Bekemann: Tennison-Gambit (Abonyi-Gambit) und Budapester Gambit

Bekemann: Tennison-Gambit (Abonyi-Gambit) und Budapester Gambit
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Bekemann: Tennison-Gambit (Abonyi-Gambit) und Budapester Gambit


Das Tennison-Gambit, auch als Abonyi-Gambit bekannt, zählt zu jenen Eröffnungen, an denen die Schachwelt bisher beinahe vollständig vorbeigegangen ist. Nach den einleitenden Zügen 1.Sf3 d5 2.e4 oder 1.e4 d5 2.Sf3 kommen Stellungen auf das Brett, die für die meisten Spieler Neuland sind. Dieses Gambit verspricht Weiß in ausgewählten Linien gute Chancen, es gibt ihm zudem die Aussicht auf einen der Theorie unkundigen Gegner.


Das Tennison-Gambit enthält alles, was der Spieler mit Weiß braucht, um gut vorbereitet mit dieser Spezialwaffe in die eigene Partie zu gehen, und was den Spieler mit Schwarz die besten Antworten wählen lässt. Und ein ganz besonderes Merkmal: Das Werk enthält komplett neu geschriebene Theorie. Es stützt sich auf nichts, was jenseits nackter Partien, die vor allem aus dem Fernschach stammen, früher zur Eröffnung veröffentlicht worden ist.


In einem zweiten und kleineren Teil behandelt das Werk das Budapester Gambit, soweit Schwarz zur Modevariante mit 4…g7-g5 greift. Es stellt die Chancen dar, die Schwarz diese Variante bietet, aber auch die weißen Möglichkeiten zur „Bestrafung“ dieses forschen gegnerischen Bauernzuges.


 


Der Autor Uwe Bekemann trägt den Titel „Nationaler Fernschachmeister (Bronze)“, ist PR-Manager des Deutschen Fernschachbundes e.V. und Autor sowie Co-Autor einer Reihe von Eröffnungsbüchern.


120 Seiten, gebunden, Leseband


 


Rezension:


Tennison-Gambit (Abonyi-Gambit) / Budapester Gambit (eine Gastrezension von CM Manfred Herbold)
Der Leser dieser Rezension ist bestimmt schon durch den Titel des Buches neugierig geworden. "Tennison-Gambit oder gar Abonyi-Gambit … noch nie davon gehört! Was verbirgt sich denn hinter dieser Eröffnung? Budapester Gambit, ja, das kenne ich, aber was haben denn die beiden Eröffnungen in einem Buch zu suchen?" Auf der anderen Seite könnte die Reaktion bei einem Gambit-Spezialisten auch völlig anders ausfallen. "Hurra, endlich ein deutsches Buch zum Tennison-Gambit plus einer aktuellen Variante aus dem Budapester Gambit! (Meine beiden Geheimwaffen.)"

Das Buch beinhaltet ca. 90 Seiten zum Tennison-Gambit, das mit der Zugfolge 1.Sf3 d5 2.e4, bzw. 1.e4 d5 2.Sf3 beginnt und ca. 10 Seiten zu der modernen Variante 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Sg4 4.Lf4 g5!? des Budapester Gambits.

Der Autor schließt mit dieser Veröffentlichung auf alle Fälle eine Lücke der Schachliteratur im deutschsprachigen Raum. Bislang sind m.W. nur Artikel im RANDSPRINGER oder in der GAMBIT-REVUE (vielleicht auch in der ein oder anderen Schachzeitung) erschienen; zudem ein französisches Büchlein mit gerade mal 24 Seiten aus 2014 von Alain Benlolo und dem Buch "The Budapest Defence And The Tennison-Gambit" von W. John Lutes aus 2002.

Diese Publikationen sind allerdings nicht in das Werk von Uwe Bekemann in irgendeiner Weise eingeflossen. Ist das gut oder schlecht? Da das Tennison-Gambit vor allem bei Amateuren Beliebtheit gefunden hat, stecken in vielen gespielten Partien zum Teil grobe Fehler, sodass man darauf kein hochwertiges Eröffnungsbuch aufbauen kann, aber genau das war die Intention des Autors; eine objektive Darstellung der weißen und schwarzen Chancen. Deshalb geht er seinen eigenen Weg und benutzt fast ausschließlich Fernschachpartien ab dem Jahr 1991; viele davon ganz aktuell aus dem Jahr 2014. Zudem sind alle Partien von ihm mit den neusten Versionen von Schachprogrammen analysiert. Zum Teil sind Schlüsselstellungen sogar mit der Bewertung mehrerer Engines und der benutzten Rechenzeit angegeben.

Insofern ist die Theorie hier wasserdicht und nicht wie man es von anderen (vor allem älteren) Eröffnungsbüchern kennt, dass manchmal Züge empfohlen werden, die mittlerweile als Fehler entlarvt wurden.

Die Theorie des Tennison-Gambit ist an Hand von 26 Musterpartien in folgende Kapitel eingeteilt:
Kapitel 1: 3...Lf5 4.Sc3 Sf6 5.d3 Lg4 und anderes
Kapitel 2: Schwarzer Aufbau mit 3...Sf6
Kapitel 3: Rückgabe des Gambitbauern mit 3...e5
Kapitel 4: Weißer Bauernvorstoß 4.g2-g4
Kapitel 5: Entwicklung der Dame mit 5.De2
Kapitel 6: Verfolgung des Grundmotivs mit 5.Lc4
Kapitel 7: Der Versuch 5.f3
Kapitel 8: Seltene Abspiele

Die Variante des Budapester Gambits wird in 2 Kapiteln und 6 Musterpartien besprochen. 5 der 6 Turnierpartien stammen aus dem Jahr 2014 und stellen somit den aller-aktuellsten Stand der Theorie dar. Nach 1.d4 Sf6 2.c4 e5 3.dxe5 Sg4 4.Lf4 g5!? 5.Lg3 Lg7
Kapitel 1: 6.Sf3
Kapitel 2: 6.h4.

Alle Partien sind mit viel Text versehen, aber auch mit Analysen und Partiefragmenten, sodass der Leser nicht mit den "nackten" Zügen alleingelassen wird, sondern gediegen, aber auch umfassend in den Varianten begleitet wird.

Warum die Variante des Budapester Gambits in das Buch integriert wurde, wird erst bei einem 2. Blick klarer. Das Tennison-Gambit ist der Versuch eines Budapester Gambits im Anzug. Allerdings wird Schwarz diesen Gefallen wohl in den seltensten Fällen erfüllen. Dazu müsste ein baldiges c7-c5 gespielt werden; für den Zug spricht aber nicht viel. Trotzdem ähneln sich die beiden Eröffnungen strukturell; vor allem beim 4. Kapitel mit 4.g4.

"Wie scharf sind denn diese beiden Gambits? Eignen sie sich meinen Gegner gleich in der Eröffnung umzunieten?"
Vor allem die in Kapitel 8 behandelten Erwiderungen 3...Dd5 oder 3...f5 eignen sich hervorragend für einen schnellen, spektakulären Sieg. Oder wie es Lukas Podolski ausdrücken würde: "Rein das Ding - und ab nach Hause!" Leider werden diese Varianten im Buch nur etwas stiefmütterlich abgehandelt. Da wäre m.E. mehr herauszuholen gewesen, was vor allem die Turnierspieler bestimmt interessiert hätte. Anders ausgedrückt, bedeutet das, dass hier noch Platz für eigene Analysen besteht.
Aber auch in den anderen Varianten ist Gift enthalten. Zudem stärkt die Theoriekenntnis den Weißen; schließlich werden die wenigsten Schwarzspieler auf das Tennison-Gambit vorbereitet sein. Außerdem entstehen ungewohnte Stellungsbilder, in denen der Schwarzspieler vom 2. Zug an selbst gefordert ist.
Im Fernschach ist die Remisrate groß und die Schwarzsiege überwiegen den weißen Erfolg. Bekemann selbst gibt im Buch an, "dass die Eröffnung den Ruf hat, nicht ganz vollwertig zu sein und dieses Buch nicht grundlegend etwas daran ändern wird." Diese Aussage muss man natürlich im Licht des Fernschachspielers und den heutigen Engines betrachten, die kleinste Vorteile erspähen. Insofern würde ich es für FS-Spieler (außer bei enginefreien Turnieren) nur bedingt empfehlen.

In der 4...g5-Variante des Budapester-Gambits kommt es sofort zu unorthodoxen und wilden Stellungen in denen alles möglich ist. Eine Partie von Rauf Mamedov (FIDE-ELO: 2651) als Schwarzspieler zeigt, dass diese Variante auch auf hohem GM-Niveau gespielt wird.

Im Buch bezeichnet der Autor das Tennison-Gambit als Tennison-Gambit / Abonyi-Gambit und möchte damit auch den ungarischen Schachspieler und Schachfunktionär István Abonyi namentlich mit ins Boot holen, der neben dem "Erfinder" der Eröffnung, Otto Tennison, ebenfalls zur Verbreitung der Eröffnung beitrug. Dies ist soweit ehrenvoll. Nur missglückt ihm dabei m.E. die passende Abkürzung. Es wird im Buch als TeAbG abgekürzt und so wiederholt verwendet. Eine Abkürzung wie TAG (Tennison-Abonyi-Gambit) hielte ich für einprägsamer. Man denke da auch an andere Abkürzungen, wie WRG für Winckelmann-Reimer-Gambit oder BDG für Blackmar-Diemer-Gambit.

Diese Kleinigkeit schmälert natürlich nicht die vorbildliche Arbeit des Autors, der mit diesem Buch einen weiteren Beitrag zur Eröffnungstheorie liefert. Die durchweg hochwertige Analyse durch neuste Engines ist lobenswert. Die Publikation stammt aus dem Joachim Beyer Verlag und ist als Hardcover mit Fadenheftung Anfang 2015 erschienen. Es ist sehr übersichtlich geordnet, besitzt eine Einleitung u.a. mit Schlüsselformationen, ein Inhalts-, Varianten- und Partienverzeichnis.

(CM Manfred Herbold)


 

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