Brunthaler: Mein System - Easy

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Brunthaler: Mein System - Easy Das 1925 erschienene Werk "Mein System" des... mehr
Produktinformationen "Brunthaler: Mein System - Easy"

Brunthaler: Mein System - Easy


Das 1925 erschienene Werk "Mein System" des Weltklassespielers Aaron Nimzowitsch ist eines der grundlegendsten und berühmtesten Bücher der Schachliteratur überhaupt. Viele angehende Schachmeister und Großmeister haben es studiert und äußern sich lobend über Nimzowitschs Werk.


Das Originalwerk ist durch seine umständliche, heute veraltete Sprache, zu wenige Diagramme und auch durch den Disput Nimzowitschs mit seinen Kritikern, auf den er intensiv einging, heute eine schwere Kost.


Daher versucht das vorliegende Buch, die wesentlichen Inhalte von Nimzowitschs "System" in eine moderne, klarverständliche Sprache zu bringen, mit 238 Diagrammen und einer größeren Schrift die Les- und Nutzbarkeit zu verbessern und dem Leser mit einem gestrafften Text unnötige Zeitaufwand zu ersparen.


Wer sich für die Person Aaron Nimzowitschs speziell und für Schachhistorie allgemein interessiert, wird gewiss das Originalwerk oder seine nur geringfügig bearbeiteten aktuellen Fassungen wählen.


Wer dagegen wissen will, was Nimzowitschs System beinhaltet und was man davon für das eigene Schachspiel und dessen Verbesserung aufgreifen kann, für den ist dieses überarbeitete und stark redigierte Buch gedacht.


 


 


160 Seiten, kartoniert, Schachverlag Ullrich


Buchbesprechung aus "Rochade Europa" 3/07:


Der aus Riga stammende Aaron Nimzowitsch und sein großer Antipode Dr. Siegbert Tarrasch waren im frühen 20. Jahrhundert die großen Lehrmeister der Schachwelt. Während Tarrasch die positionellen Ideen von Steinitz für ein breites Publikum aufbereitet und in höchst dogmatischer Form verfochten hat, wollte Nimzowitsch eine andere Herangehensweise propagieren und brachte 1925/1926 sein klassisches Werk „Mein System“ heraus, bis zum heutigen Tage gewissermaßen die „Bibel des Positionsspielers“, deren Maximen bis auf wenige Ausnahmen immer noch Gültigkeit beanspruchen.


Mittlerweile ist der Schlachtenlärm der Nimzowitsch-Tarrasch-Auseinandersetzung lange verklungen, die Schachwelt hat längst die Wahrheiten beider Lehren assimiliert und die Überspitzungen der Vergessenheit anheimfallen lassen. Das ursprüngliche Werk „Mein System“ ist ziemlich umfangreich geraten – wiewohl es vor kurzem in voller Pracht neu herausgegeben wurde -, da es die Synthese von fünf Einzellieferungen darstellte.


So kam der äußerst rührige Schach-Autor Heinz Brunthaler – bekannt geworden vor allem durch seine zahlreichen Trainingshefte mit Taktik-Aufgaben – auf die Idee, Nimzowitschs Klassiker von allfälligem alten Ballast zu befreien und das Ganze in einer auf das Wesentliche abgespeckten Form zu überarbeiten und neu herauszubringen.


Der Autor hat (bis auf drei) die zahlreichen Beispielpartien weggelassen, auch innerhalb der einzelnen Kapitel Kürzungen vorgenommen und alles in eine zeitgemäße Sprache übertragen. Auf diese Weise hat er eine Verschlankung des Umfanges auf etwa ein Drittel erreicht, natürlich bei vollem Erhalt der Kernaussagen.


Hier der Inhalt in Kurzfassung:


1. Teil: Die Elemente (S. 13-95): Zentrum und Entwicklung, die offene Turmlinie, die 7. und 8. Reihe, der Freibauer, der Abtausch, die Elemente der Endspielstrategie, der gefesselte Stein, der Abzug, die Bauernkette. In letzterem Kapitel hat Brunthaler den damaligen Disput über den Wert des Zuges 3.e5 in der Französischen Verteidigung fast gänzlich weggelassen (hier fungierte damals Alapin als Haupt-Widersacher Nimzowitschs), da er aus heutiger Sicht obsolet ist.


2. Teil: Das Positionsspiel (S. 96-144): Prophylaxe, Doppelbauer und Hemmung, der isolierte Damenbauer und seine Nachkommenschaft, Läufer und Läuferpaar, starke Punkte überdecken und schwache Bauern loswerden, Lavieren und der Angriff auf beiden Flügeln.


Im Anhang (S. 145-156) listet der Verfasser etwa 60 Partien und Partiefragmente auf, die er aus dem Originaltext gestrichen hat. Sodann führt er die drei Partien vor, welche er übernommen hat, und zwar Gregory – Nimzowitsch, Allrussisches Meisterturnier 1913 (Stammpartie des ideellen Damengambits), Spielmann – Nimzowitsch, San Sebastian 1911 (Stammpartie zur These von der relativen Ungefährlichkeit der Bauernwalze), und Nimzowitsch – Spielmann (Stammpartie zur Verquickung des „Opfers“ mit „Blockadetendenzen“), San Sebastian 1912.


Abschließend referiert der Autor in einem kleinen Abriss nach Art einer Kurzbiografie über Leben und Werk von Aaron Nimzowitsch (1886-1935), welcher in den 1920er Jahren zur absoluten Weltspitze gezählt werden musste (S. 157 f).


Drei Schlussbemerkungen seien noch gestattet:


1) Zu Nimzowitsch: Auch er (und nicht nur Tarrasch) war ein Dogmatiker und schoss zuweilen über das Ziel hinaus. So hat die Praxis etwa seine Lehre von der Überdeckung starker Punkte nicht bestätigen können – sie stand ja auch im Gegensatz zum Lasker’schen Postulat der Ökonomie der Kräfte, welches Nimzowitsch zweifellos bekannt gewesen ist,


Das Dogma vom Angriff auf die Basis einer Bauernkette ist ebenfalls relativiert worden: auch eine Attacke auf deren Spitze macht oftmals Sinn. Cum grano salis erscheint generell jedoch „Mein System“ noch erstaunlich aktuell!


2) Zu Brunthaler: Zunächst zeigte sich der Rezensent skeptisch über das Konzept des Buches, vor allem das „easy“ schien ihm eher schwer verdaulich. Mit fortschreitender Lektüre habe ich mich jedoch vom Saulus zum Paulus gewandelt, da die Neufassung wirklich viel besser in die Gegenwart passt und das Verständnis der Hauptaussagen durch die kompakte Form tatsächlich erleichtert wird.


Daher kann ich das Studium des Buches jedem „lernbegierigen Adepten“ (O-Ton Nimzowitsch) zur Verbesserung seines Positionsspiels guten Gewissens nur wärmstens empfehlen.


Und doch – als unverbesserlicher Nostalgiker trauere ich schon ein bisschen der unnachahmlichen Diktion des Lehrmeisters nach, vor allem den Spitzen gegen Tarrasch und gegen die legendären „mittelmäßig begabten Kritiker“....


3) Last not least zum Preis: Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Buches – im Vergleich mit anderen zeitgenössischen Produkten – erscheint sehr gut!


Dr. W. Schweizer


 


 


Buchsprechung von Martin Rieger Juni 2007
Aaron Nimzowitsch veröffentlichte 1925 ein Buch das die Schachwelt
veränderte. Dort war von Prophylaxe, Hemmung, Unterlassungssünden und weiteren sonderbaren Begriffen die Rede. Doch das Buch das Nimzowitsch schrieb, war keineswegs sonderbar, eher neuartig für die damalige Zeit. In unserer heutigen Zeit gilt „Mein System“ nach wie als eines der bemerkenswertesten Bücher das jemals geschrieben worden ist im Bereich des Schachs. Eigentlich jeder starke Spieler hat das Buch bereits einmal gelesen oder zumindest davon gehört. Das Werk gehört unzweifelhaft zu den absoluten Klassikern, Kramnik hat nach eigenen Angaben daraus das positionelle Schach gelernt. Erst vor kurzem wurde das Buch neu herausgebracht, also stellt sich der Leser sicher die Frage, wieso es jetzt eine gänzlich neue Version davon geben soll. Die Antwort gibt der Autor Heinz Brunthaler in seinem Vorwort selbst:


„Nach 80 Jahren ist es an der Zeit, dieses Lehrbuch den Lernenden von heute und den Um­ständen der heutigen Zeit anzupassen. Niemand würde heute ein 80 Jahres altes Schulbuch verwenden, auch wenn es seinerzeit und über einen langen Zeitraum hinweg noch so hervorragend und wegweisend war. Bücher sind für Menschen da, nicht Menschen für Bü­cher! Auch ein so wertvolles Lehrbuch wie "Mein System" muss irgendwann den aktuellen Erfordernissen angepasst werden und der Bearbeiter hofft, dass ihm dies gelungen ist und es somit vielen Schachfreunden einfacher gemacht wird, die Grundlagen der Thesen und Ideen Aaron Nimzowitschs besser zu lernen und zu verstehen und für ihr eigenes Spiel nutzbar zu machen.“


Die Zielsetzung des Autors ist also klar umrissen, einen Klassiker lesbarer, einfacher, verständlicher zu gestalten. Nach Durchsicht des Buches ist es meiner Meinung nach dem Autor sogar sehr gut gelungen! Brunthaler präsentiert in sauberer übersichtlicher Form die einzelnen Thesen und Abschnitte in äußerst lehrreicher Form. Die wichtigsten Änderungen zum Original in Kurzform:


-Diskussionen zu Theoriefragen wurden ebenso entfernt wie die Auseinandersetzungen des Autors mit seinen damaligen Kontrahenten, u.a. Albin oder Dr.Tarrasch.


-Passagen des Autors in der "Ich-Form" wurden abgeändert mit Ausnahme der von ihm kom­mentierten Stammpartien im Anhang.


- Durch größere Schrift und eine große Anzahl von Diagrammen wurden die Lesbarkeit und das Nachspielen erheblich erleichtert.


Zum Inhalt:In Teil 1 geht es um die Elemente, sprich Zentrum und Entwicklung, Abtausch mit nachfolgendem Tempogewinn, das Liquidieren, nachfolgende Entwicklung oder nachfolgende Befreiung, die offene Turmlinie, die 7. und 8.Reihe, der Freibauer, den Abtausch und die Elemente der Endspiel-Strategie.


Teil 2 geht auf das Positionsspiel näher ein, unter anderem mit den Kapiteln Doppelbauer und Hemmung, der isolierte Damenbauer, Läufer und Läuferpaar und Lavieren und der Angriff auf beiden Flügeln. Am Ende folgen noch drei Partien von Nimzowitsch sowie eine Liste der Partien im Originalwerk. Aaron Nimzowitsch - Leben und Werk - Eine Kurzbiographie, rundet das Werk ab.


Fazit:Der Autor Heinz Brunthaler schreibt in seinem Vorwort folgendes: „Sicher wird der ein oder andere Schachfreund dieses Vorgehen ablehnen oder er wird es sogar als eine Art "Sakrileg" betrachten.“ Zugegeben, anfangs dachte ich genauso. In unserer heutigen „schneller, weiter, höher“ Gesellschaft ist für Tiefgründiges selten Platz, alles muss in komprimierter, möglichst einfacher Form griffbereit sein. Hat man es früher mitleidig belächelt wenn etwa ein „Mobby Dick“ neu herausgebracht wurde mit nur einem Drittel des ursprüngliches Seitenumfangs, so verschlug es mir schon etwas die Sprache als ich in einer Buchhandlung „Die Bibel in 60 Minuten“ erblickte! Der nächste Schritt wird dann wahrscheinlich der gesamte Brockhaus in 5 Minuten sein. Ich war also schon etwas skeptisch beim Anblick von „Mein System-Easy“, wie sich herausstellte völlig unbegründet. Brunthaler hat das Werk nicht verhunzt oder dergleichen, ganz im Gegenteil! Er hat das Buch sorgfältig rundum erneuert unter Berücksichtigung der Kernaussagen von Nimzowitsch. Damit wird auch so mancher, bisher „abgeschreckter“ Schachfreund mit Nimzowitsch und seinem „System“ gerne Bekanntschaft schließen und so seinem eigenen Schach neue Impulse geben können. Absolut empfehlenswert!


Martin Rieger

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