsen. Auf den folgenden Seiten werden die beiden Kontrahenten in einem auf biografischen Beschreibungen beruhenden Kurz-Portrait vorgestellt – sowie anhand von jeweils fünf Partien, so dass der Leser einen gelungenen Einstieg im Hinblick auf die WM-Partien erhält. In der Folge gehen die Autoren auch auf die zurückliegenden Duelle beider Spieler und ihre Endspielfähigkeiten ein. Besonders interessant fand ich das 3. Kapitel, das dem Leser die Möglichkeit bietet, anhand von 24 taktischen Stellungen aus den Partien der WM-Protagonisten die eigenen taktischen Fähigkeiten einzustufen. Somit bietet das Buch dem Leser neben den reinen WM-Ereignissen auch Spaß und Unterhaltung. Die Autoren scheuen nicht vor dem ausdrücklichen Hinweis zurück, dass konstruktive Kritik erwünscht ist. Als weiteres Highlight folgt im vierten Kapitel „Prognosen vor dem Kampf“ ein Interview mit Dr. Karsten Müller, in dem er über die Chancen der beiden Kontrahenten Auskunft gibt. Anhand von ausgewählten Endspielen (jeweils fünf von jedem der beiden WM-Kämpfer) erhält der Leser vom weltbesten Endspielexperten fundierte Einblicke in diesen Spielabschnitt. Weitere Interviews mit dem renommierten rumänischen Großmeister Mihail Marin und dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Ullrich Krause, runden diesen Teil des Buches ab. In Kapitel 5 werden die elf WM-Partien analysiert und kommentiert. Das Buch Schach-WM 2021 ist auch neben der Hauptthematik sehr gut strukturiert. Mittels vieler Zugaben – wie z.B. taktische Aufgaben und Endspielwissen – wird dem Leser viel mehr geboten als nur die Ereignisse rund um die WM. Von daher ist es eine lohnenswerte Lektüre.     Rezension von Christian Hoethe im Februar 2022 Der Weltmeisterschaftskampf zwischen Titelverteidiger Magnus Carlsen und Jan Nepomnjaschtschi ("Nepo") Ende des Jahres 2021 war der sehnlichst erwartete schachliche Höhepunkt für die Millionen Anhänger des königlichen Spiels. Da die Pandemie täglich neue Negativ-Rekorde hinsichtlich Infektionszahlen und Inzidenzen verzeichnete, waren die eigenen Möglichkeiten zur schachliche Partizipation bei Turnieren auf ein Minimum reduziert. Umso sehr freute man sich auf ein spannendes und enges Match um die höchste Krone sowie auf intensive mediale Berichterstattung, um dem trüben Dauergrau des Winter zumindest temporär zu trotzen. Das neue Buch von Jerzy Konikowski, Uwe Bekemann und Karsten Müller blickt nun zurück auf diesen schachhistorisch in mehrfacher Hinsicht einzigartigen Weltmeisterschafts-Kampf. Es beschränkt sich dabei jedoch nicht nur auf Fotos und die reine Analyse der gespielten Partien oder die schachlichen Interna abseits des Schachbrettes rund um die Weltmeisterschaft. So befasst sich die Einleitung beispielsweise kurz und prägnant mit allen 15 Weltmeistern vor Carlsen und beschreibt dabei auch Nepos Weg vom Kandidatenturnier zum Herausforderer des Weltmeisters und den jeweiligen Chancen zum Titelgewinn bzw. der -verteidigung. Im ersten Kapitel werden die Protagonisten dann anhand fünf aktueller Gewinnpartien portraitiert, was mir sehr gut gefallen hat. Hier zeichnen die Autoren ein konkreteres Bild von Nepo und seiner aggressiven Spielweise, den die meisten Schachspieler vor dem Kandidatenturnier wohl nur vage als einen regulären Top 10-Spieler kannten, wohingegen die Partien des Weltmeisters dem Schachkenner naturgemäß geläufiger sind. Dass Nepo dabei in den direkten klassischen Begegnungen mit Carlsen bisher knapp die Nase vorne hatte, verlieh ihm die Aura des Underdogs, der durchaus für eine Überraschung gut sein konnte. Das zweite Kapitel befasst sich dann mit den vorangegangenen Duellen von Carlsen und Nepo. Dieses Kapitel war für mich, gerade nach dem Ende des WM-Kampfes, besonders interessant. Hier sieht man einen Herausforderer, der zu jeder Zeit ungezügelt aggressiv auf Carlsen zugeht und sich und seinem Spielstil unbeeindruckt treu bliebt. Im dritten Kapitel kann man sich im Lösen von Kombinationen aus dem Schaffen von Carlsen und Nepo versuchen. Die 24 Aufgaben vermitteln einen recht guten Eindruck der kombinatorischen Fähigkeiten beider Spieler und sind teilweise spektakulär, relativ wenig bekannt und nach meinem Empfinden gut ausgewählt - jedenfalls machen sie durchaus Spaß! Im vierte Kapitel finden sich dann Interviews mit den Großmeistern Karsten Müller und Mihail Marin sowie dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes und Fide-Meister Ullrich Krause zu den Stärken und Schwächen und damit den Chancen beider Spieler. Großmeister Müller befasst sich erwartungsgemäß intensiv mit den Endspielfähigkeiten beider Spieler, wobei mich besonders die Partien Kramnik-Carlsen, Wijk aan Zee 2011 und Carlsen-Caruana, Bilbao 2012 beeindruckt haben. Die Evaluierungen von Großmeister Marin sind gewohnt ausführlich, präzise und gut fundiert. Sein Vergleich von Carlsen mit Fischer ist zweifellos zutreffend, wie viele von Carlsens Gegner mehrfach bestätigt haben. Interessant ist auch seine Feststellung zu Nepos typischer Spielweise in ausgeglichenen Stellungen. Ullrich Krause gibt eine absolut zutreffende Prognose des WM-Matches ab und den von ihm gewünschten Veränderungen in der Schachwelt kann ich nur uneingeschränkt zustimmen! Das fünfte Kapitel beinhaltet das Herzstück des Buches - die elf kommentierten Partien des WM-Kampfes zwischen Carlsen und Nepo! Hier leben kritische Stellungen neu auf, Fragen zur Eröffnungswahl und -vorbereitung werden fachkundig beantwortet und Endspiele werden fundiert kommentiert, besonders natürlich Carlsens magisch geführtes Rekord-Endspiel über 136 Züge der 6. Partie. Natürlich gibt es auch spannende Fragen, die die Autoren dieses Buches leider nicht beantworten können, als da wären: Warum war Nepo kaum vom Spanier wegzubekommen, der ihm nicht auch nur eine einzige realistische Vorteilschance ermöglichte? Weshalb wechselte ein aggressiver Spieler wie Nepo von seinen Hauptwaffen Sizilianisch Najdorf und Französisch zur ultrasoliden russischen Verteidigung bzw. vom Grünfeld-Inder zum orthodoxen Damengambit gegen Katalanisch? War diese Spielweise eine Idee seiner Sekundanten oder gar seine eigene? Aljechin, Spassky und Kasparov mussten im Verlauf ihrer Weltmeisterschaften gegen Capablanca, Petrosjan bzw. Karpow ihre jugendliche Aggressivität auch erst einmal zugunsten einer solideren Spielweise anpassen, um im Match Fuß zu fassen. Erklären die ungewohnten Mittelspielstellungen seine ungewohnt hohe Fehlerquote und die teils ungewöhnlichen Fehler? Ein Fehler wie 21. ...b5? in der russischen Verteidigung der 8. Partie ist auf WM-Niveau arg selten, aber wann spielt Nepo auch schon einmal Stellungen mit einem König auf f8? Solche Positionen liegen eher Karpow, wie in dessen Match gegen Kamski. Das Auslassen von 15. b4! und der grobe Bock 27. c5?? in der 9. Partie sind auf GM-Level schon recht unerklärlich, so auch 23. g3?? in der elften und letzten Partie. Ist der plötzliche Einbruch Nepos nach der 6. Partie wirklich im mentalen Bereich anzusiedeln, nachdem er die ersten fünf Partien so gut mitspielen konnte? Sind Najdorf und Französisch in Wettkämpfen um die Weltmeisterschaft - wie es Fischer, Kortchnoi und Kasparow erfolgreich spielten - im Engine-Zeitalter nicht mehr praktikabel? Antworten darauf können nur die Spieler selbst geben - vielleicht in einer eigenen Veröffentlichung ihrer Partien? Insgesamt haben Konikowski, Bekemann und Müller ein gutes Buch über ein lang erwartetes Match abgeliefert, bei dem man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass der Herausforderer deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben ist und damit reelle Chancen ausgelassen hat. Dass sich Weltmeister Magnus Carlsen weiterhin konstant auf seinem schachlichen Zenit befindet und ein unerreicht hohes Spielniveau demonstriert, hat diese ohnehin undankbare Aufgabe natürlich deutlich erschwert. Letztlich ist die Dominanz Carlsens auch nach dem Match, z.B. in Wijk aan Zee 2022, unbestreitbar und der Sieg Carlsens gegen Nepo wohl verdient.     Rezension von Jörg Palitzsch im Januar 2022 In diesem Buch gibt es gegen Ende ein Foto von Jan Nepomnjaschtschi, dem unterlegenen Herausforderer von Magnus Carlsen bei der Schach-WM im letzten Jahr in Dubai. Auf diesem Foto lächelt der 31-jährige aus Russland siegessicher in die Kamera – nur entspricht dieses Foto nicht der Realität. Der Großmeister konnte bei der WM Carlsen zwar in den ersten fünf Partien ein Remis abtrotzen, ging dann aber mit 7;5:3,5 Punkten gegen den Norweger unter wie ein Schiff. Das Buch über die Schach-WM 2021 (Joachim Beyer Verlag, 170 Seiten, kartoniert, 23 Euro) zeichnet nicht nur den Kampf um die Schachkrone nach. Es bietet auf den ersten 100 Seiten Porträts und die Duelle der Kontrahenten, sowie Prognosen in Form von Interviews mit den Großmeistern Karsten Müller (der am Buch mitgearbeitet hat) und Mihail Marin, ergänzt durch Ullrich Krause, Präsident des Deutschen Schachbundes. Alle drei räumten Carlsen mehr Chancen ein als Nepomnjaschtschi, was sich letztendlich auch bewahrheitete. Aufschlussreich auch, wie unterschiedlich der Weltmeister eingeschätzt wurde. Müller attestiert Carlsen ein tiefes Schachverständnis, dessen Gespür für Harmonie an das absolute Gehör von Ausnahmemusikern erinnere. Carlsen habe sich als weitsichtiger Stratege und rücksichtsloser Kämper durchgesetzt, so der Befund von Großmeister Marin, während Krause Carlsen als Top-Spieler mit den besten Nerven bezeichnet. Es sind erhellende Interviews, die zum Kern des Buches, dem Titelkampf mit seinen elf Partien hinführen, die ausführlich kommentiert werden. Zu jeder Partie gibt es eine Einleitung und eine Zusammenfassung. Dies ermöglicht es dem Leser, die Wettkämpfe einzuordnen und macht sie verständlich. Im Nachgang fällen die Autoren dann ein eindeutiges Bild. So sei Carlsen gut auf das Match vorberietet gewesen, nach einem langsamen Start sei er richtig in Fahrt gekommen. „Er bewies einmal mehr, dass er weiterhin keinen gleichwertigen Rivalen hat“, ist nachzulesen. Jan Nepomnjaschtschi habe sich weniger vorbereitet gezeigt und konnte die hohen Erwartungen, die man im Vorfeld in ihn gesetzt habe, nicht erfüllen – ein vernichtendes Urteil.Fazit: Da Schach nicht die mediale Aufmerksamkeit wie etwa Fußball erfährt, gibt dieses gelungene WM-Buch Anlass genug, in einen Schach-Wettkampf mit allen Details einzutauchen. Nachvollziehbar und spannend aufgearbeitet.

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Konikowski & Bekemann: Schachweltmeisterschaft 2018 - Fabiano Caruana gegen Magnus Carlsen
Das Duell um die Krone des weltbesten Spielers stellt seit Beginn des Turnierspiels stets den absoluten Höhepunkt im internationalen Schachgeschehen dar. Im November wurde in London in einem Match über 12 Partien sowie einem Tiebreak der Weltmeister ermittelt – zwischen dem Titelverteidiger Magnus Carlsen aus Norwegen und seinem Herausforderer Fabiano Caruana aus den USA. Im Vorfeld bestand kein Zweifel, dass ein interessantes Kräftemessen bevorstand, schließlich hatten die Protagonisten die ersten beiden Plätze der Weltrangliste inne. Entsprechend fieberte die Schachwelt diesem Ereignis mit großer Spannung entgegen. Nach seinem Sieg beim Berliner Kandidatenturnier hatte der amerikanische Großmeister auch bei zahlreichen Spitzenveranstaltungen eine großartige Form an den Tag gelegt, und seine diesbezüglichen Erfolge zeigten, dass er ein absolut würdiger Gegner für den Titelverteidiger war. In diesem Buch werden alle Partien ausführlich analysiert und in ebenso unterhaltsamer wie verständlicher Form kommentiert. Außerdem wird auch den Rahmenbedingungen und der Vorgeschichte des Finales gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. So gibt es beispielsweise die Kapitel Die Kontrahenten im Kurz-Porträt und Die bisherigen Duelle der beiden Protagonisten. Sodann gibt es unter dem Titel Prognosen vor dem Kampf Interviews mit verschiedenen Spitzenspielern und Fachleuten – sowie eine spielerische Möglichkeit, sich mit den Akteuren zu messen: Kombinieren Sie wie Carlsen und Caruana! 190 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag     Rezension von Gerd Schowalter im Februar 2019 Die beiden bekannten Autoren haben schon wiederholt gemeinsam Bücher herausgebracht. Aber wenige Tage nach Beendigung des Großereignisses schon ein Buch darüber? Sollte es sich um einen Schnellschuss handeln? Schon auf Seite 15, beim ersten Diagramm eine Ungenauigkeit (nicht Schwarz, sondern Weiß wird zu einer konkreten Entscheidung gezwungen!). Außerdem sorgt auf Seite 81 die "Gratwanderung" mit "d" statt mit "t" geschrieben, für ein leichtes Schmunzeln. Denn Prof. Althöfer meinte mit seiner blumigen Feststellung nicht die Thermometerskala, sondern eine gefährlichen Gebirgspfad, auf dem man abstürzen kann. Also keine Sorge, Freunde, dieses Buch ist sehr gewissenhaft und seriös geschrieben! Schon vor Beendigung der Weltmeisterschaft ließen sich nämlich mehrere Kapitel erstellen. Dies gilt etwa für die Auflistung aller Weltmeister (S. 10) oder die Prognosen der Experten, der Großmeister Karsten Müller und Artur Jussupow und des Professors Ingo Althöfer (S. 58 ff.) Auch die Kurzporträts der Protagonisten (S. 13 ff.) in Kapitel 1, die bisherigen Duelle (S. 37 ff.) in Kapitel 2 und die Kombinationen von Carlsen und Caruana, die zum Lösen auffordern, stammen aus früheren Turnieren (S. 51 ff.). Die Lösungen (ab S. 56) verraten nichts vorzeitig und lassen den Leser und Löser in einem Punktesystem seine Einordnung vom "durchschnittlichen Vereinsspieler bis zum Großmeister" feststellen (Kapitel 3). Die Aufstellung der 50 besten Spieler der Welt (Stand 3. Dezember 2018, S. 186) und das Namensverzeichnis (S. 187) konnten natürlich ebenfalls vor Beendigung des Wettkampfes fertig gestellt werden. Die Partien nehmen natürlich den größten Raum des Buches ein (S. 84 - 184). Sie sind ausnahmslos wiedergegeben, selbst die Spiele des Tiebreaks. Durchgängig finden sich tiefgreifende Analysen, die nicht nur von Konikowski und Bekemann stammen, sondern dankenswerterweise, wie es im Vorwort (S. 7f.) vermerkt ist, von IGM Karsten Müller. Dabei wird nicht selten auf Analysen früherer Partien, besonders im Eröffnungsstadium hingewiesen. Mehrere Fotos der Wettkämpfer, des Spielortes London usw. lockern die Texte auf. Sehr schön sind auch die gekonnten Zusammenfassungen am Ende einer jeden Partie. Ausreichend vorhandene Diagramme in allen Partien sind für den Leser hilfreich. Fazit: Dieses Buch über die WM ist keineswegs ein Schnellschuss. Die Autoren haben nicht nur die Vorgeschichte informativ dargestellt, sondern auch alle Partien gewissenhaft für den Leser aufbereitet. Schön sind auch die Aufstellung der bisherigen 16 Weltmeister, der TOP 50 der Welt und die Lösungsaufgaben "Kombinieren Sie wie Carlsen und Caruana". Wie vom Verlag längst gewohnt, sind Satz und Druck vorbildlich, so dass sich dieses Buch gut einreiht in vergleichbare Werke früherer Weltmeisterschaften. Uneingeschränkte Empfehlung!   Rezension von Jörg Palitzsch im Dezember 2018 Es gibt in diesem Buch zwei Fotos, die die ganze Geschichte dieser Remis-geschwängerten Schach-Weltmeister erzählen. Ein Foto, das Magnus Carlsen etwas irritiert beim Handschlag mit seinem Herausforderer Fabiano Caruana vor der Eröffnung der 8. Partie zeigt und ein Foto, auf dem Carlsen nach dem Sieg freudestrahlend die Siegertrophäe in die Höhe streckt. Am Ende hat es der Norweger nach dem dritten Tiebreak dann doch noch geschafft, seinen Titel zu verteidigen. Versammelt sind in dem Buch „Schach-Weltmeisterschaft 2018“ aus dem Joachim Beyer Verlag (190 Seiten, kartoniert zahlreiche Abbildungen, 19,80 Euro) alle zwölf Partien, die die beiden Autoren Jerzy Konikowski und Uwe Bekemann akribisch, mit Einleitungen, Kommentaren und jeweiligen Zusammenfassungen aufgearbeitet haben. Dies liest sich beim Nachspielen äußerst kurzweilig und informativ, wenn auch die Spannung angesichts der ständigen Remis-Partien etwas fehlt, was freilich nicht an den Autoren liegt. Darüber hinaus werden dem Schachfreund eine ganze Reihe weiterer Themen geboten und dies ist ein großes Plus dieser Veröffentlichung. Neben den Partien der WM gibt es zwei Porträts der Kontrahenten und bisherige Duelle. Insgesamt fünf an der Zahl, mit Kommentaren verteilt auf 13 Seiten. Zu finden sind in dem Buch ebenfalls 24 taktische Stellungen, die es ermöglichen, einen Einblick in die kombinatorischen Fähigkeiten von Carlsen und Caruana zu erhalten. Ein Übungstest mit Lösungen, mit dem man seine eigen Stärke testen kann. Abgerundet werden diese Einblicke mit drei Prognosen zur Weltmeisterschaft, bei denen die beiden Großmeister Dr. Karsten Müller und Artur Jussupow sowie der Mathematiker Prof. Dr. Ingo Althöfer zu Wort kommen. Keiner der drei Experten gibt allerdings eine Tipp für einen Sieger ab. Nur: „Für die Schachszene wäre es sicher eine große Belebung, wenn Caruana gewinnen würde“, sagte Althöfer im Vorfeld. Es kam anders, wie in dem Buch dann auch eindrucksvoll nachzuvollziehen ist. Vor allem in den drei Tiebreak-Partien zeigte Magnus Carlsen seine ganze Stärke und zeigte, dass er nach wie vor der stärkste Spieler der Welt ist. Fazit: Das Buch über die Schachweltmeisterschaft 2018 lässt den Schachspieler fast hautnah am Wettkampf teilhaben. Ein gelungener Einblick in weltmeisterliches Schach.  

19,80 €*
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Konikowski & Bekemann: Schachweltmeisterschaft 2016 - Sergei Karjakin gegen Magnus Carlsen
Kämpfe um die Weltmeisterschaft stellen seit jeher die absoluten Höhepunkte im internationalen Schachgeschehen dar. Im Spätherbst dieses Jahres trafen in New York City erstmals zwei Vertreter der jungen Generation gegeneinander an, um in einem Match über 12 Partien und nötigenfalls einem anschließenden Stichkampf den begehrten Titel zu erringen bzw. zu verteidigen. Auf der einen Seite der Norweger Magnus Carlsen, amtierender Weltmeister seit 2013 und noch länger deutlicher Weltranglistenerster, von den Experten als bester Schachspieler auf unserem Planeten gefeiert und im Wettkampf favorisiert. Auf der anderen Seite der etwa gleichaltrige Herausforderer Sergei Karjakin aus Russland, der seinen ersten WM-Kampf bestreitet, unterstützt und gefördert von der mächtigen russischen Schachnation, die den Titel unbedingt wieder zurückholen möchte. Trotz seiner vielfach bewiesenen Zähigkeit und Nervenstärke wurde Karjakin nur als Außenseiter gehandelt, denn alle Statistiken und die vorherigen Begegnungen am Brett sprachen für seinen Kontrahenten. Das vorliegende Buch enthält alle Partien dieses Zweikampfs auf höchstem Niveau, der sich als weitaus enger erweisen sollte als erwartet, in gründlicher Kommentierung und mit zahlreichen Bildern illustriert. Zudem werden in vorangestellten Kapiteln die Akteure mit biografischen Skizzen vorgestellt, ergänzt um frühere Duelle gegeneinander sowie andere Glanzleistungen, die beide auf dem Schachbrett vollbracht haben.    156 Seiten, kartoniert, Joachim Beyer Verlag     Rezension von Michael Paap im Februar 2017 Im Zeitalter der elektronischen Medien ist es zweifellos als Ausnahme anzusehen, wenn ein Autor oder Autoren eine Schach-Weltmeisterschaft in Buchform dokumentieren. Jerzy Konikowski und Uwe Bekemann haben sich sozusagen dem Zeitgeist entgegengestemmt und eine Veröffentlichung zum kürzlich beendeten Match zwischen Magnus Carlsen und Sergei Karjakin vorgelegt. Die Autoren vermitteln den Lesern zunächst einen möglichst umfassenden Eindruck der beiden Kontrahenten. In Kap.1 werden der Weltmeister und sein Herausforderer mit ihren bisherigen Lebensläufen und Schachkarrieren sowie je 5 besonders herausragende Partien vorgestellt. Es schließt sich (Kap.2) ein Blick auf die bisherigen Treffen der Matchgegner in jüngerer Zeit (2010-16) an. In Kap.3 werden die Leser mit der Aufforderung „Kombinieren Sie wie Carlsen und Karjakin!“ animiert, in die Haut der beiden Super-Großmeister zu schlüpfen. Präsentiert werden 24 Stellungen aus dem Schaffen der Spieler, in denen eine forcierte Zugfolge zum Matt oder einem anderen Vorteil führt. Die jeweils gefundenen Lösungen können die Leser anhand eines Punktesystems, das sich an der Vollständigkeit orientiert, bewerten und somit ihre Spielstärke messen. Nachdem der Leser auf verschiedene Weise mit den Kontrahenten vertraut gemacht wurde, nähert sich Kap.4 dem Wettkampf sozusagen an. Die Autoren haben zwei Großmeister, Dr. Karsten Müller (Hamburg) und Gerhard Müller (Osnabrück), um ihre Einschätzung des Matches gebeten. Besonders originell wirkt der Umstand, dass es sich um Großmeister unterschiedlicher Couleur handelt. Ersterer ist GM im Nah-, letzterer im Fernschach. Der „Nahschach-Müller“ öffnete überdies seine analytische Schatztruhe und steuerte Partie- und Endspielanalysen der Kontrahenten bei. Nach dieser ebenso informativen wie originellen „Ouverture“ wenden sich die Autoren den Partien des Wettkampfs zu. Die Kommentierung der Partien erfolgt durch eigene Analysen sowie Rückgriffe auf die Eröffnungstheorie, frühere Partien der Spieler und Referenzpartien, die hinsichtlich bestimmter Fragen Bedeutung haben. Gelegentlich fließen auch Anmerkungen aus Livekommentaren in die Anmerkungen ein. Ein Namens- und Quellenverzeichnis sowie ein Eröffnungsregister beschließen den Text. Insgesamt gesehen, haben die Autoren ein gediegenes Werk vorgelegt, das gleichermaßen informativ und unterhaltsam ist und die breite Masse des Schachpublikums, will sagen Vereins- und Hobbyspieler, ansprechen dürfte. Den Verfassern gelingt es, in sehr guter Weise unter die „Spitze des Eisbergs“ zu schauen. Sie versuchen, den Lesern die offensichtlichen bzw. mutmaßlichen Pläne und Absichten der Kontrahenten aufzuzeigen. Hierbei stellen sie keine ellenlangen Analysen an, sondern beschränken sich auf das Notwendigste. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass dieses Buch die kurzlebigen Live-Blogs und -Kommentare, die heutzutage Veranstaltungen wie eine Weltmeisterschaft begleiten, um alsbald wieder gelöscht zu werden, überleben wird und einen dauerhaften Platz in den Schachbibliotheken findet.

7,95 €* 19,80 €* (59.85% gespart)
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Breutigam: 64 Monate auf 64 Feldern
Dieses Buch enthält eine Auswahl von Schachkolumnen, Reportagen und Partieanalysen, die zwischen September 1997 und Dezember 2002 veröffentlicht wurden. Was in diesen 64 Monaten auf und neben den 64 Feldern geschah, gelangt noch einmal in Erinne­rung. En passant erfahren Sie, beispielweise, wie Peter Leko mit dem "Sweschnikow-System" WM-Kandidat wurde, warum Garry Kasparow in seinem Ruheraum brüllte, wer der Chinesin Zhu Chen einen Liebesbrief schrieb oder wieso Stefan Kindermann tagelang unansprechbar durch seine Wohnung schlich. Kern des Buches sind über 150 Kombinationen, der aktuellen Turnierpraxis entnommen und als Trainingsaufgaben präsentiert - mal knifflig, mal leicht. Zudem finden Sie mehr als hundert interessante Partien, fast alle kommentiert.   Über den Autor:   Martin Breutigam ist Internationaler Meister und von Beruf freier Sprotjournalist. Er schreibt für verschiedene Tageszeitungen (u.a. Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Weser-Kurier, Südkurier). Seit dem WM-Finale 1990 verfasste er über 1000 Artikel. Internationale Anerkennung verdiente sich Breutigam auch mit seinen Eröffnungs-CDs und als Buchautor. Seit Mitte der 80er Jahre spielt er in der Schachbundesliga, heute für die Bremer SG, früher für den Delmenhorster SK und Lasker-Steglitz Berlin.       Rezensionen   "Ein erfrischend anderes Schachbuch." Hannoversche Allgemeine Zeitung   "Bilanz: Sehr empfehlenswert." Bremer Nachrichten   "Martin Breutigam kennt sich in der Szene aus, weiß, was hinter den Kulissen, neben den 64 Feldern passiert." Tagesspiegel   "Das äußerst unterhaltsame und kurzweilige Buch befasst sich in den Episoden natürlich meist mit den Stars. Heitere Randgeschichten weiß Breutigam aber genauso gut zu erzählen." Hartmut Metz   "Unterhaltsam, anregend, lesenswert." Andre Schulz, Chessbase.de   "Das Buch ist eine moderne Schachchronik, die durch Breutigams unterhaltsamen und kenntnisreichen Stil nie langweilig wird." Harry Schaack, KARL

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Richter & Murkisch: Kurzgeschichten um Schachfiguren
Mit seinen Kurzgeschichten hat Kurt Richter nach Meinung vieler fachkundiger Leser sein unterhaltsamstes und bestes, sicherlich sein populärstes Buch geschrieben:Auch mit dieser um- und nachbearbeiteten Auflage eines zeitlosen Klassikers werden diejenigen Schachfreunde bedient, die sich an den zahllosen Kuriositäten, den verblüffenden Anekdoten, den außergewöhnlichen und seltsamen Ereignissen am und auf dem Schachbrett erfreuen wollen.Dass hierbei die ausgewogene und wohl dosierte Mischung aus Partie, Studie und Problem im Verein mit der unnachahmlichen Kommentier- und Fabulierkunst Richters den besonderen Reiz ausmacht, entspricht dem bewährten „Rezept“ des Autors, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, der Langeweile entgegenzuwirken. Wer daher im Schach nicht nur den ernsten Kampf sucht, sondern auch die ablenkende Kurzweil, die geistreiche Zerstreuung, vielleicht eine erholsame Bettlektüre, wird die vorliegende Auswahl immer wieder gerne zur Hand nehmen.Ein außerordentlich vielfältiges Lesevergnügen, das zugleich der belehrenden Komponente nicht entbehrt, erwartet den Schachfreund, der sich auf Kurt Richters Kurzgeschichten einlässt. Das Geschenkbuch! 350 Seiten, kartoniert, Verlag Beyer

19,80 €*
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Kohlmeyer: Weltmeister lehren Schach
Kohlmeyer, Weltmeister lehren Schach   Weltmeister haben einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Sie beherrschen nicht nur die Theorie, sondern auch auf dem Gebiet der Psychologie können sie jedem Schachfreund eine Menge beibringen. Das fand in der Literatur bisher wenig Aufmerksamkeit.Schachweltmeister berichten in diesem Buch, wie sie sich auf Turniere vorbereiten, was sie während eines Wettkampfes erleben und wie sich ihr Tagesablauf gestaltet. Viele der zahlreichen Glanzpartien werden von den Champions selbst kommentiert.Die Beiträge von Steinitz, Lasker, Capablanca, Aljechin, Euwe, Botwinnik, Smyslow, Tal, Petrosjan, Spasski, Fischer, Karpow, Kasparow, Kramnik, Anand, Khalifman, Ponomarjow, Kasimdschanow und Topalow bieten Schachfreunden jeder Spielstärke viel Erfahrung, Erkenntnisgewinn und praktische Hinweise.   Mit beigelegter CD-ROM und vielen Partien von Steinitz bis Ponomarjow im CBH- CBF- und PGN-Format.   304 Seiten, gebunden, Joachim Beyer Verlag    

13,95 €* 29,80 €* (53.19% gespart)
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Barejew/Lewitow: Von London bis Elista
Barejew/Lewitow: Von London bis Elista   Von London bis Elista gewährt einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen des Schachs auf höchster Ebene. Es liefert erstklassige Analysen aller Partien durch Barejew und noch vieles mehr. In Dialogen im Stil von Sokrates enthüllen Barejew und Koautor Ilja Lewitow alles über die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachwirkungen, über die geheime Strategie und den brutalen Stress der drei Kämpfe.Dieses reichhaltige Buch ist unverzichtbar für jeden, der mehr darüber erfahren möchte, was Top-Großmeister ticken lässt. Es berichtet aus erster Hand und ist voller Ehrlichkeit, Ironie, Geschichte, Witz, Zorn, Weisheit und sogar Poesie.Jewgeni Barejew ist einer der stärksten Großmeister der Welt. Er war während der Wettkämpfe gegen Kasparow im Jahre 2000 und gegen Leko im Jahre 2004 Kramniks Sekundant, und stand während des skandalgeplagten Wiedervereinigungskampfes gegen Topalow in Elista in engem Kontakt zu Kramniks Team.Der Berufsjournalist Ilja Lewitow ist sein ganzes Leben über ein enthusiastischer Schachamateur gewesen. Er ist ein enger Freund von Wladimir Kramnik und Jewgeni Barejew.    436 Seiten, kartoniert, Verlag New In Chess

7,95 €* 29,90 €* (73.41% gespart)
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Müller-Breil: Schacholympiade Luzern 1982
25. Schacholympiade der Männer10. Schacholympiade der Frauen Die 25. Schacholympiade der Männer und die 10. Schacholympiade der Frauen in Luzern 1982 bildeten für die Entwicklung des Weltschachbundes und für die Verbreitung des Schachs auf allen Kontinenten einen bedeutenden Markstein. Das Länderturnier der Männer und dasjenige der Frauen hatten Teilnehmerzahlen erreicht wie bei keiner der bisherigen Austragungen. Bei keinem anderen Turnier der Schachgeschichte begegneten sich so viele FIDE-Titelträger. Der Großanlass ist zusammen mit dem 53. Kongress des Weltschachbundes vom Schweizerischen Schachverband mit dem Organisationskomitee "Schacholympiade Luzern 1982" vortrefflich ausgerichtet worden. Alle Beteiligten verdienen den Dank des FIDE-Präsidiums und der in Luzern vertretenen Föderationen. Wir freuen uns über die Initiative zur Verwirklichung dieses Turnierbuches, das die Erinnerung an die grossartigen Schachtage von Luzern wach halten wird.   303 Seiten, gebunden, Großformat, Verlag Tschudi Zug CH

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Haas: Der XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes zu Mannheim 1914
Haas: Der XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes zuMannheim 1914   Dieses bekannte Turnier der Schachgeschichte in Mannheim 1914 musste nach 11 von 17 Runden wegen des Kriegsausbruchs abgebrochen werden. (Stand bei Abbruch: Aljechin vor Vidmar und Spielmann, gefolgt von den punktgleichen Breyer, Marshall und Reti usw.) 99 Jahre danach erhält es jetzt ein Turnierbuch! Der Autor, Diplom Ingenieur Stefan Haas spielt seit frühester Kindheit Schach und hat eine Elo von über 2000, sein großes Können als Autor Schach Historischer Bücher hat er bereits mit dem 2006 erschienen Turnierbuch Baden-Baden 1870 unter Beweis gestellt, mit seinem Zweitwerk Mannheim 1914, hat der Autor seine ausgezeichnete Arbeit nochmals übertroffen, Stefan Haas zeichnete nicht nur das Turniergeschehen akribisch nach, sondern gibt auch noch einen historischen Einblick in das Zeitgeschehen vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges !   Inhaltverzeichnis:7 Vorwort                                          9 Der Schachkongress zu Mannheim 1914                               10 Einleitung - der Deutsche Schachbund im Kaiserreich               12 Die Schachstadt Mannheim                                      18 Entwicklungen in der Zeit des Kaiserreichs                              22 Vorbereitungen zum Schachkongress                                  27 Wer spielt und wer nicht?                                33 Die Teilnehmer des Meisterturniers                           58 Vor dem Turnier - Versammlungen und Festmahl                   70 Der Turnierverlauf                                       89 Rückblickende Betrachtungen                                       92 Der chronologische Ablauf                                      221 Partien der Haupt- und Nebenturniere                                       261 Anhang: Abkürzungen / Ortsnamen / Verweise zu Internetseiten           262 Bibliografie                                               264 Abbildungen und Bildquellen                                   266 Kleines geschichtliches Lexikon                               274 Einige weitere schachliche Kurzbiografien und Ergänzungen               285 Die großen Meister nach Geburtsjahrgang                           286 Schachprobleme zur Darstellung von Schlachten?                       288 Mitglieder und Vermögen des DSB, Der Vorstand des DSB                290 Die 1. Preisträger der "Weltturniere", Meistergenerationen nach Geburtsjahr    291 Die Kongresse des DSB                                       292 Die Teilnehmer der Meister-, Haupt- und Nebenturniere nach Nationalität       294 Löhne, Preise, Entwicklung der Kaufkraft und Preisindex               296 Preisgelder und Einsätze                                       298 Die Eröffnungen in den Meisterturnieren des DSB / in int. Meisterturnieren       300 Fortschrittstabelle des Meisterturniers in Mannheim 1914 302 Fortschrittstabelle des Hauptturniers A in Mannheim 1914304 Wer hat wirklich gewonnen? / Historische Elo-Auswertung / Prognose306 Anwendung von Wertungssystemen                               308 Die Partien des Meisterturniers und der Haupt- und Nebenturniere           312 Rundenberichte 316 Anmerkungen / Weitere Quellenangaben                           317 Partienindex, Spielerindex, Eröffnungsindex                        320  Danksagungen                          320 Seiten, gebunden, Verlag Dreier

34,50 €*
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Weteschnik: 13 Perlen
Weteschnik: 13 Perlen   Meisterpartien zum Lesen ohne Schachbrett   Kennen Sie die van Goghs, Rubens und Michelangelos des Schachspiels? Glanzvolle Meisterwerke ohne Schachbrett genießen, Klassiker für alle leicht gemacht, faszinierendes Lernen auch für den Nachwuchs, gemütliches Lesen ebenso für stärkere Spieler. Ein Muss für jeden Schachliebhaber.   110 Seiten, kartoniert, Verlag Blauer Punkt

7,95 €* 19,80 €* (59.85% gespart)
Adzic: Accentus Young Masters Bad Ragaz 2016
Vom 4. bis 15. April 2016 fand in Bad Ragaz das Schachturnier "Accentus Young Masters" statt. Der ausgezeichnete Kampfgeist der zehn jungen Spieler prägte dieses Turnier auf besondere Weise. Nur 9 der 45 Partien endeten unentschieden. Dies ist nicht nur in der Geschichte des Schweizer Schachs rekordverdächtig. Remis. Entschuldigung, aber was ist das? Jede Schachpartie wird mit einem Remis enden, wenn Schwarz und Weiß die besten Züge spielen - das hat schon am Ende des 19. Jahrhunderts der legendäre Wilhelm Steinitz behauptet. Viel später hat auch Bobby Fischer diese Ansicht vertreten. Die Widerlegeung dieser Meinung erfolgte in Bad Ragaz. Was ist am Accentus Young Masters vom 5. bis 14. April 2016 passiert? In 45 gespielten Partien gab es nur in 7 Partien keinen Sieger sondern "nur" ein Remis! Bedeutet das, dass die 10 jungen Schachspieler schlecht gespielt haben? Nein, auf keinen Fall. Es war das Ergebnis des ritterlichen Kampfes "ohne Furcht und Tadel"! Das ist wirklich eine Seltenheit auf diesem Spielniveau. Das Accentus Young Masters 2016 wies eine durchschnittliche Elo-Zahl von 2476 Punkten und die FIDE-Kategorie 10 auf. Eine Remisquote von nur 15 % ist rekordverdächtig in der Schachgeschichte. Im Buch, das Sie lesen, sind alle Partien des Turniers publiziert. Viele wurden von den Teilnehmern selbst kommentiert. Sie werden sie durch die Interviews mit den jungen Akteuren in der attraktiven schweizerischen Stadt Bad Ragaz näher kennen lernen. Der Altersdurchschnitt der 10 Teilnehmern lag bei knapp über 23 Jahren! Wer sind diese großen Schachtalente, welche Erfolge haben sie bereits erreicht, mit was beschäftigen sie sich noch außer Schach, warum wurden sie zum Accentus Young Masters 2016 eingeladen? Teilnehmer: Imre Héra Georg Fröwis Banjamin Gledura Noel Studer Adrian Demuth Matthias Blübaum Alexandre Vuilleumier Gabriel Gähwiler Vincent Keymer Alle Partien, teilweise kommentiert, viele Fotos, Spielerporträts aller Teilnehmer 96 Seiten, kartoniert, Verlag Helvetia

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Anton & Baumbach: Gladiatoren anto Portas
Gladiatorenspiele schwer bewaffne­ter Kämpfer auf Leben und Tod gehen auf die Etrusker zurück, den ersten rein römischen Gladiatoren­kampf gab es im Jahr 264 v. Chr.: für den verstorbenen Senator Junius Brutus Pera wurde er nach etruskischem Vorbild als Opfer abgehalten. Bald dienten diese Kämpfe dazu, den Volksmassen Vergnügen zu bereiten. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen an Rekorden erfreut. Auch die heutige Öffentlichkeit fühlt sich nur dann zufrieden gestellt, wenn ab und zu eine Höchstleistung zu bewundern ist. Glücklicherweise werden diese aber inzwischen zumeist ohne Gefahr für Leib und Leben vollbracht. Den Schachspielern ist dieses Streben ebenfalls nicht fremd, und so werden immer neue spektakuläre Leistungen in die goldenen Bücher eingetragen. Man denke an Kasparovs Sprung über die magische 2800-Elo-Grenze oder den mit 12 Jahren und 7 Monaten jüngsten Großmeister der Schachgeschichte, den Ukrainer Sergej Karjakin. Immer wieder sind es aber auch die hohen Turnierkategorien, die die Schach­welt faszinieren und ihr Interesse wecken. Schon häufig las man vom "stärksten Turnier aller Zeiten", der Begriff "super" wurde spätestens seit Las Palmas 1996 um "mega" erwei­tert. Auch die Fernschachspieler, zu Unrecht mehr im Schatten ihrer Kollegen Brettstrategen stehend, blieben vom Rekordbazillus schließ­lich nicht verschont. 1984, vier Jahre vor Einführung der Fernschach-Elo-Zahlen, wurde vom Schwedischen Fernschachverband ein Turnier gestartet, für das erstma­lig nur Großmeister eingeladen waren. Angesichts der vergleichs­weise geringen Zahl von Fernschach-Großmeistern war das damals ein Aufsehen erregendes Ereignis, das zum Prädikat "Stärkstes Turnier aller Zeiten" berechtigte. Sieger wurde nach acht Jahren Spielzeit Yim (Estland) mit 11,5 aus 14 vor den Dänen Bang (10) und Sloth (8,5). Zu seinem 50-jährigen Jubiläum hatte sich der Deutsche Fernschach­bund (BdF) das Ziel gestellt, ein noch stärkeres Turnier zu Ehren des großen deutschen Femschachotganisators Hans-Werner von Massow (1912-1988) auf die Beine zu stellen. Möglichst viele Prominente, sprich Weltmeister und Medaillengewin­ner, sollten als Teilnehmer gewonnnen werden. Mehr als ein Jahr dauer­te dann die Vorbereitung. Ein so illustres Feld von "Gladiatoren des Fernschachs" ist noch niemals zu­sammen gewesen. Auch der Elo-Schnitt war mit 2616 höher als bis dato in allen anderen Fernturnieren, also war den Organisatoren ein gro­ßer Wurf gelungen. Neben dem 1996 amtierenden Welt­meister Mikhail Umansky aus Pjatigorsk nahmen mit einer Ausnahme - der IV. Weltmeister Hans Berliner (USA) zog sich nach seinem WM-Erfolg 1967 zurück und wagte erst 2001 ein wenig erfolgrei­ches Comeback - alle seine Vorgän­ger (6) die Einladung an! Außerdem befand sich unter den Teilnehmern mit Gert Timmerman ein Weltmeis­ter in spe, er kam 2001 zu Titelehren. Die Startliste in der Reihenfolge der Auslosung liest sich wie das "Who-is-who" des Fernschachs: Erik Bang (Dänemark) Grigory Sanakoev (Russland) Horst Rittner (Deutschland) Dr. Jozef Franzen (Slowakische Republik) Volker-Michael Anton (Deutschland) Juan Sebastian Morgado (Argentinien) Dr. Fritz Baumbach (Deutschland) Dr. Dick van Geet (Niederlande) Prof. Vytas Palciauskas (USA) Heinrich Burger (Deutschland) Tynu Yim (Estland) Jorn Sloth (Dänemark) Gert Timmerman (Niederlande) Mikhail Umansky (Russland) Simon Webb (England) Einen Favoriten auszumachen, fiel wirklich schwer - wer könnte zum Primus inter Pares avancieren? Wenn überhaupt eine Prognose ge­wagt wurde, so hörte man Namen wie Umansky, Yim oder Timmerman. Es sollte jedoch anders kommen. Die spannende Frage nach dem "Gladiator", der am Ende in diesem Turnier der Superlative triumphieren konnte und nach fünf Jahren Sieges­lorbeer sowie Preisgeld (der Preis­fonds betrug insgesamt 20 000 DM) in Empfang nahm, beantwortet die­ses Buch. Brillante, hochklassige Fernpartien mit allen Facetten eines modernen Schachkampfes erwarten den Leser. In unterhaltender Art und Weise erzählen die Autoren aber auch interessante, wie kuriose Ge­schichten. Sie gewähren Einblicke in die Stärken, aber auch in die Schwächen der Gladiatoren der internationalen Fernschacharena. Der Kampf begann - am 1. November 1996 gingen die ersten Züge auf den Postweg rund um den Erdball... 237 Seiten, gebunden, Verlag Eigen

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Anton & Baumbach: Gladiatoren anto Portas mit CD
Gladiatorenspiele schwer bewaffne­ter Kämpfer auf Leben und Tod gehen auf die Etrusker zurück, den ersten rein römischen Gladiatoren­kampf gab es im Jahr 264 v. Chr.: für den verstorbenen Senator Junius Brutus Pera wurde er nach etruskischem Vorbild als Opfer abgehalten. Bald dienten diese Kämpfe dazu, den Volksmassen Vergnügen zu bereiten. Zu allen Zeiten haben sich die Menschen an Rekorden erfreut. Auch die heutige Öffentlichkeit fühlt sich nur dann zufrieden gestellt, wenn ab und zu eine Höchstleistung zu bewundern ist. Glücklicherweise werden diese aber inzwischen zumeist ohne Gefahr für Leib und Leben vollbracht. Den Schachspielern ist dieses Streben ebenfalls nicht fremd, und so werden immer neue spektakuläre Leistungen in die goldenen Bücher eingetragen. Man denke an Kasparovs Sprung über die magische 2800-Elo-Grenze oder den mit 12 Jahren und 7 Monaten jüngsten Großmeister der Schachgeschichte, den Ukrainer Sergej Karjakin. Immer wieder sind es aber auch die hohen Turnierkategorien, die die Schach­welt faszinieren und ihr Interesse wecken. Schon häufig las man vom "stärksten Turnier aller Zeiten", der Begriff "super" wurde spätestens seit Las Palmas 1996 um "mega" erwei­tert. Auch die Fernschachspieler, zu Unrecht mehr im Schatten ihrer Kollegen Brettstrategen stehend, blieben vom Rekordbazillus schließ­lich nicht verschont. 1984, vier Jahre vor Einführung der Fernschach-Elo-Zahlen, wurde vom Schwedischen Fernschachverband ein Turnier gestartet, für das erstma­lig nur Großmeister eingeladen waren. Angesichts der vergleichs­weise geringen Zahl von Fernschach-Großmeistern war das damals ein Aufsehen erregendes Ereignis, das zum Prädikat "Stärkstes Turnier aller Zeiten" berechtigte. Sieger wurde nach acht Jahren Spielzeit Yim (Estland) mit 11,5 aus 14 vor den Dänen Bang (10) und Sloth (8,5). Zu seinem 50-jährigen Jubiläum hatte sich der Deutsche Fernschach­bund (BdF) das Ziel gestellt, ein noch stärkeres Turnier zu Ehren des großen deutschen Femschachotganisators Hans-Werner von Massow (1912-1988) auf die Beine zu stellen. Möglichst viele Prominente, sprich Weltmeister und Medaillengewin­ner, sollten als Teilnehmer gewonnnen werden. Mehr als ein Jahr dauer­te dann die Vorbereitung. Ein so illustres Feld von "Gladiatoren des Fernschachs" ist noch niemals zu­sammen gewesen. Auch der Elo-Schnitt war mit 2616 höher als bis dato in allen anderen Fernturnieren, also war den Organisatoren ein gro­ßer Wurf gelungen. Neben dem 1996 amtierenden Welt­meister Mikhail Umansky aus Pjatigorsk nahmen mit einer Ausnahme - der IV. Weltmeister Hans Berliner (USA) zog sich nach seinem WM-Erfolg 1967 zurück und wagte erst 2001 ein wenig erfolgrei­ches Comeback - alle seine Vorgän­ger (6) die Einladung an! Außerdem befand sich unter den Teilnehmern mit Gert Timmerman ein Weltmeis­ter in spe, er kam 2001 zu Titelehren. Die Startliste in der Reihenfolge der Auslosung liest sich wie das "Who-is-who" des Fernschachs: Erik Bang (Dänemark) Grigory Sanakoev (Russland) Horst Rittner (Deutschland) Dr. Jozef Franzen (Slowakische Republik) Volker-Michael Anton (Deutschland) Juan Sebastian Morgado (Argentinien) Dr. Fritz Baumbach (Deutschland) Dr. Dick van Geet (Niederlande) Prof. Vytas Palciauskas (USA) Heinrich Burger (Deutschland) Tynu Yim (Estland) Jorn Sloth (Dänemark) Gert Timmerman (Niederlande) Mikhail Umansky (Russland) Simon Webb (England) Einen Favoriten auszumachen, fiel wirklich schwer - wer könnte zum Primus inter Pares avancieren? Wenn überhaupt eine Prognose ge­wagt wurde, so hörte man Namen wie Umansky, Yim oder Timmerman. Es sollte jedoch anders kommen. Die spannende Frage nach dem "Gladiator", der am Ende in diesem Turnier der Superlative triumphieren konnte und nach fünf Jahren Sieges­lorbeer sowie Preisgeld (der Preis­fonds betrug insgesamt 20 000 DM) in Empfang nahm, beantwortet die­ses Buch. Brillante, hochklassige Fernpartien mit allen Facetten eines modernen Schachkampfes erwarten den Leser. In unterhaltender Art und Weise erzählen die Autoren aber auch interessante, wie kuriose Ge­schichten. Sie gewähren Einblicke in die Stärken, aber auch in die Schwächen der Gladiatoren der internationalen Fernschacharena. Der Kampf begann - am 1. November 1996 gingen die ersten Züge auf den Postweg rund um den Erdball... 237 Seiten, gebunden, Verlag Eigen

29,95 €*